Liebe Kinder und Erdbewohner!
 
Was wirklich wichtig ist, wird in der Welt gerne vergessen, lieber streitet man sich um vergleichsweise Nebensächlichkeiten auf der Welt.
 
Gestern 14. Juni 2008 so um 17 Uhr MEZ (Sommerzeit) sind zwei Asteroiden (genannt BT18, ohne Gas, d.h. ohne Schweif sondern dunkel, ein "Doppelasteroid", siehe Bild oben) an uns vorbeigerauscht, einer 600 m, einer 200 m groß. Zum Glück im mehr als fünffachen Abstand vom Mond (2,24 Mio. km), was kosmisch gesehen haarscharf ist. Der mit 600 km hätte einen ganzen Kontinent vernichtet, der mit 200 m hätte mit einem Drittel davon auch ausgereicht, um ein Artensterben auszulösen, etliche Jahre Kälte und Dunkelheit und Missernten und damit Menschensterben. Ein Einschlag ins Meer hätten gigantische Tsunamis ausgelöst, die alle Flachländer mit allen schönen Städten vernichtet hätten.
 
Unsere großen Onkels aus den Regierungen haben uns das via Medien gnädigerweise erst Sonntag nacht mitgeteilt, zu einer Zeit in der die meisten schlafen und bestimmt die Neuigkeiten nicht mitbekommen.
 
Wären die zwei Kolosse nur einige Pipi-Grade näher an unsere Erde gerutscht, hätten sie den Mond oder uns getroffen und das wäre gar nicht gut gewesen. Ich habe gestern spätabend meine Katze beglückwünscht, noch am Leben zu sein.
 
Denn wären die Kometen auf die Erde zugerast, hätten wir absolut NICHTS dagegen tun können. NICHTS.
 
Also betet mal schön.
 
Am 29. Januar 2008 verfehlte uns ein Objekt (TU24, ca. 250 m groß) nur um 1,3 fache Monddistanz (537 500 km).
 
Der Asteroid QQ47 mit 1,2 km Größe, der an uns am 21. März 2014 vorbeirast, wird uns vermutlich ebenfalls nicht treffen. Aber der  nächste in Frage kommende Asteroid (Apophis, 270 m groß) ist bereits unterwegs und wird die Erde am 29. April 2029 – hoffentlich –  bis zu 30 000 km Abstand (!) von der Erde passieren. Wirklich sehr knapp! – Und das sind nur die Asteroiden, die entdeckt wurden, weil man diese dunklen Objekte im All nur per Zufall entdeckt.
Apophisflugroute:
 
 
 
 
Massensterben
 
 
Unter der Antakrtis wurde ein 480 km großer riesiger Krater entdeckt, der fast die gesamte Fläche des vereisten Südpols ausmacht. Entstanden ist er vor über 250 Millionen Jahren durch einen geschätzten 45 km großen Meteoriten, und damals zwischen Perm und Trias ging fast alles Leben auf der Erde zugrunde, 80-90% aller Meeres- und Landtiere (die kleinen Vorfahren der Dinosaurier überlebten jedoch). Ein damals entstandener Graben führte zum Bruch von Gondwana und damit zur späteren Entstehung Australiens. Seit der Entdeckung der Anomalie unter der Antarktis – zu tief, um zu bohren (der Eispanzer ist 1500 m dick) – sucht man überall nach leichter zugänglichen Fundstücken.
Der 4-5x kleinere Chicxulub-Krater auf Yukatan entstand vor 65 Millionen Jahren und führte zum Untergang der Dinosaurier.
 
Unten: Artwork Nasa, Darstellung eines Impakts eines 50 km Meteors mit der Erde.
 
 
 
 
Der Chiemgau-Komet
 
Der Komet vor 465 v. Chr (500 – 200 v. Chr.?) mit einem Schweif aus Eis und Ammoniak, der den Chiemgau in Bayern und damit die dortige Keltenkultur vernichtete und die Kelten traumatisierte war 1 km groß, zerbrach zum Glück in 70 km Höhe beim Atmosphäreneintritt in einer Feuerexplosion und regnete mit 4300 km/h in glühenden Brocken von faustgroß bis 50 m Größe in den Chiemgau, der komplett dadurch vernichtet wurde. Alles Leben im Umkreis von mind. 1200 km wurde getötet. Eine 15 000 Grad Cesius heiße Feuerwalze und hochgiftige Gase breiteten sich bis zu 2000 km weit aus. Die Wucht des Asteroiden wurde auf etwa 8000 Hiroschima-Atombomben geschätzt. Nach dem Einschlag ist es wochenlang dunkel, tagelang regnet es in Sturzfluten. Danach glich die Gegend einer Mondladschaft. Erst nach 200 Jahren konnte das Gebiet wieder besiedelt werden. Aus dem Meteor-Eisen sollen Waffen und Werkzeuge hergestellt worden sein, die dann zum Handel mit den Römern verwendet wurden.
 
Die überlebenden Kelten in den Randzonen des Impakts, eigentlich bäuerlich auf höhem handwerklichem und künstlerischen Niveau (Hallstattzeit, La-Thène-Zeit!), änderten durch diese Katastrophe abrupt ihre Kultur und etablierten einen Kriegerkult mit Menschenopfern zu neuen Gottheiten, an deren Spitze der Kriegs- und Totengott Touto-Tatis (Teutatis = Vater des Stammes, von touta, tuatha oder teut, kelt. "Stamm", Clan, "Volk", genannt auch "Allvater" oder "Herrscher der Welt") stand. Ältere Traditionen verschwanden völlig. Die Opfer für Teutatis wurden ertränkt oder erstickt. Menschen- und Tieropfer (vorher gepfählt oder mit Pfeilen erschossen) zu Ehren Taranis (Gott des Regens, des Donners, des Wetters, des Hmmels und des Krieges) wurden in runden Weidenkörben gepackt und verbrannt. Ersatzweise wurden für Taranis auch erbeutete Menschenschädel gesammelt. Esus war der dritte neue blutige Gott der Gallier/Kelten, ein Gott des Wohlstandes, des Handels und der Wege, dem man auf Bäume genagelte, gehängte oder zerstückelte Mensch- und Tieropfer darbrachte. Diese Bäume waren dann dem Esus geweiht. Die menschlichen Opfer wurden wegen Verfehlungen gegenüber diesem Gott bestraft, waren Kriegsgefangene, ganz selten ausgesuchte Opfer. Der eber- oder stiergestaltige Esus war der Sommer- und Diesseitsgott, der gehörnte hirsch- bzw. widderartige Cernunnos der Gott des Winters und des Jenseits.
 
Bislang konnte man sich wissenschaftlich diesen Gesinnungswandel und Kulturbruch der nördlich des Mittelmeers siedelnden indogermanischen Kelten (von England, Irland, Westspanien bis Türkei) nur schwer erklären. Die anderen antiken Völker spöttelten in ihrer späteren Beschreibung der "barbarischen" Kelten, dass sie immer Angst hätten, "dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte". 
Obwohl es (ab 2000) entsprechende eindeutige Funde, Krater und Glasbildungen am Gestein auf Grund enormer Hitze im Chiemgau gibt, weigern sich einige Wissenschaftler (Historiker und Physiker) dennoch hartnäckig, diese als neuentdeckte Impakt-Beweis anzuerkennen.
 
Vor 15 Mio. Jahren schlug schon mal ein ca. 1 km großer Brocken in der Gegend ein und schuf einen Krater mehrere hundert Meter tief und 25 km im Durchmesser: das Nördlinger Ries.
 
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So stellt man sich den Impakt des marsgroßen Planetoiden mit der Erde vor, 30 Millionen Jahre nach Entstehung der Erde, der zur Entstehung des Mondes (aus der Erdoberfläche herausgeschlagen) führte. (Quelle: Nasa)
 
 
 
 
Wir wissen nicht, wann so ein Brocken wieder bei uns einschlägt – nur, dass es so sein wird.
 
 
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Quellen:
 
http://www.krone.at vom 15.Juni 2006, Rubrik Discover: "Doppel-Asteroid raste an der Erde vorbei"

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