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Die Anderswelt, der tiefe Schlaf und das Jüngste Gericht

Unzweifelhaft hat jede Religion eigene Vorstellungen darüber, wie es nach dem Tode weitergeht. Eines der ältesten ist, dass der Leichnam in der Erde ruht und nicht angetastet werden darf. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird Gott ein Gericht abhalten, und dann blüht den vielen Bösen die Auslöschung und den wenigen ausgewählten Guten und Gerechten ein Leben im Paradies mit Gott; oder zumindest ein neues Leben auf einer paradisischen Erde, in der nun Gott regiert. Eine Art Jenseits bis zur Auferstehung gab es demnach ursprünglich nicht, nur den Tod, ein Eingehen in die Mutter Erde wie ein Samenkorn, das neues Leben erzeugt. Alles Leben wurzelt nach dieser Vorstellung in der Anderswelt, einer Energie- und Geisteswelt in der nichts existiert, aber alle Ideen und Formen geboren werden, die auf Erden durch Mutter Erde, Mutter Natur, manifestiert werden, um dann zu sterben, sich im Schoß der Urmutter aufzulösen und wieder in diese energetische Anderswelt zurückzukehren. Es gab damit ursprünglich keine individualseele, die nach dem Tod weiterlebt, sondern nur Lebensenergie, die verschiedenste Gefäße (Körper) belebt und dann wieder zum Ursprung zurückkehrt, wenn das Gefäß stirbt.

Erst nachdem der Mensch sich von der kollektiven Natureinheit abgekapselt hatte und zu einem selbstverantwortlichen Individuum geworden war, zu einem „Ich bin“, bestand die Notwendigkeit auch eines Jenseits (als Trost). Er wollte seine Persona, seine Erinnerung, seine Individualität auch nach dem Tod behalten. Daher kam erst viel später die Vorstellung eines Gerichts irgendwann am Ende aller Zeit hinzu, mit dem Erwachen nach dem Urteil entweder in einem astralen Himmel oder in einer irdische Unterwelts-Hölle. Der Tod war dann nicht das Ende, sondern nur ein tiefer Schlaf. Und der „Himmel“ befand sich in der Vorstellung zunehmend nicht mehr in der Erde (im Grab) oder in einem Berg, in dem man schlief, sondern hinter den Wolken oder hinter den Sternen. Natürlich wollte jeder in diesen abstrakten Himmel. Unter den Sternen und Göttern reihte man sich als Stern am Firmament ein. Trotzdem wollten menschen dann doch lieber etwas mehr Irdisches, Greifbares, wo man auch seinen Liebsten näher wäre. Einen irdischen Idealzustand, ein Paradies. Mit allen Emotionen und Köroperfunktionen.

Himmel, Hölle und das paradiesische Jenseits

Ein Fährmann brachte die Seele über die jenseitigen (astralen) Wasser des Vergessens in ein Jenseits, dass man sich zu Lebzeiten erst verdienen musste, oder man begann als Seele bei der tiefsten Unterwelt und musste Prüfungen und Beurteilungen bestehen, um die Ebenen hinaufzusteigen, bis man mit etwas Glück als Mensch in ein grünes Paradiesvoller (irdischer) Freuden, in ein Elysium gelangte, und einige wenige wie etwa der König konnten ja weiterhin die Erleuchtung ewigen Lebens im astralen Kreise der Götter und Sterne erleben.. Die Indianer Lateinamerikas unterschieden drei Jenseitsebenen: jene für gefallene Krieger und Könige, jene für Ertrunkene und Frauen die an Kindbett starben, sowie ein eigentlich nicht vorhandenes, wo alle übrigen hinkamen – ihnen blieb nur die Hoffnung, ebenfall wie ein beerdigtes Samenkorn im Kreis des neuen Lebens von der Anderswelt aus neu zu entstehen. Aber ohne Persona, ohne Erinnerung an das vorige Leben. In Scandinavien gelangten die Menschen in das kühle unangenehme Schattenreich der Hel. Nur ausgewählte Krieger und besondere Personen kamen zum Hof entweder des Odin/Wotan oder der Liebesgöttin Freya, um am Ende der Zeit gegen die drohende Vernichtung der Welt und Götter durch Ungeheuer zu kämpfen.

Mysterienschulen, die bis nach Ägypten zurückgehen, unterteilten das Jenseits in mehrere Bereiche: in die Hölle, in der die Verdammten umherirren, bis sie durch Feuer verzehrt und ausgelöscht werden. In eine erdgebundene dunkle Sphäre, in der Schatten und verlorene Seelen ohne Frieden umherirren und auf Erden spuken. In eine Art Fegefeueroder niedriges Paradies, in dem Seelen Fehler einsehen, bereuen und wieder gut machen müssen – kein erfreulicher Ort, und mit Arbeit verbunden. Man hat aber die Chance, nach einer gewissen Zeit doch ins Paradies zu gelangen, das ist ein idyllischer freudvoller heiterer Ort der Muse, so wie man sich in jeder Kultur „den Himmel“ (auf Erden) vorstellt. Und dann gibt es den eigentlichen Himmel voller abstrakter harmonischer Zustände und Musik, der im Grunde für Engelhierarchien gemacht ist, die Gott direkt schauen. Man kann darüber streiten, wieviele himmlische Spären oder Jenseitsebenen es gibt und wieviele höllische Bereiche. Da zählt man in in jeder Kultur anders.

Geisterjäger, Besucher und Orbs

Heute gibt es „Geisterjäger“, die mit ihren Instrumenten hoffen, erdgebundene Geister oder energetisch-geistige Besucher aufzuspüren und sie mit lästigen bis unverschämten Fragen nerven. Das tun sie besonders gerne auf Friedhöfen. Ja liegen die Verstorbenen geistig wirklich dort? Im Tiefschlaf? Können sie wie Zombies körperlich wieder auferstehen, oder wäre das wohl eher ein neuer energetischer Lichtleib, den die Seele bildet? – So wie ich es verstehe, gibt es “ emotionale Anker“, an die sich ein geistiges Wesen orientiert – das kann der eigene Körper im Grab sein (solange er nicht völlig zerfallen ist), Bilder, Briefe, geliebte Gegenstände, geliebte altbekannte Plätze, geliebte Personen oder Orte wo traumatische Vorgänge stattfanden, die noch nicht verarbeitet worden sind. Hier zieht es die Seele für Besuche immer wieder hin – sofern der Geist nicht ohnehin erdgebunden ist. Jedenfalls sind die Anker die Dinge, wo man, mit dem man am ehesten einen (besuchenden) Geist kontaktieren kann. Sollte man aber nicht grundlos. Mache nie ein Portal auf, dass du nicht wieder verschließen kannst!

Normalerweise trennen sich nach dem Tod die Bestandteile, Erde kehrt zur Erde zurück, Energie (Seele, Geist) kehrt in die spirituelle Welt (ins Seelenkollektiv) zurück. Oft lässt sich der Verstorbene 3-5 Tage damit Zeit, besucht die eigene Beerdigung usw. Je nach den eigenen Vorstellungen, Einsichten (Schuld!) und Wesenszügen wird sich auch sein Jenseits ergeben, das heißt düster, erschreckend, anstrengend, schöner oder hell. Davor aber durchläuft man offenbar eine Art Gericht über sich selbst aus der eigenen Erinnerung, und erkennt dabei, was man gelernt hat oder nicht., um dann etwas zu ruhen und sich in die jeweilige Sphäre, die dem entspricht, zu transformieren. Dort in seiner Jenseitsebene angekommen, bleibt man jedenfalls eine Weile, erfüllt Aufgaben, lernt dazu, entwickelt sich in Sphären weiter bis zur höchsten und abstrakten Sphäre. Die Wahrscheinlichkeit, dass man zwischendurch inkarniert wird, um dazuzulernen, ist für mich logisch. In diesem Universum dreht sich eben alles um Evolution.

Mit dem, was man liebt, ist man emotional verbunden, und daher kann man sich auch geistig besuchen. Besucher können somit Seelen sein, aber auch aus einem lebenden Körper projezierte Seelen (als „Out of Body“-Experience (OBE), Astralreise, Remote Viewing und wie immer die Bezeichnungen lauten). Geistige und energetische Wesen können sich mit viel energetischem Aufwand materialisieren, oder halb materialisieren, oder am energieschonendsten ist das in Form einer kleinen Kugel, eines „Orbs“, wie man sie meistens nur auf Fotos und Videos zu sehen bekommt. Energiewesen, Naturwesen ua. können sich auch als Schlieren oder Streifen auf dem Film zeigen. Wesen niedriger Art, Schattenwesen, oder schlechtgesinnte, machen sich durch Energientzug (Raum wird kälter!), Übelkeit, Kopfschmerzen, Druck, ein unangenehmes Gefühl und schlechte Gerüche bemerkbar, erzeugen Angst, Müdigkeit oder Depressionen. Sie schüren Streit, Hass und Angst, da sie sich von den Energien von Emotionen ernähren. Sie sind besitzergreifend und gewalttätig. Positive Wesen hingegen rauben keine Energien und wollen auch niemanden verängstigen. Im Gegenteil. Sie wollen niemanden stören und gehen auch sofort wenn man darum ersucht. Mein Tipp ist auf alle Fälle: wenn man keine spezielle Schule durchlaufen hat, sollte man Kontakte von sich aus vermeiden. Wenn sich wirklich Verstorbene melden wollen, so tun sie das in unseren Träumen, wenn unser Verstand schläft. Man startet ja auch kein Flugzeug, wenn man nicht fliegen kann.

Erdgebundene Seelen

Gott ist das Ideal des absolut Guten, Schönen, des Lebens, der Weisheit, der Liebe. Wer sich von seinem Gewissen und seiner Seele absichtlich abschneidet und dem dunklen Pfad folgt, schneidet sich selbst vom ewigen Leben ab und fällt in die absolute Lichtlosigkeit, um als Energie reycyled zu werden, verliert somit sein Ich, seine Persona, die erlischt. Man wird quasi „aus dem Buch des Lebens gestrichen“, wo eigentlich Gelerntes stehen sollte – nur ist da nichts. Man hat sich durch sein Tun selbst ausradiert. Man ist die Summe dessen, was man an Gutem in seinen Inkarnationen gelernt hat. Dies macht einen erst aus, macht einen zum „Ich“, und je mehr das ist, umso eher kann man sich auch an seine Vorleben und Nebenleben erinnern. Eine Auslöschung kommt zum Glück selten vor, weil doch in fast allen Menschen irgendwo noch etwas Gutes zu finden ist.

Es gibt Energien, Geister und Seelen, die sich weigern, nach ihrem Ende die Erde zu verlassen und hinüberzugehen. Sie glauben, etwas unbedingt noch erledigen zu müssen, müssen noch ein Trauma aufarbeiten (z.B. einen schrecklichen Tod), sind verwirrt und wissen gar nicht dass sie tot sind. Die geistern noch auf Erden eine zeitlang weiter umher. Besonders tragisch sind die, die genau wissen dass sie Schuld auf sich geladen haben und es nicht wagen, ins Jenseits zu gehen, weil sie Angst vor einer Strafe Gottes haben. Man nennt solche „erdgebundenen Seelen“. Sie hören mitunter nicht auf, andere (Geister und Lebende) zu schikanieren, zerren von deren Emotionen und Energien, laden immer mehr Schuld auf sich und entarten (z.B. zu einem Dämon), bis sie irgendwann verrückt werden und völlig in die Dunkelheit (und damit Auslöschung) fallen. Wenn es soweit mit ihnen gekommen ist, ist ihnen nicht mehr zu helfen. Man muss keine Angst vor „Strafen“ haben, die es nicht gibt, denn Gott ist die Liebe. Gott versteht uns durch und durch. Man muss allerdings den karmischen Mist selbst auslöffeln, denn man selbst verursacht hat. Der erste Schritt dazu ist Einsicht und Reue. Das ,man „Lernen“.

Mehrdimensionales Universum, Multiversen

Machen wir uns nichts vor, unser Universum besteht aus mindestens 13-40 Dimensionen, und darin leben Existenzen, die mehr Dimensionen bereisen können und verstehen als wir selbst. Die jenseitigen Sphären könnten durchaus auch Dimensionen sein. Die meisten Menschen kennen drei Dimensionen, die lineare Zeit und die Null. Ein paar mehr kann man mathematisch errechnen. Ein Vergleich: nur höhere Tierarten können sich in einem Spiegel selbst erkennen, und dabei durchaus nicht alle Individuen der Spezies. Die anderen stehen davor und sehen hinein, aber was immer sie sehen, sich selbst erkennen sie nicht. Ein paar mehr erkennen wenigstens ein Gegenüber. Wenn Menschen mit anderen Dimensionen zu tun haben, so sehen sie genauso hin, aber sehen sie nicht und erkennen nicht. Sie erschrecken, wenn Dinge plötzlich aus dem Nichts auftauchen und wieder verschwinden. Wie sagte schon Goethe: „Wäre nicht das Auge sonnenhaft, die Sonn‘ würd‘ es nie sehen!“ Die Fähigkeit, mehrdimensional zu denken, und in mehreren (zeitlich und örtlich verschiedenlich inkarnierten) Individuen, ist etwas, was wir noch entwickeln müssen.

Vor der Manifestation – die nur in unserem Kopf, in unserem Bewusstsein geschieht – steht die Idee, Wahrscheinlichkeiten dazu und die Energie, die aufgewendet werden muss. Vor jeder Manifation hat jede Wahrscheinlichkeit das Potenzial, sich zu manifestieren. Man stelle sich eine Speisekarte vor, mit vielen Gerichten, und in diesem Universum bestelle ich mir ein bestimmtes. Sogleich entstehen andere mögliche sich manifestierende oder doch nicht manifestierende Universen mit anderen bestellten Gerichten. Das Universum entscheidet sich ökonomisch für das mit dem geringsten Aufwand und der größten Wahrscheinlichkeit. Doch nicht immer, denn da ich das weiß, könnte ich mehr Willensenergie und Arbeit einsetzen und auf meine andere Entscheidung beharren. Die Wahrscheinlichkeiten könnten sich zwar manifestieren, doch mitunterschiedlichem Energieaufwand, um das Ziel zu erreichen. Und das Ziel wird bereits mit der Idee definiert. Damit reduziert sich die Zahl der Paralleluniversen erheblich. Und doch leben wir in einem Multiversum, in der die einzelnen Universen dicht an dicht nebeneinander liegen wie Bonbons in einer Tüte, Pralinen in einer Schachtel oder Eiswürfel in einer Bowle. Und wo sie sich berühren, dort gibt es auch gegenseitige Besucher. Von einem bestimmten Punkt aus, aber noch innerhalb der alles verbindenden äußeren Verpackung, kann man die Lichtperlen von außen betrachten. Wie Galaxien in einem Haufen.

Klimaveränderung, Kriege und westliche Hegemonie

Über die Ursachen der Armut in Afrika, Asien und Lateinamerika kann man Länge mal Breite philosophieren, was den Platz hier sprengt. Klimaveränderung mit Dürren und Missernten, Zerstörung der Umwelt, ständige Bürgerkriege und aberwitzige Ideologien und Religionen fördern in  keinster Weise einen Wohlstand. Natürlich ist die Kolonialzeit mit schuld, die moderne Medizin, die Sklavenschiffe der Weißen, der neoliberale Finanzkolonialismus, die militärische und politische Hegemonie der Großmächte… Aber profitiert von der Ausbeutung seit 18. Jhd. haben vor allem internationale Finanzeliten, und nicht der einfache Bürger in Nordamerika und Europa! Welche „Schuld“ hat also der an den dortigen Zuständen?

 

Geographische und soziologische Ursachen

Selbstverständlich ist auch das jeweilige „biologische/geologische/klimatische Habitat“ mit schuld daran, wie die Menschen (Völker) sich vorstellungsmäßig, kulturell und technisch entwickeln können, sich sozialisieren. Es ist ein Unterschied, ob man in einem Land mit monatelangem Schnee, im Regenwald, in einer Region mit Bodenschätzen oder in einer Wüste lebt. Menschen passen sich den Begebenheiten an, und man kann ohne Bodenschätze keinen Bergbau betreiben, und die Anfänge der maschinellen Revolution würden in so einem Gebiet wohl kaum stattfinden. Ohne Winter, Dürren und Missernten und mit einer Umwelt, in der die Früchte einem vom Baum in den Schoß fallen, wer würde da schon Vorräte anlegen, Kanäle anlegen und sich freiwillig abschuften? Wozu lernen, wozu mehr leisten als erforderlich? Die Notwendigkeit führt, gemeinsam mit den vorgegebenen Bedingungen, zum Nachdenken darüber, wie man seine Situation verbessern könnte. Zum Beispiel durch Wissensanwendung, Fleiß und Sparen. Ohne Leute, die das Ersparte investieren, willige ausgebildete Facharbeiter und Regierende, die die Wirtschaft, das Bankwesen und die Bildung förderten (und damit wohl ihre eigene gesellschaftliche Schicht), hätten keine Großprojekte (Straßen, Speicher, Wasserkanäle, Eisenbahnen, Stromanlagen, Großfabriken…) gebaut werden können.  Ohne günstige Bedingungen und intelligente Regierungen – keine Kultur. Ohne Bildung, Sozialsystem und Gesundheit keine geeignete willige Arbeitskräfte, kein sich aufbauender Wohlstand und keine freie Gesellschaft. Eins führt eben zum anderen, und fehlt nur irgendeine Grundvoraussetzung, nimmt die Entwicklung in der Region einfach einen anderen Lauf. Oder die Völker in der Region verlieren in ihrer Entwicklung den „Anschluss“, stagnieren, fallen kulturell zurück.

 

Ist das wirklich eine „Rassenfrage“?

Würden UNSERE früheren Vorfahren nun unten in Afrika gelebt haben und deren Vorfahren hier bei uns, wären eben WIR die dunkelhäutigen Afrikaner und SIE die hellhäutigen Europäer, und alle würden dennoch entsprechend ihrer Sozialisation und ihres Umfeldes leben. Denn wir sind alle genetisch dieselben Menschen der Art „Homo Sapiens Sapiens“, unterschieden nur im Aussehen und in der Sozialisation. Ich behaupte mal einfach – die würden sich im umgekehrtem Fall genauso aufführen wie wir.

 

Die europäische Armut im 18. und 19. Jahrhundert

Außerdem fehlt ein wichtiges historisches Kapitel meistens im Schulunterricht: die Besprechung der  grenzenlosen Armut der gesamten europäischen Bevölkerung (ausgenommen Großbürgertum und Adel!) ab Mitte 18.Jhd., verursacht nicht nur durch Missernten und lange Kriege. Dass die Französische Revolution (1789-1799) als Hungerrevolte in Paris ausbrach, wird kaum richtig realisiert. Das Bürgertum – damals noch als Unterschicht, Bildungsbürger und Mittelschicht sowie als reiche bürgerliche Oberschicht in den Forderungen um mehr Mitsprache geeint, hatte genug. Doch kaum hatte sich die Macht im Land gedreht, ging das Großbürgertum, unterstützt von Teilen der Bildungsbürger, wieder eigene Wege, drängten sich dominierend an die Macht und in die entstehenden Parlamente, und alle Versprechungen um auch soziale Veränderungen wurden vergessen. Die große Masse der Kleinbauern, Kleinbürger und Unterschichten blieb unberücksichtigt, und sie wurde zahlenmäßig immer mehr! Schon damals versuchte man durch gesetzliche Ehebeschränkungen die Unterschichten, Knechte und Mägde von Heirat und Kinderkriegen abzuhalten, weil die Leute ihre Kinder nicht ernähren konnten. Je später eine gutbürgerliche Frau heiratete, desto weniger Kinder bekam sie (und hatte mehr Chancen, die Geburt zu überleben). Die Unterschichtsfamilien bekamen hingegen bis zu 12 Kinder!

Die beschlossene „Bauernbefreiung“ von ihren adeligen Herren und die „Zunftbefreiung“ der Gewerbe in den europäischen Ländern, sowie die maschinelle Revolution (18./19.Jhd.) führte zur Massenarmut und Massenarbeitslosigkeit. Der freie Bauer hatte meistens nur das Recht, das Land vom adeligen Landbesitzer zurückzukaufen, und viele schafften es nicht, die Kredite dafür zu bezahlen. So viel das Land an den Adel zurück oder wurde an neue Großgrundbesitzer verkauft. Die Zünfte hatten eine zunftinterne Absicherung, bei der die Zunftmitglieder gegen Schicksalsschläge versichert waren, das ersatzlos nun wegfiel. Die vielen mittellosen Gesellen versuchten sich damals als zunftlose Meister selbständig zu machen, scheiterten meistens nach einigen Jahren weil kein Kapital. Althergebrachte Berufe fielen weg, weil die Arbeit durch Massenproduktion und Maschinen ersetzt wurden. Die Zunftbefreiung und die technische Revolution nutzte somit vor allem den neuen Fabriksbesitzern aus der Oberschicht.

 

„Arbeit macht frei“, denn Arme sind naturgemäß faul und kriminell?

Wer alt, behindert und krank war, konnte sich auch nicht mehr an die Katholische Kirche mehr wenden, da diese vielfach von den Regierungen enteignet worden war (1803). Die Kirche hatte früher diese Einkünfte für die Versorgung von Armen, Kranken, Witwen und Waisen sowie Schulen verwendet. Neben der Schulbildung sollte der Staat auch die Armenpflege und Krankenversorgung übernehmen, was er aber kaum tat. Die Tendenz, den Armen selbst die Schuld an ihrem Schicksal zu geben, machte sich vor allem in den protestantischen Ländern breit, denn laut Calvin bestraft Gott die Gottlosen und Faulen bereits in diesem Leben – durch ihnen vorherbestimmte Armut. Und hatte nicht bereits Martin Luther gegen die „aufrührerischen Bauern“, „die Juden“ und gegen die Rechte einfordernden gottlosen, sittenlosen und daher mittellosen Mob losgewettert? Allein gelassen und völlig verarmt, starben die Menschen in Massen verhungert auf den Straßen, während ein J.W. Goethe (Groß- und Bildungsbürger, und nur die diktierten die damalige Literatur und Zeitungen) den „Faust“ (1797, 1832), die „Iphigenie“ (1779), und „Der West-östliche Diwan“ 1819, 1827) dichtete. Im Gegenteil, man echauffierte sich als Gesellschaft über die vielen schmutzigen zerlumpten Obdachlosen und Toten auf der Straße vor seinem großbürgerlichen Anwesen.

Erst 80 – 90 Jahre später griff der Realismus dieses Thema (z.B. G. Hauptmann, „Die Weber“, 1892) sehr zögerlich auf. Die Märchen „Sternthaler“, „Hänsel und Gretl“, „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ usw. geben da schon eher ein Bild, wie es in Europa damals war – nämlich so wie in diversen afrikanischen und lateinamerikanischen oder asiatischen Gegenden heute. 80-90% der Europäer lebten als Kleinbauern, Dienstboten, Gesellen, Prostituierte, Behinderte oder Kriminelle sehr erbärmlich, rechtlos und im Dreck. Total verarmte Mittellose, Behinderte und chronisch Kranke, Frauen und auch Kinder landeten im (staatlichen bzw. von den Gemeinden betriebenen) Armenhaus und mussten unter Prügel Zwangsarbeit für andere dort leisten. Motto der reichen Großbürger: wer arm ist, ist automatisch faul, unwillig und ein krimineller Gauner, und muss zur Zucht und Ordnung erzogen werden!

Die kollektive Angst des Westens vor Überfremdung und Besitzverlust

Und all das, während die Reichen und der Adel die Kolonien auf der Welt ausbeuteten, zum Teil blutig und sehr grausam… Und die armen Europäer dorthin auswanderten, auf Kosten der Leben und des Landes der verdrängten Einheimischen, versteht sich. Und bis heute bringt die Wanderung der unwillkommen Armen in neue Länder, getrieben durch die Hoffnung auf ein besseres Leben, für die ansässige Bevölkerung nicht wirklich Freude – sondern eher Angst, dass sie das Wenige verlieren, was die Vorfahren übermehrere Generationen für sie aufgebaut haben. Und mit den Neuen auch deren ganzes Elend und inkompatible Sozialisation und Kultur mitimportiert werden.

Sufis und Derwische

Die ersten Sufis (=Derwische) soll es nach muslimischer Überlieferung schon zu Lebzeiten des Pro­pheten Mohammed im 7. Jahrhundert gegeben haben. Sie sollen oft als einzelne Asketen und Aske­tinnen gelebt haben, mit dem Zentrum im heutigen Irak. Im 9. Jhd., in der Gegend von Persien und Türkei, entwickelte sich die Lehre hin zum poetischen frommen Lobpreis Gottes und der Suche nach intuitiver Gotteserkenntnis (Ma’rifa). Ziele waren die innere Liebe, die Vereinigung mit Gott und die Übergabe des individuellen Willens an den Willen Gottes. Der Perser al-Ghazālī (1058 -1111), der be­reits in Konflikt mit dem orthodoxen Islam kam, lehnte eine starre Dogmatik ab und lehrte den Weg zu einem Gottesbewusstsein, das aus dem Herzen entspringt. Der Lehre al-Ghazālīs gemäß besitzen die Menschen in ihrer Brust ein „feinstoffliches Herz“, das in der Welt der Engel beheimatet ist, und an dem man arbeiten muss, da es dem Menschen den Weg zurück ins Paradies weist.

Aus: Wikipedia: Die ersten Sufi-Ordensgemeinschaften (Tariqa) entstanden im 12. Jhd., heute vor al­lem verbreitet in Marokko, Mauretanien und Mali. Das Wort Sufi hat mehrere mögliche Herkünfte: vielleicht von arabisch ṣūf  = „Schurwolle“, das auf die wollenen Gewänder der Sufis hinweist; oder von ṣafā = „rein sein“ von Unwissenheit. Gemeint sind  Unwissenheit, Unkenntnis, Aberglauben, Dog­matismus, Egoismus und Fanatismus sowie frei von Beschränkungen durch die soziale Schicht, politi­sche Überzeugung, Rasse oder Nation. Andere, vor allem westliche Vertreter eines „universellen Su­fismus“, brachten das Wort Sufi (auch als Sofi als Bezeichnung für einen Weisen, der sich in’s An­schauen des Göttlichen versenkt, geschrieben) mit dem griechischen Wort sophia („Weisheit“) oder mit dem hebräischen Wort aus der Kabbala En Sof („es hat kein Ende“) in Verbindung. Die Jüdische Enzyklopädie (Bd. XI, S. 579 ff.) betrachtet die Kabbala und die Chassidim, die jüdischen Mystiker, als aus dem Sufismus entstanden, bzw. als mit ihm identische Tradition.

Klassische sufische Autoren wie al-Kalābādhī (gestorben zwischen 990 und 995) haben die Sufis au­ßerdem zu den sogenannten Ahl as-Suffa („Leute des Schattendachs“) in Beziehung gesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Personen, die sich zu Lebzeiten Mohammeds in Medina um ihn scharten und in erzwungener oder freiwilliger Armut lebten. Al-Kalābādhī vertrat die Auffassung, dass ein Sufi jemand sei, der den Ahl as-Suffa von seinem Charakter ähnele. Es wird außerdem be­hauptet, dass das Wort Sufismus auf die Leute der ersten (Gebets-)Reihe (ṣaff-i avval) hindeuten kann.

Vor allem in der Zeit unseres Mittelalters wurde der Sufismus als bedeutendster Teil des Islam ver­standen, und breitete sich von Indien, Zentral- und Südasien über Anatolien (Türkei), Irak, den Balkan bis Libyen, Sudannach Senegal aus, und zwischen 13. und dem 16. Jhd. entstanden vielerorts Zentren oder „Logen“ (zawiya, khanqah, or tekke) mit Schulen mit angeschlossenen Unterkünften, Küchen, Bibliotheken – auch für ärmere Schüler. Erst im 20. Jhd. gerieten die traditionellen Rituale und Dokt­rinen unter massiver Kritik – entweder durch Islamische Reformer, oder durch Nationalisten. Sie wur­den verdrängt, die Logen geschlossen oder gar verboten. Mitunter verschmolzen ihre sufischen Vor­stellungen, gemeinsam mit türkischen und persischen Vorstellungen, mit denen der Aleviten (z.B. in Zypern, Griechenland, Albanien, Bulgarien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Kosowo, und neuer­dings auch in den USA.) In Afrika finden wir Sufis in Ägypten, Tunesien, Algerien, Marokko und Sene­gal.

In der englischen Wikipedia finden wir ergänzende Erläuterungen wie folgt: „Historically, Sufis have often belonged to different ṭuruq or „orders“ – congregations formed around a grand master referred to as a wali who traces a direct chain of successive teachers back to the Islamic prophet, Muhammad. These orders meet for spiritual sessions (majalis) in meeting places known as zawiyas, khanqahs or tekke. They strive for ihsan (perfection of worship), as detailed in a hadith: „Ihsan is to worship Allah as if you see Him; if you can’t see Him, surely He sees you.“ Sufis regard Muhammad as al-Insān al-Kāmil, the primary perfect man who exemplifies the morality of God, and see him as their leader and prime spiritual guide.

All Sufi orders trace most of their original precepts from Muhammad through his cousin and son-in-law Ali, with the notable exception of one. Although the overwhelming majority of Sufis, both pre-mo­dern and modern, were and are adherents of Sunni Islam, there also developed certain strands of Sufi practice within the ambit of Shia Islam during the late medieval period, particularly after the forced conversion of Iran from majority Sunni to Shia:“(…)

„Sufis believe that by giving bayʿah (pledging allegiance) to a legitimate Sufi shaykh, one is pledging allegiance to Muhammad; therefore, a spiritual connection between the seeker and Muhammad is established. It is through Muhammad that Sufis aim to learn about, understand and connect with God. Ali is regarded as one of the major figures amongst the Sahaba who have directly pledged allegi­ance to Muhammad, and Sufis maintain that through Ali, knowledge about Muhammad and a connection with Muhammad may be attained. Such a concept may be understood by the hadith, which Sufis regard to be authentic, in which Muhammad said, „I am the city of knowledge and Ali is its gate“

Übersetzen wir zusammengefasst: die Sufis [arabisch auch: tasawwuf, in der Bedeutung von: „ein Sufi werden“] unterteilen sich in Orden, die sich um einen Großmeister sammelten, der in direkter Blutline auf erfolgreiche frühere Lehrer bis zu Mohammed zurückreichen. Diese Ordensmitglieder treffen sich regelmäßig zur Gottesverehrung. Mohammed wird als vorzüglicher herausragender Mann angesehen, ihr Anführer und spiritueller eigentlicher Lehrer ist und der beispielhaft die Güte und Größe Gottes widerspiegelt.

Alle Sufi-Orden führen ihre Lehren auf Mohammed und seinen Cousin und Schwiegersohn Ali zurück, obwohl die große Mehrheit von ihnen Sunniten sind. Neben Sufi-Praktiken gibt es auch schiitische Einflüsse, vermutlich aus dem Mittelalter stammend, als Iran zum Übertritt von den Sunni zur Schia gezwungen worden war.“

Sufis glauben, wenn jemand einen Scheich (= Lehrer) um Unterweisung bittet, er sich auch durch ihn an Mohammed wendet, und eine geistige Verbindung wird hergestellt. Durch Mohammed wird der Sufi belehrt und mit Gott verbunden. Ali als Schüler des Propheten wird als Hauptfigur und Beispiel solcher Verbindung gesehen, wie es aus den als authentisch betrachteten Hadithen hervorgeht, in denen Mohammed sagt: „Ich bin die Stätte des Wissens und Ali ist das Tor.“

Vor allem in der Zeit unseres Mittelalters wurde der Sufismus als bedeutendster Teil des Islam ver­standen, und breitete sich von Indien, Zentral- und Südasien über Anatolien (Türkei), Irak, den Balkan bis Libyen, Sudannach Senegal aus, und zwischen 13. und dem 16. Jhd. entstanden vielerorts Zentren oder „Logen“ (zawiya, khanqah, or tekke) mit Schulen mit angeschlossenen Unterkünften, Küchen, Bibliotheken – auch für ärmere Schüler. Die Namen der verschiedenen Orden leiten sich in der Regel von ihren Gründern ab, und sie haben auch eigene Embleme und Symbole.

Erst im 20. Jhd. gerieten die traditionellen Rituale und Doktrinen unter massiver Kritik – entweder durch Islamische Reformer, oder durch Nationalisten. Sie wurden verdrängt, die Logen geschlossen oder gar verboten. Mitunter verschmolzen ihre sufischen Vorstellungen, gemeinsam mit türkischen und persischen Vorstellungen, mit den der Aleviten (z.B. in Zypern, Griechenland, Albanien, Bulga­rien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Kosowo, und neuerdings auch in den USA.) In Afrika finden wir Sufis in Ägypten, Tunesien, Algerien, Marokko und Senegal.

 

Glaubensvorstellungen und Mystik

Das Streben eines Sufis gilt der Transzendenz, d.h. der Loslösung von Besitz, von sinnlicher Wahrneh­mung, individuellen Eigenschaften, vom eigenen Ego und die Auflösung in das eine, göttliche Prinzip. Damit ist das oberste Ziel der Sufis, Gott in diesem Leben so nahe zu kommen wie möglich und dabei die eigenen Wünsche zurückzulassen. Die transzendente Wahrheit muss erfahren werden, nicht nur intellektuell erfasst und verstanden werden. Dabei wird Gott oder die Wahrheit als „der Geliebte“ erfahren. Der Kern des Sufismus ist demnach die innere Beziehung zwischen dem „Liebenden“ (Sufi) und dem „Geliebten“ (Gott). Niedere Triebe und das Ego sollen in positive Eigenschaften und eine reine Seele verwandelt werden. Diese letzte Stufe, die mystische Gotteserfahrung als Zustand des Einsseins mit Gott (tauhid) als „unio mystica“,  bleibt jedoch ausschließlich den Propheten und den vollkommensten Heiligen vorbehalten. Über das eigene, gereinigte Selbst wird ein Weg in das unbe­wusste der Seele gesucht und von dort ein Tor zur Ebene des Göttlichen. Während die traditionellen Muslime auf ein Leben nach dem Tod und dem Jüngsten Gericht im Paradies hoffen, versuchen die Sufis die göttliche Präsenz bereits zu Lebzeiten zu erfahren, und damit in den vorirdischen, vorschöp­ferischen Zustand „fitra“ zu gelangen, dem Zustand der Reinheit und Unschuld.

Der Begriff Sufismus wurde 1821 in Deutschland geprägt. Ein Sufi bezeichnet sich selbst in der Regel nicht als solcher, vielmehr verwenden Sufis für sich Bezeichnungen wie „Menschen der Wahrheit“, „Meister“, die „Nahen“, „Suchende“, „Schüler“ oder „Reisende“. In der Regel lehnen sich die ver­schiedenen Sufi-Orden entweder an die sunnitische oder schiitische Lehre an, oder an beide an oder betrachten sich als eigene islamische Richtung. Die Vertreter eines „universellen Sufismus“ oder „pantheistischen Neo-Sufismus“ meinen, dass die Zugehörigkeit zum Islam keine Bedingung für den Sufi ist. Nach Meinung der Anhänger des universellen Sufismus existiert diese Form der Mystik aber schon seit Bestehen der Menschheit, damit schon länger als der geschichtliche Islam. In frühislami­schen Zeit lehnten einige Sufis ohnehin die Schari’a als Einengung des wahren Glaubens ab. Daher konnten auch westliche nicht-islamische Sufi-Ableger entstehen. Heute werden Sufis z.B. in Iran, Pa­kistan und Saudi-Arabien verfolgt. Islam-Fanatiker verübten Attentate und Selbstmordanschläge auf Sufis und deren Einrichtungen und heiligen Schreine. Die Wahabiten in Saudi-Arabien, die sogar die Gräber von Mohammed und dessen Verwandte und Anhänger zerstören ließen, verdammen Musik und Tanz und betrachten Sufis als gotteslästerliche Ketzer. – Die Derwische selbst sehen hingegen im „Dschihad“ allein den  Kampf eines jeden Einzelnen um sein eigenes Seelenheil und keine Aufforde­rung zum Krieg.

Der Begriff „Derwisch“ (darwīsch) leitet sich vom persischen Wort dar = Tor, Tür ab. Der von Persien bis Indien bunt gekleidete Derwisch wandert gewissermaßen über die Schwelle zwischen diesseitiger irdischer Welt und jenseitig göttlicher Welt hin und her. Der persische Begriff steht allerdings auch für „Bettler“, der von Tür zu Tür wandert. Oder auch für einen asketischen Mönch, Zauberer, Magier oder Fakir. In Ägypten oder in der Türkei arbeiten Derwische (Kadiri) oft z.B. als Fischer. Die uns be­kannten tanzenden Derwische in der Türkei sind dem Mevlevi-Orden zugehörig. Meist tragen typi­sche Derwische eine spitze Kappe (oder turmartigen Hut) und eine umgehängte Bettlertasche. Die Bektaschi, eine andere Gruppe (eng mit den Aleviten verwandt) konsumieren beim rituellen Mahl (sofra = „Tisch“) bei Zusammenkünften zu Salz und Brot auch Alkohol (Wein) und es gibt dabei keine Geschlechtertrennung. – Kann man sie wirklich zu den Muslimen zählen?

Auf seinem Weg durchwandert der Sufi oder Derwisch geistig folgende Stationen:

  1. Schari‘a („islamisches Gesetz“)
  2. Tariqa („der mystische Weg“)
  3. Haqīqa („Wahrheit“)
  4. Ma’rifa („Erkenntnis“)

(Bei den Aleviten kommt Ma’rifa vor Haqiqa, da das Göttliche die „einzige Wahrheit“ ist.) Das religi­öse irdische Gesetz Scharia regelt die individuellen Rechte zwischen den Menschen: „dein und mein“. Tariqa meint hingegen, wie etwa bei Derwischen oder in den Orden vorgesehen, jeden geschwister­lich und mit Liebe zu behandeln, und Freude wie Eigentum miteinander zu teilen: „meins ist deins und deins ist meins“. Fortgeschrittene Sufis der Stufe Haqiqa erkennen, das alle Dinge von Gott kom­men, wir gar nichts besitzen, sondern bestenfalls verwalten: „weder meins noch deins“. Auf dem Ni­veau der Erkenntnis (Ma’rifa) gibt es „kein ich und kein du“. Der einzelne erkennt, dass nichts und niemand von Gott getrennt ist. Dies ist das oberste Ziel des Sufismus.

 

Die Rose und die Liebe

Der Sufismus gebraucht oft das Symbol der Rose: die Dornen stehen für die Scharia, der Stängel für die Tariqa (der Weg), die Blüte für die Haquqa (Wahrheit) und der Duft für Ma’rifa, die Erkenntnis. „Hierbei lässt sich folgende Sichtweise der Sufis erkennen: Die Dornen schützen den Stängel, ohne sie könnte die Rose leicht von Tieren angegriffen werden. Ohne den Stängel haben die Dornen allein aber keinerlei Bedeutung; es ist deutlich zu sehen, dass die Sufis Schari’a und Tariqa unbedingt als zusam­mengehörig betrachten. Der Stängel ohne Blüte wäre nutzlos, und auch eine Blüte ohne Duft hätte keinen Zweck. Der Duft alleine ohne die Rose hätte aber ebenfalls keine Möglichkeit zu existieren.“

Der Mittelpunkt der echten sufistischen Lehre ist die Liebe (arabisch hubb, ‚ischq, mahabba), die im­mer im Sinne von „Hinwendung (zu Gott)“ zu verstehen ist. Die Sufis glauben, dass sich die Liebe in der Projektion der göttlichen Essenz auf das Universum ausdrückt. Dies lässt sich oftmals in den „be­rauschten“ Gedichten vieler islamischer Mystiker erkennen, die die Einheit mit Gott und die Gottes­liebe besingen. In der Symbolik des Sufismus steht der Wein für die Liebe Gottes, der Sheikh für den Mundschenk und der Derwisch für das Glas, das mit der Liebe gefüllt wird, um zu den Menschen ge­tragen zu werden.

Die Sufis glauben, dass Gott in jeden Menschen einen göttlichen Funken gelegt hat, der im tiefsten Herzen verborgen ist. Gleichzeitig wird dieser Funke durch die Liebe (Hinwendung) zu allem, was nicht Gott ist, verschleiert, genauso wie durch die Aufmerksamkeit gegenüber den Banalitäten der (materiellen) Welt, sowie durch Achtlosigkeit und Vergesslichkeit.

Der Perser al-Ghazālī (Abū Hāmid Muhammad ibn Muhammad al-Ghazālī, 1055-1111) bezeichnet die Liebe zu Gott als das eigentliche Endziel der Stationen auf dem Weg zu Gott. Als ihn selbst die Familie ablenkte und finanzielle Dinge plagten, fand er keine Ruhe und Stille, und die Weisheit war ihm ver­hüllt. Erst später konnte er dies ändern. Er sagt daher, dass nur Gott allein der Liebe (und Hinwen­dung) würdig ist; die Liebe zu Muhammad nennt er lobenswert, weil sie nichts anderes ist, als die Liebe zu Gott. Die Liebe zu den Gottesgelehrten und Frommen ist ebenfalls lobenswert, denn „man liebt diejenigen, die den Geliebten lieben“. Isa bin Maryam (Jesus, Sohn der Maria) wird im Islam oh­nehin als der „Prophet der Liebe“ gesehen. Die Liebe zu Gott ist das einzige, was wirklich zählt (und zählen sollte). Auch nicht Vorstellungen von göttlichen Strafen oder Belohnungen. – Man sah, wie man erzählt, die Mystikerin Rābiʿa al-ʿAdawiyya al-Qaisiyya (gestorben 801) in den Straßen von Basra, mit einem Eimer in der einen Hand und einer Fackel in der anderen. Gefragt, was das bedeute, ant­wortete sie: „Ich will Wasser in die Hölle gießen und Feuer ans Paradies legen, damit diese beiden Schleier verschwinden und niemand mehr Gott aus Furcht vor der Hölle oder in Hoffnung aufs Para­dies anbete, sondern einzig und allein aus Liebe zu Ihm.“

Einer der wichtigsten Vertreter des Sufismus war Muhyiddin Muhammad b. ‚Ali Ibn ‚Arabi (1165-1240) aus Murcia in Andalusien. Ibn ‚Arab war ein Lehrer, Philosoph, Mystiker und Poet. Von seinen 800 Schriften sind noch 100 erhalten, vor allem widmete er sich der Kosmologie, der Einheit in aller Schöpfung und der göttlichen Vereinigung. Er sagte selbst, seine Schriften wären von Gott isnpiriert.

 

Versammlungen und Meditation

Die spirituellen wöchentlichen Versammlungen, zu denen Sufis sich im Kreis sitzend oder stehend treffen,  mit Gebeten, Meditation, Musik, gewissen rituelle Körperbewegungen und Atemübungen, werden von einem Lehrer (Scheich oder Murschid) geleitet. Das waren ursprünglich vorbildliche, an­gesehene spirituelle Autoritäten. Das wurde später verdrängt durch die „Blutlinie als Erbe des Pro­pheten Mohammed“ verdrängt, die mehr und mehr Gewicht gewann. Der Scheich wurde nur noch als Vermittler und Fürsprecher betrachtet. Die unterrichtenden Sheiks erzählten und erzählen den Derwischen bei den Versammlungen Lehrgeschichten mit tiefgründigen Bedeutungen. Es soll dabei nicht (nur) die Verstandesebene angesprochen werden, denn die Sufi-Lehre besteht nicht nur aus der Theorie, sondern vielmehr aus dem inneren Begreifen und dem praktischen Handeln. Analog dazu sagen sie, dass es zwar viele Bücher über den Sufismus gibt; den Sufismus in den Büchern zu finden sei aber unmöglich. Analog dazu betrachten die Sufis einen Religionsgelehrten, der sein Wissen nicht praktiziert, als einen Esel, der eine schwere Last an Büchern trägt, die ihm aber nichts nützen, weil er schließlich nichts damit anfangen kann.

Durch tägliche Meditationen (dhikr) und geistige Übungen (chalwa) wollen Sufis Gott nahe kommen. (Dies wird im orthodoxen Islam sehr kritisch gesehen oder gar als Ketzerei und Gotteslästerung ver­dammt. Wer es unter strenggläubigen Muslimen wagt, zu behaupten, er hätte – oder sei – die „Wahrheit“, also Gott, wurde und wird öffentlich hingerichtet.) – Einen persönlichen Lehrer zu fin­den, ist für die eigene Entwicklung hilfreich. Es wird erwartet, vor allem in gewissen Orden, dass die Schüler ihrem Lehrer, lange Zeit dienen, selbst über den Unterricht hinaus. Zur Meditation rezitieren Sufis bestimmte Stellen aus dem Koran oder wiederhole göttliche Attributen (z.B. die 99 Beinamen Gottes). Denn die göttlichen Namen und Attribute sind über die gesamte Welt verteilt, und IN ihr. – Ein weiteres Mittel, um sich durch Dhikr weiter zu entwickeln, ist die Musik, die meist gesungen die Namen Gottes rezitiert, oder die Liebe zu Gott und zu Mohammed besingt. Kommen Sufis einem me­ditativen „unbewusst kreisenden, schaukelnden“ Zustand nahe, geraten sie mitunter in Trance. Ei­nige Sufigemeinschaften verletzen sich in Trance absichtlich, indem sie Wangen und Körperteile durchstechen, um ihr völliges Vertrauen in Gott unter Beweis zu stellen. Mevlevi-Derwische aus der Türkei (z.B.) drehen sich während der Meditation (dhikr bzw. Tanz, sema) um die eigene Achse, um in Trance zu geraten. Die Meditation als Mittel zur Vervollkommnung wird so geschätzt, dass man auch mitten in weltlichen Belangen immer wieder kurz innehalten und meditieren und beten solle. Eigent­lich soll das gesamte irdische Leben zu einem Gebet werden.

 

Der Sündenfall – Naqshbandiyya und Cemaat

In der Türkei war die AKP unter Recep Tayyip Erdogan ursprünglich eng mit der Fethullah-Gülen-Be­wegung verbunden, die er heute (nach 2015) als extremistisch, staatsfeindlich und terroristisch be­trachtet. Gülen, der neben 60 Bücher noch Essays und Gedichte schrieb, war ein Anhänger des Kur­den Said Nursi (1876-1960), der ein philosophisch-religiöser Wegbereiter des Islamismus als Antwort auf atheistischen Materialismus und Marxismus war. Gülen war ein erzkonservativer neoliberal ge­sinnter Prediger, der hunderte Privatschulen bis in die ehemals sowjetischen Turkstaaten, Pakistan und Malaysia gründete. Sein Einfluss existiert auch in Bosnien-Herzegowina, Kosowo, Albanien – auch in Deutschland. Außerdem gründete Gülen  zahlreiche Bildungsvereine, Radio- und TV-Sender, Zeitungen, Wohnheime, Gewerkschaften, Versicherungen, Unternehmungen und sogar zwei Kran­kenhäuser. Sein Netzwerk hat an die vier Millionen Anhänger.

Die Gülen-Bewegung wurzelt in der Sufi-Tradition, und zwar in der ursprünglich persischen Tradition der Naqshbandiyya (Siddiqiyya nach Abū Bakr as-Șiddīq als angeblicher Lehrer-Vorfahr). Dieser Orden unterscheidet sich allerdings von allen anderen Sufi-Orden dadurch, dass er sich in die sozialen und politischen Angelegenheiten einmischt.  Die Einflussnahme und Steuerung  der Politik im Sinne der Scharia waren immer für den Orden wichtig. Seit ihrer Entstehung im 13. Jh. verzichtete dieser Orden auf Musik, Tanz und Gesang in ihren Zeremonien, sie verrichteten schweigenden ihre dhikr. Es gab eine enge Beziehung zwischen Meister und Jünger durch eine „gegenseitigen Versenkung“, bei der der Jünger das Bild seines Meisters in seinem Herzen behält. Der Meister ist für ihn wie ein Spiegel, der den Propheten reflektiert und durch ihn strömt das göttliche Licht weiter zu ihm hin. Ein weiteres Merkmal bildeten private Gespräche zwischen Meister und Jünger (sohbet).

Im 17. Jhd. wollten die Mogul-Sultane im Indien den Islam mit dem Hinduismus verbinden. Ihr Anfüh­rer war Scheich Ahmad Sirhindi (1564-1624). Statt die Sufi-Theologie der „Einheit des Seins“ mit Gott und die Lösung von der irdischen Scharia sollte (wieder) eine „Einheit der Schau“ nach oben ange­strebt werden, und die Scharia wieder eine Rolle spielen. Um als Sufi akzeptiert zu werden, musste man die äußeren Vorschriften der Scharia befolgen, welches Sirhindi als dem Weg der Sufis überle­gen ansah. Der Jünger kann nicht mehr selbst mit Gott eins werden, sondern nur „Gott schauen“, und zwar durch die Vermittlung des Meisters als „Repräsentant Gottes“. In der Schau werden Gott und seine Schöpfung als unterschiedlich wahrgenommen, und die höchste Stufe der spirituellen Ent­wicklung bestünde nur (noch) in der totalen Unterwerfung unter Gott. Die islamischen Gelehrten (ulama) sollten die eindeutigen Verse des Koran für Urteile anwenden, die Sufis über die mehrdeuti­gen meditieren. Sirhindi betrachtete außerdem in Indien die Praxis von Schiiten und bisherigen Sufis als Irrglauben und ungläubige Hindus ohnehin als nur so viel wert wie Hunde.

Die zweite Veränderung der Naqshbandiyya war das Werk von Dia‘ al Din Khaled (1776-1827) in Da­maskus.  Er entwickelte den soziopolitischen Aktivismus und die Bindung an den orthodoxen Islam als Hauptbestandteile des sufischen „Naqshbandiyya Khalidiyya“. Nicht Theologie, sondern religiöse Er­ziehung war die Hauptbeschäftigung der Bruderschaft. Außerdem musste kein Jünger (mit nun kürze­rer Ausbildung) mehr den Meister selbst sehen. Es reichte, nur das Bild des Meisters im Geist zu ver­gegenwärtigen. Diese Richtung breitete sich nun überall im Osmanischen Reich aus. Anders als die fanatischen Wahabiten in Arabien, waren diese Leute aber der Moderne gegenüber aufgeschlossen. Schließlich unterstützten sie die Jungosmanen, bekämpften aber die Jungtürken und nach dem 1. Weltkrieg Kemal Atatürk (1924 Abschaffung des Kalifats in der Türkei), der 1925 alle Sufi-Orden ver­bot. Die Naqschbandis verlagerten heimlich ihre Tätigkeiten von Logen in Moscheen und Privatwoh­nungen und überlebten, benannten sich auch um von „Bruderschaft“ (tariqat) in eine Gemeinschaft (cemaat) von Laien. Als Ersatz für charismatische Meister stünden nunmehr die Schriften von Sirhindi (maqtubat) zur Verfügung. Sie sind neben dem Koran auch eine Hauptlektüre bei der Mission in Deutschland.

Said Nursi schaffte die traditionelle Überlieferungskette (der Blutlinien) völlig ab, der Meister wurde durch Schriften ersetzt, die Gemeinschaft wurde zum Leserkreis, die die Koranexegese des Nursi las. Der Glauben wurde in dem des Islam integriert. Die Welt gilt als ein Ausdruck der Attribute Gottes und das Studium der Naturwissenschaften wird so zur Pflicht. Der Weg zu Gott ist nicht mehr der Pfad der Sufis, sondern vielmehr die Schule und die Universität. Daher legte auch Nursis Schüler Gü­len so viel Wert auf gute Bildung und Leserkreise (genannt „Lichthäuser“), in dem neben den Schrif­ten von Nursi die von Gülen als „sobhet“ studiert wurden. Gülen gründete auch eigene Nachhilfeein­richtungen, von der cemaat streng kontrolliert, und von dort wurden auch Leute in seine Gemein­schaft rekrutiert. Dann kamen noch viele andere Bereiche, wie Wohlfahrt, Medien, Wirtschaft usw. dazu, die allesamt in In- und Ausland ein Netzwerk bildeten. Der Dienst an anderen (hizmet) wird fälschlich im Westen als „Wohltätigkeit“ verstanden, aber bei den Naqschbandis ist die eigene Voll­kommenheit nur erreichbar, wenn sie die Gesellschaft in Richtung Scharia lenken, eben z.B. durch praktizierte Wohlfahrt, und durch die Verbreitung des Islam. Die Zugehörigkeit zur Cemaat erfolgt nicht durch eine offizielle Aufnahme, sondern durch Arbeit für sie und durch Akzeptanz der Lehre. Und je nachdem, wie fleißig und willig man sich darin zeigt, steigt man in der Hierarchie auf. Man soll äußerlich „mit der Schöpfung sein“, aber innerlich mit dem Schöpfer. Das gesamte Leben wird dadurch zu einem Gottesdienst. – Wie perfekt das System Gülen ist, zeigt sich, dass man darüber kaum was bei Wikipedia (deutsch) zu lesen bekommt…

Gülen gab sich im Westen als sufistischer Philosoph aus, verfolgte aber insgeheim ständig dieselben politischen Ziele wie die sunnitische Muslimbruderschaft und die Salafisten. In Wahrheit wollte er ei­nen islamistischen Staat. Gülen „islamisierte“ sozusagen den türkischen Nationalismus: der Abfall vom Islam sei (todeswürdiger) Hochverrat, Unglaube sei ein Verbrechen, Frauen seien immer unter­geordnet. Freilich gab er sich in der Öffentlichkeit moderat und pazifistisch, seine wahre Macht war aber der „tiefe unsichtbare Staat“ im Hintergrund der Türkei, die keinen laizistischen Staat und keine Kemal-treues Militär duldete, und die die Gesellschaft mit einem „Netz fundamental-muslimischer Intelligenz“ unterminierte.  Wikipedia: „Kritiker beschuldigten die Gülen-Bewegung, bereits während ihres bis zum Jahr 2013 andauernden engen Bündnisses mit der türkischen Regierungspartei AKP, ih­ren damaligen Einfluss auf Polizei und Justiz zur massenhaften Inhaftierung Tausender politischer Gegner genutzt und dazu Ermittlungsverfahren manipuliert, Beweise gefälscht und ihre Medien zur politischen Diffamierung missbraucht zu haben.“ (…) „Noch 1987 säuberte die Militärführung die Mi­litärakademie von Anhängern Gülens, dem sie in internen Berichten (zuletzt 1992) vorwarf, dass er unter dem Vorwand, sich für eine Ordnung einzusetzen, in der man islamisch leben könne, tatsäch­lich langfristig eine islamistische Revolution und die Einführung des islamischen Rechts (Şeriat), vor­bereite. Zu diesem Zweck erweitere er systematisch seinen Einfluss im Medien- und Bildungssystem, unterwandere Militär- und Polizeischulen und bilde Selbstmordkommandos aus.“

Erdogan wollte unverkennbar selbst einen nationalen und islamischen fundamentalistischen Staat nach eigenem Geschmack als neues Osmanisches Reich schaffen, eigene Netzwerke  und sich selbst als Führer der islamischen Welt darstellen, und zwar ohne die Konkurrenz eines Gülen, der ihn mit öffentlichen Korruptionsvorwürfen politisch schwächen wollte. Was zum Putschversuchs-Vorwurf 2016 gegen Gülen führte. 2018: eine in Deutschland aufgedeckte ausgeklügelte PR-Strategie zeigte, wie die Gülen-Bewegung schon seit Jahren gezielt gegen kritische Journalisten in Deutschland vor­ging. – Seit 2016 lebt der mächtige neoliberale Gülen in den USA (wo auch sonst?) und wird von dort nicht ausgeliefert. Obwohl… In der „Wirtschaftswoche“, noch 16. Juli 2016: Gülen vertrat „eine mysti­sche Form des Islams mit einer entschiedenen Betonung von Demokratie, Bildung, Wissenschaft und Dialog zwischen den Religionen (…). Anhänger des Imams begannen, an die 1000 Schulen in mehr als 100 Ländern zu gründen. In der Türkei entstanden Universitäten, Krankenhäuser, Wohltätigkeitsorga­nisationen und ein großes Medienimperium der Gülen-Bewegung. (…) Im Mai wurde einer Gülen-Schule in Texas vielfacher Visabetrug vorgeworfen: Türkische Lehrer seien in großer Zahl in den US-Staat geholt worden und es seien sowohl Staats- als auch Bundesgesetze verletzt worden, indem sie höher als amerikanische Lehrer bezahlt worden seien. Zudem habe das Netzwerk, Harmony Public Schools, bei Ausschreibungen türkische Anbieter bevorzugt.“

Wobei Erdogans Einfluss heute ausgedehnt wird alle, die außerhalb der Türkei mit türkischer Ab­stammung leben. Ein liberaler, laizistischer Staat und eine moderate Religion war nie Erdogans Ziel, so scheint es, sondern gegenüber dem Westen anfänglich nur Mittel zum Zweck. Islamische Orden sind heute in der Türkei verboten – ausgenommen (aus touristischen Gründen?) einzig der Mevlevi-Orden der Rifa’iyya, der mit Cemalnur Sargut von einer Frau geleitet wird, und deren Mitglieder aus der oberen Mittelschicht stammen. Ihr Orden (der tanzenden Derwische) hat auch einen Lehrstuhl für Sufismus an der Universität von Istanbul. Die außergewöhnlich starke Rolle von Frauen bei den türkischen Rifa’iyya geht auf den Ordensvater Kenan Rifai zurück. Rifai benannte als seine direkte Nachfolgerin eine Frau, Samiha Ayverdi, die nach seinem Tod 1950 an die Spitze des Ordens trat. Von ihr übernahm wiederum Cemalnur Sargut die Führung.

Sargut: „Sufismus ist der Prozess, in dem der Mensch zur inneren Ruhe findet, indem er eine Bezie­hung zu seinem Schöpfer aufbaut und sein zersplittertes Sein zum Ganzen zusammenfügt. Wenn die­ser innere Frieden erreicht ist, dann findet der Mensch in dieser Welt das Himmelreich; und wer in dieser Welt das Himmelreich findet, dem wird es in jeder Welt beschieden sein. Das ist Sufismus.“ (…) „Wenn wir unterschiedliche Ansichten akzeptieren können und wenn wir verstehen, dass jedes Ge­schöpf den Namen Gottes trägt – dass nicht nur Menschen, auch Tiere und Pflanzen und sogar ein Stück Holz ein Teil von Gott sind. Dieses Gefühl gilt es zu finden, was übrigens viele Moslems auch nicht wissen – aber das ist die Erfüllung der islamischen Mystik, wir nennen es den Höhepunkt. Tole­ranz, Liebe, die Ansichten aller Menschen zu achten – das ist die Essenz des Sufismus.“

https://www.youtube.com/watch?v=8sVIzZwDuzI (German / Deutsch, with under titles in English, 8 min.) – Youtube, 31.8.2015

https://www.youtube.com/watch?v=JSoU_RB-EXE (in English, 18 min.)

https://de.wikipedia.org/wiki/Sufismus

https://www.deutschlandfunk.de/politischer-islam-in-der-tuerkei-erdogan-hat-die-tuerkei-in.886.de.html?dram:article_id=420390

https://www.deutschlandfunk.de/mystik-in-der-tuerkei-eine-frau-leitet-einen-sufi-or­den.886.de.html?dram:article_id=411095

https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BClen-Bewegung

Ghadban, Ralph: „Die Sufi-Dimension der Gülen-Bewegung“, KAS Berlin, 18.2.2014. Online aus dem web am 26.6.2019:  http://www.ghadban.de/de/wp-content/data/Die-Sufi-Dimension-der-G%C3%BClen-Bewegung1.pdf

https://en.wikipedia.org/wiki/Sufism

Definition:

Weltweit gibt es ca. 20 Millionen Aleviten, die meisten leben in der Türkei (in Anatolien, als Kurden), Turkmenistan, Aserbaidschan oder Iran – bzw. Alaviten (Syrien, mit gnostischen Traditionen). 15 Prozent der Türken sind Aleviten, die in der Türkei nicht richtig als Religion anerkannt sind, sondern nur geduldet. Aleviten anerkennen nicht die Dogmen und Gebote des Koran/Quran. Religion gilt als Privatsache. Frauen kleiden sich wie sie wollen, Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Sie beten gemeinsam, meditieren und singen in Gebetshäusern (Cemevi), wo sie zuerst rituell den Teppich mit Besen kehren (reinigen), dann herbei gebrachte heilige drei Kerzen entzünden (für links 1. Imam Ali, 2. Mitte Mohammed, 3. Rechts Allah), um „das heilige Licht zu erwecken“. Ali und Mohammed stellen dabei nur die irdischen Repräsentanten/Widerspiegelungen des Lichtes Gottes dar. Das reine Licht Gottes ist zu heilig, um sich direkt dahin zu wenden, ohne Vermittlung. Statt „Allah“ verwendet man auch den Begriff „Al-Haqq“ (Wahrheit). Die „göttliche Realität/Wahrheit“ ist eins der Namen Gottes im Quran.

Muslime kennen den Begriff „Sakina“ (Schechina) in der Bedeutung „innerer Friede, Ruhe, Gelassen­heit, (Glück-)Seligkeit, Sicherheit, Stärke, das Gefühl ständiger göttlicher Führung, göttliche Einge­bung, Gottesbewusstsein“. Dieser Zustand ergibt sich durch die „Einwohnung Gottes“ – bei den Ju­den war das im Bereich der Bundeslade der Fall, die so heilig war, dass niemand sie berühren durfte, und erst recht nicht öffnen. In der Bundeslade, in der die Heiligkeit Gottes unsichtbar anwesend war, befanden sich „als Zeichen des Bundes Gottes mit seinem Volk“ die Tafeln des Mose mit den Zehn Geboten, mit denen sich der verborgene, unsichtbare Gott unter den Menschen auf der irdischen Ebene offenbart hat. Die „Sakina“ kann daher nach islamischer Ansicht durch das Einhalten der geof­fenbarten Gebote Gottes erreicht werden. Insbesondere im islamischen Mystizismus, dem Sufismus, spielt die Sakina eine große Rolle.

Nach einer Überlieferung, die auf ʿAlī ibn Abī Tālib zurückgeführt wird, war es auch die Sakina, die Ab­raham (als Diener, Prophet, Gefäß) nach Mekka führte, als er nicht wusste, wo er die Kaaba wieder­errichten sollte. Denn die ursprüngliche Kaaba, die Wohnstätte Gottes, soll nach muslimischer Erzäh­lung von Adam erbaut worden sein, und Abraham ließ auf den Ruinen die neue Kaaba bauen. Abra­ham, Hagar und sein Sohn Ismail sollen noch im Umfeld der Kaaba in Mekka beerdigt worden sein. Außen an der mit Brokat schwarz verhüllten würfelförmigen Kaaba (einem vorislamischen Heilig­tum!) ist der schwarze Meteorit angebracht; das innere der leeren Kaaba ist aus weißem Marmor, oberhalb mit grünem Tuch (mit goldenen Koranversen) abgedeckt. Nur drei weiße Säulen befinden sich darin. Zweimal im Jahr wird die Kaaba durch heilige Männer für ein Reinigungsritual geöffnet und mit Duftölen gewaschen. Wie bei der Bundeslade zeigt ist auch bei der Kaaba Gott bzw. Allah als dem Blick und Erkenntnis der Menschen verborgen, unsichtbar. Seine Anwesenheit in einer „Wohnstätte“, einem Tempel, Gefäß oder Menschen bewirkt vielmehr einen gefühlten inneren Zu­stand von Licht (Erleuchtung), Frieden, Gewissheit und Stärke.

Aus Wikipedia: … „der rituellen Tanz (Semah). Dieser wird von Frauen und Männern gleichzeitig und gleichberechtigt ausgeführt und dabei vom Dede (»Großvater«) – gleichzusehen mit einem Imam, aus dem Stamm des Mohammed oder Alis, der den Koran genau kennen muss, – oder von der Ana (»Mutter«), ebenfalls aus dem Stamm Mohammeds, beaufsichtigt. Dedes und Anas (…) genießen ein hohes Ansehen unter den Aleviten. Wenn jedoch kein Dede zur Verfügung steht, (…) darf jeder andere Alevite, der sich mit den Ritualen auskennt, einen solchen Gottesdienst leiten. Die Menschen sitzen oder stehen dabei im Kreis, wo im Zentrum die Handlungen vollzogen werden.

Der Semah ist ein wichtiger ritueller Tanz und gehört zu den zwölf Pflichten in der Cem-Veranstaltung, und hat gewisse Gemeinsamkeiten mit dem Tanz der Derwische (Sufis). Sein Sinn ist das Einswerden mit Gott und der Natur. Er ähnelt in seiner Ausführung einem Reigentanz. Die (dazu ausgesuchten) Semah-Mitglieder bewegen sich in einer kreisförmigen Figur. Dabei drehen sie sich zusätzlich um die eigene Achse. Die Handinnenfläche der rechten Hand zeigt nach oben und die linke Handinnenfläche ist auf den Boden gerichtet. (…) Die dabei dargestellte Figur, also das Drehen in einer „Kreisbahn“ und das Drehen um die eigene Achse, symbolisiert nicht nur das Universum (Evren) mit den Planeten des Sonnensystems und der Galaxie, also wie die Planeten in einer Umlaufbahn um die Sonne und um ihre eigene Achse kreisen, sondern es werden durch den Kreistanz darüber hinaus die ewigen Kreisläufe des Lebens und der Natur symbolisiert. Seit dem 12. Jahrhundert, vielleicht auch schon früher, diente dieser heilige Tanz zur geistigen Annäherung an Allah. Darum sollte er nach alevitischer Auffassung nicht öffentlich vorgeführt werden. Musik soll im Gebetshaus dabei eine tranceähnliche Atmosphäre erschaffen, durch die das Individuum einen spirituellen Einblick, eine Erkenntnis erlangen können soll.“

Im Gebetshaus soll der „nächtliche Aufstieg des Propheten Mohammed in den Himmel“ nachgespielt und nacherlebt werden , wo er eine Versammlung von vierzig Heiligen sah; so wie die göttliche Wirklichkeit auch dem Imam Ali einst klar geworden ist. Das ist eine Metapher für „Erleuchtung“. Während des Gottesdienstes mit einleitendem Gebet der Gemeinde, Kerzenentzünden, Musik und dem spirituellen Tanz erfolgen symbolisch-rituellen (?) Handlungen des Dede und seinen bestellten Ehren-Helfern (insgesamt 12 Mitwirkende), um den geistigen Zusammenhalt und die Harmonie in der Gemeinde zu stärken (genannt „Görgü Cemi“ = Etikette). Man trinkt nach dem Tanz, nach einem Händewaschen, dann gemeinsam Wein bzw. roten Fruchtsaft („Dem“ = Blut), der symbolisch den „Rausch des Liebenden in der Geliebten“ darstellen soll, oder wohl eher: die Liebe und Lebenskraft des liebenden Schöpfers, einkehrend in seinen geliebten Geschöpfen. Anmerkung: Da man in der Beschreibung von einem „heiligen Mahl“ spricht, gibt es vermutlich auch Brot oder ähnliches dazu. – Es werden die heiligen drei Kerzen feierlich wieder gelöscht und wieder weggeschlossen, und es wird als Ausklang in Versammlung diskutiert („Sohbet“).

Geschichte:

Viele gehen davon aus, dass sich die Aleviten vor etwa 800 Jahren von den Schiiten abgespalten haben, da auch sie den Märtyrer Ali (gestorben 661 n.Chr.) als wahren einzigen rechtmäßigen Nachfolger Mohammeds verehren. ʿAlī ibn Abī Tālib war Cousin und Schwiegersohn des Mohammed (heiratete dessen einzige Tochter – von Chadischa = Ḫadīǧa bint Ḫuwaylid – namens Fāṭima bint Muḥammad). Über die Nachfolge des Mohammed ( = Abū l-Qāsim Muhammad ibn ʿAbdallāh ibn ʿAbd al-Muttalib ibn Hāschim ibn ʿAbd Manāf al-Quraschī , aus dem Stamm der Quraisch) kam es zum Streit und Krieg, und Ali wurde gestürzt, vertrieben und ermordet. Wie die Schiiten verehren sie 11 ermordete und einen verschwundenen, verborgenen 12. Imam, der in Zukunft wiederkehren soll.

Ein zentrales Element ihres Glaubes ist die zelebrierte Trauer um ihre Leidensgeschichte als Opposition innerhalb des Islam, vor allem verkörpert durch das Märyrertum des dritten Imams al-Ḥusain ibn ʿAlī bzw. Abū l-Hasan ʿAlī ibn Abī Tālib, oder kurz: Ali. Der war, geboren ca. 600, als verarmtes Kind in den Haushalt Mohammeds gekommen, wurde der Mann dessen Tochter Fatima, und war kurz vor dessen Tod 632 von diesem zu seinem Nachfolger ernannt worden. Durch Intrigen der Anhänger und Clans, bei der auch ʿĀʾiša bint Abī Bakr (Muhammeds 3. Ehefrau, Lieblingsfrau)  später mitgemischt hat, wurden aber zuerst Mohammeds Schwiegervater Abū Bakr (genannt: Kalif, Nachfolger), dann Umar ibn al-Chattāb, dann ʿUthmān ibn ʿAffān Kalifen, bevor man Ali zum 4. Kalifen wählte (656-661). Der konnte sich jedoch nicht gegen seine Feinde (darunter Muʿāwiya  und ʿĀʾiša) durchsetzen, zumal man ihm die Ermordung Uthmans vorwarf. In einem Anschlag wurde Ali ermordet, und 661 wurde Muʿāwiya aus dem Clan der Umayyaden Kalif, der aus einer Familie stammte, die einst zu den größten Feinden Mohammeds gezählt hatte. Das Machtzentrum der Muslime verlagerte sich dadurch nach Syrien, in die zuvor neu eroberten Gegenden. Die Gebietseroberungen wurden fortgesetzt.

Die „Partei Alis“ (šīʿat ʿAlī), gebildet aus seinen Söhnen, konnte die Macht nicht zurückgewinnen. Aus ihnen entstanden die schiitischen Glaubensrichtungen, wie die

  • Zwölferschiiten (nach 12 Imame; Ausbreitung bis Syrien, Iran, Aserbaidschan, Kuwait, Bahrain, Libanon, Afghanistan, Pakistan bis Indien),
  • die Ismailiten (Syrien, Afghanistan, Tadschikistan, Pakistan bis Indien), mit neuplatonischen und gnostischen Inhalten. In der Vergangenheit sind mehrere revolutionär-ismailitische Gruppen aufgetreten, wie zum Beispiel die Assassinen in der Levante oder die Fatimiden, wobei Letztere mehr als 200 Jahre in Ägypten herrschten. Die Drusen, deren Hauptsiedlungsgebiete in Syrien, Libanon und Israel liegen, gingen aus der ismailitischen Schia hervor und glauben an Reinkarnation.
  • die jemenitischen Zaiditen,
  • die osmanischen Aleviten und
  • die Alawiten, die auch Nusairier genannt werden (Syrien, Jordanien, Israel, z.T. Türkei) und gnostische Wurzeln haben.

Es gibt nun fünf Strömungen auch innerhalb der heutigen Aleviten: solche, die ihre Religion als völlig eigenständig ansehen; solche, die sie als ein eigenständiger Teil des Islam ansehen; solche die sich an Sunniten und solche die sich an Schiiten anlehnen, und solche (z.B. Kurden), die sie als Weiterentwicklung der Religion des Zoroaster begreifen. Viele gehen davon aus, dass diese alevitischen Vorstellungen am ehesten der alten, vorislamischen türkisch-turkmenischen Tradition entsprächen.

 

Alevitische Glaubensvorstellungen:

Ideale: Man strebt die Erleuchtung und innere Vollendung an. Man verlangt Respekt für jede Religion, Kultur, Geschlecht, Rasse und sieht Schöpfung und Schöpfer als Einheit an, Gott ist in der gesamten Natur. Es gilt das Gebot es Wissenserwerbs, der Freundlichkeit und Nächstenliebe, der Bescheidenheit, der Geduld und Aufrichtigkeit. Aber „die alevitische Glaubenslehre basiert auf der Entscheidungs- und Glaubensfreiheit des Menschen. Niemand hat eine Verpflichtung, etwas tun oder glauben zu müssen.“

Wikipedia: …„alle Lebewesen werden als Gottesgeschöpf mit einer (unsterblichen) göttlichen Seele betrachtet, weswegen Toleranz ein wichtige Eigenschaft der Aleviten darstellt. Allen Menschen wohnt die „heilige Kraft Gottes“ (Nur-i Kadim/Zat-ı Mutlak) inne, daher wird der Mensch als Widerspiegelung Gottes betrachtet und Mohammed und Ali als Vorbilder dieser Widerspiegelung, indem sie Gott im Menschen reflektieren. Der Mensch wird genauso als Geschöpf wie Pflanze, Tier und Natur betrachtet, jedoch mit dem Unterschied, dass der Mensch durch die ihm gegebene Vernunft seinen Schöpfer und ihn in seinen Geschöpfen erkennen kann. Der gottgegebene Verstand hat zur Konsequenz, dass jeder Mensch für die Führung seines Lebens verantwortlich ist und somit sein Scheitern nicht auf Gottes Willen zurückführen kann. Daher glauben auch Aleviten daran, dass das Leid durch menschliches Versagen bzw. das kollektive Fehlverhalten der Menschen entsteht.“

Man glaubt an gute Engel, böse Dämonen und Geister. Jeder Mensch hat eine unsterbliche Seele. Aber es gibt weder eine strafende Hölle noch einen vergnüglichen Himmel und keinen strafenden Gott, wie ihn die Muslime verstehen. Quran, Tora, Psalmen und Neues Testament (Gospel) sind ihnen gleichermaßen heilig, und sie sind durchaus offen für andere Glaubensinhalte. Der Quran ist für Aleviten auch fehlerhaft weiterverbreitet worden; man ist also auch offen für Textkritik.

Aleviten halten sich nicht an religiöse Vorschriften für orthodoxe Muslime, z.B. sehen sie die Scharia (religiöse Gesetze) als durch die praktizierte Mystik als überholt an, genauso das dogmatische Religionsgebet, feste Gebetzeiten oder Verschleierung. Sie haben ihre eigenen Gebets- und Andachtsformen, ihre eigenen Pilgerstätten und Fastenpraktiken, die sich kaum mit denen anderer Muslime überschneiden. Wie die Schiiten halten sich die Aleviten allerdings an die Lehren der Imame, besonders die des sechsten Imams Dschaʿfar Ibn Muhammad as-Sādiq. Dessen Lehrbuch (Großer Buyruk) und unzählige mündlich tradierte religiöse Lieder (Bağlama), Gedichte und Predigten (Nahjul Balagha) sind die Hauptquellen zur Lehre der Aleviten. [Der 6. Imam lebte als Theologe in Medina, starb 765 n. Chr. Unter seinen Söhnen und Anhängern spalteten sich 6 Richtungen ab, z.B. eine leugnete seinen Tod und wartete auf seine zukünftige Wiederkehr als Mahdi; die Richtung unter Sohn Ismail sagte, der Vater lebte geistig verborgen und unsterblich weiter. – Das Grab des 6. Imam in Medina wurde 1926 durch die fanatischen Saudi-Whabiten völlig zerstört.]

Das Alevitentum beinhaltet ebenfalls relevante Elemente aus dem Zoroastrismus. „Rechtes Handeln, rechtes Denken, rechtes Sprechen“ – dies sind Worte aus dem Zoroastrismus, doch werden sie so auch im Koran erwähnt. Die vier heiligen Elemente bei den Aleviten (Feuer, Wasser, Erde, Luft) entstammen ebenfalls aus der Lehre des Zoroastrismus bzw. des Zarathustra, jedoch sind diese Elemente auch bei den nichtzoroastrischen Völkern Zentralasiens vorhanden. (…) Die Symbiose aus verschiedensten religiösen und mystischen Strömungen macht verständlich, dass die Aleviten zwar im Islam ihren Ursprung sehen, jedoch nicht den allseits anerkannten islamischen Gruppierungen zugerechnet werden wollen.

Die Grundpfeiler der alevitischen Vorschriften, um das Leiden anderer zu vermeiden:

  • eline sahip ol: Beherrsche deine Hände. Begehe keinen Diebstahl, zerstöre nicht und nutze deine Hände für etwas Sinnvolles.
  • beline sahip ol: Beherrsche deine Lende. D.h. Triebe, vor allem die sexueller Natur, also: benutze deine Sexualität nicht zum Leid anderer.
  • diline sahip ol: Beherrsche deine Zunge. Die Zunge steht für Kommunikation, gemeint daher ist Lüge, Verleumdung, Meineid, Rufmord
  • Die Verbote des Tötens, des Diebstahls, der Verleumdung und des Ehebruchs gelten für Aleviten, gegenüber allen Menschen, um die Menschlichkeit und das Zusammenleben aller Menschen fördern.
  • Hinzu kommen alltägliche Vorschriften der Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Bescheidenheit und weitere.

Nach alevitischem Verständnis ist die Scharia (religiöses oberflächliches Gesetz) in der Religion überwunden, da das Alevitentum die Mystik zum Fundament hat. Dennoch gibt es Vier Tore (Dört kapi) und vierzig Pforten, durch die der Mensch in seiner geistigen Entwicklung geht:

  • Das erste Tor ist die Scharia (Şeria), als die Annahme der Gesetze und Pflichten gegenüber der Gemeinschaft [Ehrlichkeit, Gerechtigkeit]
  • Das zweite Tor ist die Tariqa, die Kenntnis der individuellen Rechte und Ansprüche, die man selber hat und stellt [Selbsterkenntnis, Bemühen].
  • Das dritte Tor ist die Marifa, die Erkenntnis des Nächsten. Damit ist die Frage verbunden: „Was begehrt der Mitmensch, was gehört dem Mitmenschen?“ [Nächstenliebe, Verstehen]
  • Das Erreichen des vierten Tores, der Haqīqa, [Conclusio, Gotteserkenntnis] setzt die Beschäftigung mit den Rechten und Pflichten der Gemeinschaft voraus. Ab diesem Tor hat das jeweilige Individuum das Recht und die Möglichkeit, die Pflichten und Rechte der Gemeinschaft aus dem ersten Tor (Tar) mitzugestalten, was dessen Weiterentwicklung sichert.

 

Es gibt auch die Ansicht, dass das Wort („Alevi“, arabisch „Alavi“) nicht von /æˈlɛvi/, d.h. Nachfolge des Ali besdeutet, sondern die türkische Ableitung von „Alev“ (hebr. Aleph!) darstellt, das ist : Flamme, Licht. Im Koran, Kap. 24, Vers 35-36 heißt es:

God is the Light of the heavens and the earth. The example of His light is like a niche within which there is a lamp, the lamp is encased in a glass, the glass is like a radiant planet, which is lit from a blessed olive tree that is neither of the east nor of the west, its oil nearly gives off light even if not touched by fire. Light upon light, God guides to His light whom He pleases. And God sets forth examples for the people, and God is aware of all things. (Lit is such a Light) in houses, which God has permitted to be raised to honor; for the celebration, in them, of His name: In them is He glorified in the mornings and in the evenings, (again and again).

Ungefähre Übersetzung: „Gott ist Licht erhoben über alles Licht, erstrahlt als Lampe wie in einem reinen Glas oder Gefäß, aussehend wie eine Sonne, ein Licht ohne Feuer, genährt/gespeist von Olivenöl*, gewonnen von einem gesegneten [ewigen, paradiesischen] Baum weder im Westen noch im Osten stehend. Und Gott leuchtet mit diesem Licht und geleitet zu sich wer ihm gefällt, Gott sieht alles. Und sein Licht leuchtet in allen seinen Heimstätten (Gefäßen), wo solches Licht entzündet wird, durch die Verehrung an ihn, morgens wie abends, und immer und immer.“

*Chrisam, Salbung für Priester, Propheten und Könige

 

Brauchtum, z.B.:

Aleviten glauben, dass die Brüder Hızır und İlyas als Propheten gelebt und das sogenannte „Wasser der Unsterblichkeit“ getrunken haben. Diesem Glauben zufolge kommen die Brüder Hilfsbedürftigen zu Hilfe. Hızır kommt den Hilfsbedürftigen zu Lande und İlyas denen zur See zur Hilfe. (…) Jedes Jahr wird unter den Aleviten in der zweiten Februarwoche das Fest des Hızır gefeiert. Von Dienstag an wird nach dem Abendmahl bis zum Abend nach drei Tagen gefastet. Viele Nachbarn und Bekannte kommen zusammen und erzählen Geschichten über Hızır. Begleitet vom typischen Saiteninstrument Saz werden Lieder mit meditativem Inhalt vorgetragen, die tiefgründig, positiv stimmend und beruhigend sein sollen. Am Freitagabend schließlich werden auf den Friedhöfen die Verstorbenen besucht und Kerzen angezündet; den Kindern werden zu Hause zahlreiche Geschichten über Hızır erzählt.  Am letzten Fastentag wird inner- und außerhalb der Wohnung saubergemacht, was einer rituellen Reinigung gleichkommt. Am Abend bereitet man eine spezielle Speise (gavul) aus Weizenmehl vor, die die ganze Nacht offen ausgelegt wird. Jedes Familienmitglied wünscht sich dann etwas Besonderes. Man glaubt, dass diese Wünsche in Erfüllung gehen, falls Hızır vorbeikommt und [geistig] von der Speise probiert.

Ähnlich wie schiitische Glaubensgemeinschaften tragen auch viele Aleviten neuerdings Ketten mit einem gebogenen Schwert (Zülfikar) als symbolischen Anhänger, als Anspielung auf die 12 Imame.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aleviten, https://en.wikipedia.org/wiki/Alevism

Aus: „Alis Anhänger – Aleviten in der Türkei“, auf Youtube in Deutsch seit 12.3.2018, ca. 5 min.  Ursprünglich ORF2 in „Religionen der Welt“: Aleviten (Was sind Aleviten?) https://www.youtube.com/watch?v=7ieI9X3I-TU

 

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesus Christus nach seiner Kreuzigung in Jerusalem zur Zeit des jüdischen Pessachfestes durch die Römer. Am dritten Tag nach seiner Kreuzigung am Freitag (vor dem Sabbat), das heißt am Sonntag, dem Tag der Sonne, soll Jesus durch die Wiederkehr der göttlichen Kraft auferstanden sein und das Grab verlassen haben. Durch die mystische Auferstehung Jesu aus dem Grab, in dem er nicht mehr zu finden war, nehmen die gläubigen Christen auch nach dem Tod am ewigen Leben im Paradies teil und werden von ihren Sünden erlöst. (Der jüdische Glaube kannte damals kein Leben nach dem Tod.) „Kara“ bedeutete in der alten deutschen Sprache „Trauer“ – daher „Karwoche“.

Das jüdische Pessachfest (Passah) feiert den Auszug der Juden aus Ägypten, dem Symbol für Tod, Finsternis und Sklaverei. Jesus besiegt den Tod und diese Glaubenswahrheit ist damit ebenso ein Symbol, mit dem Tod, Finsternis und materielle Sklaverei (damals auch Überdrückung durch die Römer) überwunden wird.

Das Ei ist der Ursprung des Lebens, wie auch das Wasser, und das Kaninchen oder der Hase als Sinnbild der Fruchtbarkeit. Heilig waren diese Dinge der keltischen Fruchtbarkeits- und Frühlingsgöttin Ostara. Deren Fest überschneidet sich mit dem christlichen Osterfest, das seit dem 4./5. Jhd. nicht mehr zeitlich dem jüdischen Pessachfest folgt, sondern dem Frühlingsbeginn. Ostern richtet sich weiterhin nach dem Mondjahr, es ist immer der Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühlings- Tag- und Nachtgleiche.

Das Weih- und Taufwasser wird in der Kirche immer zu Ostern geweiht. Im 16. Jhd. wurde bereits von Bemalen von Eiern berichtet, das angeblich die Hasen zu Ostern verstecken: In der Fastenzeit fielen viele Eier an, die man gekocht hat (um sie haltbar zumachen) und die man eingefärbt hat. Zu Ostern werden Eier, Schinken, Salz, Brot und Kuchen in der Kirche geweiht und am Ostersonntag zuhause gegessen. Die Osterkerze ist eine schöne große Kerze, die besonders Jesus und seiner Auferstehung geweiht ist und zu Ostern in Weihwasser getaucht und in der Kirche geweiht wird. Zuhause wird sie nur zu besonderne Anlässen angezündet.

Cold Reading:

Neben bewussten intelligenten Schlussfolgerungen (und Hochrechnen von Wahrscheinlichkeiten) gibt es noch unbewusste Wahrnehmungen, die man alles zusammengefasst als „Cold Reading“ bezeichnet. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit „Hellsehen“.

 

Woher kommen paranormale Fähigkeiten?

Begabte Menschen müssen einen besonders ausgeprägten (und kontrollierten) Zugang zum Unbewussten haben, weil dort die Pforte zur Seele und zu den „jenseitigen“, astralen oder kosmischen Ebenen bzw. höheren/anderen Dimensionen liegt. (Der Mensch ist eigentlich eine große Sende- und Empfangsantenne.) Das Unbewusste empfängt (energetisch/geistige) Impulse von dort, wenn sie mit den entsprechenden Frequenzen* in Einklang gerät, und „übersetzt“ sie in verstehbare Eindrücke für den Verstand. (Die allermeisten Menschen filtern die meisten dieser Eindrücke mit ihrem Verstand weg.) Die Übersetzungen können als symbolische Träume, Bilder, Visionen oder Empfindungen aller Art übermittelt werden. Je begabter der Mensch in die innere Stille hinein „lauschen“ kann, indem er vorübergehend seinen Verstand „pausiert“, sein „Tagesbewusstsein“, desto deutlicher werden die Visionen. Für die Seele gibt es weder Materie, Raum noch Zeit (sondern nur Geist und Energie), daher können auch „vage“ Eindrücke quer durch Dimensionen, Raum und Zeit wahrgenommen und für den Verstand übersetzt werden. Nur für die Materie, für den materiellen Verstand, gelten materielle Einschränkungen.

Geist und Energie fluktuieren, d.h. wie in einem Bachbett die Tropfen fließen, können Begebenheiten oder Wahrscheinlichkeiten, die sich zwar zusammengebraut, aber noch nicht materiell manifestiert haben, mal dahin oder dorthin verändern. Die besten Hellseher sehen daher nur eine Momentaufnahme der prä-manifesten Wahrscheinlichkeiten, die sich maximal zu 70-80% manifestieren werden. Änderungen der Zukunft sind möglich, vor allem wenn „viele Tropfen beginnen, woanders im Bachbett hinzufließen“, auch wenn der vor sich hinfließende Bach der Menschheit gesamt in seinem Bett bleibt. Dasselbe gilt für den hellseherischen Blick in die Vergangenheit, wo weite Bereiche der Wahrnehmung immer vage bleiben. Oder auch für den Blick quer durch den Raum.

 

Wie wahrscheinlich sind mitgeteilte Vorhersagen? Wie richtig sind Visionen?

Nun bringen die Eigenschaften des Unterbewussten und Unbewussten es mit sich, dass hier höhere, seelische und materiell/irdische Wahrnehmungen sowie Emotionen wie in einer Schnittstelle zusammenlaufen. Ein Hellseher (Rutengänger, Kartenleger, Horoskop-Hersteller, Heiler, Medium…) muss lernen, seine persönlichen Dinge bewusst auszublenden, und nicht in seine Visionen und Handlungen für andere miteinfließen zu lassen. Unterbewusstsein und das Unbewusste interessiert es nicht, woher die Informationen kommen, ob von der irdischen Außenwelt, von Gelerntem, von Schlussfolgerungen ( = Cold Reading) oder von höheren/anderen Ebenen fern von Raum und Zeit, aus dem Inneren (durch die Pforte). Das übersetzt einfach ALLES für den Verstand. Die Frage ist somit, wieviel der Informationen tatsächlich aus einer höheren Quelle, durch eine höhere Begabung herrühren. Als Kunde eines Begabten (nicht: eines Scharlatans) wird man immer ein Gemisch erhalten, und sollte das mit den „nur Wahrscheinlichkeiten“ immer im Auge behalten. Die Wissenschaften (wie auch das Militär) können mit solchen „nur wahrscheinlichen Aussagen“ nichts anfangen, bei denen nichts 100% fix ist. Wohl aber gibt es Statistiken, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man z.B. auch als Laie Dinge richtig vorhersagt, d.h. errät. Z.B. wie oft gelegte Karten richtig erraten werden, gezogene Zahlen erraten werden, der Lauf einer Kugel vorhergesagt/erraten werden kann. Je mehr jemand eindeutig über diese statistischen Wahrscheinlichkeit des reinen Erratens liegt, desto höher ist die Möglichkeit einer parapsychischen Begabung.

 

Besitzt jeder normale Mensch paranormale Fähigkeiten?

Da im Grunde jedes Lebewesen ein geistig-energetischer Sender und Empfänger ist – sogar ein besserer, da der menschliche Verstand vieles „Unnötige zum Überleben“ einfach ausfiltert, einschließlich Emotionen und Erinnerungen – hat selbstverständlich jeder Mensch diese Fähigkeiten; kann sie aber bewusst verschließen, verkümmern lassen, vollkommen dicht machen (wie ein Psychopath) usw. In wirklich drängenden kritischen Situationen, z.B. bei Lebensgefahr, können Impulse dennoch durchdringen – z.B. als Emotionen, Träume, Ahnungen usw. Bei anderen Menschen (die wir als psychisch krank, wahnsinnig, besessen, voller Paranoia etc. erachten) funktioniert die Kontrolle und der bewusste Filter nicht, der Mensch wird mit inneren unbewussten Impulsen derartig bombardiert, die ihn überfordern, und ihn vom normalen Leben in der „irdischen Realität“ abhalten. Er kann dann in unserem Alltag nicht richtig funktionieren. Dasselbe passiert, wenn Menschen einfach ohne jede Vorbereitung und Wissen mit okkulten Dingen herumspielen und Tore aufmachen, die sie nicht mehr bewusst schließen können. (Und ich rede von Lehrzeiten von mindestens 15-20 Jahren!*) Während diejenigen, die bewusst und kontrolliert diese Grenzen innen/außen der Situation angepasst beherrschen, als „Grenzgänger“, Zaunreiter/Hagazussa, Schamanen, Heiler etc. bezeichnet werden. Die Kontrolle beider Bereiche (Ebenen, Dimensionen…), die die Zukunft der Menschheit sein wird, ermöglicht die volle Ausschöpfung der bereits angeborenen Möglichkeiten des Menschen.

 

Wie man ist, dahin zieht es einen…

*Zu den Frequenzen: was man in sich trägt, durch Gesinnung, Charakter, Erkenntnis, Aura – zu dem hat man auch den besten Zugang. Ein guter Mensch mit positiven Energien, Verantwortungsbewusstsein, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft und wenig negativem Karma wird entsprechende Energien anziehen, und entsprechende Ebenen/Dimensionen. Die „Lehrzeit“ für normale Menschen, die ihre Möglichkeiten erweitern wollen, umfasst also auch die gründliche Beachtung auch dieses Punktes. Nicht umsonst sind Meditation, Initiationen, Reflexionen, Wissenserwerb („Handwerkszeug“) und ein guter (aus vergangenen Inkarnationen mitgebrachter) Wesenskern so wichtig.

Und die anderen? Ernten karmisch, was sie denken und tun. Spätestens, wenn der irdische Mensch körperlich vergeht und nur die Seele übrig bleibt. Und genau dorthin geht, wohin es sie zieht…

 

 

Wer rettet unsere Arbeitspätze vor Robotern?!

Ich möchte allen Lesern folgende Sendung (Im Zentrum, ORF2, 27.1.2019: „Jobkoller Roboter“) ans Herz legen, anzusehen, wenn noch nicht geschehen. Die Technik schreitet voran, und in allen Branchen werden Künstliche Intelligenz (KI), Roboter, Automatisation und Selbstbedienungen menschliche Arbeitnehmer überflüssig machen. Einmal investiert, kosten diese Geräte kaum was – keine Löhne, keine Steuern, keine Urlaube, keine Streitfälle um Arbeitnehmerrechte vor Gericht…  Sie werden weltweit sowohl Menschen in vielen höherqualifizierten Berufen als geringqualifzierte Jobs ersetzen. Nicht in jeder Branche gleich stark, aber überall – bis hin zu Pflegerinnen in Altersheimen, Lkw-Fahrern, Transporteure, Kellnerinnen, Nachrichtensprecher im TV (China!), Dozenten, Banker und Berater, im Handel, Sekretärinnen, in der Produktion. Und es werden nicht im selben Ausmaß neue Berufe und Jobs entstehen… Hier geht es um die eindeutig drohende Gefahr, dass in ca. 10-20 Jahren massenhaft Jobs und Berufe wegfallen werden ähnlich wie damals im 19. Jhd. durch die neue Maschinenproduktion und daraus folgend Massenarbeitslosigkeit, Massenarmut – und auch später fehlende Rentengelder drohen daraus! Während die österreichische Ministerin Schramböck (ÖVP) in der Sendung nur neoliberale Floskeln drischt und damit zeigt – wie auch die meisten in der Runde – dass sie das Problem überhaupt nicht begriffen haben, was das für Gesellschaft, Budget und Staat bedeuten wird, kann die Lösung nur darin bestehen, große Vermögen stärker zu besteuern, Steuerflucht zu vereiteln, Arbeitszeit zu verkürzen und eine MASCHINENSTEUER einzuführen (die die Zuzahlung zur notwendigen verkürzten Arbeitzeit oder Grundsicherung finanzieren sollte).

Leider sind die meisten Politiker – vor allem so konservative – einfach zu doof zu kapieren, dass ihre herkömmlichen traditionellen Denkmuster in den Müll gehören: „Der Markt regelt sich selbst, und gebt den wirtschaftlichen „Leistungsträgern“ mehr Steuernachlässe damit sie Jobs schaffen?“ (Ja, wenn überhaupt, dann tun sie das sicher nicht bei uns in Europa. Weil unsere Löhne angeblich zu hoch und Arbeitnehmerrechte und Umweltstandards zu ausgebaut sind – verglichen mit der Dritten Welt.) Man kann nicht jeden Menschen auf der Universität Wirtschaft, Robotertechnik, Technik, Software oder Medizin studieren lassen. Mal abgesehen davon, dass die Menschen einfach verschiedentlich begabt sind, sind sie auch als Individuen nicht alle gleich motiviert, intelligent oder fleißig – sie sind eben keine Ameisen oder geklonte Arbeiterdrone! Ältere Arbeitslose wird man auch nicht zack-zack in solche Berufe umschulen können. Folgen: ca. 1/3 der Menschen werden elendig durch diese unaufhaltsam kommenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt untergehen, weil zuwenig gebildet, nicht benötigtes (unrentables) individuelles Talent, zuwenig intelligent, oder geistig, beruflich, sozial (Familienbande!) zu unflexibel.
Obwohl die Maßnahmen weltweit und rechtzeitig gesetzt werden müssen – der Umbau von Industrien, Berufen, Schulungen, Ausbildungen, ständig parallel zum Beruf laufenden Weiterbildungen – dauert viele Jahre! – passiert rein gar nichts. Wie gesagt sind sowohl die Sozialdemokraten als auch die Konservativen als auch die Grünen etc. dieser drohenden Gefahr gegenüber meistens zu gleichgültig und wenn sie das Problem überhaupt andenken, dann nur mit veralteten Denkmustern und Lösungsansätzen. Am ehesten werden es global gesehen die Chinesen sein, die sich anpassen (indem sie einfach wieder Millionen an Menschen für ihre ideologischen Ziele opfern), denn auch jetzt nützt China jede technische Neuerung (negativ) – man denke nur die von Amazon und Facebook gekaufte Gesichtserkennungssoftware und Totalüberwachungstools, mit der die Regierung zunehmend jeden Chinesen zu überwachen beginnen. Und ihre nationalistischen militärisch-finanziell-ökonomischen Expansionsgelüste unter dem jetzigen roten „Quasi-Kaiser“ vorantreiben. (Auch dazu dient eine neue Technik.)
Ich erwarte mir von der Politik der Staaten die Einrichtung eines „Think-Tanks“, um bereits heute an der Lösung dieser kommenden globalen Probleme (Künstliche Intelligenz, Robotik, immer mehr Selbstbedienungen…) der Gesellschaft zu arbeiten! Denn die Probleme werden kommen!

Weitere Links zum Thema bei Youtube:

(2018, Deutsch) https://www.youtube.com/watch?v=1ftJLJJDXIo

(2017, Deutsch) https://www.youtube.com/watch?v=G7XglM6JL7U

(2019, Deutsch) https://www.youtube.com/watch?v=FqoSN2UmWIQ

(2018, Deutsch) https://www.youtube.com/watch?v=9IG6RbHLwho

(2017, Deutsch) https://www.youtube.com/watch?v=LBU2BDmV6Sw

(2017, English) https://www.youtube.com/watch?v=6IOH7b68byk,

(2018, English) https://www.youtube.com/watch?v=rnBAdnNIIXk

(2018, English) https://www.youtube.com/watch?v=01ofjPtBlk4

(2018, English) https://www.youtube.com/watch?v=HX6M4QunVmA

(2019, English) https://www.youtube.com/watch?v=lsbDsx1YCXE

(2016, English) https://www.youtube.com/watch?v=_X5UVFkkmKA

Wahnsinn oder Arroganz? Auf der Suche nach Lösungen

Beruhend auf dem Artikel von „heute.at“, 21. Januar 2019, zusammengefasst, gekürzt und mit Kommentar versehen: „Für Brexit-Zuspruch – May will heikle Irland-Frage neu verhandeln.“ – Gestern Nachmittag stellte die britische Premierministerin Theresa May (Konservative Partei) ihre weiteren Pläne für den Brexit vor, d.h. dem Austritt aus der EU, British-Exit. UK trat vor 40 Jahren der EU bei, damals war es nur eine Wirtschaft- und Zollunion, heute entwickelt die EU sich zur politischen Union, mit weniger Selbstbestimmung für die Mitgliedsstaaten.

Die EU beruht vor allem auf 4 Freiheiten:
1. Freiheitheit im Personenverkehr: Alle EU-Bürger/innen können sich frei innerhalb der Europäischen Union bewegen, sich niederlassen und eine Arbeit annehmen. Es gibt keine Binnengrenzen mehr, wobei die EU-Außengrenzen allerdings kontrolliert werden sollten.
2. Freier Warenverkehr – die Waren können EU-weit ohne Zoll und Grenzkontrollen gehandelt werden
3. Freier Dienstleistungsverkehr – jede Firma kann EU-weit ihre Dienste anbieten
4. Freier Bankenverkehr – jeder EU-Bürger kann EU-weit die Bank seiner Wahl benützen

Vor allem widersetzte sich GB in den letzten Jahren der Freiheit im Personenverkehr: aus allen Ostblockstaaten strömten Menschen nach Polen, und über Polen als billige Arbeitskräfte unkontrolliert nach Großbritannien, da die Briten als einzige in der EU sofort alle Grenzen für sie offen gehalten haben. Dazu kamen Massen von Menschen (z.B. aus Afrika, Indien, Pakistan, Asien…) aus den ehemaligen britischen Kolonien. Wie in den USA, gibt es leider in GB keine Ausweispflicht, das heißt einmal im Land, kann keiner mehr sagen, wer denn eingereist ist. Die Folge in den letzten Jahren: alle paar Monate schwere Bombenattentate durch islamische Fanatiker, explodierende Kriminalität, Arbeitslosigkeit und sinkende Löhne, ein finanzieller Crash des britischen Sozialsystems. Der absolute Gipfel der Unverschämtheit war jedoch, als die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel 2015 (um Obama zu gefallen?) 1 Million „Asylsuchende“ von überall her unkontrolliert nach Europa (Deutschland) einließ und dann hinterher von den EU-Ländern – auch den Briten – verlangte, solche Asylsuchende ebenfalls aufzunehmen bzw. den Deutschen wieder abzunehmen. Menschen – meist Muslime – die nicht nur aus Irak oder Syrien stammten, sondern aus dem ganzen Mittleren Osten, Afrika, Pakistan, Afghanistan oder Asien.

Großbritannien ist nicht nur Teil Europas, sondern politisch und wirtschaftlich eng durch den „Commonwealth“ mit den ehemaligen Kolonien verbunden, das sind z.B. Kanada, Australien, Neuseeland u.a. Die Briten blickten von jeher eher auf das Meer, als auf den Kontinent.

GB verweigerte die weitere Aufnahme von „Asylwerbern“ und immigrierende ost- oder südeuropäische Arbeitskräfte, da das Land durch die vielen Fremden nicht mehr wiederzuerkennen war. Nach Drohungen der EU – vor allem durch Deutsche – führte man in GB 2016 eine Volksabstimmung durch, die mit (nur) 51% für den Austritt ausging – und seitdem werden die anderen 49%, die in der EU bleiben wollten (vor allem Schottland, Nordirland, Gibraltar) im britischen Parlament nicht mehr berücksichtigt.

Entweder kommt man mit der EU zu einer Einigung und behält zumindest den freien Warenverkehr bei, oder aber es kommt zu einem „ungeordneten Brexit“ ohne Vertragsabschluss. In diesem Falle gibt es keine Regelungen, was ab 30. März 2019 mit Studenten, EU-Ausländern oder Briten, Forschungsgeldern, Wissenschaftlern, neu eingeführten Zöllen, Bankgeschäften, laufenden Handelsgütern geschehen soll. Es müssten sofort 25% Zoll auf alle Waren gelegt werden, Pässe, Papiere und Visa ausgestellt werden, außerdem schuldet GB der EU Milliarden Euro an Gelder für das Budget und sowohl britische als auch europäische Firmen befürchten schlimmste finanzielle Verluste (z.B. werden 1/3 aller deutschen Autos nach GB verkauft). Zwischen dem britischen Nordirland und der Republik Irland als auch zwischen Gibraltar und Spanien gäbe es wieder eine Grenze.

Die EU hat eine Reihe von Maßnahmen für einen ungeordneten Brexit ausgearbeitet. Man sagt, viele wollten innerhalb der EU den Briten den Austritt unglaublich schwer machen, damit keine weiteren EU-Staaten austreten. Die EU besteht auf ihre 4 Grundregeln, und will, dass GB nicht nur stattdessen einen Freihandels-Vertrag unterzeichnet. Zumindest will sie eine Zollunion (womit sie GB weiterhin die Art von Geschäften oder Sanktionen vorschreiben könnte) und andere wirtschaftliche Zugeständnisse im Austausch dafür, dass Irland eine offene Grenze zu Nordirland behalten darf. Der im Fachjargon genannte „Backstop“ sieht vor, dass das Vereinigte Königreich in einer Zollunion mit der EU bleibt, oder zumindest die nächsten 2-3 Jahre verbleibt, wenn keine andere Vereinbarung getroffen wird. Das mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen war vor allem deswegen vergangene Woche mit überwältigender Mehrheit vom Parlament in London abgelehnt worden.

Warum die Eile, warum Austrittsdatum 30. Marz 2019? Die EU führt in April EU-weite Wahlen durch und möchte, dass ab da die Briten nicht mehr mitabstimmen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die weiteren Verhandlungen eingeläutet. Eine Sonderregelung der Briten allein mit Irland lehnt die EU ab. Die britische Premierministerin Theresa May will aber die schwierige Irland-Frage aus den Brexit-Gesprächen erneut zur Sprache bringen. May wolle in dieser Woche Gespräche mit britischen Abgeordneten und Parteien führen, vor allem aus dem Regierungslager der Konservativen und der nordirischen DUP, um auszuloten, wie eine „größtmögliche Unterstützung“ ihrer Ideen erreicht werden könne, so May weiter. Mit dem Ergebnis wolle sie anschließend die EU konfrontieren. May widersprach Medienberichten, wonach sie das „Karfreitagsabkommen“ ändern will, um das Problem mit einer Grenze in Irland nach dem Brexit zu lösen. Das Abkommen hatte vor gut 20 Jahren den blutigen Konflikt in Nordirland beendet.

Für die Europäer wirkt alles wie ein schleichender Niedergang der gemeinsamen europäischen Idee. Die einen wollen eine schwache föderale Struktur der EU mit starken Einzelstaaten basierend auf den traditionellen individuellen Nationen, die anderen einen europäischen Zentralstaat mit schwachen einzelnen Staaten und möglichst gar keine einzelnen traditionellen individuellen Nationen mehr. Letztere tun alles, um durch geförderte Massenimmigration von möglichst Kulturfremden im Sinne von „linkem Multi-Kulti“ die Nationen und das Zugehörigkeitsgefühl zu einzelnen Völkern und Traditionen auszulöschen. Die kollektive Reaktion darauf ist der Aufstieg besonders konservativer, traditioneller, patriotischer und nationaler Kreise in ganz Europa und wachsender (tiefenpsychologisch im Kollektiv entspringender) Hass auf alle, die die althergebrachten Nationen, Völker, Traditionen und Normen (zer-)stören. Europa wird zutiefst gespalten. Es ist auch nicht hilfreich, wenn die USA sich von Europa abwendet – denn der bisherige militärische, politische und wirtschaftliche Vasallenherr, der alle unter seiner Kontrolle und seinem Zwang vereint hatte, entlässt seine Vasallen in eine Freiheit, die jeden wieder einzelne Wege gehen lässt, und die Vasallen wieder miteinander in Streit und Konflikte geraten lässt. In eine Welt, in der andere aufsteigende Großmächte wie China gerade dabei sind, gefährlich zu werden.

https://www.heute.at/welt/news/story/Theresa-May-stellt-Parlament-Plan-B-fuer-Brexit-vor-53423435 [aus dem Web: 22.1.2019]

„„Die Strengen sind nicht frei, sondern sie sind Sklaven: Sklaven des Gesetzes.“ Das sagte Papst Franziskus an diesem Montag bei seiner Frühmesse im Vatikan. (…) Die Strenge ist keine Gabe Gottes. Die Milde sehr wohl; auch die Güte, das Wohlwollen, auch das Vergeben. (…) Hinter der Strenge versteckt sich immer etwas; in vielen Fällen ist das ein Doppelleben, aber da ist auch etwas Krankhaftes. (…)“
Hinter der Strenge steckt der Hochmut, sich gegenüber anderen als gerecht, jedenfalls gerechter, besser zu halten. Franziskus: „Möge der Herr sie spüren lassen, dass er Vater ist und dass ihm die Barmherzigkeit gefällt, die Zärtlichkeit, die Güte, die Milde, die Demut.“

Aus: Radio Vatikan, vom 24.10.2016: „Papstmesse: Wer streng ist, heuchelt, oder ist krank.“ Online:
http://de.radiovaticana.va/news/2016/10/24/papstmesse_%E2%80%9Ewer_streng_ist,_heuchelt_oder_ist_krank%E2%80%9C/1267342, aus dem Web am 14. Dezember 2017
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Viele Menschen sind geistig so verbohrt, vernagelt und verbissen, dass sie meinen, alles was vorgeschrieben erscheint, bis auf das i-Tüpfelchen erfüllen zu müssen – ja selbst die Spielräume, die sie gesetzlich hätten, werden von ihnen „aus Prinzip“ nicht ausgeschöpft. Den Mitmenschen wird nicht geholfen, nein, man reicht ihnen aus Hartherzigkeit noch den Strick um sich aufzuhängen. Selbstverständlich haben sie auch immer recht und sind persönlich unfehlbar, und anderen Mitmenschen zu vergeben ist unvorstellbar für sie. Nicht mal deren kleinen Laster und Sünden.

Wieso auch, müssen sie sich ja selbst so anstrengen, um unfehlbar zu erscheinen. Was im Grunde keiner von ihnen verlangt hat, aber…

Es ist natürlich auf viel bequemer, sich auf andere zu berufen, auf vorgegebene Prinzipien, nie selbst zu entscheiden, nie selbst verantwortlich zu sein. Das ist der beste Weg für denkfaule und träge Menschen. Man kommt so auch gar nicht in die Lage, Fehler zu begehen, oder? Denn wo andere Tag für Tag flexibel je nach Situation selbst nachdenken und Entscheidungen treffen müssen, berufen die Denkfaulen sich auf Anweisungen von oben. Sie erwähnen dabei nicht ihre Ermessensfreiräume und nicht, dass sie diese Anweisungen so interpretieren, wie sie ihnen gelegen kommen, um gegenüber anderen mit mehr Macht und Glanz auftreten zu können.

Wer keine Fehler macht, kann nichts dazulernen, und wer keine Schwächen überwinden kann, kann innerlich nicht wachsen. Wer sich selbst für vollkommen hält, ist in Wahrheit klein, unbedeutend und unfähig, zu wachsen, sich zu entwickeln, zu lernen, So ein Mensch ist entscheidungschwach, wenig intelligent, vermeidet Herausforderungen, ist dabei aber selbstgerecht bis grausam und wenig sozial. Somit sind sie wahrlich als selbstherrliche Perfektionisten und selbstgerechte Fanatiker keine Kandidaten für den Einzug in den Himmel oder in ein Paradies.

Ja, wenn wir Kinder erziehen, müssen wir auch manchmal auf die Einhaltung von Regeln bestehen, denn sie geben den Kindern auch Halt. aber diese Regeln sollen die Kinder durch eine überstrenge Auslegung auch nicht ersticken, verkümmern lassen, sie geistig deformieren, ihnen das Rückgrat brechen. Regeln und Gesetze sind dazu da, der Gesellschaft ein Rüstzeug zum besseren Funktionieren zu geben, aber nicht um das eigene Denken zu unterbinden und die Menschen zu gehorsamen Marionetten zu erziehen.

Oder wie Jesus einstmals in Hinblick zu den jüdischen Pharisäern gesagt hat: „Das Gesetz ist für die Menschen da, und nicht die Menschen für das Gesetz.“

Das andere Extrem ist die Konsequenzlosigkeit bei absichtlichen Verstößen und das ausbrechende Chaos, wenn nur noch Milde, Güte und Nachsicht existiert und keiner die Folgen seines Handelns – oder Nichthandelns – tragen muss. Die Gesellschaftsstruktur würde in sich zusammenfallen wie Pudding, da es nichts gibt, was sie trägt. Könnte das Universum existieren, ohne seine grundlegenden pysikalischen Gesetze als formende Struktur?

Daher gibt es auch im „Kabbalistischen Lebensbaum“ drei Säulen: die Säule der Strenge, die Säule der Milde und die mittlere Säule von Liebe und Weisheit, die der Mensch geistig empor geht, dabei gleichzeitig weise und liebevoll zugleich die Balance zwischen Strenge und Milde haltend.

Einleitende Worte

Ich finde es erstaunlich, wie die Wissenschaft sich so beharrlich dagegen wehrt, Dinge die seit Jahrtausenden praktiziert werden, ordentlich zu untersuchen. Damit meine ich: vorurteilslos und offen, und immer in Erinnerung befindlich, dass die Menschheit im Jahre 2014 noch immer nicht alles gefunden, erfunden und entdeckt hat, oder Geräte und Messinstrumente gebaut hat, was das Universum so an Möglichkeiten bietet. Denn obwohl man als Wissenschaftler davon ausgehen sollte, IST DEM NICHT SO, es wird beharrlich so getan, als wäre heute alles bereits entdeckt, erfunden und gebaut, was möglich wäre. Und der Rest des Universums mit seinen potentiell noch nicht entdeckten Gesetzmäßigkeiten ist – pfui, Einbildung, und wer sich hier beschäftigt, ist ein Scharlatan. – Okay, sagte man auch über Robert Koch und zu dem Erfinder der Pockenimpfung. Habt ihr das auch schon erlebt, wie die Herrschaften mit süffisantem Grinsen, die Augen verdrehend, sich halb abgewandt haben, den geistigen lächerlichen Troll bemitleidend, der sich gar zu einer Theorie aufgeschwungen hat „die einfach lächerlich ist“?

Nun gut, ich tröste mich damit, dass das Internet offenbar nichts mehr vergisst und überlasse daher meine Gedankengänge dem Cyberspace und der virtuellen Unendlichkeit. Und euch Lesern, die ihr hier zufällig gelandet seid. Oder auch nicht ganz zufällig.

Ich beginne bei einem meiner Lieblingsthemen, den Gedankenwellen.

 

Nervensystem, Gehirnzellen und Gedankenwellen

Der Mensch existiert als Summe seiner Zellen und denkt als Summe seiner Gehirnzellen – was so nicht ganz stimmt, denn offenbar ist außer dem Zentralnervensystem (ZNS; auch Somatisches Nervensystem) und dem Vegetativen Nervensystem (VNS, auch Viszerales Nervensystem genannt) noch anderes an Zellen mitbeteiligt. Traumatische Erfahrungen und Erinnerungen schlagen sich nicht nur in der Gehirnstruktur nieder, sondern auch z.B. in den Organen, sogar in Zellverbänden. Warum? Weil der Mensch auch als Summe seiner Zellen (oder aller Teilchen) FÜHLT und DENKT. Bewusst oder unbewusst.

Hier ein Bespiel, wie etwa das Herz herangenommen wird, zum Thema „Broken-Heart-Syndrom“, siehe Spiegel online vom 21.8.2012, „Seele und Herz: Die Tintenfischfalle“, von Catalina Schröder.  http://www.spiegel.de/spiegelwissen/diagnose-gebrochenes-herz-das-broken-heart-syndrom-a-851025.html, aus dem web am 3.6.2014. – In Ägypten war z.B. das Herz der Sitz der Gefühle und der Gedanken, nicht das Gehirn.

Das Somatische NS ermöglicht willkürliche und bewusste Reaktionen, wohingegen das Vegetative NS normalerweise unbewusst aber autonom ablaufende Vorgänge im Körper steuert, z.B. Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel, wobei der Hypothalamus eine wichtige Rolle spielt.  Aus Wikipedia zum Stichwort „Vegetatives Nervensystem“, online am 3.6.2014: „Die vegetativen Funktionen können normalerweise nicht durch das Bewusstsein direkt kontrolliert werden. Über das VNS regulierte Körperfunktionen wie Pulsrate, Blutdruck oder Muskeltonus werden allerdings indirekt über will- und unwillkürliche Aktivitäten beeinflusst. (…) Eine subtile Beeinflussungsmöglichkeit besteht über bewusst gestaltete oder wie im Traum auftretende Vorstellungen von körperlicher Aktivität oder Inaktivität einschließlich ihrer gefühlsmäßigen Aspekte (bekanntestes Beispiel: Albträume). Bekannte vegetativ wirksame Verfahren sind z. B. Zazen, Yoga, Taijiquan, Biofeedback, Autogenes Training und Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR). Weitere Einflussmöglichkeiten auf das vegetative Nervensystem sind hypnotische und andere mentale Techniken, die auf das Unterbewusstsein wirken.“

Man weiß heute, dass man mit äußeren Hilfsmaßnahmen (z.B. Monitore, Meßgeräte, Visualisationshilfen) und einiger Übung sehr wohl bewusst lernen kann, solche autonomen bzw. vegetative Funktionen im Körper zu beeinflussen, d.h. bewusst gedanklich (mit dem Großhirn) zu steuern. Die heutige Forschung geht dahin, dass man mit Gedanken (d.h. Gedankenwellen) bewusst Geräte steuert, z.B. Körperprothesen. In der „Kronenzeitung“, Rubrik Wissen, vom 28.5.2014 (aus dem Web am 3.6.2014) finden wir den Artikel „Tests im Simulator: Forscher steuern Flugzeuge nur mit Gedankenkraft“ (von: wed), http://www.krone.at/Wissen/Forscher_steuern_Flugzeug_nur_mit_Gedankenkraft-Tests_im_Simulator-Story-406126. Darin wird beschrieben, wie ein Pilot ohne Steuerknüppel, nur mit einer aufgesetzten weißen EEG-Haube voller angeschlossener Messelektroden, quasi per „Brainflight“ in einem Cockpit eines Flugsimulators geradezu problemlos ein Flugzeug fliegt und landet. Ein Team um Florian Holzapfel an der TU München untersucht im Rahmen des von der EU geförderten Projekts „Brainflight“ die Möglichkeit von EEG-unterstützter Flugsteuerung, wobei in der Hirn-Computer-Schnittstelle genau jene klar definierte elektrische Impulse des Gehirns erkannt werden, die zur Steuerung nötig sind. Ein noch ungelöstes Problem stellt bisher das erforderliche Feedback dar, wenn ein Pilot z.B. ein Flugzeug zu stark beansprucht – bislang musste der Pilot für so eine Steuerung mit großem körperlichen Krafteinsatz agieren.

Dennoch erkennen wir, dass es nicht unmöglich ist, Gedankenwellen – d.h. vom Körper erzeugte elektromagnetische Wellen – außerhalb des Körpers zu messen und etwas tun zu lassen. Gehen wir einfach davon aus, dass der Mensch Beta-, Alpha-,Theta- und Delta-Wellen aussendet, die für uns messbar sind (vielleicht auch noch Wellen, die wir heute noch nicht messen können). Im Grunde arbeitet jede Zelle eletrochemisch, und kommuniziert elektrochemisch, d.h. mit elektromagnetischen Wellen bzw. Schwingungen (oder – mittels Quanteninformationen, wenn man dies gedanklich weiterführen will). Und wie bei jeder stromführenden Leitung und jedem stromführenden Gerät fließt ein Teil der Elektrizität auch außerhalb des Trägermediums, als Halo oder „Aura“, sich immer weiter nach außen ausbreitend (und dabei schwächer werdend). Menschen interagieren mit der Umwelt, sie  sind prinzpiell SENDER von Energien als auch EMPFÄNGER von Energien, besonders von solchen, für die eine natürliche Resonanz besteht. (Was in etwa Phänomene wie Rutengehen und Wasserfühligkeit erklärt – Menschen reagieren z.B. auf Wasser, weil sie selbst zu 65% aus Wasser bestehen – , oder so etwas wie Psychometrie, oder Telepathie oder auch Telekinese.) Ich behaupte mal, dass Zellen auf alle elektromagnetische Wellen reagieren (selbst wenn sie unter der bewussten Wahrnehmungsschwelle bleiben, d.h. unbewusst bleiben), oder zumindest auf solche, mit denen wir in unserer Ecke des Universums ab und an in den letzten paar Milliarden Jahren Evolution konfrontiert worden sind. Für die wichtigsten Wellen wurden körperliche Sinne entwickelt, und das Gehirn dazu erschaffen, sie bewusst als „Reiz“ wahrzunehmen, wobei viele Spezies sich darin unterscheiden, welche Bereiche vom Spektrum sie präzise erkennen und welche nicht. Die grundlegende Basis aller Wahrnehmung, aller Kommunikation beruht auf elektromagnetische Wellen bzw. Energiefelder, „von denen wir Menschen uns im Gehirn ein fiktives Bild erschaffen“, welches uns als „rein gedankliche Maske“ für auswertbare Informationen, Bedienung und Handlungen (Aktion-Reaktion) dient. Um mit unserem „Umfeldbild = Innenweltbild“ zu interagieren, erzeugen und bündeln wir unsererseits Energien. Wir kleiden sie ein in gedankliche Masken (Info-Pakete, Bilder) und als rationaler Überbau benennen wir sie auch noch. Telepathie z.B. funktioniert, wenn wir uns vom symbolischen bzw. rationalen Wort-Symbol lösen und zurückgehen zur bildlichen imaginären Maske, und wenn dann möglich, reine Gedankenwellen für ein reines energetisches Universum, sprich Quantenenergie oder noch feiner, benützen.

 

Beta-, Alpha-, Theta- und Delta-Wellen

Zu den uns bekannten und messbaren Gedankenwellen, die wir in unseren Zeiten von Wachheit bis Tierschlaf produzieren, zitiert aus Wikipedia, Stichwort „Schlaf“, aus dem Web am 3.6.2014:

  • „Aufmerksamkeit: Betawellen (14 bis 30 Hz),
  • entspannt mit geschlossenen Augen: Alphawellen (8 bis 13 Hz),
  • Stadium I (leichter Schlaf, kurz nach dem Einschlafen): Das Gehirn geht von den Alphawellen über zu Thetawellen (4 bis 7 Hz). Die Muskelspannung wird reduziert und das bewusste Wahrnehmen der Umgebung entschwindet langsam.
  • Stadium II: In dieser Phase treten Thetawellen weiterhin auf, dazu kommen jetzt sogenannte Schlafspindeln und K-Komplexe. Dieses Schlafstadium wird im Laufe eines 8-Stunden-Schlafes zunehmend länger und nimmt mehr als 50 Prozent des Gesamtschlafes ein.
  • Stadium III (Übergang in den Tiefschlaf): Deltawellen (0,1 bis <4 Hz – langsame Wellen mit hoher Amplitude) treten nun in den Vordergrund (20 bis 50 Prozent der gemessenen Hirnwellen), die Muskelspannung nimmt weiter ab.
  • Stadium IV (Tiefschlaf): Deltawellen machen nun mehr als 50 Prozent der gemessenen Gehirnwellen aus. Es ist die tiefste Schlafphase, entsprechend desorientiert und verschlafen wirken Schläfer, die jetzt geweckt werden. In dieser Schlafphase treten jedoch Phänomene wie Schlafwandeln und Sprechen im Schlaf auf. Die Trennung zwischen den Stadien III und IV ist nicht eindeutig festgelegt, sodass sie oftmals zusammen betrachtet werden.“

Kurze Erläuterung dazu: wenn die Gehirnzellen unkoordiniert sind, und die einzelnen Bereiche quasi tun, was im Wachzustand bei vollem Bewusstsein und in Konzentration eben zu tun ist, wird die Frequenz höher, aber die Wellenlänge kürzer. Je ruhiger der Mensch und näher dem unbewussten Tiefschlaf, desto geringer die Frequenz, aber desto länger und weitreichender die Wellenlänge (bis sie gegen unendlich geht?), desto weiter reicht die ausstrahlende „Aura“… Menschen in leichter Trance bzw. im entspannten Zustand senden vermehrt Alphawellen aus, Menschen in tiefster Meditation Theta- und Deltawellen.

 

Etwas Physik zum besseren Verständnis

Die bei Schwingungen aufgezeichnete Amplitude (maximale Auslenkung rauf oder runter, Berg oder Tal, y-Achse) entspricht der „Intensität“ der mitgeführten Energie (z.B. Licht: je strahlender, desto höhere Amplitude; je matter und grauer, desto niedriger). Die Periodendauer oder Wellenlänge entspricht der maximalen Ausdehnung der Schwingung auf der x-Achse. (Diese ist verantwortlich dafür, welche Sinne z.B. diese Wahrnehmung aufgreifen und auf sie reagieren.)

Hertz ist die physikalische Einheit für Frequenzen; und diese geben an, wieviele „zeitliche Zustandsveränderungen“ oder „Schwankungen von einem Mittelwert“ (= Schwingungen, Oszillationen) pro Sekunde in einem Signal ablaufen. Die Frequenz (von lat. „frequentia“, Häufigkeit) ist ein Maß dafür, wie schnell periodische Wiederholungen (= Schwingungen) aufeinander folgen, wie „schnell“ die einzelnen Perioden aufeinander folgen, wie „klein“ die Wellenlänge ist. Die Frequenz (f) eines sich regelmäßig wiederholenden Vorgangs ist definiert als der Kehrwert der Periodendauer (T), in Sekunden =>  f = 1/T  .  Als „Signale“  werden Schwingungen bezeichnet, die der Informationsübermittlung dienen, während die räumliche Ausbreitung einer Schwingung bzw. „Störung“ als Welle bezeichnet wird. Mechanische Schwingungen an Körpern nennt man hingegen Vibrationen.

Wellen transportieren durch ihre Ausbreitung Energie. Man unterscheidet mechanische Wellen, die stets an ein Medium gebunden sind, und durch ihre Umgebung (Reibung!) immer mehr Energie verlieren => mit daher kleiner werdenden Amplituden (bei gleichbleibender Wellenlänge), bis sie zum Stillstand kommen; und Wellen, die sich auch im Vakuum ausbreiten können und dort (weil ungebremst) mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind (z.B. elektromagnetische Wellen, Materiewellen, Gravitationswellen). Je höher die Frequenz, desto kürzer die zeitliche Periodendauer bzw. Schwingungsdauer der Welle (in der sich der Zustand der Schwankung wiederholt),  d.h. desto kürzer die räumliche Wellenlänge, – und umgekehrt. Das menschliche Ohr nimmt z.B. Schallwellen zwischen 20 – 20.000 Hz wahr, unser Sehsinn nimmt ein Lichtspektrum zwischen 400-750 THz wahr. Das menschliche Herz in einem ruhenden Körper hat hingegen eine Pulsfrequens von nur 1-1,5 Hz. Wie bereits erwähnt: je geringer die Frequenz, desto weiter reicht die Wellenlänge… (! f = 1/T !).  Radiowellen mit 1 Mhz haben eine Wellenlänge (= 1 Schwingung!) von 300 Metern.  (Frequenzen zwischen ca. 100 kHz und einigen GHz werden in der drahtlosen Kommunikation in Frequenzbänder aufgeteilt (Langwelle, Mittelwelle, UKW , …). (Vgl. dazu Wikipedia zu den Stichworten: Frequenz, Schwingungen, Welle, Hertz, aus dem Web am 3.6.2014.) Aber ich bin sicher, Leute die sich professionell mit Physik befassen, können dies alles viel besser erklären.

 

Neueste Forschungen und alte Meditationspraxis

Nun betreibt die Forschung auch Studien, um gezielt Menschen mit Strom – elektromagnetische Wellen – zu manipulieren. Man fand z.B. heraus, wenn man Menschen ein entwickeltes Gerät um das Hinterhaupt legt und damit z.B. bestimmte Gehirnregionen elektrisch mit bestimmten Frequenzen stimuliert, die störenden Betawellen dabei ausblendet und wie bei einem MRT die Gehirnzellen zu mehr Koordination zwingt, können Menschen z.B. viel leichter und rascher mathematische Aufgaben lösen – Aufgaben, die zuvor schwer fielen oder gar nicht gelöst hätten werden können.  Man kann das damit vergleichen, dass die Menschen in eine Art Alpha-Zustand oder darüber hinaus gezwungen werden und die Gehirnzellen sich zu einer (einzigen) Aufgabe ohne störende Ablenkungen durch Reize fokussieren. Wohin auch diese Forschung immer führen mag…

Man weiß, dass Menschen die viel meditieren ein gutes Immunsystem mit starken Regenerationskräften aufweisen, Krankheiten werden vermindert, Alterung eingebremst, Stress wird abgebaut. Sie haben bewusst gelernt, sich für autogenes Training in den Alpha-Zustand zu begeben und für tiefe Meditation in einen Theta- oder Delta-Zustand, ohne richtig einzuschlafen. Andererseits weiß man, dass Menschen die eben nicht durchschlafen können, oder durch Drogen- und Alkoholkonsum nicht schlafen können, oder durch Depressionen, immer depressiver, müder und krankheitsanfälliger werden. Probleme werden innerlich nicht verarbeitet, die Verstandesschärfe lässt nach. Schlafmangel reduziert die Leistungsfähigkeit. Warum muss der Mensch eigentlich schlafen? Der Zusammenhang ist doch augenfällig! Im Tiefschlaf produziert der Körper jene Energien und Wellen, die der Mensch zur Regeneration benötigt! (Gleichzeitig ermöglicht der Tiefschlaf dem Unterbewusstsein, der Seele, den menschlichen engen körperlichen Radius zu verlassen, das Raum-Zeit-Gefängnis, und sich geistig/energetisch ins Unendliche auszudehnen…) Man sollte dabei das Prinzip „Innen = Außen“ nicht außer acht lassen. Das Universum tragen wir (als holistischer Teil des Universums) nicht UM uns, sondern IN uns. Erhalten wir somit Energie von außen oder von innen? Diese Frage stellt sich, richtig verstanden, gar nicht.

 

Anwendung von geistigen Energien

Geht man von z.B. fernöstlichen Traditionen aus, so können wir Menschen durch bestimmte Praktiken und Meditationen Energien – Chi oder Ki –  ansammeln, zu bestimmten Zwecken bündeln und sogar gezielt aussenden. Im Shaolin Kloster oder bei indischen Fakiren mag das zu besonderer Selbstbeherrschung oder Unverletzlichkeit führen, zu telekinetischen Effekten, oder zur Möglichkeit, eigene Heilkräfte nicht nur zu stimulieren (autogenes Training, Akupunktur usw.) sondern auch an andere zu übertragen wie z.B. bei Rei-Ki. Der andere Körper, der kranke Mensch, so kann man sich das vorstellen, nimmt die übermittelte Energien auf – die denen im Theta- oder Delta-Zustand ähneln – und verwendet sie unbewusst dazu, sich selbst damit zu regenieren. (Krankheit und Schwächezustände sind immer Symptome für einen geschwächten eigenen Energiezustand, weshalb auch immer – Traumata, schlechtes Gewissen, unbearbeitete Konflikte, Stress, selbstverschuldete karmische negative Disharmonien, ungesunde Lebensweise… spielen dabei auch eine Rolle.) Nicht nachweisbar?? = Doch! In der UdSSR in den 50er Jahren wurde bei den von Heilbegabten Behandelten ein leichter Temperaturanstieg gemessen. – Meist wird ein so behandelter Kranker jedenfalls instinktiv müde und möchte selbst etwas schlafen… nach einer kurzen aufgekratzen Phase. Inwieweit aber solche energetische Behandlungen von Dauer sind und nicht einfach langfristig „verpuffen“, wenn obige Ursachen dahinter nicht behoben werden und der Mensch nicht selbst innerlich an seiner Genesung mitarbeitet, muss offen bleiben.

 

Nachwort

Wenn wir das alles wissen, oder mit etwas gutem Willen wissen könnten, so wäre es möglich, eines Tages Geräte zu konzipieren, die genau solche Schwingungen und Wellen und Frequenzen erzeugen, die den menschlichen Körper maximal zur Selbstheilung anregen. Wenn die Leute schon selbst nicht regelmäßig kontemplieren, meditieren oder beten wollen. Nur – warum muss immer alles zuerst für das Militär und dann für den Profit erfunden und erforscht werden, frage ich mich, und mit viel Glück sickert es mal nach 2-3 Generationen auch zum Volk durch… Vielleicht kommt der Tag, an der nicht nur Fingerabdrücke und genetische Reste etwas am Tatort verraten sondern auch Psychometrie… „Erkenne dich selbst“, hieß es am Apollon-Tempel in Delphi. (Dann erkennst du den Gott. – Weil er IN dir wirkt und lebt, sofern du es zulässt…)

Und vielleicht erzähle ich euch mal, wie man in der Theorie ganz leicht „beamen“ könnte, aber ich denke, das wäre für die Erde einfach – viel zu früh. – Oder sollte man vielleicht doch in Utah mal nachsehen?

 

 

 

 

 

 

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