Category: Religion, Geist und Esoterik


Sufis und Derwische

Die ersten Sufis (=Derwische) soll es nach muslimischer Überlieferung schon zu Lebzeiten des Pro­pheten Mohammed im 7. Jahrhundert gegeben haben. Sie sollen oft als einzelne Asketen und Aske­tinnen gelebt haben, mit dem Zentrum im heutigen Irak. Im 9. Jhd., in der Gegend von Persien und Türkei, entwickelte sich die Lehre hin zum poetischen frommen Lobpreis Gottes und der Suche nach intuitiver Gotteserkenntnis (Ma’rifa). Ziele waren die innere Liebe, die Vereinigung mit Gott und die Übergabe des individuellen Willens an den Willen Gottes. Der Perser al-Ghazālī (1058 -1111), der be­reits in Konflikt mit dem orthodoxen Islam kam, lehnte eine starre Dogmatik ab und lehrte den Weg zu einem Gottesbewusstsein, das aus dem Herzen entspringt. Der Lehre al-Ghazālīs gemäß besitzen die Menschen in ihrer Brust ein „feinstoffliches Herz“, das in der Welt der Engel beheimatet ist, und an dem man arbeiten muss, da es dem Menschen den Weg zurück ins Paradies weist.

Aus: Wikipedia: Die ersten Sufi-Ordensgemeinschaften (Tariqa) entstanden im 12. Jhd., heute vor al­lem verbreitet in Marokko, Mauretanien und Mali. Das Wort Sufi hat mehrere mögliche Herkünfte: vielleicht von arabisch ṣūf  = „Schurwolle“, das auf die wollenen Gewänder der Sufis hinweist; oder von ṣafā = „rein sein“ von Unwissenheit. Gemeint sind  Unwissenheit, Unkenntnis, Aberglauben, Dog­matismus, Egoismus und Fanatismus sowie frei von Beschränkungen durch die soziale Schicht, politi­sche Überzeugung, Rasse oder Nation. Andere, vor allem westliche Vertreter eines „universellen Su­fismus“, brachten das Wort Sufi (auch als Sofi als Bezeichnung für einen Weisen, der sich in’s An­schauen des Göttlichen versenkt, geschrieben) mit dem griechischen Wort sophia („Weisheit“) oder mit dem hebräischen Wort aus der Kabbala En Sof („es hat kein Ende“) in Verbindung. Die Jüdische Enzyklopädie (Bd. XI, S. 579 ff.) betrachtet die Kabbala und die Chassidim, die jüdischen Mystiker, als aus dem Sufismus entstanden, bzw. als mit ihm identische Tradition.

Klassische sufische Autoren wie al-Kalābādhī (gestorben zwischen 990 und 995) haben die Sufis au­ßerdem zu den sogenannten Ahl as-Suffa („Leute des Schattendachs“) in Beziehung gesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Personen, die sich zu Lebzeiten Mohammeds in Medina um ihn scharten und in erzwungener oder freiwilliger Armut lebten. Al-Kalābādhī vertrat die Auffassung, dass ein Sufi jemand sei, der den Ahl as-Suffa von seinem Charakter ähnele. Es wird außerdem be­hauptet, dass das Wort Sufismus auf die Leute der ersten (Gebets-)Reihe (ṣaff-i avval) hindeuten kann.

Vor allem in der Zeit unseres Mittelalters wurde der Sufismus als bedeutendster Teil des Islam ver­standen, und breitete sich von Indien, Zentral- und Südasien über Anatolien (Türkei), Irak, den Balkan bis Libyen, Sudannach Senegal aus, und zwischen 13. und dem 16. Jhd. entstanden vielerorts Zentren oder „Logen“ (zawiya, khanqah, or tekke) mit Schulen mit angeschlossenen Unterkünften, Küchen, Bibliotheken – auch für ärmere Schüler. Erst im 20. Jhd. gerieten die traditionellen Rituale und Dokt­rinen unter massiver Kritik – entweder durch Islamische Reformer, oder durch Nationalisten. Sie wur­den verdrängt, die Logen geschlossen oder gar verboten. Mitunter verschmolzen ihre sufischen Vor­stellungen, gemeinsam mit türkischen und persischen Vorstellungen, mit denen der Aleviten (z.B. in Zypern, Griechenland, Albanien, Bulgarien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Kosowo, und neuer­dings auch in den USA.) In Afrika finden wir Sufis in Ägypten, Tunesien, Algerien, Marokko und Sene­gal.

In der englischen Wikipedia finden wir ergänzende Erläuterungen wie folgt: „Historically, Sufis have often belonged to different ṭuruq or „orders“ – congregations formed around a grand master referred to as a wali who traces a direct chain of successive teachers back to the Islamic prophet, Muhammad. These orders meet for spiritual sessions (majalis) in meeting places known as zawiyas, khanqahs or tekke. They strive for ihsan (perfection of worship), as detailed in a hadith: „Ihsan is to worship Allah as if you see Him; if you can’t see Him, surely He sees you.“ Sufis regard Muhammad as al-Insān al-Kāmil, the primary perfect man who exemplifies the morality of God, and see him as their leader and prime spiritual guide.

All Sufi orders trace most of their original precepts from Muhammad through his cousin and son-in-law Ali, with the notable exception of one. Although the overwhelming majority of Sufis, both pre-mo­dern and modern, were and are adherents of Sunni Islam, there also developed certain strands of Sufi practice within the ambit of Shia Islam during the late medieval period, particularly after the forced conversion of Iran from majority Sunni to Shia:“(…)

„Sufis believe that by giving bayʿah (pledging allegiance) to a legitimate Sufi shaykh, one is pledging allegiance to Muhammad; therefore, a spiritual connection between the seeker and Muhammad is established. It is through Muhammad that Sufis aim to learn about, understand and connect with God. Ali is regarded as one of the major figures amongst the Sahaba who have directly pledged allegi­ance to Muhammad, and Sufis maintain that through Ali, knowledge about Muhammad and a connection with Muhammad may be attained. Such a concept may be understood by the hadith, which Sufis regard to be authentic, in which Muhammad said, „I am the city of knowledge and Ali is its gate“

Übersetzen wir zusammengefasst: die Sufis [arabisch auch: tasawwuf, in der Bedeutung von: „ein Sufi werden“] unterteilen sich in Orden, die sich um einen Großmeister sammelten, der in direkter Blutline auf erfolgreiche frühere Lehrer bis zu Mohammed zurückreichen. Diese Ordensmitglieder treffen sich regelmäßig zur Gottesverehrung. Mohammed wird als vorzüglicher herausragender Mann angesehen, ihr Anführer und spiritueller eigentlicher Lehrer ist und der beispielhaft die Güte und Größe Gottes widerspiegelt.

Alle Sufi-Orden führen ihre Lehren auf Mohammed und seinen Cousin und Schwiegersohn Ali zurück, obwohl die große Mehrheit von ihnen Sunniten sind. Neben Sufi-Praktiken gibt es auch schiitische Einflüsse, vermutlich aus dem Mittelalter stammend, als Iran zum Übertritt von den Sunni zur Schia gezwungen worden war.“

Sufis glauben, wenn jemand einen Scheich (= Lehrer) um Unterweisung bittet, er sich auch durch ihn an Mohammed wendet, und eine geistige Verbindung wird hergestellt. Durch Mohammed wird der Sufi belehrt und mit Gott verbunden. Ali als Schüler des Propheten wird als Hauptfigur und Beispiel solcher Verbindung gesehen, wie es aus den als authentisch betrachteten Hadithen hervorgeht, in denen Mohammed sagt: „Ich bin die Stätte des Wissens und Ali ist das Tor.“

Vor allem in der Zeit unseres Mittelalters wurde der Sufismus als bedeutendster Teil des Islam ver­standen, und breitete sich von Indien, Zentral- und Südasien über Anatolien (Türkei), Irak, den Balkan bis Libyen, Sudannach Senegal aus, und zwischen 13. und dem 16. Jhd. entstanden vielerorts Zentren oder „Logen“ (zawiya, khanqah, or tekke) mit Schulen mit angeschlossenen Unterkünften, Küchen, Bibliotheken – auch für ärmere Schüler. Die Namen der verschiedenen Orden leiten sich in der Regel von ihren Gründern ab, und sie haben auch eigene Embleme und Symbole.

Erst im 20. Jhd. gerieten die traditionellen Rituale und Doktrinen unter massiver Kritik – entweder durch Islamische Reformer, oder durch Nationalisten. Sie wurden verdrängt, die Logen geschlossen oder gar verboten. Mitunter verschmolzen ihre sufischen Vorstellungen, gemeinsam mit türkischen und persischen Vorstellungen, mit den der Aleviten (z.B. in Zypern, Griechenland, Albanien, Bulga­rien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Kosowo, und neuerdings auch in den USA.) In Afrika finden wir Sufis in Ägypten, Tunesien, Algerien, Marokko und Senegal.

 

Glaubensvorstellungen und Mystik

Das Streben eines Sufis gilt der Transzendenz, d.h. der Loslösung von Besitz, von sinnlicher Wahrneh­mung, individuellen Eigenschaften, vom eigenen Ego und die Auflösung in das eine, göttliche Prinzip. Damit ist das oberste Ziel der Sufis, Gott in diesem Leben so nahe zu kommen wie möglich und dabei die eigenen Wünsche zurückzulassen. Die transzendente Wahrheit muss erfahren werden, nicht nur intellektuell erfasst und verstanden werden. Dabei wird Gott oder die Wahrheit als „der Geliebte“ erfahren. Der Kern des Sufismus ist demnach die innere Beziehung zwischen dem „Liebenden“ (Sufi) und dem „Geliebten“ (Gott). Niedere Triebe und das Ego sollen in positive Eigenschaften und eine reine Seele verwandelt werden. Diese letzte Stufe, die mystische Gotteserfahrung als Zustand des Einsseins mit Gott (tauhid) als „unio mystica“,  bleibt jedoch ausschließlich den Propheten und den vollkommensten Heiligen vorbehalten. Über das eigene, gereinigte Selbst wird ein Weg in das unbe­wusste der Seele gesucht und von dort ein Tor zur Ebene des Göttlichen. Während die traditionellen Muslime auf ein Leben nach dem Tod und dem Jüngsten Gericht im Paradies hoffen, versuchen die Sufis die göttliche Präsenz bereits zu Lebzeiten zu erfahren, und damit in den vorirdischen, vorschöp­ferischen Zustand „fitra“ zu gelangen, dem Zustand der Reinheit und Unschuld.

Der Begriff Sufismus wurde 1821 in Deutschland geprägt. Ein Sufi bezeichnet sich selbst in der Regel nicht als solcher, vielmehr verwenden Sufis für sich Bezeichnungen wie „Menschen der Wahrheit“, „Meister“, die „Nahen“, „Suchende“, „Schüler“ oder „Reisende“. In der Regel lehnen sich die ver­schiedenen Sufi-Orden entweder an die sunnitische oder schiitische Lehre an, oder an beide an oder betrachten sich als eigene islamische Richtung. Die Vertreter eines „universellen Sufismus“ oder „pantheistischen Neo-Sufismus“ meinen, dass die Zugehörigkeit zum Islam keine Bedingung für den Sufi ist. Nach Meinung der Anhänger des universellen Sufismus existiert diese Form der Mystik aber schon seit Bestehen der Menschheit, damit schon länger als der geschichtliche Islam. In frühislami­schen Zeit lehnten einige Sufis ohnehin die Schari’a als Einengung des wahren Glaubens ab. Daher konnten auch westliche nicht-islamische Sufi-Ableger entstehen. Heute werden Sufis z.B. in Iran, Pa­kistan und Saudi-Arabien verfolgt. Islam-Fanatiker verübten Attentate und Selbstmordanschläge auf Sufis und deren Einrichtungen und heiligen Schreine. Die Wahabiten in Saudi-Arabien, die sogar die Gräber von Mohammed und dessen Verwandte und Anhänger zerstören ließen, verdammen Musik und Tanz und betrachten Sufis als gotteslästerliche Ketzer. – Die Derwische selbst sehen hingegen im „Dschihad“ allein den  Kampf eines jeden Einzelnen um sein eigenes Seelenheil und keine Aufforde­rung zum Krieg.

Der Begriff „Derwisch“ (darwīsch) leitet sich vom persischen Wort dar = Tor, Tür ab. Der von Persien bis Indien bunt gekleidete Derwisch wandert gewissermaßen über die Schwelle zwischen diesseitiger irdischer Welt und jenseitig göttlicher Welt hin und her. Der persische Begriff steht allerdings auch für „Bettler“, der von Tür zu Tür wandert. Oder auch für einen asketischen Mönch, Zauberer, Magier oder Fakir. In Ägypten oder in der Türkei arbeiten Derwische (Kadiri) oft z.B. als Fischer. Die uns be­kannten tanzenden Derwische in der Türkei sind dem Mevlevi-Orden zugehörig. Meist tragen typi­sche Derwische eine spitze Kappe (oder turmartigen Hut) und eine umgehängte Bettlertasche. Die Bektaschi, eine andere Gruppe (eng mit den Aleviten verwandt) konsumieren beim rituellen Mahl (sofra = „Tisch“) bei Zusammenkünften zu Salz und Brot auch Alkohol (Wein) und es gibt dabei keine Geschlechtertrennung. – Kann man sie wirklich zu den Muslimen zählen?

Auf seinem Weg durchwandert der Sufi oder Derwisch geistig folgende Stationen:

  1. Schari‘a („islamisches Gesetz“)
  2. Tariqa („der mystische Weg“)
  3. Haqīqa („Wahrheit“)
  4. Ma’rifa („Erkenntnis“)

(Bei den Aleviten kommt Ma’rifa vor Haqiqa, da das Göttliche die „einzige Wahrheit“ ist.) Das religi­öse irdische Gesetz Scharia regelt die individuellen Rechte zwischen den Menschen: „dein und mein“. Tariqa meint hingegen, wie etwa bei Derwischen oder in den Orden vorgesehen, jeden geschwister­lich und mit Liebe zu behandeln, und Freude wie Eigentum miteinander zu teilen: „meins ist deins und deins ist meins“. Fortgeschrittene Sufis der Stufe Haqiqa erkennen, das alle Dinge von Gott kom­men, wir gar nichts besitzen, sondern bestenfalls verwalten: „weder meins noch deins“. Auf dem Ni­veau der Erkenntnis (Ma’rifa) gibt es „kein ich und kein du“. Der einzelne erkennt, dass nichts und niemand von Gott getrennt ist. Dies ist das oberste Ziel des Sufismus.

 

Die Rose und die Liebe

Der Sufismus gebraucht oft das Symbol der Rose: die Dornen stehen für die Scharia, der Stängel für die Tariqa (der Weg), die Blüte für die Haquqa (Wahrheit) und der Duft für Ma’rifa, die Erkenntnis. „Hierbei lässt sich folgende Sichtweise der Sufis erkennen: Die Dornen schützen den Stängel, ohne sie könnte die Rose leicht von Tieren angegriffen werden. Ohne den Stängel haben die Dornen allein aber keinerlei Bedeutung; es ist deutlich zu sehen, dass die Sufis Schari’a und Tariqa unbedingt als zusam­mengehörig betrachten. Der Stängel ohne Blüte wäre nutzlos, und auch eine Blüte ohne Duft hätte keinen Zweck. Der Duft alleine ohne die Rose hätte aber ebenfalls keine Möglichkeit zu existieren.“

Der Mittelpunkt der echten sufistischen Lehre ist die Liebe (arabisch hubb, ‚ischq, mahabba), die im­mer im Sinne von „Hinwendung (zu Gott)“ zu verstehen ist. Die Sufis glauben, dass sich die Liebe in der Projektion der göttlichen Essenz auf das Universum ausdrückt. Dies lässt sich oftmals in den „be­rauschten“ Gedichten vieler islamischer Mystiker erkennen, die die Einheit mit Gott und die Gottes­liebe besingen. In der Symbolik des Sufismus steht der Wein für die Liebe Gottes, der Sheikh für den Mundschenk und der Derwisch für das Glas, das mit der Liebe gefüllt wird, um zu den Menschen ge­tragen zu werden.

Die Sufis glauben, dass Gott in jeden Menschen einen göttlichen Funken gelegt hat, der im tiefsten Herzen verborgen ist. Gleichzeitig wird dieser Funke durch die Liebe (Hinwendung) zu allem, was nicht Gott ist, verschleiert, genauso wie durch die Aufmerksamkeit gegenüber den Banalitäten der (materiellen) Welt, sowie durch Achtlosigkeit und Vergesslichkeit.

Der Perser al-Ghazālī (Abū Hāmid Muhammad ibn Muhammad al-Ghazālī, 1055-1111) bezeichnet die Liebe zu Gott als das eigentliche Endziel der Stationen auf dem Weg zu Gott. Als ihn selbst die Familie ablenkte und finanzielle Dinge plagten, fand er keine Ruhe und Stille, und die Weisheit war ihm ver­hüllt. Erst später konnte er dies ändern. Er sagt daher, dass nur Gott allein der Liebe (und Hinwen­dung) würdig ist; die Liebe zu Muhammad nennt er lobenswert, weil sie nichts anderes ist, als die Liebe zu Gott. Die Liebe zu den Gottesgelehrten und Frommen ist ebenfalls lobenswert, denn „man liebt diejenigen, die den Geliebten lieben“. Isa bin Maryam (Jesus, Sohn der Maria) wird im Islam oh­nehin als der „Prophet der Liebe“ gesehen. Die Liebe zu Gott ist das einzige, was wirklich zählt (und zählen sollte). Auch nicht Vorstellungen von göttlichen Strafen oder Belohnungen. – Man sah, wie man erzählt, die Mystikerin Rābiʿa al-ʿAdawiyya al-Qaisiyya (gestorben 801) in den Straßen von Basra, mit einem Eimer in der einen Hand und einer Fackel in der anderen. Gefragt, was das bedeute, ant­wortete sie: „Ich will Wasser in die Hölle gießen und Feuer ans Paradies legen, damit diese beiden Schleier verschwinden und niemand mehr Gott aus Furcht vor der Hölle oder in Hoffnung aufs Para­dies anbete, sondern einzig und allein aus Liebe zu Ihm.“

Einer der wichtigsten Vertreter des Sufismus war Muhyiddin Muhammad b. ‚Ali Ibn ‚Arabi (1165-1240) aus Murcia in Andalusien. Ibn ‚Arab war ein Lehrer, Philosoph, Mystiker und Poet. Von seinen 800 Schriften sind noch 100 erhalten, vor allem widmete er sich der Kosmologie, der Einheit in aller Schöpfung und der göttlichen Vereinigung. Er sagte selbst, seine Schriften wären von Gott isnpiriert.

 

Versammlungen und Meditation

Die spirituellen wöchentlichen Versammlungen, zu denen Sufis sich im Kreis sitzend oder stehend treffen,  mit Gebeten, Meditation, Musik, gewissen rituelle Körperbewegungen und Atemübungen, werden von einem Lehrer (Scheich oder Murschid) geleitet. Das waren ursprünglich vorbildliche, an­gesehene spirituelle Autoritäten. Das wurde später verdrängt durch die „Blutlinie als Erbe des Pro­pheten Mohammed“ verdrängt, die mehr und mehr Gewicht gewann. Der Scheich wurde nur noch als Vermittler und Fürsprecher betrachtet. Die unterrichtenden Sheiks erzählten und erzählen den Derwischen bei den Versammlungen Lehrgeschichten mit tiefgründigen Bedeutungen. Es soll dabei nicht (nur) die Verstandesebene angesprochen werden, denn die Sufi-Lehre besteht nicht nur aus der Theorie, sondern vielmehr aus dem inneren Begreifen und dem praktischen Handeln. Analog dazu sagen sie, dass es zwar viele Bücher über den Sufismus gibt; den Sufismus in den Büchern zu finden sei aber unmöglich. Analog dazu betrachten die Sufis einen Religionsgelehrten, der sein Wissen nicht praktiziert, als einen Esel, der eine schwere Last an Büchern trägt, die ihm aber nichts nützen, weil er schließlich nichts damit anfangen kann.

Durch tägliche Meditationen (dhikr) und geistige Übungen (chalwa) wollen Sufis Gott nahe kommen. (Dies wird im orthodoxen Islam sehr kritisch gesehen oder gar als Ketzerei und Gotteslästerung ver­dammt. Wer es unter strenggläubigen Muslimen wagt, zu behaupten, er hätte – oder sei – die „Wahrheit“, also Gott, wurde und wird öffentlich hingerichtet.) – Einen persönlichen Lehrer zu fin­den, ist für die eigene Entwicklung hilfreich. Es wird erwartet, vor allem in gewissen Orden, dass die Schüler ihrem Lehrer, lange Zeit dienen, selbst über den Unterricht hinaus. Zur Meditation rezitieren Sufis bestimmte Stellen aus dem Koran oder wiederhole göttliche Attributen (z.B. die 99 Beinamen Gottes). Denn die göttlichen Namen und Attribute sind über die gesamte Welt verteilt, und IN ihr. – Ein weiteres Mittel, um sich durch Dhikr weiter zu entwickeln, ist die Musik, die meist gesungen die Namen Gottes rezitiert, oder die Liebe zu Gott und zu Mohammed besingt. Kommen Sufis einem me­ditativen „unbewusst kreisenden, schaukelnden“ Zustand nahe, geraten sie mitunter in Trance. Ei­nige Sufigemeinschaften verletzen sich in Trance absichtlich, indem sie Wangen und Körperteile durchstechen, um ihr völliges Vertrauen in Gott unter Beweis zu stellen. Mevlevi-Derwische aus der Türkei (z.B.) drehen sich während der Meditation (dhikr bzw. Tanz, sema) um die eigene Achse, um in Trance zu geraten. Die Meditation als Mittel zur Vervollkommnung wird so geschätzt, dass man auch mitten in weltlichen Belangen immer wieder kurz innehalten und meditieren und beten solle. Eigent­lich soll das gesamte irdische Leben zu einem Gebet werden.

 

Der Sündenfall – Naqshbandiyya und Cemaat

In der Türkei war die AKP unter Recep Tayyip Erdogan ursprünglich eng mit der Fethullah-Gülen-Be­wegung verbunden, die er heute (nach 2015) als extremistisch, staatsfeindlich und terroristisch be­trachtet. Gülen, der neben 60 Bücher noch Essays und Gedichte schrieb, war ein Anhänger des Kur­den Said Nursi (1876-1960), der ein philosophisch-religiöser Wegbereiter des Islamismus als Antwort auf atheistischen Materialismus und Marxismus war. Gülen war ein erzkonservativer neoliberal ge­sinnter Prediger, der hunderte Privatschulen bis in die ehemals sowjetischen Turkstaaten, Pakistan und Malaysia gründete. Sein Einfluss existiert auch in Bosnien-Herzegowina, Kosowo, Albanien – auch in Deutschland. Außerdem gründete Gülen  zahlreiche Bildungsvereine, Radio- und TV-Sender, Zeitungen, Wohnheime, Gewerkschaften, Versicherungen, Unternehmungen und sogar zwei Kran­kenhäuser. Sein Netzwerk hat an die vier Millionen Anhänger.

Die Gülen-Bewegung wurzelt in der Sufi-Tradition, und zwar in der ursprünglich persischen Tradition der Naqshbandiyya (Siddiqiyya nach Abū Bakr as-Șiddīq als angeblicher Lehrer-Vorfahr). Dieser Orden unterscheidet sich allerdings von allen anderen Sufi-Orden dadurch, dass er sich in die sozialen und politischen Angelegenheiten einmischt.  Die Einflussnahme und Steuerung  der Politik im Sinne der Scharia waren immer für den Orden wichtig. Seit ihrer Entstehung im 13. Jh. verzichtete dieser Orden auf Musik, Tanz und Gesang in ihren Zeremonien, sie verrichteten schweigenden ihre dhikr. Es gab eine enge Beziehung zwischen Meister und Jünger durch eine „gegenseitigen Versenkung“, bei der der Jünger das Bild seines Meisters in seinem Herzen behält. Der Meister ist für ihn wie ein Spiegel, der den Propheten reflektiert und durch ihn strömt das göttliche Licht weiter zu ihm hin. Ein weiteres Merkmal bildeten private Gespräche zwischen Meister und Jünger (sohbet).

Im 17. Jhd. wollten die Mogul-Sultane im Indien den Islam mit dem Hinduismus verbinden. Ihr Anfüh­rer war Scheich Ahmad Sirhindi (1564-1624). Statt die Sufi-Theologie der „Einheit des Seins“ mit Gott und die Lösung von der irdischen Scharia sollte (wieder) eine „Einheit der Schau“ nach oben ange­strebt werden, und die Scharia wieder eine Rolle spielen. Um als Sufi akzeptiert zu werden, musste man die äußeren Vorschriften der Scharia befolgen, welches Sirhindi als dem Weg der Sufis überle­gen ansah. Der Jünger kann nicht mehr selbst mit Gott eins werden, sondern nur „Gott schauen“, und zwar durch die Vermittlung des Meisters als „Repräsentant Gottes“. In der Schau werden Gott und seine Schöpfung als unterschiedlich wahrgenommen, und die höchste Stufe der spirituellen Ent­wicklung bestünde nur (noch) in der totalen Unterwerfung unter Gott. Die islamischen Gelehrten (ulama) sollten die eindeutigen Verse des Koran für Urteile anwenden, die Sufis über die mehrdeuti­gen meditieren. Sirhindi betrachtete außerdem in Indien die Praxis von Schiiten und bisherigen Sufis als Irrglauben und ungläubige Hindus ohnehin als nur so viel wert wie Hunde.

Die zweite Veränderung der Naqshbandiyya war das Werk von Dia‘ al Din Khaled (1776-1827) in Da­maskus.  Er entwickelte den soziopolitischen Aktivismus und die Bindung an den orthodoxen Islam als Hauptbestandteile des sufischen „Naqshbandiyya Khalidiyya“. Nicht Theologie, sondern religiöse Er­ziehung war die Hauptbeschäftigung der Bruderschaft. Außerdem musste kein Jünger (mit nun kürze­rer Ausbildung) mehr den Meister selbst sehen. Es reichte, nur das Bild des Meisters im Geist zu ver­gegenwärtigen. Diese Richtung breitete sich nun überall im Osmanischen Reich aus. Anders als die fanatischen Wahabiten in Arabien, waren diese Leute aber der Moderne gegenüber aufgeschlossen. Schließlich unterstützten sie die Jungosmanen, bekämpften aber die Jungtürken und nach dem 1. Weltkrieg Kemal Atatürk (1924 Abschaffung des Kalifats in der Türkei), der 1925 alle Sufi-Orden ver­bot. Die Naqschbandis verlagerten heimlich ihre Tätigkeiten von Logen in Moscheen und Privatwoh­nungen und überlebten, benannten sich auch um von „Bruderschaft“ (tariqat) in eine Gemeinschaft (cemaat) von Laien. Als Ersatz für charismatische Meister stünden nunmehr die Schriften von Sirhindi (maqtubat) zur Verfügung. Sie sind neben dem Koran auch eine Hauptlektüre bei der Mission in Deutschland.

Said Nursi schaffte die traditionelle Überlieferungskette (der Blutlinien) völlig ab, der Meister wurde durch Schriften ersetzt, die Gemeinschaft wurde zum Leserkreis, die die Koranexegese des Nursi las. Der Glauben wurde in dem des Islam integriert. Die Welt gilt als ein Ausdruck der Attribute Gottes und das Studium der Naturwissenschaften wird so zur Pflicht. Der Weg zu Gott ist nicht mehr der Pfad der Sufis, sondern vielmehr die Schule und die Universität. Daher legte auch Nursis Schüler Gü­len so viel Wert auf gute Bildung und Leserkreise (genannt „Lichthäuser“), in dem neben den Schrif­ten von Nursi die von Gülen als „sobhet“ studiert wurden. Gülen gründete auch eigene Nachhilfeein­richtungen, von der cemaat streng kontrolliert, und von dort wurden auch Leute in seine Gemein­schaft rekrutiert. Dann kamen noch viele andere Bereiche, wie Wohlfahrt, Medien, Wirtschaft usw. dazu, die allesamt in In- und Ausland ein Netzwerk bildeten. Der Dienst an anderen (hizmet) wird fälschlich im Westen als „Wohltätigkeit“ verstanden, aber bei den Naqschbandis ist die eigene Voll­kommenheit nur erreichbar, wenn sie die Gesellschaft in Richtung Scharia lenken, eben z.B. durch praktizierte Wohlfahrt, und durch die Verbreitung des Islam. Die Zugehörigkeit zur Cemaat erfolgt nicht durch eine offizielle Aufnahme, sondern durch Arbeit für sie und durch Akzeptanz der Lehre. Und je nachdem, wie fleißig und willig man sich darin zeigt, steigt man in der Hierarchie auf. Man soll äußerlich „mit der Schöpfung sein“, aber innerlich mit dem Schöpfer. Das gesamte Leben wird dadurch zu einem Gottesdienst. – Wie perfekt das System Gülen ist, zeigt sich, dass man darüber kaum was bei Wikipedia (deutsch) zu lesen bekommt…

Gülen gab sich im Westen als sufistischer Philosoph aus, verfolgte aber insgeheim ständig dieselben politischen Ziele wie die sunnitische Muslimbruderschaft und die Salafisten. In Wahrheit wollte er ei­nen islamistischen Staat. Gülen „islamisierte“ sozusagen den türkischen Nationalismus: der Abfall vom Islam sei (todeswürdiger) Hochverrat, Unglaube sei ein Verbrechen, Frauen seien immer unter­geordnet. Freilich gab er sich in der Öffentlichkeit moderat und pazifistisch, seine wahre Macht war aber der „tiefe unsichtbare Staat“ im Hintergrund der Türkei, die keinen laizistischen Staat und keine Kemal-treues Militär duldete, und die die Gesellschaft mit einem „Netz fundamental-muslimischer Intelligenz“ unterminierte.  Wikipedia: „Kritiker beschuldigten die Gülen-Bewegung, bereits während ihres bis zum Jahr 2013 andauernden engen Bündnisses mit der türkischen Regierungspartei AKP, ih­ren damaligen Einfluss auf Polizei und Justiz zur massenhaften Inhaftierung Tausender politischer Gegner genutzt und dazu Ermittlungsverfahren manipuliert, Beweise gefälscht und ihre Medien zur politischen Diffamierung missbraucht zu haben.“ (…) „Noch 1987 säuberte die Militärführung die Mi­litärakademie von Anhängern Gülens, dem sie in internen Berichten (zuletzt 1992) vorwarf, dass er unter dem Vorwand, sich für eine Ordnung einzusetzen, in der man islamisch leben könne, tatsäch­lich langfristig eine islamistische Revolution und die Einführung des islamischen Rechts (Şeriat), vor­bereite. Zu diesem Zweck erweitere er systematisch seinen Einfluss im Medien- und Bildungssystem, unterwandere Militär- und Polizeischulen und bilde Selbstmordkommandos aus.“

Erdogan wollte unverkennbar selbst einen nationalen und islamischen fundamentalistischen Staat nach eigenem Geschmack als neues Osmanisches Reich schaffen, eigene Netzwerke  und sich selbst als Führer der islamischen Welt darstellen, und zwar ohne die Konkurrenz eines Gülen, der ihn mit öffentlichen Korruptionsvorwürfen politisch schwächen wollte. Was zum Putschversuchs-Vorwurf 2016 gegen Gülen führte. 2018: eine in Deutschland aufgedeckte ausgeklügelte PR-Strategie zeigte, wie die Gülen-Bewegung schon seit Jahren gezielt gegen kritische Journalisten in Deutschland vor­ging. – Seit 2016 lebt der mächtige neoliberale Gülen in den USA (wo auch sonst?) und wird von dort nicht ausgeliefert. Obwohl… In der „Wirtschaftswoche“, noch 16. Juli 2016: Gülen vertrat „eine mysti­sche Form des Islams mit einer entschiedenen Betonung von Demokratie, Bildung, Wissenschaft und Dialog zwischen den Religionen (…). Anhänger des Imams begannen, an die 1000 Schulen in mehr als 100 Ländern zu gründen. In der Türkei entstanden Universitäten, Krankenhäuser, Wohltätigkeitsorga­nisationen und ein großes Medienimperium der Gülen-Bewegung. (…) Im Mai wurde einer Gülen-Schule in Texas vielfacher Visabetrug vorgeworfen: Türkische Lehrer seien in großer Zahl in den US-Staat geholt worden und es seien sowohl Staats- als auch Bundesgesetze verletzt worden, indem sie höher als amerikanische Lehrer bezahlt worden seien. Zudem habe das Netzwerk, Harmony Public Schools, bei Ausschreibungen türkische Anbieter bevorzugt.“

Wobei Erdogans Einfluss heute ausgedehnt wird alle, die außerhalb der Türkei mit türkischer Ab­stammung leben. Ein liberaler, laizistischer Staat und eine moderate Religion war nie Erdogans Ziel, so scheint es, sondern gegenüber dem Westen anfänglich nur Mittel zum Zweck. Islamische Orden sind heute in der Türkei verboten – ausgenommen (aus touristischen Gründen?) einzig der Mevlevi-Orden der Rifa’iyya, der mit Cemalnur Sargut von einer Frau geleitet wird, und deren Mitglieder aus der oberen Mittelschicht stammen. Ihr Orden (der tanzenden Derwische) hat auch einen Lehrstuhl für Sufismus an der Universität von Istanbul. Die außergewöhnlich starke Rolle von Frauen bei den türkischen Rifa’iyya geht auf den Ordensvater Kenan Rifai zurück. Rifai benannte als seine direkte Nachfolgerin eine Frau, Samiha Ayverdi, die nach seinem Tod 1950 an die Spitze des Ordens trat. Von ihr übernahm wiederum Cemalnur Sargut die Führung.

Sargut: „Sufismus ist der Prozess, in dem der Mensch zur inneren Ruhe findet, indem er eine Bezie­hung zu seinem Schöpfer aufbaut und sein zersplittertes Sein zum Ganzen zusammenfügt. Wenn die­ser innere Frieden erreicht ist, dann findet der Mensch in dieser Welt das Himmelreich; und wer in dieser Welt das Himmelreich findet, dem wird es in jeder Welt beschieden sein. Das ist Sufismus.“ (…) „Wenn wir unterschiedliche Ansichten akzeptieren können und wenn wir verstehen, dass jedes Ge­schöpf den Namen Gottes trägt – dass nicht nur Menschen, auch Tiere und Pflanzen und sogar ein Stück Holz ein Teil von Gott sind. Dieses Gefühl gilt es zu finden, was übrigens viele Moslems auch nicht wissen – aber das ist die Erfüllung der islamischen Mystik, wir nennen es den Höhepunkt. Tole­ranz, Liebe, die Ansichten aller Menschen zu achten – das ist die Essenz des Sufismus.“

https://www.youtube.com/watch?v=8sVIzZwDuzI (German / Deutsch, with under titles in English, 8 min.) – Youtube, 31.8.2015

https://www.youtube.com/watch?v=JSoU_RB-EXE (in English, 18 min.)

https://de.wikipedia.org/wiki/Sufismus

https://www.deutschlandfunk.de/politischer-islam-in-der-tuerkei-erdogan-hat-die-tuerkei-in.886.de.html?dram:article_id=420390

https://www.deutschlandfunk.de/mystik-in-der-tuerkei-eine-frau-leitet-einen-sufi-or­den.886.de.html?dram:article_id=411095

https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BClen-Bewegung

Ghadban, Ralph: „Die Sufi-Dimension der Gülen-Bewegung“, KAS Berlin, 18.2.2014. Online aus dem web am 26.6.2019:  http://www.ghadban.de/de/wp-content/data/Die-Sufi-Dimension-der-G%C3%BClen-Bewegung1.pdf

https://en.wikipedia.org/wiki/Sufism

Definition:

Weltweit gibt es ca. 20 Millionen Aleviten, die meisten leben in der Türkei (in Anatolien, als Kurden), Turkmenistan, Aserbaidschan oder Iran – bzw. Alaviten (Syrien, mit gnostischen Traditionen). 15 Prozent der Türken sind Aleviten, die in der Türkei nicht richtig als Religion anerkannt sind, sondern nur geduldet. Aleviten anerkennen nicht die Dogmen und Gebote des Koran/Quran. Religion gilt als Privatsache. Frauen kleiden sich wie sie wollen, Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Sie beten gemeinsam, meditieren und singen in Gebetshäusern (Cemevi), wo sie zuerst rituell den Teppich mit Besen kehren (reinigen), dann herbei gebrachte heilige drei Kerzen entzünden (für links 1. Imam Ali, 2. Mitte Mohammed, 3. Rechts Allah), um „das heilige Licht zu erwecken“. Ali und Mohammed stellen dabei nur die irdischen Repräsentanten/Widerspiegelungen des Lichtes Gottes dar. Das reine Licht Gottes ist zu heilig, um sich direkt dahin zu wenden, ohne Vermittlung. Statt „Allah“ verwendet man auch den Begriff „Al-Haqq“ (Wahrheit). Die „göttliche Realität/Wahrheit“ ist eins der Namen Gottes im Quran.

Muslime kennen den Begriff „Sakina“ (Schechina) in der Bedeutung „innerer Friede, Ruhe, Gelassen­heit, (Glück-)Seligkeit, Sicherheit, Stärke, das Gefühl ständiger göttlicher Führung, göttliche Einge­bung, Gottesbewusstsein“. Dieser Zustand ergibt sich durch die „Einwohnung Gottes“ – bei den Ju­den war das im Bereich der Bundeslade der Fall, die so heilig war, dass niemand sie berühren durfte, und erst recht nicht öffnen. In der Bundeslade, in der die Heiligkeit Gottes unsichtbar anwesend war, befanden sich „als Zeichen des Bundes Gottes mit seinem Volk“ die Tafeln des Mose mit den Zehn Geboten, mit denen sich der verborgene, unsichtbare Gott unter den Menschen auf der irdischen Ebene offenbart hat. Die „Sakina“ kann daher nach islamischer Ansicht durch das Einhalten der geof­fenbarten Gebote Gottes erreicht werden. Insbesondere im islamischen Mystizismus, dem Sufismus, spielt die Sakina eine große Rolle.

Nach einer Überlieferung, die auf ʿAlī ibn Abī Tālib zurückgeführt wird, war es auch die Sakina, die Ab­raham (als Diener, Prophet, Gefäß) nach Mekka führte, als er nicht wusste, wo er die Kaaba wieder­errichten sollte. Denn die ursprüngliche Kaaba, die Wohnstätte Gottes, soll nach muslimischer Erzäh­lung von Adam erbaut worden sein, und Abraham ließ auf den Ruinen die neue Kaaba bauen. Abra­ham, Hagar und sein Sohn Ismail sollen noch im Umfeld der Kaaba in Mekka beerdigt worden sein. Außen an der mit Brokat schwarz verhüllten würfelförmigen Kaaba (einem vorislamischen Heilig­tum!) ist der schwarze Meteorit angebracht; das innere der leeren Kaaba ist aus weißem Marmor, oberhalb mit grünem Tuch (mit goldenen Koranversen) abgedeckt. Nur drei weiße Säulen befinden sich darin. Zweimal im Jahr wird die Kaaba durch heilige Männer für ein Reinigungsritual geöffnet und mit Duftölen gewaschen. Wie bei der Bundeslade zeigt ist auch bei der Kaaba Gott bzw. Allah als dem Blick und Erkenntnis der Menschen verborgen, unsichtbar. Seine Anwesenheit in einer „Wohnstätte“, einem Tempel, Gefäß oder Menschen bewirkt vielmehr einen gefühlten inneren Zu­stand von Licht (Erleuchtung), Frieden, Gewissheit und Stärke.

Aus Wikipedia: … „der rituellen Tanz (Semah). Dieser wird von Frauen und Männern gleichzeitig und gleichberechtigt ausgeführt und dabei vom Dede (»Großvater«) – gleichzusehen mit einem Imam, aus dem Stamm des Mohammed oder Alis, der den Koran genau kennen muss, – oder von der Ana (»Mutter«), ebenfalls aus dem Stamm Mohammeds, beaufsichtigt. Dedes und Anas (…) genießen ein hohes Ansehen unter den Aleviten. Wenn jedoch kein Dede zur Verfügung steht, (…) darf jeder andere Alevite, der sich mit den Ritualen auskennt, einen solchen Gottesdienst leiten. Die Menschen sitzen oder stehen dabei im Kreis, wo im Zentrum die Handlungen vollzogen werden.

Der Semah ist ein wichtiger ritueller Tanz und gehört zu den zwölf Pflichten in der Cem-Veranstaltung, und hat gewisse Gemeinsamkeiten mit dem Tanz der Derwische (Sufis). Sein Sinn ist das Einswerden mit Gott und der Natur. Er ähnelt in seiner Ausführung einem Reigentanz. Die (dazu ausgesuchten) Semah-Mitglieder bewegen sich in einer kreisförmigen Figur. Dabei drehen sie sich zusätzlich um die eigene Achse. Die Handinnenfläche der rechten Hand zeigt nach oben und die linke Handinnenfläche ist auf den Boden gerichtet. (…) Die dabei dargestellte Figur, also das Drehen in einer „Kreisbahn“ und das Drehen um die eigene Achse, symbolisiert nicht nur das Universum (Evren) mit den Planeten des Sonnensystems und der Galaxie, also wie die Planeten in einer Umlaufbahn um die Sonne und um ihre eigene Achse kreisen, sondern es werden durch den Kreistanz darüber hinaus die ewigen Kreisläufe des Lebens und der Natur symbolisiert. Seit dem 12. Jahrhundert, vielleicht auch schon früher, diente dieser heilige Tanz zur geistigen Annäherung an Allah. Darum sollte er nach alevitischer Auffassung nicht öffentlich vorgeführt werden. Musik soll im Gebetshaus dabei eine tranceähnliche Atmosphäre erschaffen, durch die das Individuum einen spirituellen Einblick, eine Erkenntnis erlangen können soll.“

Im Gebetshaus soll der „nächtliche Aufstieg des Propheten Mohammed in den Himmel“ nachgespielt und nacherlebt werden , wo er eine Versammlung von vierzig Heiligen sah; so wie die göttliche Wirklichkeit auch dem Imam Ali einst klar geworden ist. Das ist eine Metapher für „Erleuchtung“. Während des Gottesdienstes mit einleitendem Gebet der Gemeinde, Kerzenentzünden, Musik und dem spirituellen Tanz erfolgen symbolisch-rituellen (?) Handlungen des Dede und seinen bestellten Ehren-Helfern (insgesamt 12 Mitwirkende), um den geistigen Zusammenhalt und die Harmonie in der Gemeinde zu stärken (genannt „Görgü Cemi“ = Etikette). Man trinkt nach dem Tanz, nach einem Händewaschen, dann gemeinsam Wein bzw. roten Fruchtsaft („Dem“ = Blut), der symbolisch den „Rausch des Liebenden in der Geliebten“ darstellen soll, oder wohl eher: die Liebe und Lebenskraft des liebenden Schöpfers, einkehrend in seinen geliebten Geschöpfen. Anmerkung: Da man in der Beschreibung von einem „heiligen Mahl“ spricht, gibt es vermutlich auch Brot oder ähnliches dazu. – Es werden die heiligen drei Kerzen feierlich wieder gelöscht und wieder weggeschlossen, und es wird als Ausklang in Versammlung diskutiert („Sohbet“).

Geschichte:

Viele gehen davon aus, dass sich die Aleviten vor etwa 800 Jahren von den Schiiten abgespalten haben, da auch sie den Märtyrer Ali (gestorben 661 n.Chr.) als wahren einzigen rechtmäßigen Nachfolger Mohammeds verehren. ʿAlī ibn Abī Tālib war Cousin und Schwiegersohn des Mohammed (heiratete dessen einzige Tochter – von Chadischa = Ḫadīǧa bint Ḫuwaylid – namens Fāṭima bint Muḥammad). Über die Nachfolge des Mohammed ( = Abū l-Qāsim Muhammad ibn ʿAbdallāh ibn ʿAbd al-Muttalib ibn Hāschim ibn ʿAbd Manāf al-Quraschī , aus dem Stamm der Quraisch) kam es zum Streit und Krieg, und Ali wurde gestürzt, vertrieben und ermordet. Wie die Schiiten verehren sie 11 ermordete und einen verschwundenen, verborgenen 12. Imam, der in Zukunft wiederkehren soll.

Ein zentrales Element ihres Glaubes ist die zelebrierte Trauer um ihre Leidensgeschichte als Opposition innerhalb des Islam, vor allem verkörpert durch das Märyrertum des dritten Imams al-Ḥusain ibn ʿAlī bzw. Abū l-Hasan ʿAlī ibn Abī Tālib, oder kurz: Ali. Der war, geboren ca. 600, als verarmtes Kind in den Haushalt Mohammeds gekommen, wurde der Mann dessen Tochter Fatima, und war kurz vor dessen Tod 632 von diesem zu seinem Nachfolger ernannt worden. Durch Intrigen der Anhänger und Clans, bei der auch ʿĀʾiša bint Abī Bakr (Muhammeds 3. Ehefrau, Lieblingsfrau)  später mitgemischt hat, wurden aber zuerst Mohammeds Schwiegervater Abū Bakr (genannt: Kalif, Nachfolger), dann Umar ibn al-Chattāb, dann ʿUthmān ibn ʿAffān Kalifen, bevor man Ali zum 4. Kalifen wählte (656-661). Der konnte sich jedoch nicht gegen seine Feinde (darunter Muʿāwiya  und ʿĀʾiša) durchsetzen, zumal man ihm die Ermordung Uthmans vorwarf. In einem Anschlag wurde Ali ermordet, und 661 wurde Muʿāwiya aus dem Clan der Umayyaden Kalif, der aus einer Familie stammte, die einst zu den größten Feinden Mohammeds gezählt hatte. Das Machtzentrum der Muslime verlagerte sich dadurch nach Syrien, in die zuvor neu eroberten Gegenden. Die Gebietseroberungen wurden fortgesetzt.

Die „Partei Alis“ (šīʿat ʿAlī), gebildet aus seinen Söhnen, konnte die Macht nicht zurückgewinnen. Aus ihnen entstanden die schiitischen Glaubensrichtungen, wie die

  • Zwölferschiiten (nach 12 Imame; Ausbreitung bis Syrien, Iran, Aserbaidschan, Kuwait, Bahrain, Libanon, Afghanistan, Pakistan bis Indien),
  • die Ismailiten (Syrien, Afghanistan, Tadschikistan, Pakistan bis Indien), mit neuplatonischen und gnostischen Inhalten. In der Vergangenheit sind mehrere revolutionär-ismailitische Gruppen aufgetreten, wie zum Beispiel die Assassinen in der Levante oder die Fatimiden, wobei Letztere mehr als 200 Jahre in Ägypten herrschten. Die Drusen, deren Hauptsiedlungsgebiete in Syrien, Libanon und Israel liegen, gingen aus der ismailitischen Schia hervor und glauben an Reinkarnation.
  • die jemenitischen Zaiditen,
  • die osmanischen Aleviten und
  • die Alawiten, die auch Nusairier genannt werden (Syrien, Jordanien, Israel, z.T. Türkei) und gnostische Wurzeln haben.

Es gibt nun fünf Strömungen auch innerhalb der heutigen Aleviten: solche, die ihre Religion als völlig eigenständig ansehen; solche, die sie als ein eigenständiger Teil des Islam ansehen; solche die sich an Sunniten und solche die sich an Schiiten anlehnen, und solche (z.B. Kurden), die sie als Weiterentwicklung der Religion des Zoroaster begreifen. Viele gehen davon aus, dass diese alevitischen Vorstellungen am ehesten der alten, vorislamischen türkisch-turkmenischen Tradition entsprächen.

 

Alevitische Glaubensvorstellungen:

Ideale: Man strebt die Erleuchtung und innere Vollendung an. Man verlangt Respekt für jede Religion, Kultur, Geschlecht, Rasse und sieht Schöpfung und Schöpfer als Einheit an, Gott ist in der gesamten Natur. Es gilt das Gebot es Wissenserwerbs, der Freundlichkeit und Nächstenliebe, der Bescheidenheit, der Geduld und Aufrichtigkeit. Aber „die alevitische Glaubenslehre basiert auf der Entscheidungs- und Glaubensfreiheit des Menschen. Niemand hat eine Verpflichtung, etwas tun oder glauben zu müssen.“

Wikipedia: …„alle Lebewesen werden als Gottesgeschöpf mit einer (unsterblichen) göttlichen Seele betrachtet, weswegen Toleranz ein wichtige Eigenschaft der Aleviten darstellt. Allen Menschen wohnt die „heilige Kraft Gottes“ (Nur-i Kadim/Zat-ı Mutlak) inne, daher wird der Mensch als Widerspiegelung Gottes betrachtet und Mohammed und Ali als Vorbilder dieser Widerspiegelung, indem sie Gott im Menschen reflektieren. Der Mensch wird genauso als Geschöpf wie Pflanze, Tier und Natur betrachtet, jedoch mit dem Unterschied, dass der Mensch durch die ihm gegebene Vernunft seinen Schöpfer und ihn in seinen Geschöpfen erkennen kann. Der gottgegebene Verstand hat zur Konsequenz, dass jeder Mensch für die Führung seines Lebens verantwortlich ist und somit sein Scheitern nicht auf Gottes Willen zurückführen kann. Daher glauben auch Aleviten daran, dass das Leid durch menschliches Versagen bzw. das kollektive Fehlverhalten der Menschen entsteht.“

Man glaubt an gute Engel, böse Dämonen und Geister. Jeder Mensch hat eine unsterbliche Seele. Aber es gibt weder eine strafende Hölle noch einen vergnüglichen Himmel und keinen strafenden Gott, wie ihn die Muslime verstehen. Quran, Tora, Psalmen und Neues Testament (Gospel) sind ihnen gleichermaßen heilig, und sie sind durchaus offen für andere Glaubensinhalte. Der Quran ist für Aleviten auch fehlerhaft weiterverbreitet worden; man ist also auch offen für Textkritik.

Aleviten halten sich nicht an religiöse Vorschriften für orthodoxe Muslime, z.B. sehen sie die Scharia (religiöse Gesetze) als durch die praktizierte Mystik als überholt an, genauso das dogmatische Religionsgebet, feste Gebetzeiten oder Verschleierung. Sie haben ihre eigenen Gebets- und Andachtsformen, ihre eigenen Pilgerstätten und Fastenpraktiken, die sich kaum mit denen anderer Muslime überschneiden. Wie die Schiiten halten sich die Aleviten allerdings an die Lehren der Imame, besonders die des sechsten Imams Dschaʿfar Ibn Muhammad as-Sādiq. Dessen Lehrbuch (Großer Buyruk) und unzählige mündlich tradierte religiöse Lieder (Bağlama), Gedichte und Predigten (Nahjul Balagha) sind die Hauptquellen zur Lehre der Aleviten. [Der 6. Imam lebte als Theologe in Medina, starb 765 n. Chr. Unter seinen Söhnen und Anhängern spalteten sich 6 Richtungen ab, z.B. eine leugnete seinen Tod und wartete auf seine zukünftige Wiederkehr als Mahdi; die Richtung unter Sohn Ismail sagte, der Vater lebte geistig verborgen und unsterblich weiter. – Das Grab des 6. Imam in Medina wurde 1926 durch die fanatischen Saudi-Whabiten völlig zerstört.]

Das Alevitentum beinhaltet ebenfalls relevante Elemente aus dem Zoroastrismus. „Rechtes Handeln, rechtes Denken, rechtes Sprechen“ – dies sind Worte aus dem Zoroastrismus, doch werden sie so auch im Koran erwähnt. Die vier heiligen Elemente bei den Aleviten (Feuer, Wasser, Erde, Luft) entstammen ebenfalls aus der Lehre des Zoroastrismus bzw. des Zarathustra, jedoch sind diese Elemente auch bei den nichtzoroastrischen Völkern Zentralasiens vorhanden. (…) Die Symbiose aus verschiedensten religiösen und mystischen Strömungen macht verständlich, dass die Aleviten zwar im Islam ihren Ursprung sehen, jedoch nicht den allseits anerkannten islamischen Gruppierungen zugerechnet werden wollen.

Die Grundpfeiler der alevitischen Vorschriften, um das Leiden anderer zu vermeiden:

  • eline sahip ol: Beherrsche deine Hände. Begehe keinen Diebstahl, zerstöre nicht und nutze deine Hände für etwas Sinnvolles.
  • beline sahip ol: Beherrsche deine Lende. D.h. Triebe, vor allem die sexueller Natur, also: benutze deine Sexualität nicht zum Leid anderer.
  • diline sahip ol: Beherrsche deine Zunge. Die Zunge steht für Kommunikation, gemeint daher ist Lüge, Verleumdung, Meineid, Rufmord
  • Die Verbote des Tötens, des Diebstahls, der Verleumdung und des Ehebruchs gelten für Aleviten, gegenüber allen Menschen, um die Menschlichkeit und das Zusammenleben aller Menschen fördern.
  • Hinzu kommen alltägliche Vorschriften der Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Bescheidenheit und weitere.

Nach alevitischem Verständnis ist die Scharia (religiöses oberflächliches Gesetz) in der Religion überwunden, da das Alevitentum die Mystik zum Fundament hat. Dennoch gibt es Vier Tore (Dört kapi) und vierzig Pforten, durch die der Mensch in seiner geistigen Entwicklung geht:

  • Das erste Tor ist die Scharia (Şeria), als die Annahme der Gesetze und Pflichten gegenüber der Gemeinschaft [Ehrlichkeit, Gerechtigkeit]
  • Das zweite Tor ist die Tariqa, die Kenntnis der individuellen Rechte und Ansprüche, die man selber hat und stellt [Selbsterkenntnis, Bemühen].
  • Das dritte Tor ist die Marifa, die Erkenntnis des Nächsten. Damit ist die Frage verbunden: „Was begehrt der Mitmensch, was gehört dem Mitmenschen?“ [Nächstenliebe, Verstehen]
  • Das Erreichen des vierten Tores, der Haqīqa, [Conclusio, Gotteserkenntnis] setzt die Beschäftigung mit den Rechten und Pflichten der Gemeinschaft voraus. Ab diesem Tor hat das jeweilige Individuum das Recht und die Möglichkeit, die Pflichten und Rechte der Gemeinschaft aus dem ersten Tor (Tar) mitzugestalten, was dessen Weiterentwicklung sichert.

 

Es gibt auch die Ansicht, dass das Wort („Alevi“, arabisch „Alavi“) nicht von /æˈlɛvi/, d.h. Nachfolge des Ali besdeutet, sondern die türkische Ableitung von „Alev“ (hebr. Aleph!) darstellt, das ist : Flamme, Licht. Im Koran, Kap. 24, Vers 35-36 heißt es:

God is the Light of the heavens and the earth. The example of His light is like a niche within which there is a lamp, the lamp is encased in a glass, the glass is like a radiant planet, which is lit from a blessed olive tree that is neither of the east nor of the west, its oil nearly gives off light even if not touched by fire. Light upon light, God guides to His light whom He pleases. And God sets forth examples for the people, and God is aware of all things. (Lit is such a Light) in houses, which God has permitted to be raised to honor; for the celebration, in them, of His name: In them is He glorified in the mornings and in the evenings, (again and again).

Ungefähre Übersetzung: „Gott ist Licht erhoben über alles Licht, erstrahlt als Lampe wie in einem reinen Glas oder Gefäß, aussehend wie eine Sonne, ein Licht ohne Feuer, genährt/gespeist von Olivenöl*, gewonnen von einem gesegneten [ewigen, paradiesischen] Baum weder im Westen noch im Osten stehend. Und Gott leuchtet mit diesem Licht und geleitet zu sich wer ihm gefällt, Gott sieht alles. Und sein Licht leuchtet in allen seinen Heimstätten (Gefäßen), wo solches Licht entzündet wird, durch die Verehrung an ihn, morgens wie abends, und immer und immer.“

*Chrisam, Salbung für Priester, Propheten und Könige

 

Brauchtum, z.B.:

Aleviten glauben, dass die Brüder Hızır und İlyas als Propheten gelebt und das sogenannte „Wasser der Unsterblichkeit“ getrunken haben. Diesem Glauben zufolge kommen die Brüder Hilfsbedürftigen zu Hilfe. Hızır kommt den Hilfsbedürftigen zu Lande und İlyas denen zur See zur Hilfe. (…) Jedes Jahr wird unter den Aleviten in der zweiten Februarwoche das Fest des Hızır gefeiert. Von Dienstag an wird nach dem Abendmahl bis zum Abend nach drei Tagen gefastet. Viele Nachbarn und Bekannte kommen zusammen und erzählen Geschichten über Hızır. Begleitet vom typischen Saiteninstrument Saz werden Lieder mit meditativem Inhalt vorgetragen, die tiefgründig, positiv stimmend und beruhigend sein sollen. Am Freitagabend schließlich werden auf den Friedhöfen die Verstorbenen besucht und Kerzen angezündet; den Kindern werden zu Hause zahlreiche Geschichten über Hızır erzählt.  Am letzten Fastentag wird inner- und außerhalb der Wohnung saubergemacht, was einer rituellen Reinigung gleichkommt. Am Abend bereitet man eine spezielle Speise (gavul) aus Weizenmehl vor, die die ganze Nacht offen ausgelegt wird. Jedes Familienmitglied wünscht sich dann etwas Besonderes. Man glaubt, dass diese Wünsche in Erfüllung gehen, falls Hızır vorbeikommt und [geistig] von der Speise probiert.

Ähnlich wie schiitische Glaubensgemeinschaften tragen auch viele Aleviten neuerdings Ketten mit einem gebogenen Schwert (Zülfikar) als symbolischen Anhänger, als Anspielung auf die 12 Imame.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aleviten, https://en.wikipedia.org/wiki/Alevism

Aus: „Alis Anhänger – Aleviten in der Türkei“, auf Youtube in Deutsch seit 12.3.2018, ca. 5 min.  Ursprünglich ORF2 in „Religionen der Welt“: Aleviten (Was sind Aleviten?) https://www.youtube.com/watch?v=7ieI9X3I-TU

 

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesus Christus nach seiner Kreuzigung in Jerusalem zur Zeit des jüdischen Pessachfestes durch die Römer. Am dritten Tag nach seiner Kreuzigung am Freitag (vor dem Sabbat), das heißt am Sonntag, dem Tag der Sonne, soll Jesus durch die Wiederkehr der göttlichen Kraft auferstanden sein und das Grab verlassen haben. Durch die mystische Auferstehung Jesu aus dem Grab, in dem er nicht mehr zu finden war, nehmen die gläubigen Christen auch nach dem Tod am ewigen Leben im Paradies teil und werden von ihren Sünden erlöst. (Der jüdische Glaube kannte damals kein Leben nach dem Tod.) „Kara“ bedeutete in der alten deutschen Sprache „Trauer“ – daher „Karwoche“.

Das jüdische Pessachfest (Passah) feiert den Auszug der Juden aus Ägypten, dem Symbol für Tod, Finsternis und Sklaverei. Jesus besiegt den Tod und diese Glaubenswahrheit ist damit ebenso ein Symbol, mit dem Tod, Finsternis und materielle Sklaverei (damals auch Überdrückung durch die Römer) überwunden wird.

Das Ei ist der Ursprung des Lebens, wie auch das Wasser, und das Kaninchen oder der Hase als Sinnbild der Fruchtbarkeit. Heilig waren diese Dinge der keltischen Fruchtbarkeits- und Frühlingsgöttin Ostara. Deren Fest überschneidet sich mit dem christlichen Osterfest, das seit dem 4./5. Jhd. nicht mehr zeitlich dem jüdischen Pessachfest folgt, sondern dem Frühlingsbeginn. Ostern richtet sich weiterhin nach dem Mondjahr, es ist immer der Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühlings- Tag- und Nachtgleiche.

Das Weih- und Taufwasser wird in der Kirche immer zu Ostern geweiht. Im 16. Jhd. wurde bereits von Bemalen von Eiern berichtet, das angeblich die Hasen zu Ostern verstecken: In der Fastenzeit fielen viele Eier an, die man gekocht hat (um sie haltbar zumachen) und die man eingefärbt hat. Zu Ostern werden Eier, Schinken, Salz, Brot und Kuchen in der Kirche geweiht und am Ostersonntag zuhause gegessen. Die Osterkerze ist eine schöne große Kerze, die besonders Jesus und seiner Auferstehung geweiht ist und zu Ostern in Weihwasser getaucht und in der Kirche geweiht wird. Zuhause wird sie nur zu besonderne Anlässen angezündet.

Cold Reading:

Neben bewussten intelligenten Schlussfolgerungen (und Hochrechnen von Wahrscheinlichkeiten) gibt es noch unbewusste Wahrnehmungen, die man alles zusammengefasst als „Cold Reading“ bezeichnet. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit „Hellsehen“.

 

Woher kommen paranormale Fähigkeiten?

Begabte Menschen müssen einen besonders ausgeprägten (und kontrollierten) Zugang zum Unbewussten haben, weil dort die Pforte zur Seele und zu den „jenseitigen“, astralen oder kosmischen Ebenen bzw. höheren/anderen Dimensionen liegt. (Der Mensch ist eigentlich eine große Sende- und Empfangsantenne.) Das Unbewusste empfängt (energetisch/geistige) Impulse von dort, wenn sie mit den entsprechenden Frequenzen* in Einklang gerät, und „übersetzt“ sie in verstehbare Eindrücke für den Verstand. (Die allermeisten Menschen filtern die meisten dieser Eindrücke mit ihrem Verstand weg.) Die Übersetzungen können als symbolische Träume, Bilder, Visionen oder Empfindungen aller Art übermittelt werden. Je begabter der Mensch in die innere Stille hinein „lauschen“ kann, indem er vorübergehend seinen Verstand „pausiert“, sein „Tagesbewusstsein“, desto deutlicher werden die Visionen. Für die Seele gibt es weder Materie, Raum noch Zeit (sondern nur Geist und Energie), daher können auch „vage“ Eindrücke quer durch Dimensionen, Raum und Zeit wahrgenommen und für den Verstand übersetzt werden. Nur für die Materie, für den materiellen Verstand, gelten materielle Einschränkungen.

Geist und Energie fluktuieren, d.h. wie in einem Bachbett die Tropfen fließen, können Begebenheiten oder Wahrscheinlichkeiten, die sich zwar zusammengebraut, aber noch nicht materiell manifestiert haben, mal dahin oder dorthin verändern. Die besten Hellseher sehen daher nur eine Momentaufnahme der prä-manifesten Wahrscheinlichkeiten, die sich maximal zu 70-80% manifestieren werden. Änderungen der Zukunft sind möglich, vor allem wenn „viele Tropfen beginnen, woanders im Bachbett hinzufließen“, auch wenn der vor sich hinfließende Bach der Menschheit gesamt in seinem Bett bleibt. Dasselbe gilt für den hellseherischen Blick in die Vergangenheit, wo weite Bereiche der Wahrnehmung immer vage bleiben. Oder auch für den Blick quer durch den Raum.

 

Wie wahrscheinlich sind mitgeteilte Vorhersagen? Wie richtig sind Visionen?

Nun bringen die Eigenschaften des Unterbewussten und Unbewussten es mit sich, dass hier höhere, seelische und materiell/irdische Wahrnehmungen sowie Emotionen wie in einer Schnittstelle zusammenlaufen. Ein Hellseher (Rutengänger, Kartenleger, Horoskop-Hersteller, Heiler, Medium…) muss lernen, seine persönlichen Dinge bewusst auszublenden, und nicht in seine Visionen und Handlungen für andere miteinfließen zu lassen. Unterbewusstsein und das Unbewusste interessiert es nicht, woher die Informationen kommen, ob von der irdischen Außenwelt, von Gelerntem, von Schlussfolgerungen ( = Cold Reading) oder von höheren/anderen Ebenen fern von Raum und Zeit, aus dem Inneren (durch die Pforte). Das übersetzt einfach ALLES für den Verstand. Die Frage ist somit, wieviel der Informationen tatsächlich aus einer höheren Quelle, durch eine höhere Begabung herrühren. Als Kunde eines Begabten (nicht: eines Scharlatans) wird man immer ein Gemisch erhalten, und sollte das mit den „nur Wahrscheinlichkeiten“ immer im Auge behalten. Die Wissenschaften (wie auch das Militär) können mit solchen „nur wahrscheinlichen Aussagen“ nichts anfangen, bei denen nichts 100% fix ist. Wohl aber gibt es Statistiken, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man z.B. auch als Laie Dinge richtig vorhersagt, d.h. errät. Z.B. wie oft gelegte Karten richtig erraten werden, gezogene Zahlen erraten werden, der Lauf einer Kugel vorhergesagt/erraten werden kann. Je mehr jemand eindeutig über diese statistischen Wahrscheinlichkeit des reinen Erratens liegt, desto höher ist die Möglichkeit einer parapsychischen Begabung.

 

Besitzt jeder normale Mensch paranormale Fähigkeiten?

Da im Grunde jedes Lebewesen ein geistig-energetischer Sender und Empfänger ist – sogar ein besserer, da der menschliche Verstand vieles „Unnötige zum Überleben“ einfach ausfiltert, einschließlich Emotionen und Erinnerungen – hat selbstverständlich jeder Mensch diese Fähigkeiten; kann sie aber bewusst verschließen, verkümmern lassen, vollkommen dicht machen (wie ein Psychopath) usw. In wirklich drängenden kritischen Situationen, z.B. bei Lebensgefahr, können Impulse dennoch durchdringen – z.B. als Emotionen, Träume, Ahnungen usw. Bei anderen Menschen (die wir als psychisch krank, wahnsinnig, besessen, voller Paranoia etc. erachten) funktioniert die Kontrolle und der bewusste Filter nicht, der Mensch wird mit inneren unbewussten Impulsen derartig bombardiert, die ihn überfordern, und ihn vom normalen Leben in der „irdischen Realität“ abhalten. Er kann dann in unserem Alltag nicht richtig funktionieren. Dasselbe passiert, wenn Menschen einfach ohne jede Vorbereitung und Wissen mit okkulten Dingen herumspielen und Tore aufmachen, die sie nicht mehr bewusst schließen können. (Und ich rede von Lehrzeiten von mindestens 15-20 Jahren!*) Während diejenigen, die bewusst und kontrolliert diese Grenzen innen/außen der Situation angepasst beherrschen, als „Grenzgänger“, Zaunreiter/Hagazussa, Schamanen, Heiler etc. bezeichnet werden. Die Kontrolle beider Bereiche (Ebenen, Dimensionen…), die die Zukunft der Menschheit sein wird, ermöglicht die volle Ausschöpfung der bereits angeborenen Möglichkeiten des Menschen.

 

Wie man ist, dahin zieht es einen…

*Zu den Frequenzen: was man in sich trägt, durch Gesinnung, Charakter, Erkenntnis, Aura – zu dem hat man auch den besten Zugang. Ein guter Mensch mit positiven Energien, Verantwortungsbewusstsein, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft und wenig negativem Karma wird entsprechende Energien anziehen, und entsprechende Ebenen/Dimensionen. Die „Lehrzeit“ für normale Menschen, die ihre Möglichkeiten erweitern wollen, umfasst also auch die gründliche Beachtung auch dieses Punktes. Nicht umsonst sind Meditation, Initiationen, Reflexionen, Wissenserwerb („Handwerkszeug“) und ein guter (aus vergangenen Inkarnationen mitgebrachter) Wesenskern so wichtig.

Und die anderen? Ernten karmisch, was sie denken und tun. Spätestens, wenn der irdische Mensch körperlich vergeht und nur die Seele übrig bleibt. Und genau dorthin geht, wohin es sie zieht…

 

 

„„Die Strengen sind nicht frei, sondern sie sind Sklaven: Sklaven des Gesetzes.“ Das sagte Papst Franziskus an diesem Montag bei seiner Frühmesse im Vatikan. (…) Die Strenge ist keine Gabe Gottes. Die Milde sehr wohl; auch die Güte, das Wohlwollen, auch das Vergeben. (…) Hinter der Strenge versteckt sich immer etwas; in vielen Fällen ist das ein Doppelleben, aber da ist auch etwas Krankhaftes. (…)“
Hinter der Strenge steckt der Hochmut, sich gegenüber anderen als gerecht, jedenfalls gerechter, besser zu halten. Franziskus: „Möge der Herr sie spüren lassen, dass er Vater ist und dass ihm die Barmherzigkeit gefällt, die Zärtlichkeit, die Güte, die Milde, die Demut.“

Aus: Radio Vatikan, vom 24.10.2016: „Papstmesse: Wer streng ist, heuchelt, oder ist krank.“ Online:
http://de.radiovaticana.va/news/2016/10/24/papstmesse_%E2%80%9Ewer_streng_ist,_heuchelt_oder_ist_krank%E2%80%9C/1267342, aus dem Web am 14. Dezember 2017
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Viele Menschen sind geistig so verbohrt, vernagelt und verbissen, dass sie meinen, alles was vorgeschrieben erscheint, bis auf das i-Tüpfelchen erfüllen zu müssen – ja selbst die Spielräume, die sie gesetzlich hätten, werden von ihnen „aus Prinzip“ nicht ausgeschöpft. Den Mitmenschen wird nicht geholfen, nein, man reicht ihnen aus Hartherzigkeit noch den Strick um sich aufzuhängen. Selbstverständlich haben sie auch immer recht und sind persönlich unfehlbar, und anderen Mitmenschen zu vergeben ist unvorstellbar für sie. Nicht mal deren kleinen Laster und Sünden.

Wieso auch, müssen sie sich ja selbst so anstrengen, um unfehlbar zu erscheinen. Was im Grunde keiner von ihnen verlangt hat, aber…

Es ist natürlich auf viel bequemer, sich auf andere zu berufen, auf vorgegebene Prinzipien, nie selbst zu entscheiden, nie selbst verantwortlich zu sein. Das ist der beste Weg für denkfaule und träge Menschen. Man kommt so auch gar nicht in die Lage, Fehler zu begehen, oder? Denn wo andere Tag für Tag flexibel je nach Situation selbst nachdenken und Entscheidungen treffen müssen, berufen die Denkfaulen sich auf Anweisungen von oben. Sie erwähnen dabei nicht ihre Ermessensfreiräume und nicht, dass sie diese Anweisungen so interpretieren, wie sie ihnen gelegen kommen, um gegenüber anderen mit mehr Macht und Glanz auftreten zu können.

Wer keine Fehler macht, kann nichts dazulernen, und wer keine Schwächen überwinden kann, kann innerlich nicht wachsen. Wer sich selbst für vollkommen hält, ist in Wahrheit klein, unbedeutend und unfähig, zu wachsen, sich zu entwickeln, zu lernen, So ein Mensch ist entscheidungschwach, wenig intelligent, vermeidet Herausforderungen, ist dabei aber selbstgerecht bis grausam und wenig sozial. Somit sind sie wahrlich als selbstherrliche Perfektionisten und selbstgerechte Fanatiker keine Kandidaten für den Einzug in den Himmel oder in ein Paradies.

Ja, wenn wir Kinder erziehen, müssen wir auch manchmal auf die Einhaltung von Regeln bestehen, denn sie geben den Kindern auch Halt. aber diese Regeln sollen die Kinder durch eine überstrenge Auslegung auch nicht ersticken, verkümmern lassen, sie geistig deformieren, ihnen das Rückgrat brechen. Regeln und Gesetze sind dazu da, der Gesellschaft ein Rüstzeug zum besseren Funktionieren zu geben, aber nicht um das eigene Denken zu unterbinden und die Menschen zu gehorsamen Marionetten zu erziehen.

Oder wie Jesus einstmals in Hinblick zu den jüdischen Pharisäern gesagt hat: „Das Gesetz ist für die Menschen da, und nicht die Menschen für das Gesetz.“

Das andere Extrem ist die Konsequenzlosigkeit bei absichtlichen Verstößen und das ausbrechende Chaos, wenn nur noch Milde, Güte und Nachsicht existiert und keiner die Folgen seines Handelns – oder Nichthandelns – tragen muss. Die Gesellschaftsstruktur würde in sich zusammenfallen wie Pudding, da es nichts gibt, was sie trägt. Könnte das Universum existieren, ohne seine grundlegenden pysikalischen Gesetze als formende Struktur?

Daher gibt es auch im „Kabbalistischen Lebensbaum“ drei Säulen: die Säule der Strenge, die Säule der Milde und die mittlere Säule von Liebe und Weisheit, die der Mensch geistig empor geht, dabei gleichzeitig weise und liebevoll zugleich die Balance zwischen Strenge und Milde haltend.

Einleitende Worte

Ich finde es erstaunlich, wie die Wissenschaft sich so beharrlich dagegen wehrt, Dinge die seit Jahrtausenden praktiziert werden, ordentlich zu untersuchen. Damit meine ich: vorurteilslos und offen, und immer in Erinnerung befindlich, dass die Menschheit im Jahre 2014 noch immer nicht alles gefunden, erfunden und entdeckt hat, oder Geräte und Messinstrumente gebaut hat, was das Universum so an Möglichkeiten bietet. Denn obwohl man als Wissenschaftler davon ausgehen sollte, IST DEM NICHT SO, es wird beharrlich so getan, als wäre heute alles bereits entdeckt, erfunden und gebaut, was möglich wäre. Und der Rest des Universums mit seinen potentiell noch nicht entdeckten Gesetzmäßigkeiten ist – pfui, Einbildung, und wer sich hier beschäftigt, ist ein Scharlatan. – Okay, sagte man auch über Robert Koch und zu dem Erfinder der Pockenimpfung. Habt ihr das auch schon erlebt, wie die Herrschaften mit süffisantem Grinsen, die Augen verdrehend, sich halb abgewandt haben, den geistigen lächerlichen Troll bemitleidend, der sich gar zu einer Theorie aufgeschwungen hat „die einfach lächerlich ist“?

Nun gut, ich tröste mich damit, dass das Internet offenbar nichts mehr vergisst und überlasse daher meine Gedankengänge dem Cyberspace und der virtuellen Unendlichkeit. Und euch Lesern, die ihr hier zufällig gelandet seid. Oder auch nicht ganz zufällig.

Ich beginne bei einem meiner Lieblingsthemen, den Gedankenwellen.

 

Nervensystem, Gehirnzellen und Gedankenwellen

Der Mensch existiert als Summe seiner Zellen und denkt als Summe seiner Gehirnzellen – was so nicht ganz stimmt, denn offenbar ist außer dem Zentralnervensystem (ZNS; auch Somatisches Nervensystem) und dem Vegetativen Nervensystem (VNS, auch Viszerales Nervensystem genannt) noch anderes an Zellen mitbeteiligt. Traumatische Erfahrungen und Erinnerungen schlagen sich nicht nur in der Gehirnstruktur nieder, sondern auch z.B. in den Organen, sogar in Zellverbänden. Warum? Weil der Mensch auch als Summe seiner Zellen (oder aller Teilchen) FÜHLT und DENKT. Bewusst oder unbewusst.

Hier ein Bespiel, wie etwa das Herz herangenommen wird, zum Thema „Broken-Heart-Syndrom“, siehe Spiegel online vom 21.8.2012, „Seele und Herz: Die Tintenfischfalle“, von Catalina Schröder.  http://www.spiegel.de/spiegelwissen/diagnose-gebrochenes-herz-das-broken-heart-syndrom-a-851025.html, aus dem web am 3.6.2014. – In Ägypten war z.B. das Herz der Sitz der Gefühle und der Gedanken, nicht das Gehirn.

Das Somatische NS ermöglicht willkürliche und bewusste Reaktionen, wohingegen das Vegetative NS normalerweise unbewusst aber autonom ablaufende Vorgänge im Körper steuert, z.B. Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel, wobei der Hypothalamus eine wichtige Rolle spielt.  Aus Wikipedia zum Stichwort „Vegetatives Nervensystem“, online am 3.6.2014: „Die vegetativen Funktionen können normalerweise nicht durch das Bewusstsein direkt kontrolliert werden. Über das VNS regulierte Körperfunktionen wie Pulsrate, Blutdruck oder Muskeltonus werden allerdings indirekt über will- und unwillkürliche Aktivitäten beeinflusst. (…) Eine subtile Beeinflussungsmöglichkeit besteht über bewusst gestaltete oder wie im Traum auftretende Vorstellungen von körperlicher Aktivität oder Inaktivität einschließlich ihrer gefühlsmäßigen Aspekte (bekanntestes Beispiel: Albträume). Bekannte vegetativ wirksame Verfahren sind z. B. Zazen, Yoga, Taijiquan, Biofeedback, Autogenes Training und Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR). Weitere Einflussmöglichkeiten auf das vegetative Nervensystem sind hypnotische und andere mentale Techniken, die auf das Unterbewusstsein wirken.“

Man weiß heute, dass man mit äußeren Hilfsmaßnahmen (z.B. Monitore, Meßgeräte, Visualisationshilfen) und einiger Übung sehr wohl bewusst lernen kann, solche autonomen bzw. vegetative Funktionen im Körper zu beeinflussen, d.h. bewusst gedanklich (mit dem Großhirn) zu steuern. Die heutige Forschung geht dahin, dass man mit Gedanken (d.h. Gedankenwellen) bewusst Geräte steuert, z.B. Körperprothesen. In der „Kronenzeitung“, Rubrik Wissen, vom 28.5.2014 (aus dem Web am 3.6.2014) finden wir den Artikel „Tests im Simulator: Forscher steuern Flugzeuge nur mit Gedankenkraft“ (von: wed), http://www.krone.at/Wissen/Forscher_steuern_Flugzeug_nur_mit_Gedankenkraft-Tests_im_Simulator-Story-406126. Darin wird beschrieben, wie ein Pilot ohne Steuerknüppel, nur mit einer aufgesetzten weißen EEG-Haube voller angeschlossener Messelektroden, quasi per „Brainflight“ in einem Cockpit eines Flugsimulators geradezu problemlos ein Flugzeug fliegt und landet. Ein Team um Florian Holzapfel an der TU München untersucht im Rahmen des von der EU geförderten Projekts „Brainflight“ die Möglichkeit von EEG-unterstützter Flugsteuerung, wobei in der Hirn-Computer-Schnittstelle genau jene klar definierte elektrische Impulse des Gehirns erkannt werden, die zur Steuerung nötig sind. Ein noch ungelöstes Problem stellt bisher das erforderliche Feedback dar, wenn ein Pilot z.B. ein Flugzeug zu stark beansprucht – bislang musste der Pilot für so eine Steuerung mit großem körperlichen Krafteinsatz agieren.

Dennoch erkennen wir, dass es nicht unmöglich ist, Gedankenwellen – d.h. vom Körper erzeugte elektromagnetische Wellen – außerhalb des Körpers zu messen und etwas tun zu lassen. Gehen wir einfach davon aus, dass der Mensch Beta-, Alpha-,Theta- und Delta-Wellen aussendet, die für uns messbar sind (vielleicht auch noch Wellen, die wir heute noch nicht messen können). Im Grunde arbeitet jede Zelle eletrochemisch, und kommuniziert elektrochemisch, d.h. mit elektromagnetischen Wellen bzw. Schwingungen (oder – mittels Quanteninformationen, wenn man dies gedanklich weiterführen will). Und wie bei jeder stromführenden Leitung und jedem stromführenden Gerät fließt ein Teil der Elektrizität auch außerhalb des Trägermediums, als Halo oder „Aura“, sich immer weiter nach außen ausbreitend (und dabei schwächer werdend). Menschen interagieren mit der Umwelt, sie  sind prinzpiell SENDER von Energien als auch EMPFÄNGER von Energien, besonders von solchen, für die eine natürliche Resonanz besteht. (Was in etwa Phänomene wie Rutengehen und Wasserfühligkeit erklärt – Menschen reagieren z.B. auf Wasser, weil sie selbst zu 65% aus Wasser bestehen – , oder so etwas wie Psychometrie, oder Telepathie oder auch Telekinese.) Ich behaupte mal, dass Zellen auf alle elektromagnetische Wellen reagieren (selbst wenn sie unter der bewussten Wahrnehmungsschwelle bleiben, d.h. unbewusst bleiben), oder zumindest auf solche, mit denen wir in unserer Ecke des Universums ab und an in den letzten paar Milliarden Jahren Evolution konfrontiert worden sind. Für die wichtigsten Wellen wurden körperliche Sinne entwickelt, und das Gehirn dazu erschaffen, sie bewusst als „Reiz“ wahrzunehmen, wobei viele Spezies sich darin unterscheiden, welche Bereiche vom Spektrum sie präzise erkennen und welche nicht. Die grundlegende Basis aller Wahrnehmung, aller Kommunikation beruht auf elektromagnetische Wellen bzw. Energiefelder, „von denen wir Menschen uns im Gehirn ein fiktives Bild erschaffen“, welches uns als „rein gedankliche Maske“ für auswertbare Informationen, Bedienung und Handlungen (Aktion-Reaktion) dient. Um mit unserem „Umfeldbild = Innenweltbild“ zu interagieren, erzeugen und bündeln wir unsererseits Energien. Wir kleiden sie ein in gedankliche Masken (Info-Pakete, Bilder) und als rationaler Überbau benennen wir sie auch noch. Telepathie z.B. funktioniert, wenn wir uns vom symbolischen bzw. rationalen Wort-Symbol lösen und zurückgehen zur bildlichen imaginären Maske, und wenn dann möglich, reine Gedankenwellen für ein reines energetisches Universum, sprich Quantenenergie oder noch feiner, benützen.

 

Beta-, Alpha-, Theta- und Delta-Wellen

Zu den uns bekannten und messbaren Gedankenwellen, die wir in unseren Zeiten von Wachheit bis Tierschlaf produzieren, zitiert aus Wikipedia, Stichwort „Schlaf“, aus dem Web am 3.6.2014:

  • „Aufmerksamkeit: Betawellen (14 bis 30 Hz),
  • entspannt mit geschlossenen Augen: Alphawellen (8 bis 13 Hz),
  • Stadium I (leichter Schlaf, kurz nach dem Einschlafen): Das Gehirn geht von den Alphawellen über zu Thetawellen (4 bis 7 Hz). Die Muskelspannung wird reduziert und das bewusste Wahrnehmen der Umgebung entschwindet langsam.
  • Stadium II: In dieser Phase treten Thetawellen weiterhin auf, dazu kommen jetzt sogenannte Schlafspindeln und K-Komplexe. Dieses Schlafstadium wird im Laufe eines 8-Stunden-Schlafes zunehmend länger und nimmt mehr als 50 Prozent des Gesamtschlafes ein.
  • Stadium III (Übergang in den Tiefschlaf): Deltawellen (0,1 bis <4 Hz – langsame Wellen mit hoher Amplitude) treten nun in den Vordergrund (20 bis 50 Prozent der gemessenen Hirnwellen), die Muskelspannung nimmt weiter ab.
  • Stadium IV (Tiefschlaf): Deltawellen machen nun mehr als 50 Prozent der gemessenen Gehirnwellen aus. Es ist die tiefste Schlafphase, entsprechend desorientiert und verschlafen wirken Schläfer, die jetzt geweckt werden. In dieser Schlafphase treten jedoch Phänomene wie Schlafwandeln und Sprechen im Schlaf auf. Die Trennung zwischen den Stadien III und IV ist nicht eindeutig festgelegt, sodass sie oftmals zusammen betrachtet werden.“

Kurze Erläuterung dazu: wenn die Gehirnzellen unkoordiniert sind, und die einzelnen Bereiche quasi tun, was im Wachzustand bei vollem Bewusstsein und in Konzentration eben zu tun ist, wird die Frequenz höher, aber die Wellenlänge kürzer. Je ruhiger der Mensch und näher dem unbewussten Tiefschlaf, desto geringer die Frequenz, aber desto länger und weitreichender die Wellenlänge (bis sie gegen unendlich geht?), desto weiter reicht die ausstrahlende „Aura“… Menschen in leichter Trance bzw. im entspannten Zustand senden vermehrt Alphawellen aus, Menschen in tiefster Meditation Theta- und Deltawellen.

 

Etwas Physik zum besseren Verständnis

Die bei Schwingungen aufgezeichnete Amplitude (maximale Auslenkung rauf oder runter, Berg oder Tal, y-Achse) entspricht der „Intensität“ der mitgeführten Energie (z.B. Licht: je strahlender, desto höhere Amplitude; je matter und grauer, desto niedriger). Die Periodendauer oder Wellenlänge entspricht der maximalen Ausdehnung der Schwingung auf der x-Achse. (Diese ist verantwortlich dafür, welche Sinne z.B. diese Wahrnehmung aufgreifen und auf sie reagieren.)

Hertz ist die physikalische Einheit für Frequenzen; und diese geben an, wieviele „zeitliche Zustandsveränderungen“ oder „Schwankungen von einem Mittelwert“ (= Schwingungen, Oszillationen) pro Sekunde in einem Signal ablaufen. Die Frequenz (von lat. „frequentia“, Häufigkeit) ist ein Maß dafür, wie schnell periodische Wiederholungen (= Schwingungen) aufeinander folgen, wie „schnell“ die einzelnen Perioden aufeinander folgen, wie „klein“ die Wellenlänge ist. Die Frequenz (f) eines sich regelmäßig wiederholenden Vorgangs ist definiert als der Kehrwert der Periodendauer (T), in Sekunden =>  f = 1/T  .  Als „Signale“  werden Schwingungen bezeichnet, die der Informationsübermittlung dienen, während die räumliche Ausbreitung einer Schwingung bzw. „Störung“ als Welle bezeichnet wird. Mechanische Schwingungen an Körpern nennt man hingegen Vibrationen.

Wellen transportieren durch ihre Ausbreitung Energie. Man unterscheidet mechanische Wellen, die stets an ein Medium gebunden sind, und durch ihre Umgebung (Reibung!) immer mehr Energie verlieren => mit daher kleiner werdenden Amplituden (bei gleichbleibender Wellenlänge), bis sie zum Stillstand kommen; und Wellen, die sich auch im Vakuum ausbreiten können und dort (weil ungebremst) mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind (z.B. elektromagnetische Wellen, Materiewellen, Gravitationswellen). Je höher die Frequenz, desto kürzer die zeitliche Periodendauer bzw. Schwingungsdauer der Welle (in der sich der Zustand der Schwankung wiederholt),  d.h. desto kürzer die räumliche Wellenlänge, – und umgekehrt. Das menschliche Ohr nimmt z.B. Schallwellen zwischen 20 – 20.000 Hz wahr, unser Sehsinn nimmt ein Lichtspektrum zwischen 400-750 THz wahr. Das menschliche Herz in einem ruhenden Körper hat hingegen eine Pulsfrequens von nur 1-1,5 Hz. Wie bereits erwähnt: je geringer die Frequenz, desto weiter reicht die Wellenlänge… (! f = 1/T !).  Radiowellen mit 1 Mhz haben eine Wellenlänge (= 1 Schwingung!) von 300 Metern.  (Frequenzen zwischen ca. 100 kHz und einigen GHz werden in der drahtlosen Kommunikation in Frequenzbänder aufgeteilt (Langwelle, Mittelwelle, UKW , …). (Vgl. dazu Wikipedia zu den Stichworten: Frequenz, Schwingungen, Welle, Hertz, aus dem Web am 3.6.2014.) Aber ich bin sicher, Leute die sich professionell mit Physik befassen, können dies alles viel besser erklären.

 

Neueste Forschungen und alte Meditationspraxis

Nun betreibt die Forschung auch Studien, um gezielt Menschen mit Strom – elektromagnetische Wellen – zu manipulieren. Man fand z.B. heraus, wenn man Menschen ein entwickeltes Gerät um das Hinterhaupt legt und damit z.B. bestimmte Gehirnregionen elektrisch mit bestimmten Frequenzen stimuliert, die störenden Betawellen dabei ausblendet und wie bei einem MRT die Gehirnzellen zu mehr Koordination zwingt, können Menschen z.B. viel leichter und rascher mathematische Aufgaben lösen – Aufgaben, die zuvor schwer fielen oder gar nicht gelöst hätten werden können.  Man kann das damit vergleichen, dass die Menschen in eine Art Alpha-Zustand oder darüber hinaus gezwungen werden und die Gehirnzellen sich zu einer (einzigen) Aufgabe ohne störende Ablenkungen durch Reize fokussieren. Wohin auch diese Forschung immer führen mag…

Man weiß, dass Menschen die viel meditieren ein gutes Immunsystem mit starken Regenerationskräften aufweisen, Krankheiten werden vermindert, Alterung eingebremst, Stress wird abgebaut. Sie haben bewusst gelernt, sich für autogenes Training in den Alpha-Zustand zu begeben und für tiefe Meditation in einen Theta- oder Delta-Zustand, ohne richtig einzuschlafen. Andererseits weiß man, dass Menschen die eben nicht durchschlafen können, oder durch Drogen- und Alkoholkonsum nicht schlafen können, oder durch Depressionen, immer depressiver, müder und krankheitsanfälliger werden. Probleme werden innerlich nicht verarbeitet, die Verstandesschärfe lässt nach. Schlafmangel reduziert die Leistungsfähigkeit. Warum muss der Mensch eigentlich schlafen? Der Zusammenhang ist doch augenfällig! Im Tiefschlaf produziert der Körper jene Energien und Wellen, die der Mensch zur Regeneration benötigt! (Gleichzeitig ermöglicht der Tiefschlaf dem Unterbewusstsein, der Seele, den menschlichen engen körperlichen Radius zu verlassen, das Raum-Zeit-Gefängnis, und sich geistig/energetisch ins Unendliche auszudehnen…) Man sollte dabei das Prinzip „Innen = Außen“ nicht außer acht lassen. Das Universum tragen wir (als holistischer Teil des Universums) nicht UM uns, sondern IN uns. Erhalten wir somit Energie von außen oder von innen? Diese Frage stellt sich, richtig verstanden, gar nicht.

 

Anwendung von geistigen Energien

Geht man von z.B. fernöstlichen Traditionen aus, so können wir Menschen durch bestimmte Praktiken und Meditationen Energien – Chi oder Ki –  ansammeln, zu bestimmten Zwecken bündeln und sogar gezielt aussenden. Im Shaolin Kloster oder bei indischen Fakiren mag das zu besonderer Selbstbeherrschung oder Unverletzlichkeit führen, zu telekinetischen Effekten, oder zur Möglichkeit, eigene Heilkräfte nicht nur zu stimulieren (autogenes Training, Akupunktur usw.) sondern auch an andere zu übertragen wie z.B. bei Rei-Ki. Der andere Körper, der kranke Mensch, so kann man sich das vorstellen, nimmt die übermittelte Energien auf – die denen im Theta- oder Delta-Zustand ähneln – und verwendet sie unbewusst dazu, sich selbst damit zu regenieren. (Krankheit und Schwächezustände sind immer Symptome für einen geschwächten eigenen Energiezustand, weshalb auch immer – Traumata, schlechtes Gewissen, unbearbeitete Konflikte, Stress, selbstverschuldete karmische negative Disharmonien, ungesunde Lebensweise… spielen dabei auch eine Rolle.) Nicht nachweisbar?? = Doch! In der UdSSR in den 50er Jahren wurde bei den von Heilbegabten Behandelten ein leichter Temperaturanstieg gemessen. – Meist wird ein so behandelter Kranker jedenfalls instinktiv müde und möchte selbst etwas schlafen… nach einer kurzen aufgekratzen Phase. Inwieweit aber solche energetische Behandlungen von Dauer sind und nicht einfach langfristig „verpuffen“, wenn obige Ursachen dahinter nicht behoben werden und der Mensch nicht selbst innerlich an seiner Genesung mitarbeitet, muss offen bleiben.

 

Nachwort

Wenn wir das alles wissen, oder mit etwas gutem Willen wissen könnten, so wäre es möglich, eines Tages Geräte zu konzipieren, die genau solche Schwingungen und Wellen und Frequenzen erzeugen, die den menschlichen Körper maximal zur Selbstheilung anregen. Wenn die Leute schon selbst nicht regelmäßig kontemplieren, meditieren oder beten wollen. Nur – warum muss immer alles zuerst für das Militär und dann für den Profit erfunden und erforscht werden, frage ich mich, und mit viel Glück sickert es mal nach 2-3 Generationen auch zum Volk durch… Vielleicht kommt der Tag, an der nicht nur Fingerabdrücke und genetische Reste etwas am Tatort verraten sondern auch Psychometrie… „Erkenne dich selbst“, hieß es am Apollon-Tempel in Delphi. (Dann erkennst du den Gott. – Weil er IN dir wirkt und lebt, sofern du es zulässt…)

Und vielleicht erzähle ich euch mal, wie man in der Theorie ganz leicht „beamen“ könnte, aber ich denke, das wäre für die Erde einfach – viel zu früh. – Oder sollte man vielleicht doch in Utah mal nachsehen?

 

 

 

 

 

 

Fünf Vorstellungen

Als Erstes muss man sich die Frage stellen, ob ich nach dem Tod weiterlebe, und was von mir dann reinkarnieren würde. Dazu gibt es fünf Positionen, was nach dem Tod passiert:

  1. Die Lebensenergien überdauern, nicht aber der individuelle Mensch an sich, mit seinen individuellen Erinnerungen. Die Lebensenergien können wieder neue Körper aller Art beleben: Pflanzen, Tiere, Menschen… (Seelenwanderung).
  2. Der Mensch reinkarniert vor allem als Mensch, d.h. Seele und Bewusstsein. Als Mensch, weil er als Bewusstsein die Stufe von Pflanzen, Tieren usw. bereits überwunden hat, wobei bestimmte Erinnerungen an frühere Leben tief in der eigenen Seele vergraben liegen und mitgenommen werden. Je mehr kosmische Einsichten und Lektionen der Mensch erwirbt, desto mehr nimmt er davon nach seinem Tode auch mit, als wären sie in seinem „persönlichen Buch des Lebens eingraviert“. Je weniger er davon hat, desto weniger kann er sich auch in einer neuen Inkarnation erinnern.
  3. Monadenlehre: Die individuelle vergängliche Seele ist nur ein Teil einer übergeordneten unsterblichen Monade („Inneres Höheres Selbst“), deren Teilseelen sich in Raum und Zeit verstreut inkarnieren. Das Innere Selbst ist wiederum selbst nur ein Teil der Weltseele gesamt und damit ein Teil, ruhend in Gott.
  4. Der individuelle Mensch inkarniert nicht mehr, sondern ruht a. nach dem Tod „gleichsam in Gott“; lebt geistig irgendwie wie schlafend auf einer Jenseitsebene fort, oder wartet (im Grab) wie im Schlaf auf eine Erweckung in ein himmlisches Leben mit einem neuen (von Gott geformten) Körper, sobald die Zeit gekommen ist und er für würdig befunden wurde. Oder lebt b. überhaupt nicht mehr, nicht einmal geistig, sondern hat alles was ihn als Individuum mal ausmachte an seinen Schöpfer (= Gott, Erde, Mutter Natur…) zurückgegeben, womit alle diese Teile zu ihrem Ursprung zurückkehren.
  5. Wenn von „Wiedergeburt“ gesprochen wird, ist bei manchen Gruppen bestenfalls eine geistige Wiedergeburt gemeint, ein innerer Transformationsprozess, eine Erleuchtung, die noch in diesem Menschenleben stattfindet. Im Christentum sind solche Phasen der geistigen Transformation einerseits die Taufe und dann die Erleuchtung durch den Heiligen Geist (Pfingstwunder), wodurch man (erleuchtet und eins mit Jesus und mit Gott) Eingang in ein himmlisches Paradies findet. Der dritte Schritt der Heiligung wäre sozusagen auch eine körperliche Verklärung/Vergeistigung, die über den Tod hinausgeht…

Im Islam stellt das gottesfürchtige Leben als Muslim selbst so eine Art Transformationsprozess dar. (Anmerkung: Wer bereits geistig transformiert und kosmisch-göttlich erleuchtet ist, für den entfiele ohnehin die Notwendigkeit weiterer Reinkarnationen.)

Jedes dieser fünf Positionen hat etwas für sich – möglicherweise ist jede der fünf Aussagen gleichermaßen richtig. Die scheinbare Verwirrung und Gegensätzlichkeit ergibt sich nur daraus, dass das Thema unsere beschränkte menschliche Vorstellung übersteigt.

Vergleich der Vorstellungen

Im Hinduismus, beruhend auf den heiligen Upanishaden, ist der Mensch in erster Linie eine ewige unsterbliche Seele (Atman), die sich je nach den Gesetzen von Dharma (sittlich-ethische Weltordnung) und Karma (Gedanken und Taten werden zu Ursachen für bestimmte Manifestationen; Gesetz von Ursache und Wirkung) in bestimmte Körper inkarniert, als Tier, Mensch oder als Deva (Gottheit, höheres Wesen). Unter „Jiva“ versteht man im Hinduismus die individuelle Seele, die sich aus dem Zusammenwirken von Atman mit Vernunft, Gefühlen, Wünschen und Erfahrungen ergibt. Es ist dieses Jiva-Teil, welches die Reinkarnation bedingt, und welches sich zwischen den Inkarnationen auf den ihr gemäßen jenseitigen Ebenen aufhält. Die Reinkarnationen dauern fort, bis zur endgültigen Erlösung/Klärung der Jiva-Teile (Moksha) und damit der erneuten Einswerdung von Atman mit Brahman, der Weltseele.

Während einige Hindus der Meinung sind, das Individuum könne sich nur selbst erlösen, vertrauen andere zusätzlich auf Gebete, die die göttliche Gnade als Hilfe herabrufen. Ziel der Hindus ist, dem Leid des Kreislaufs von Werden und Vergehen (Samsara) zu entkommen. Dazu gibt es vier Wege zur Erlösung: den Weg des Wissens, den Weg der (guten) Taten, den Weg der Gottesliebe oder den Weg durch Yoga und Meditation (=innere Versenkung).

Im Buddhismus, welches die meisten Gedanken aus dem Hinduismus übernommen hat, wird ein inkarnierter Atman, d.h. eine ewige überdauernde Seele verneint, sondern es gibt nur eine Art Jiva, eine individuelle Seele oder Bewusstsein. Karma ist das Prinzip von Ursache und Wirkung, aber auch die innewohnende Fähigkeit zu gezieltem, absichtlichen Handeln. Karma bedeutet Handeln, Wirken und die Folgen daraus. Die Folgen sind weder zufällig, noch unterliegen sie einem höheren göttlichen Diktat, sondern sind ausschließlich selbst verursacht. Die Wiedergeburt (d.h. neue Manifestation nach dem Übergang/Tod) erfolgt je nach Karma als Tier oder Mensch, oder auf der Ebene der erdgebundenen Geister,  der Dämonen, in den Höllen oder in einer Himmelswelt. Als „Wurzeln“ oder Ursachen des negativen bzw. positiven Karmas gelten Gier oder Selbstlosigkeit, Hass oder Güte, Verblendung/Unwissenheit oder Einsicht, und sie bewirken die Anziehung auf den entsprechenden Ebenen. Die negativen Eigenschaften führen zum Streben nach Vergänglichem und zu Leid. Der Achtfache Pfad hingegen verwandelt das Negative in das Positive, führt zur Erleuchtung (Bodhi), dem Ende des Samsara und der Erreichung des Zustandes des „Nirwana“ (Nichts; ein Zustand nicht von dieser Welt, nicht im manifestierten Universum).

Die Vorstellungen von Metamorphose, Seelenwanderung, Wiedergeburt und Reinkarnation finden wir auch in antiken Geheimlehren (Pythagoras, Platon u.a.), der späteren jüdischen chassidischen und kabbalistischen Mystik (ab ca. 1000 n. Chr. und danach), bei den Katharern (12. Jhd.), bei Vertretern der Renaissance (durch Plotin, Neuplatonismus, Giordano Bruno usw. – von der Kirche bekämpft), den späteren diversen esoterischen Logen und Geheimlehren bis hin zu New Age. Esoterische Organisationen, Schulen und Vereine sprechen zwar vage von Reinkarnation, überlassen es aber meistens ihren Mitgliedern sich eigene genauere Vorstellungen darüber zu erwerben. Von 1. bis 5. ist daher alles vertreten. Genau genommen widersprechen sich diese scheinbar unterschiedlichen Aussagen noch nicht mal, sondern sind nur verschiedene Perspektiven auf ein und derselben Sache.

Vergangene Erfahrungen und Erkenntnisse sind Schätze

Wenn wir uns bemühen, uns zu erinnern, muss etwas vorhanden sein, worauf wir uns erinnern können. Es muss irgendwo als energetische Botschaft oder Bild „implantiert“, eingeschrieben, aufgeschrieben sein, ob das die „Akasha-Chronik“ der Weltseele gesamt ist oder das „Buch des Lebens“ für den Einzelnen, das Teil seiner Seele bzw. seines „Herzens“ ist. Die Erinnerungen sind mehr als nur biologische und kollektiv-genetische Zellerinnerungen (aller unserer Vorfahren) und atomare Bezüge zu dem, was einst mal war (z.B. Sonnen, aus dem die Materie entstand, der Urknall usw.). Die Erinnerungen sind energetisch, d.h. beruhen auf bestimmten starken Energien, Emotionen, Gedanken und Erkenntnissen, die aus bestimmten „Gründen“ mitgenommen werden, weil sie wohl unbewusst wichtig sind für unser jetziges Leben, für unsere geistige Evolution. Die man vielleicht bewusst machen und betrachten könnte, um daraus zu lernen, um vielleicht Karma aufzulösen, die man aber besser nicht „löschen“ und vergessen sollte. Wer seine Vergangenheit einfach abschneidet, vernichtet seine Gegenwart und seine Zukunft, die bekanntlich darauf wurzeln und uns erst zu dem machen, was wir sind. Andernfalls wären wir psychopathische emotionslose Biomaschinen. Unsere Erinnerungen und Erkenntnisse daraus sind vielmehr unsere geistigen Schätze, die wir uns schwer erarbeitet haben, sie sind das, was das Buch des Lebens erst füllt und ausmalt.

Ohne erworbene Erkenntnisse und Vergleichsmöglichkeiten aus eigener (mitgebrachter) Erfahrungen sind wir trotz Intelligenz nur negative tierische Fleischklumpen ohne Geist und Einfühlungsvermögen, wir sind sozusagen „leere und löschbare Blätter“ ohne Inhalt und im kosmischen Sinn ohne besonderen Wert. Entsprechend negativ handelt so ein innerlich leeres „Blatt“, entsprechend entsorgt und reycycled auch der Kosmos so ein Blatt. Umso leerer ein Blatt, umso weniger wird man sich an vorige Leben erinnern können, sofern es solche überhaupt gab.

Verborgene Erinnerungen bewusst machen

Rückführungen unter autosuggestiver Anleitung oder Hypnose unterliegen der indirekten Beeinflussung durch die rückführende Person sowie den eigenen unbewussten Wünschen und Vorstellungen. Eine andere Methode ist es, sich selbst in einen Grenzlinienzustand, in tiefer Entspannung zu versetzen (z.B. während einer Meditation) und sich dann bewusst an emotionale Ereignisse zu erinnern versuchen, z.B. an Hochzeiten, kollektiv erlebte Kriegsereignisse, Katastrophen, tragische Dinge, freudige Ereignisse. Vielleicht entsprechende Musik dabei abspielen. Welche Erinnerungen und Bilder steigen dabei in dieser geistigen Stille auf? Man lässt sie aufsteigen, betrachtet sie, aber analysiert sie während der Meditation nicht, sondern erst später. Wären sie möglich, sagen sie etwas über mein jetziges Leben aus? Erkenne ich vielleicht Personen oder Orte wieder? – Wissenschaftlich verifizieren kann man solche Erinnerungen kaum, man kann sie nur selbst für wahr befinden – oder auch nicht.

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Natürlich hört die Königin im Märchen die wahre Antwort aus ihrem Inneren: sie mag zwar schön sein, aber es gibt eine weitaus Schönere… hinter den 7 Bergen…

Spiegel, glitzernde Kristallkugel, reflektierende Wasserschüsseln usw. bis hin zu tanzende Feuerflammen wurden immer als Mittel eingesetzt, den rationalen Verstand zu beruhigen, in die Stille zu bringen und so Zugang zum Unterbewusstsein und dem Inneren Selbst zu erlangen. Die Antwort, die man aus dieesr Stille erhält entsprechen qualitativ und sprituell der Tiefe, in die man auf seiner Bewusstseins-Entdeckungsreiche hin zum eigenen Inneren Selbst gelangt ist. Trifft der Neuling noch überwiegend auf die eigenen verdrängten und erschreckenden Schattenseiten seiner Persönlichkeit, stoßen andere in kosmisch-kollektive Bereiche vor und ein paar Sucher berühren auf ihrer Reise vielleicht auch den göttlichen Funken, das absolute Ein und Alles, das höchste Sein.

Der Blick in den inneren Spiegel führt somit zuallererst in das eigene Selbst und ins eigene Unterbewusstsein, welches man erkennen, bearbeiten und formen sollte. Und dieser erste Blick, der dann aus dem Dunkel auftaucht, kann einen möglicherweise schon erschrecken. Plötzlich ist man gar nicht mehr so schön, edel und mutig, wie man meint, sondern gar fleckig, grimmig und ängstlich. Ein übellauniger Drachen und gar kein Engel!

Und das passt der bis dahin unangefochtenen Königin der Materie gar nicht, sie will das weder hören noch sehen und reagiert auf die viel edlere seelische Konkurrenz aus dem Inneren sogar feindselig. Und wo ist der alte König im Märchenreich? Gerade nicht da, wenn man ihn braucht! – Es dauert im Märchen noch eine ganze Weile, bis die böse Königin ihre Macht verliert, während andererseits das reine Schneeweißchen sich mühsam mit den sieben Erdgeistern (Zwergen) hinter den sieben Bergen herumschlägt und ebenso dazulernen muss, z.B. in dem, was man sich an Irdischem einverleiben sollte und was nicht. Manche dieser Früchte bringen das Leben und andere den Tod! Oder beides.

Während der Kristallspiegel der Königin bricht, bricht auch der Kristallsarg des Schneeweißchens; das edle kosmische Bewusstsein erwacht und besiegt den eigenen Schatten, das Licht erleuchtet die Dunkelheit. Wie im Märchen üblich, kommt es umgehend zur Vermählung von Prinz und Prinzessin und beide herrschen hinfort als immerjunges Königspaar gemeinsam.

Und das alles beginnt, weil man als Neophyt zu tief in den Spiegel blickt…

Visionen und Träume

Im Traum befinden wir uns auf einer seelischen Ebene, die sozusagen eine Verbindung darstellt zwischen kosmisch-göttlichen Bereichen und der irdischen Welt darstellt, und daher ist dieser Zustand im Schlaf (oder tiefster Meditation) sehr günstig für den Erhalt von geistigen Visionen, Nachrichten und geistigen Begegnungen. Außerdem hat irgendwer mal geschrieben, viele Jahre ist es her und ich weiß nimmer wo, dass man nach Untersuchungen von vielen Träumen festgestellt hat, dass Menschen oft Monate VOR einem gravierendem Ereignis durch Träume darauf vorbereitet werden, dass sie also seelisch hellseherisch etwas erahnen oder instinktiv Wahrscheinlichkeiten zu Prognosen kalkulieren – wie immer man das definiert – dieses Ereignis vorherahnen. Das können z.B. Krankheiten, Unfälle oder Todesfälle sein oder auch der eigene Tod, den man erahnt. Wahrscheinlichkeiten unbewusst zu kalkulieren kann ja durchaus sein, da das Unterbewusstsein viel mehr Informationen besitzt als das körperliche Wachbewusstsein, bei dem ja 90% aller Infos aus unserer Wahrnehmung (aus allen drei Ebnen) weggefiltert werden. Kurzum, es gibt Visionen, Wahrträume und Warnträume, wie immer man es sich erklären mag.

Verbranntes Nordafrika als Prognose

Und weil wir gerade dabei sind und über Wahrträume und Visionen sprechen, möchte ich hier unbedingt einen Traum erzählen, oder ein Traumdetail der mir gestern in Erinnerung geblieben ist. Ich sah die Erde vor mir, und da war Nordafrika, und ganz Nordafrika – ein Staat nach dem anderen – wurde braun von West nach Ost und die Länder sprühten Funken als ob sie brennen würden. Der gesamte Nil (ausgenommen die Quellen?) trocknete aus, und die verheerende Dürre und Hitze versengte auch Israel bis nach Syrien hinauf und das südliche Mittelmeer (Griechenland, weite Teile Türkei, Süditalien, Spanien…) und Afrika weit zu 2/3 bis nach Süden zu. Alles verdorrt und wird zu Sand. Und eine Stimme sagte, dies wird in den nächsten Jahren (und Jahrzehnten) geschehen und betrifft alle Äquatorgebiete. Was verursacht das? fragte ich und die Stimme sagte: „Die Sonne hat sich der Erde genähert“. Und es wurde mir gezeigt, dass das Wetter – die Luftfeuchtigkeit, der Regen das breite Gebiet von N-Afrika nicht (mehr) überqueren kann. Der Regen kam normalerweise immer leicht von N oder S in die Sahelzone aber nicht einfach von W. Das ist der Grund, warum der ganze Äquator in breiter Linie betroffen ist aber vor allem Afrika, weil als Landmasse zu breit.

Nun gibt es ja Theorien, dass sich a. die Sonne ev. eine winzige Spur ausdehnt (periodisch flackert, pulsiert) und die Erde ebenso periodisch im Laufe von Jahrzehntausenden leicht die Umlaufbahn ändert und so im Laufe der Erdmilliarden immer wieder massive Klimaveränderungen ausgelöst hat (Dürreperioden und Eiszeiten). Zudem weiß man, dass das Magnetfeld der Erde nachgelassen hat und sich an einigen Gebieten lokale kleine „Nebenpole“ gebildet haben. Das Erdmagnetfeld ist überhaupt der Grund, warum wir auf der Erde überleben und nicht durch die Sonneneruptionen und der kosmischen Strahlung geröstet werden. Und man weiß, dass die Sonne derzeit spinnt und ein Sonneneruptionsjahr (mit starken Sonnenflaires) längst fällig ist, man vermutet es kommt 2012. Ein einziger zu starker Flair, der auch nur im Spuren zur Erde durchdringt, hätte immense Folgen.

Auf alle Fälle hat mich die Vision von Afrika sehr erschüttert..

Eine Vision, die sich typischerweise aus Bekanntem und aus einer psychisch unbekannten Komponente (innerlich wahrgenommene Hinweise, Symbole) und nachträglichen Interpretationen zusammensetzen, ganz so also wie unser ganzes Leben auch. Ich habe mittlerweile gelernt, diese seltenen kosmisch-himmlisch gezeigten Visionen ernst zu nehmen, denn sie trafen für die Zukunft immer zu.

Alternativen und Auswege, mit leider geringerer Wahrscheinlichkeit

Wisst ihr, wenn man die hunderte Milliarden Dollar statt für Waffen aufzuwenden, die nur dazu da sind, andere zu töten, für Wasserentsalzungsanlagen und Wasserkanäle, künstlicher Bewässerung und Sonnenschutz verwenden würde, für Aufforstungen und Solarenergie, so müssten die Folgen der Dürre weltweit nicht so drastisch sein. – Aber…

Was ist denn ein „Geist“, was ist denn Bewusstsein?

Ich möchte an das anknüpfen, was ich hier bereits über Astralprojektionen geschrieben habe.( https://lisagoldenfox.wordpress.com/2011/06/16/projektion-von-bewusstsein-astralreisen-out-of-body-experience/ )

Ich bin der „Ich bin“ soll Iahou (Jahwe) dem Moses beim brennenden Dornbusch in der Wüste mitgeteilt haben. Und damit ist auch alles gesagt: das Sein an sich, etwas Mächtiges was sowohl das Universum aus sich heraus geschaffen hat als auch das Innerste im Menschen selbst ist und ihn belebt. Als Teil dieses großen allumfassenden und ewigen Geistes sind wir Geschöpfe alle „kleine Geister“ (oder endliche Monaden). Wir alle sind kleine „Splitter“ dieses Seins, wir sind einzelne Atemzüge in dem großen Atem an sich, und wenn wir über uns und dem All(es) nachzudenken imstande sind, sind wir auch „sich-selbst-bewusstes Sein“, haben also der Definition nach als Individuen „Bewusstsein“.

Als Teil des allumfassenden und ewigen Geistes sind wir, obwohl endliche materielle Individuen, zum Teil des Allumfassenden und Ewigen fähig. Und es ist dieser Teil in uns, der wichtig und wesentlich ist.

Ich gehe somit davon aus, dass das seelisch-geistige Bewusstsein die dominante Form ist und ein Teil davon „betreibt“ das Gefäß, d.h. den Körper, das Gehirn, und dieses rational arbeitende Teil nennt man heute üblicherweise das „Bewusstsein“ (sofern es wach ist) und das seelisch-geistige (weil es vom wachen Großhirn-Bewusstsein verdrängt wird) nennt man mitunter „Unterbewusstsein“. Es ist, als hätten wir (dank unseres Gehirns) zwei Bewusstseinsformen. Wenn der Körper ruht oder sehr entspannt ist, und das Gehirn quasi auf „Standby“ läuft, tritt das seelisch-geistige Bewusstsein mit all seinen Wahrnehmungsfähigkeiten in den Vordergrund. Nach meiner Erfahrung merken wir das mitunter gar nicht, sondern rutschen einfach in einen Trance- oder Traumzustand (Halbschlaf) hinein, vor allem wenn wir dabei noch einen Hauch „wach“ (rational) bleiben. In diesem können wir sowohl besser Paraphänomene wahrnehmen als auch verursachen/anwenden.

Ein Gutteil der esoterisch-mystischen Schulen, aber auch im Hinduismus, Taoismus oder Buddhismus, auch im Schamanismus, geht es darum, BEIDE Bewusstseinsformen zu vereinen, und zwar gewollt und nach eigenem Willen (andernfalls, ohne Kontrolle, wäre man geisteskrank). Und damit auch diese Fähigkeiten gewollt einsetzen zu können statt sie hin und wieder, unbewusst und spontan zu erleben. Meditation und Selbstreflexion ist z.B. ein gutes Mittel; negative Magie und Missbrauch von Drogen sind absolut tabu weil sie negative Folgen haben.

Welche Körperform hat ein „Geist“?

Geister, Spuk, OBE-Erscheinungen, Bilokation: unsere Seele, Geist, Spiritus… hat keine Form oder wenn schon, ist es eher so ein Energieklecks oder Kugel (weil universelle Idealform). Doch unsere Vorstellungen können diese Form oder Hülle erschaffen. Unbewusst wird sich der Geist somit immer bekleiden, selbst wenn es nur ein Hauch oder Schleier ist, denn so sind wir erzogen. Unbewusst wird man auch so aussehen wie man sich selbst vorstellt, d.h. meist wie die aktuelle Inkarnation, mit dem vorgestellten Alter und oft mit den ganz TYPISCHEN Klamotten (also nicht automatisch das, was man momentan anhat). – Wie gesagt, könnte man sich auch eine ANDERE Form geben oder einfach nur Lichtkugel, Klopfton oder Duftwolke o.ä. spielen, oder diese Form materiell verdichten, aber darauf kommen die normalen Menschen auf dieser Stufe nicht, nicht mal wenn sie träumen.

Trotzdem wird eine andere wahrnehmende Person wohl meistens innerlich spüren, womit und mit wem sie es zu tun hat.

Ob man mit einer materialisierten Gestalt Kaffee und Kuchen konsumieren kann, bin ich überfragt – aber da alles (auch der Kuchen) letztlich nur Energie und Vorstellung ist, nur eben verdichtet, warum nicht. Setzt aber schon ein gewisses sprituelle Niveau voraus, denn die meisten Menschen wohl nicht haben. Die meisten können auch kein wahrnehmbares „Umfeld“ oder Raum geistig als Gestalt mitmanifestieren.

Dazu passend habe ich vor einigen Tagen einen Artikel gelesen, wonach Menschen sich das Rauchen auch rein durch Vorstellung des Rauchens abgewöhnen können sollen. Das heißt, der Entzug wird gemildert, weil einfach der Drang zur Zigarette erlischt. Dazu muss man aber in der Vorstellung eine Zigarette wirklich genußvoll rauchen, mit visualisierter Rauchwolke, Asche, Ein- und Ausatmen und sogar die Finger zum Mund führen. Für das Bewusstsein ist es dann so, als HÄTTE man wirklich geraucht. Ähnlich abgeleitet könne man auch andere Süchte bekämpfen, z.B. Heißhungerattacke auf Schokolade (geistig visualisiert Schokoriegel essen), Wunsch nach Bier, nach Spielen usw. Im Grunde erklärt das auch den Placebo-Effekt bei Medikamenten, und selbst schwere Krankheiten ließen sich so bekämpfen.

Ich glaube Plato war es, (oder Plotin?) der gemeint hat: zuerst kommt der (geistige) Ideenhimmel, und erst was dort erschaffen wurde, manifestiert sich verdichtet, mit entsprechender Energie versehen, auch im Materiellen. (Sich stufenweise verdichtend bis zur Materialisation). Der Ausgangspunkt ist immer der (seelisch-spirituelle-göttliche) Geist.

Die geistige Fähigkeit interstellar zu reisen

Wie ich bereits im Artikel „Astralprojektion“ geschrieben habe, ermöglicht die visualisierte und manifestierte Vorstellung auch geistiges Reisen über sehr weite Distanzen hinweg, sofern man die erforderliche geistige und physische Technik beherrscht. Ja, sogar das Umfeld – oder ein halbmaterielles Raumschiff als geistig erschaffenes Umfeld – wäre umsetzbar. Bekanntlich kann Materie nicht über die Lichtgeschwindigkeit hinaus bewegt werden, denn da beginnt in etwa die Aufhebung (Verfließung) von Zeit- und Raumgrenzen. Nicht Atome oder Moleküle können das, sondern nur Photonen oder noch kleinere Teilchen/Wellen mit so gut wie keiner (Ruhe-)Masse oder Trägheit (Quanten?). Geistige Energie (wie die Seele) unterliegt diesen physikalischen Beschränkungen der Materie weit weniger.

Würden die heutigen Wissenschaftler sich nicht so verbissen an materielle Gesetze klammern sondern auch in die Erforschung der Fähigkeiten des Geistes investieren und beide Bereiche zusammenführen, statt diese Dinge beharrlich und stur abzustreiten, wären viele Möglichkeiten offen, die als Utopie gelten. Ganz sicherlich wird das auch bei gewissen außerirdischen Völkern der Fall sein. Viele Phänomene von UFO’s (Lichterscheinungen, halbmaterielle Gestalten die durch Wände gleiten, (geistige) Entführung von Menschen im Halbschlaf (per OBE) usw. sind so erklärbar.