Tag Archive: Tierschutz


Eindeutig zum Bereich Hölle (in die Menschen gehören)  fällt folgende Nachricht von „Avaaz.org Bürgerpetitionen“ vom 9. März 2013 (aus dem Web am 11.3.2013):

„Stoppen der „Glücksbringer“-Tierquälerei in China

„In Chinas Hauptstadt gibt es einen neuen Trend: Salamander, Fische und sogar kleine Schildkröten werden in winzigen Plastiksäcken verkauft. Die Verpackung ist verschweißt und enthält Sauerstoff und eine meist bunt gefärbte Nährlösung. Die gefangenen Tiere können in diesem Zustand laut Verkäufer angeblich einige Wochen überleben, bevor sie verenden. Tierrechtsorganisationen widersprechen jedoch diesen Angaben. Der Preis für diese Tierquälerei beträgt umgerechnet nur wenig mehr als einen Euro. Einige Bewohner Pekings glauben daran, dass ihnen diese lebendigen Schlüsselanhänger Glück bringen.“  (siehe: http://www.avaaz.org/de/petition/Stoppen_der_GluecksbringerTierquaelerei_in_China/?cEOEydb , mit der Bitte um Unterzeichnung der Petition gegen diese Praktiken )

Man glaubt es kaum, aber in kleinsten durchsichtigen Plastikbeutel mit etwas dekorativ-farbigem Wassser und Luft drin schwimmen noch lebende kleine Baby-Schildkröten, Fische, Salamander usw. (2-3 cm groß), wo sie dahinsiechen bis sie spätestens nach ein paar Wochen gestorben sind! Gedacht sind diese Plastikbeutel als eine Art „lebender Schlüsselanhänger“! Es ist nicht zu fassen, mit welcher Gedankenlosigkeit, Rücksichtslosigkeit und Herzlosigkeit Menschen gegenüber andere Geschöpfe agieren, die nur das Handikap haben, weniger schlau als der Mensch zu sein.

Aus: derstandard.at, Rubrik Panorame – Tiere – Haustiere, jus, vom 8. März 2013 (aus dem Web am 11.3.2013):  http://derstandard.at/1362107758746/Eingeschweisste-Schildkroeten-als-lebende-Gluecksbringer-in-China

„Eingeschweißte Schildkröten als lebende Glücksbringer in China. Kleine Tiere werden in Plastik eingeschweißt und auf Pekings Märkte verkauft.“ – Die angeblichen Glücksbringer kosten wenig mehr als ein Euro.

 

Der Killer in us

Ich überlege mir immer wieder, warum viele Menschen nicht imstande sind, sich in andere Geschöpfe hineinzufühlen, nicht in Ihresgleichen und schon gar nicht in Tiere oder Pflanzen. Nun gut, Pflanzen sind von uns biologisch sehr verschieden, und zu Insekten usw. werden wir ebenfalls schwer einen Zugang finden. Aber was ist mit höheren Tieren?

So viele Tiere werden abgeschlachtet – kann einen nicht verwundern, machen doch die Menschen das auch mit anderen Menschen. Menschen probieren ihren Killerinstinkt ja immer zuerst am Tier aus (z.B. bei der Jagd, und dann, wenn möglich, am Menschen, z.B. im Krieg.) Aber Tiere werden auch ohne Notwendigkeit gequält und getötet. Ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden. Und das weist für mich schon auf eine schwere Störung in der Empfindungsfähigkeit hin. Vielleicht ist es so, dass eine natürliche Emotionsschranke dafür sorgt, dass wir keine Empathie mit unseren Beutetieren haben, andernfalls könnten wir sie gar nicht essen. Freunde hingegen können wir kaum essen und Verwandte schon gar nicht (und kannibalistische Menschen machten das aus einem anderen, rituell-religiös-magischen Grund). Je fremder uns ein Lebewesen ist, desto weniger Skrupel scheinen wir zu haben, es zu töten und/oder zu verspeisen. Vor allem, wenn es die „passende“ Größe hat und man es gefahrlos kann. Freunde hingegen verschonen wir, weil wir viel Gemeinsames in ihnen entdecken.

Schlussfolgerung: Offensichtlich sehen viele Menschen Tiere als fremd und minderwertig an, weil sie zuwenig Gemeinsamkeiten mit ihnen entdecken. Wobei Menschen diese Einstellung sogar auf Fremde, Behinderte und Konkurrenten übertragen. Sich selbst betrachten sie als etwas ganz anderes als ein Tier, etwas fast Göttliches, als „Krone der Schöpfung“. Sie sehen, dass die Tiere zwar etliche Dinge biologisch mit uns gemeinsam haben, und sogar die menschlichen Embryonen unsere evolutionären Tierstufen nachvollziehen, aber man spricht dennoch den Tieren z.B. Emotionen ab. Heute, in unserer Kultur vielleicht weniger, früher jedenfalls betrachtete man Tiere noch als „Bioautomaten“ die keine Emotionen oder Gedanken haben, sondern einfach in ihren Reaktionen angeborenen Programmen folgen. Das führte dazu, dass man „überflüssige, lästige Kätzchen“ in einen Sack mit einem Stein steckte und einfach ertränkte. Oder dass Hundebesitzer einfach auf Bello 1 den Bello 2, 3, 4 usw. folgen ließen und so taten, als wäre das immer derselbe (!) Hund. Ein Tier hatte somit keine „individualität“ oder Persönlickkeit und sein „Wert“ als Bioautomat berechnete sich rein nach seinem Nutzen. Kein Nutzen = kein Wert! Übrigens sprachen Wissenschaftler diesem „Automaten“ sogar Schmerzempfinden ab… Noch heute ist man sich nicht einig, ob Fische Schwerzen empfinden können oder nicht…. (Und doch reagieren sie, oder…?)

Tiere – nur organische Automaten ohne Emotion?

Mit dieser zurückgebliebenen  Einstellung konnte man ungestraft mit Tieren tun, was immer man wollte. Die Erfindung des Elektrischen Stuhls in den USA durch Thomas Edison beruhte auf dem Streit mit George Westinghouse über die Gefährlichkeit von Wechselstrom gegenüber Gleichstrom. (Wechselstrom war die physikalisch effektiver für Geräte.) Trotz Proteste von Westinghouse wurde Edison nicht müde, zwecks Verteufelung des Wechselstroms zugunsten seiner Gleichstrom-Erfindungen die öffentliche grausame (und langsame) „Exekution“ von Tieren mit Wechselstrom vorzuführen, wobei die Tiere entsetzlich dabei litten. Er exekutierte einen gefährlichen Elefanten (der zu groß war und einfach nicht sterben wollte), hunderte Haustiere (gegen eine Fangprämie eingefangen und an ihn verkauft), und am Ende wurde so der Elektrische Stuhl zur Hinrichtung von Menschen erfunden. http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrischer_Stuhl

Zykon B, mit dem in Ländern heute noch Tiere in „Tierheimen“ vergast werden, wurde gegen Menschen im Holocaust eingesetzt, nachdem man es gegen Insekten und Tieren erfolgreich eingesetzt hatte und nachdem die Verwendung von Giftgas bereits im 1. Weltkrieg unglaublich viele Menschen umgebracht und tausende Überlebende durch zerstörte Nerven und Gehirn schwerst geschädigt hat. Voraussetzung für den Holocaust als fabriksmäßig aufgezogener Massenmord war einerseits die Entwicklung der industriellen Ermordung und Zerlegung von Tieren bei Massenschlachtungen am Fließband für die Nahrungskette, z.B. in Chikago, als auch die „Entmenschlichung“ und Entpersonalisierung, Entindividualisierung von Menschen, die man zu Insekten (Parasiten), Tiere (Ratten) und für „behindert, unwert, minderwertig, fremd“ erklärt hat.

Die gemeinsame Seele allen Lebens

Um zu erkennen, dass Tiere eine Seele haben wie wir, müssen wir erst selbst erkennen, dass wir selbst eine Seele haben. Menschen, die derartig grausam mit anderen Menschen oder Tieren umgehen, haben ihre eigene Seele nicht gefunden und erkannt (sofern sie eine haben), sie hören weder ein Gewissen noch empfinden sie Reue und haben keine Empathie für andere Lebensformen. Sie sind vom universellen Sein abgeschnitten. Die Außenwelt spiegelt nur das wider, was in einem ist – in diesem Fall – nicht viel. Wenn wir aber unsere eigene (göttliche) Seele in uns erkennen, erkennen wir sie auch bei den Tieren und damit werden sie einem nicht mehr fremd, sondern verwandt, befreundet. Das ist die wesentliche Voraussetzung dafür, dass man Tiere in ihrer Persönlichkeit, ihrem Wesen und Art achtet, liebt und versteht.

Ich „vermenschliche“ dabei Tiere nicht, sondern ich fühle eine innere Verbindung, eine geistige Brücke.

Ich sehe dem Tier in die Augen, aber ich sehe tiefer als den Augengrund, ich sehe Seele, Emotionen darin, ich sehe seine Stärken und natürlich seine Schwächen („Behinderungen“). Natürlich haben sich Tiere anders spezialisiert als das Tier  Mensch, und haben darum andere Sinne, Überlebensstrategien und Gewohnheiten entwickelt als der Mensch, der vor allem sein Großhirn und das abstrakte Denken als Überlebensstrategie entwickelt hat. (Hätten ja auch Klauen, Hufe und Hörner sein können – Glück gehabt!) Und daher sind uns Tiere in einigen Bereichen überlegen, in anderen Bereichen jedoch (z.B. in der Fähigkeit zu abstraktem Denken, rascher Auffassung und schneller Entschlusskraft) ist der Mensch überlegen. Aber gerade was die Gehirnzentren von Klein- und Mittelhirn betrifft (d.h. Instinkte und Emotionen) sind uns die höheren Tiere ebenbürtig, auch wenn ihre cognitiven Fähigkeiten einfach bescheidener sind. (Hätten sie ein größeren Großhirn, wären sie uns noch ähnlicher!)

Sind geringere intellektuelle Fähigkeiten daher wirklich eine „Behinderung“, ein Makel? Was wir jeweils von der Natur mitbekommen haben sollte genügen, dass wir (Tier und Mensch) imstande sind, in dieser Umwelt so zu überleben, wie wir sind. Darum sind wir, wie wir sind – und nicht, weil wir irgendwie von der Schöpfung bevorzugt wären… Werden die Würfel der Evolution auf unserer Welt neu gemischt, ändern sich die Lebensbedingungen, dann kann sich die Überlegenheit des Menschen im Überlebenskampf rasch ändern…

Ich sehe daher den Tieren in die Augen und sehe meine jüngeren Brüder und Schwestern. Und wie ich sie als solche erkenne und liebe, erkennen sie auch mich.

Beispiel Fellgewinnung.

PETA fordert z.B. auf, Unterschriften für den Protest zu leisten (siehe unten). Es geht darum, dass in einem Land wie China offenbar Tiere bei lebendigem Leib gehäutet werden, um das Fell zu bekommen. Die sterbenden Tiere werden einfach blutig liegen gelassen. (Dasselbe kennen wir bereits als Thema von kanadischen Robbenbabies!) Kürschner sagen hierzulande aber, dass die Tiere hier (!) relativ gut gehalten werden, andernfalls gäbe es keine guten Pelze, und dass PETA extrem übertreibt. Es geht aber nicht um die Felle hier (so traurig die auch sind), sondern um Länder wie China, welches die Produkte (Felle, Schuhe, Taschen, Mäntel, Lederwaren…) dann aber ohne viel Deklaration nach Europa und in die USA verkauft. Wobei auch Felle oder Häute von Katzen und Hunden mitverarbeitet werden. Aus Kostengründen nimmt man sich bei diesen Tieren, bei Schlangen oder auch beim Rupfen von Vögeln nicht mal die Zeit und die Kosten, sie vorher zu töten.

Sind Unterschriften dagegen sinnvoll? Den Chinesen sind bislang Millionen von Unterschriften vollkommen egal geblieben. Genauso den Japanern bezüglich Walfang. Solange diese Leute einen Markt haben, werden sie das tun und verkaufen – auch in die USA und nach Europa. Die einzige Möglichkeit diese Leute zu treffen ist DIE WAREN NICHT MEHR ZU KAUFEN. Sie kommen als Billigware und falsch deklariert (Phantasie-Namen für Leder- und Pelzsorten z.B.) in die Geschäfte, oft weiß kaum einer, wo die Ware eigentlich herkommt. Pelz wird zunehmend wieder in! Die Liste der Verbrechen der Chinesen (und nicht nur bei denen) in Sachen Tier- um Umweltschutz und auch Arbeitsbedingungen ist meilenlang, und spottet jeder Beschreibung, aber die Geldmafia betreibt trotzdem einen Freihandel ohne Auflagen. Überhaupt spottet das, was in Sachen Geld und Handel weltweit abgeht, einfach jeder Beschreibung. Die Menschen wissen nichts davon, wollen nichts wissen und wenn sie was wissen, ignorieren sie es.

Was aber Organisationen wie PETA machen sollten ist ein Aufruf zum Boykott der Waren (dann bliebe den Chinesen allerdings weiterhin China selbst, Japan, Asien, Russland, Lateinamerika und Afrika als Absatzmarkt. Man hat ja auch die mit giftigem Melamin gestreckte Babymilch nach Afrika verkauft!). Dann allerdings drohte PETA usw. in den USA und Europa womöglich eine x-Millionen-Klage wegen Geschäftsschädigung, da die WTO und die Weltbank (d.h. die US-Lobbies) den unbeschränkten Freihandel ohne Auflagen, Hindernissse und Störungen BEFIEHLT. Staaten, die nicht dabei sind, haben kaum Chancen, international Handel zu treiben, und wer sich nicht an die Satzungen hält, wird mit Unsummen als Strafzahlungen bzw. Kreditverweigerungen bestraft. (Siehe auch was ich dazupassend zuvor gepostet habe, letzte Absätze zu § 278 in Österreich.) Also bejammert PETA die Zustände in China, ohne viel machen zu können. Man kann nur hoffen, dass in China selbst eine Grün-Bewegung aufkommt, bislang knüppelt das Regime allerdings jeden Ansatz und auch Protestversuche der Arbeiter nieder. Oder Falun Gong. Selbst Wikipedia (Google) wird zensuriert.

Es steht natürlich jedem frei, PETA, Green Peace usw. usw. aktiv als Mitglied zu unterstützen. Oder bei Waren nachzufragen und gezielt zu boykottieren. Unterschriftenlisten an Diktaturen dienen allerdings nur der Beruhigung des eigenen Gewissens, dem eigenen Wohlfühlen – sie bewirken aber nichts. Es ist noch ein weiter Weg, bis Menschen in der Mehrzahl so was wie Humanität, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Anstand besitzen.
Ganz schön traurig.

Übrigens: ich halte das Video für glaubwürdig, weil ich seit Jahren immer wieder auch im TV oder in Magazinen von solchen Enthäutungen, Brühen, Grausamkeiten usw. von Schlachttieren in China bzw. Asien immer wieder gehört habe. Auch von unglaublicher Tierhaltungen, z.B. von jahrelang fixierten Bären in Käfigen zur Galle-Gewinnung.

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Aus einer Rundmail an mich, die Anlass zu diesem Posting war:

PETA-UNTERSCHRIFTENLISTE gegen diese Praktiken bei der Fellgewinnung:
Unterschriften einfach fortlaufend numerieren und untereinander dazufügen: Name, Wohnort, Staat.

Wenn 500 Unterschriften rekrutiert wurden, sendet diese bitte an die
Mail-Adresse von PETA: PETA2@peta.org </mc>

Schockierendes Tatsachenvideo von Mark Rissi: http://www.petatv.com/tvpopup/video.asp?video=fur_farm<http>

Einleitung:

Ich bin jedenfalls sehr erschüttert. Für mich ist ein Tier ein Freund. Viele, wie etwa Schweine, haben die Intelligenz von einem 3-jährigen Kind. Sogar Hühner sind nicht so dumm wie man meint. Tierschutz sollte nicht nur Haustiere umfassen, sondern auch „Nutztiere“!

Was ist ein Tier? Ein Nutzgegenstand? Wie ist es mit dem Bewusstsein eines Menschen bestellt, der Tiere für gefühllose „Dinger“ ansieht, die man ungestraft behandeln darf wie man will, Motto: „Wo kein Kläger, da kein Richter“. Der sich selbst als gläubig hält und  bei jeder Gelegenheit (vor allem wenn es ihn selbst trifft) hinter Gott herwinselt, aber nicht das geringste Mitgefühl, nicht die geringste Barmherzigkeit für seine Mitgeschöpfe aufbringt?

Ja, wir müssen uns ernähren – aber müssen wir wirklich dafür die Umwelt vernichten, die Tierarten ausrotten, die Tiere missbrauchen, quälen und töten? Und wenn schon töten – dann grausam? Und wenn schon jagen und fangen – dann ausrotten? Und wenn schon essen – gebührt den toten Tieren nicht ein bisschen mehr Dank – statt Essen und Reste gedankenlos als Müll wegzuwerfen?

Wo steht somit unser – ach so herrliches menschliches – Bewusstsein? Irgendwo auf der Stufe eines Raptosauriers? 

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ARD, Tagesthemen, 30.3.2010 um 22.25 Uhr:

“Experten erheben schwere Vorwürfe

Der Horror auf dem Schlachthof

Im Schnitt isst jeder Deutsche um die 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Dass dafür Tiere geschlachtet werden müssen, ist klar. Dies soll eigentlich möglichst schmerzfrei geschehen. Fachleute erheben aber den Vorwurf, dass viele Tiere schlimmste Qualen erleiden.”

Von Patrick Hünerfeld, SWR

http://www.tagesschau.de/inland/tierqualen100.html

Hier wurde ausgesagt, dass Schlachttiere in Deutschland mit ungenügender Betäubung und Tötung entweder in den Brühtopf gelangen (1% aller Schweine) oder bei lebendigem Leib gehäutet und Gliedmaßen amputiert werden (7 % aller Rinder). Die Tiere sind dabei wach und brüllen vor Schmerzen. Wenn sie zuvor nicht ordentlich betäubt und getötet werden, holt man das auf dem Fließband nicht mehr nach. D.h, jährlich allein in Deutschland 500 000 elendig gequälte Schweine und über 200 000 Rinder. (Es gibt aber auch Schätzungen von ca. 10% aller Schlachttiere!)

Dazu auch zum Thema: http://www.vegafon.de/tierschutz-rubrik/informationen/266-petas-schlachthof-recherche-in-ard-brisant

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Das alles ist aber nicht neu, nur passiert ist offenbar rein gar nichts:

http://www.tierschutz.cc/dachverband/docs/aussendungen/aus095.html: [ca. 2001, Österreich]

“Schwere Vorwürfe gegen Tierschutz

Anzeige gegen Schlachthäuser wegen Verdacht auf Tierquälerei

Bei einem Treffen zur Thematik „Gräueltaten in Schlachthäusern“ hat die oö. Tierschutz-Landesrätin Dr. Stöger schwere Vorwürfe gegen Tierschutz-Dachverbandspräsident Dr. Landa gerichtet, weil dieser zusammen mit einem Kameramann im Schlachthof gefilmt hatte, wie Stiere am Fließband hängend aus der Betäubung aufwachen und unbetäubt aufgeschnitten werden (…).

DV-Präsident Dr. Landa ist von einem der Bauern, von dem der Tiertransport der Stiere dokumentiert worden war, darüber verständigt worden, dass niemand mehr bereit sei, ihm seine Stiere abzukaufen, weil auf seinem Hof die Verladung gefilmt werden durfte (…) Und der relativ kleine Schlachthof müsse wegen der Anzeige wahrscheinlich Konkurs anmelden. Die großen Schlachthäuser, in denen es noch viel brutaler zugehe, so klagte der Landwirt, würden sich schon die Hände reiben. Werden die kleinen Schlachthäuser zu Grunde gerichtet, können die Großen noch mehr Geschäft machen! Vor allem wenn sie, statt den einheimischen Bauern einen fairen Preis zu zahlen, die billigeren Stiere aus dem Ausland importieren.

Damit gerade dies alles nicht geschieht, hatte der Tierschutz den Namen des Schlachthofes nicht bekannt gegeben. Wie von Insidern mitgeteilt worden war, handelt es sich um einen der besten Betriebe. Sonst wäre gar keine Bereitschaft bestanden, filmen zu lassen. Anderswo komme es noch zu Extra-Tierquälereien. Ein Tierarzt hat vom Veterinärdienst berichtet, dass die Stiere immer wieder blutunterlaufene Hoden hatten, weil sie mit Elektroschocks an diesen empfindsamen Stellen traktiert wurden. Die Treiber würden diese Stellen wählen, weil Blutergüsse am Muskelfleisch die Fleischqualität beeinträchtigen könnten. (…)

Aufgrund der EU-Anordnung 2000/418/EG, die seit Beginn dieses Jahres für alle Rinder-Schlachtungen gilt, muss davon ausgegangen werden, dass EU-weit in Schlachthäusern Tiere unzureichend betäubt geschlachtet werden. Demnach darf „das zentrale Nervengewebe bei Rindern… nach dem Betäuben [nachträglich] nicht durch Einführung eines Rückenmarkszerstörers durch den Schusskanal in die Schädelhöhle zerstört“ werden weil laut Begründung des ‚Wissenschaftlichen Ausschusses für veterinärmedizinische Maßnahmen‘ (…sich sonst) „ potentiell infiziertes zentrales Nervengewebe während des Schlachtprozesses über den ganzen Tierkörper verteilt.“

Szenen aus dem Video von der Schlachthausdokumentation
„DAS BRÜLLEN DER RINDER BEIM GESCHLACHTETWERDEN“

Siehe: http://www.tierschutz.cc/tiu/index-video.html

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Aus: http://www.vgt.ch/news_bis2001/010515.htm [ebenfalls vom Jahre 2001 und trotzdem scheint sich nichts geändert zu haben!]

„VN02-1 / 16. August 2001 – Erwin Kessler

Neue Horrormeldung aus der EU:
Seit anfangs 2001 sind in der EU entsetzliche Schlachthof-Gräuel im Gange:
Die Rinder brüllen noch, während sie am Förderband zerlegt werden

Auf politischen Druck hin hat der ORF Videoaufnahmen, welche diese Gräuel in österreichischen Schlachthöfen zeigen, unterdrückt. In der Schweiz geht es ähnlich: Der „Kassensturz“ des Schweizer Fernsehens interessierte sich nicht dafür, obwohl solches Fleisch auch in die Schweiz importiert wird. Nur das deutsche Fernsehen ARD zeigte anfangs August 2001 in der Sendung „Panorama“ diese und andere Aufnahmen, welche belegen, dass diese Gräuel nicht nur in Österreich, sondern EU-weit an der Tagesordnung sind.(…)

Aufgrund einer anfangs 2001 in Kraft gesetzten EU-Vorschrift, darf das Gehirn der Schlachttiere nicht mehr zerstört werden – eine BSE-Vorsichtsmassnahme. Dies hat zur Folge, dass viele Rinder vor dem Schlachten nicht mehr richtig betäubt werden und den Schlachtvorgang, das Zerlegtwerden, bewusst erleben. Der zuständige österreichische Minister erklärte dazu, das sei zwar nicht tiergerecht, aber zum Schutz der Konsumenten notwendig. Auch die zuständige EU-Kommission hält „Konsumentenschutz“ für wichtiger als Tierschutz. Was verschwiegen wird: Mit qualifiziertem Schlachthauspersonal und modernen Schlachthauseinrichtungen zur Sicherstellung des präzisen Ansetzens des Bolzenschussapparates wäre eine richtige Betäubung trotz dieser EU-Vorschrift möglich,(…)

Das von www.tierschutz.cc veröffentlichte Video kann als Kurzversion heruntergeladen werden: Download Videos “ [Inhaltliche Wiedergabe:]

 „Tierschutz im Unterricht“ schreibt dazu (www.tierschutz.cc):

Entsetzliche Dokumentationen aus heimischen [österreichischen] Schlachthäusern:
Die Stiere brüllen noch, während sie am Förderband aufgeschnitten werden

Bei der 7. Freiland-Tagung am 28. September an der Wiener Universität für Bodenkultur erregte das Referat von „Ja! Natürlich“-Geschäftsführer Werner Lampert besondere Aufmerksamkeit. Er erzählte von seinen Erfahrungen, welch grausame Zustände in den Schlachthäusern vorkommen. Er habe beobachten müssen, dass Tieren unbetäubt „die Beine abgeschnitten bekämen oder ins Brühwasser getaucht“ würden.

 

Von einem Tierschutzvertreter wurde in der anschließenden Diskussion berichtet, dass er schon mehrmals versucht habe, den Schlachtvorgang zur Erzeugung von Bio-Fleisch für „Tierschutz im Unterricht“ und zur Information der Bevölkerung zu dokumentieren. Die angesprochenen Landwirte z.B.  von „Beef Natur“ hatten dies aber sehr freundlich abgelehnt. Wenn der Metzger auf den Bio-Hof* kommt, so ihre Begründung, würden die Tiere ihn als todbringende Gefahr erkennen und sich entsprechend verhalten. Bei Mutterkuhhaltung versuchten die Mütter ihre Kälberkinder zu schützen, indem sie sie abschirmten. Deshalb käme es bei der Schlachtung immer wieder zu entsetzlichen Szenen.(…)

 

Ein oö. Landwirt berichtete in einem Interview für „Tierschutz im Unterricht“, dass er einmal und nie wieder seine Tiere ins Schlachthaus begleitet habe. Ein Stier, nachdem er mit dem Bolzenschussapparat angeschossen und an einem Hinterbein hochgezogen war, hätte noch herzzerreißend gebrüllt, während er bereits aufgeschnitten wurde. Deshalb werde der Bauer nie wieder ins Schlachthaus gehen. Auch bei der Schlachtung von Schweinen, vor allem bei Akkordarbeit, kommt es zu fürchterlichen individuellen Todeskämpfen, weil die Tiere nicht ausreichend betäubt werden.


Wie es der „Zufall“ so will, stattete während dieses Gespräches der Viehhändler dem Landwirt einen Besuch ab, weil in den nächsten Tagen wieder einige Stiere abgeholt werden sollten. (…) So kam es dazu, dass ein 2-Mann-Team vom Tierschutz die Möglichkeit bekam zu dokumentieren, wie Tiere aus den Ställen geholt und ins Schlachthaus transportiert werden. Unser Kameramann F…  hatte sich hinten am LKW einsperren lassen um Aufnahmen während der Fahrt von den Tieren zu machen. Der Film zeigt, wie den Tieren beim Auf- und Entladen mit Stöcken direkt ins Gesicht geschlagen wird. Das ist alles „ganz normal“: Sie werden mit Mistgabeln traktiert, mit elektrischen Viehtreibern geschockt oder durch Umdrehen des Schwanzes zum Gehen gezwungen. Denn welches Nutztier begibt sich schon freiwillig ins Schlachthaus? Der Gestank, zuerst nach Kadaver, weiter drinnen nach Blut, lässt die Tiere ihr Schicksal erahnen und versetzt sie in Todesangst. Der Lärm, vor allem der Säge, mit der die Körper durchschnitten werden, ist ohrenbetäubend. Jenes Tier, das jeweils im engen Gang unmittelbar vor der Tötungsbox steht, kann das blutige Gemetzel schon sehen, das ihm bevorsteht. (…)

Die Tiere werden von unten aus der Tötungsbox gekippt und mit einer Eisenkette am Hinterbein hochgezogen. So hängen sie kopfüber am Fließband. Jetzt sollen sie durch ein Aufschneiden am Hals zum Verbluten gebracht werden. Erst durch das Ausbluten sterben die Tiere. Ein sehr freundlicher Schlachthaustierarzt hat uns erklärt, dass niemand sagen kann, wann genau der Tod eintritt. Dazu müsste ein EEG gemacht werden.

Der AMA-Stier [d. h. aus biologischer Landwirtschaft] hängt an einem Bein am Fließband, der Schlächter schneidet ihm den Hals auf, Blut bricht hervor, der angeblich betäubte riesige Körper zuckt zusammen – das kann eine Reaktion der Nerven sein und muss nicht dahin gedeutet werden, dass das Tier noch etwas spürt. Da geschieht etwas, das auch die Tierschützer, die in ihrer Arbeit, Tierleid zu dokumentieren, einiges zu ertragen gewohnt sind, erschaudern lässt: Während der Schlächter, geschäftig vor sich hin pfeifend, die Brust aufschlitzt, schließen und öffnen sich die Augen des Tieres langsam, einmal und noch einmal. Dann beginnt der Stier, während er kopfüber hängend aufgeschnitten wird, um zu Fleisch verarbeitet zu werden, zu brüllen! Es ist auf der Videodokumentation klar und deutlich zu sehen und zu hören. Das Tier am Fließband lebt noch und schreit! Ein schauderhaftes, heiser-gurgelndes Muhen übertönt den Lärm des Schlachtvorganges. Solche Szenen spielen sich immer wieder in den Schlachthäusern ab, bevor die Tiere wirklich tot sind. Der Schlächter, der die Vorderhufe abschneidet, muss in Deckung gehen. Denn nun bäumt sich der mächtige Stier blutüberströmt am Haken noch einige Male auf. Das sterbende Tier windet sich mit ganzer Kraft. Der Todeskampf dauert lange Minuten…

Die Schlachthausbetreiber, Viehhändler und Schlachthoftierärzte, sowie die Landwirte sind sich kaum einer Schuld bewusst! Genauso wenig wie die Konsumenten von Fleischwaren, die die eigentliche Ursache für das ungeheure Tierleid in den Schlachthäusern sind, für das unsere Mitmenschen durch diese Dokumentationen sensibilisiert werden sollen. (…)

Jene Gräueltaten in den Schlachthäusern, die für „Tierschutz im Unterricht“ dokumentiert wurden, sind nicht auf einzelne Betriebe beschränkt. Es handelt sich dabei leider um ein EU-weites Phänomen. Wo am Fließband geschlachtet wird, kommt es zu Gewalt gegen Tiere! (…)

Zwar schreiben die Tierschutzgesetze der einzelnen Länder vor (z.B. oö. Tierschutzgesetz): „Wer ein Tier schlachtet, muss vor dem Blutentzug eine vollkommene allgemeine Betäubung vornehmen.“ Neue Vorschriften der EU [Entscheidung der Kommission 2000/418/EG ]untersagen jedoch seit Beginn dieses Jahres die Rückenmarkszerstörung bei der Schlachtung unter Verwendung des Hirnstabes, weil dadurch BSE-Risikomaterial über die Blutbahn in alle Körperteile gelangen könnte. Mit diesem Stab wurde nach dem Anschießen im Gehirn der Tiere herumgestochert, um das Zentralnervensystem zu zerstören und zu vermeiden, dass die Tiere beim Ausbluten und während ihnen bereits die Beine abgeschnitten werden, aus der Betäubung erwachen. Diese „Sterbehilfe“ wurde Anfang des Jahres verboten. (…)

Anbetracht der Zustände in der Nutztierhaltung und den Schlachthöfen, müsste jede intelligente und sensible Person es als unerträglich empfinden, auf solche Weise hergestelltes Fleisch zu konsumieren und damit indirekt den Auftrag für weitere Tierquälerei zu erteilen. [Ende der inhaltlichen Wiedergab des Videos.]

 

Auf politischen Druck hin hat der ORF diese Aufnahmen unterdrückt. In der  Schweiz geht es ähnlich: Der Kassensturz interessierte sich nicht für die Videoaufnahmen. Die Medien haben in der Schweiz den Auftrag, die widerspenstige Bevölkerung EU-reif zu machen. Da passen solche staatlich organisierte Gräuel in der „Wertegemeinschaft“ EU nicht ins Programm.“

 

* Im ORF kam vor einigen Tagen (März 2010) die Meldung, dass in Zukunft Kleinschlachtungen (Hausschlachtungen)  z.B. auf Bauernhöfe und auf Biohöfen durch Metzger verboten werden und die Tiere in Zukunft zu größeren Schlachthöfen gefahren werden MÜSSEN. Die EU schreibt Räumlichkeiten und Geräte vor, so müssen z.B. Schlachträume und Verpackungsräume getrennt werden – Dinge, die für einzelne Biobauern zu teuer sind. Das Wohl der Tiere stand bei diesen Vorschriften, die finanziell die Biobauern belasten, aber nicht im Mittelpunkt.

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Hier ein sehenswertes Video zum Thema „Schlachtvieh“ auf Youtube, 7. 12.2009:

Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wäre jeder Vegetarier / If slaughterhouses had glass walls everyone would be vegetarian.  (Sir Paul McCarthney für PETA)

http://www.youtube.com/watch?v=2U8BtmD6RFE

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http://www.derwesten.de/waz/welt/Mehr-Tierschutz-auf-den-Schlachthoefen-id411066.html [Anm.: Man hat lange darüber geredet, und jetzt soll es sie angeblich – erst 2013! – geben, aber nur in großen Schlachthöfen: Tierschutzbeauftragte.]

„Schlachthof : Mehr Tierschutz auf den Schlachthöfen – Welt, 23.06.2009, Karin Teschner

Brüssel. EU-Agrarminister einigen sich auf neue Verordnung, die Tieren unnötige Qualen beim Töten ersparen soll. Danach müssen Schlachthöfe in der EU künftig Tierschutzbeauftragte beschäftigen. Doch Tierschützern geht das nicht weit genug.

Mehrere Fernsehsender zeigten die schaurigen Bilder aus europäischen Schlachthöfen: Rinder erwachen aus der Betäubung und erleben ihre Schlachtung bei vollem Bewusstsein mit.

Solche Szenen soll es in Zukunft nicht mehr geben. Die Agrarminister einigten sich in Luxemburg auf eine neue EU-Verordnung, die Tiere unnötige Qualen beim Töten ersparen soll. Danach müssen Schlachthöfe in der EU künftig Tierschutzbeauftragte beschäftigen.

In Deutschland ist das bereits der Fall, zusätzlich aber müssen die Betriebe nachweisen, dass ihr Personal ordnungsgemäß ausgebildet ist. Außerdem werden Schlachter dazu verpflichtet, ihre Betäubungsmethoden zu dokumentieren und das Vieh bis zur Tötung streng zu überwachen. Jedes Jahr werden in den Schlachthöfen der EU rund 360 Millionen Schweine, Schafe, Ziegen und Rinder sowie mehrere Milliarden Hühner getötet – gerade in den neuen Mitgliedsstaaten hat es für sie bislang nur laxe Schutz-Standards gegeben.

Kritik von Pro Vieh

„Mit diesem Vorschlag wird die Behandlung der Tiere zum Zeitpunkt der Schlachtung grundlegend verbessert“, freute sich EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou gestern ist Brüssel. Das sehen Tierschützer in Deutschland allerdings anders: Ihnen geht die Verordnung, die 2013 in Kraft treten soll, längst nicht weit genug.

„Kleinere Betriebe sind weiterhin von der Pflicht ausgenommen, Tierschutzbeauftragte anzustellen. Dabei sind dort die meisten Missstände zu beobachten – auch in Deutschland“, klagt Frigga Wirths vom Tierschutzbund. Der Verband Pro Vieh kritisiert zudem, dass viele der zugelassenen Betäubungsmethoden mangelhaft sind, weil sie den Tieren Qualen und Stress bereiten – doch an ihnen wollte die EU aus Rücksicht auf die Fleischindustrie nicht rütteln. Umstritten sind zum Beispiel die CO2-Betäubung von Schweinen, weil sie zu Atemnot und Keuchen vor dem Tod führen soll oder die Elektrobetäubung bei Hühnern: Die Vögel werden bei vollem Bewusstsein in die Schlachtbügel eingehängt.“

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Kommentar:

„Einzelfälle“ sind das keine, das ist Horror und Sadismus, landesweit, weltweit. Die EU sorgte selbst dafür , dass arme Tiere unter entsetzlichen Schmerzen 2000-2013 zu jährlich millionenfach elendiglich sterben mussten.

Man ist, was man isst, und wenn man Tiere zu Tode quält, wird man zu dem, was man danach mit dem Fleisch isst. Gestresst, deprimiert, krank. Was nützt denn die Biohaltung, wenn das Tier dann am Ende doch wieder in einer Massenschlachterei elendig krepiert?

Außerdem – wie scheinheilig ist das denn? Gegen das Schächten sein (d.h. Hals aufschneiden und Tier verbluten zu lassen, bei Juden und Muslimen) aber die Tiere in den eigenen „ach  so humanen“ Schlachthöfen lebendig und vollbewusst kochen, enthäuten oder amputieren zu lassen?????

Und warum zum Teufel hagelt es nicht gegen jeden Mitarbeiter und gegen Schlachthöfe, wo Tiere bewusst so gequält werden, keine massiven Anzeigen wegen Tierquälerei???

 (bearbeiteter Artikel, original vom 24.11.2008)
Gesunde Ernährung wie unsere Ur-, Ur-Vorfahren
Meiner Meinung nach waren die uranfänglichen Menschen Geschöpfe, die an den Küsten und Flussdeltas lebten und zwar in den gemäßigten Regionen. Sie ernährten sich da von Fisch, Seefrüchte, Tang, Gräser (Reis!), Seevögel oder Eier, einer der ersten Erfindungen war der Einbaum (das Kanu) und entsprechend verbreiteten sie sich über die Küstengebiete und Meere. Als sie auch das Hinterland der Flüsse erschließen mussten, gingen sie dazu über, die fehlenden Meeressalze (notgedrungen) und Proteine ersatzweise über Fleisch zu stillen, was aber offensichtlich weit weniger ideal war. Erst seit ca. 2-3000 Jahren begannen die Menschen in Europa auch die proteinreiche (Kuh-)Milch zu verwenden, obwohl 2/3 aller heutigen Menschen (vor allem in Asien!) Kuhmilch wegen der Lactoseunverträglichkeit (Milchzucker) nicht oder nur sehr schlecht verdauen können. Dank nützlicher Bakterien ist Sauermilch oder Joghurt bereits leichter verdaulich.
Daher zieht es jedenfalls noch heute den Menschen in die Bäder und an Küsten und die „Mittelmeerdiät“ (Trauben, Beeren, Oliven, Fisch, Seefrüchte, Reis, Getreide, Gemüse…) ist noch immer die bekömmlichste und gesündeste. Und daher lebten auch Japaner, die viel rohen Fisch und Seetang aßen, sehr lange und gesund.
Wenn das kein Argument ist, seine Ernährung umzustellen auf „weißes Fleisch“, Getreide, Obst und Gemüse (sowie Kräuter), wenn die Tatsache, dass man für 100% Getreide-Input nuar 25% Fleisch-Output rausbekommt, d.h. die gesamte Menschheit sich gar nicht leisten könnte, Fleisch wie wir Europäer zu essen (denn dann müsste die Welt verhungern), und dem auch der Tier- und Umweltschutzgedanke völlig egal ist, hier gibt es noch ein gewichtiges Argument:
Alle Affen können es, Menschen können es nicht nicht: die Zuckerverbindung Neu5Gc verwerten (und bilden),
was bei der menschlichen Verdauung dieser Zuckerverbindung im Roten Fleisch (Rind, Schwein, Schaf, Ziege) und bei Milchprodukten zu erheblichen Problemen führt.
Humanoide können nur die Vorstufe dazu bilden und verwerten, Neu5Ac. Die Fähigkeit der Umwandlung der Vorstufe muss bei einer Mutation verloren gegangen sein, als die menschlichen Vorfahren sich vom gemeinsamen Vorfahren mit den Affen abspalteten, vermutlich vor 3 Mio. Jahren (bei Australopithecus, oder ev. später, beim Homo Ercetus). Denn dasselbe gilt bereits für den Neanderthaler. Nein, es ist noch schlimmer: der Körper reagiert auf diese Zuckerverbindung wie ein Fremdkörper und attackiert es in Form einer Imunreaktion entsprechend. Und weil es diese Zuckerverbindung nicht verwerten kann, wird es einfach (wie ein Giftstoff) „eingelagert“.
Im Proceedings of the National Academy of Sciences vom 1.10.2003 veröffentlichten bereits Wissenschaftler der Universität von California (San Diego School of Medicine, geleitet von Ajit Varki, M.D., , „dass der menschliche Stoffwechsel nach dem Verzehr von rotem Fleisch (Rind, Schwein, Schaf) bestimmte körperfremde Moleküle aufnimmt und diese in verschiedene Gewebe einlagert. Bei diesen Molekülen handelt es sich um eine Zuckerverbindung mit der Bezeichnung N-Glycolyneuraminsäure (Neu5Gc), die sich an der Membranoberfläche von Zellen befindet. Diese Substanz wird nur von Säugetieren gebildet; der menschliche Stoffwechsel kann diese Zuckerverbindung nicht herstellen.
Besonders große Mengen befinden sich im Fleisch von Rind, Schwein und Lamm, auch Milch und Käse enthalten diese Verbindungen in kleinen Mengen. Zwei an der Studie beteiligte Wissenschaftler fanden im Blut von Testpersonen Antikörper, die mit den Neu5Gc-Molekülen reagierten. Daraus konnte geschlossen werden, dass eine Immunreaktion gegen diese Moleküle stattgefunden hat. Neu5Gc-Moleküle selbst wurden zuerst in verschiedenen Krebsgeweben nachgewiesen, später wurden sie auch in Blutgefäßen und Schleimhautzellen gefunden. (…) In einer ersten vorsichtigen Bewertung bemerkte der Leiter der Studie, Professor Ajit Varki, es sei durchaus denkbar, dass die Anreicherung von Neu5Gc und die Bildung von Antikörpern dagegen im Laufe des Lebens zur Entstehung von Krankheiten beitragen könne.
Kommentar: Diese Studie zeigt eindrucksvoll, dass das Fleisch keine naturgemäße Nahrung des Menschen sein kann, sonst würde das Immunsystem keine Antikörper dagegen bilden. Ein regelmäßiger Fleischkonsum fördert schädliche Immunreaktionen und die Entzündungsbereitschaft des Stoffwechsels mit allen daraus hervorgehenden Folgeerkrankungen. In der Zusammenfassung der Studie in PNAS-online ist von xenoreaktiven Antikörpern die Rede, die durch den Verzehr von rotem Fleisch im menschlichen Organismus gebildet werden.“*
Da die Zuckerverbindung in Blutgefäßen und Schleimhäuten abgelagert wird und dort Entzündungen, Tumore bis hin zu Krebs auslösen kann (?) ist es interessant, warum die Konsumenten kaum was dazu hören – um den Verkauf von Fleisch nicht zu beeinträchtigen? Umso mehr rotes Fleisch (und zuviele Milchprodukte) der Mensch konsumiert, desto mehr wird ins Gewebe eingelagert mit allen Konsequenzen. Menschliches Tumorgewebe weist besonders viel eingelagertes Neu5Gc auf.
http://www.das-weisse-pferd.com/de/ausgaben/03_11/fleisch.html  *bezogen auf das Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 11/03
„In the late 1990s, the first example of a complete genetic and biochemical difference between humans and apes was reported by a group led by Ajit Varki, M.D., working closely with Elaine Muchmore, M.D. They showed that humans are different from chimpanzees and other great apes in not having the enzyme responsible for producing Neu5Gc, which is also found on the cell surfaces of other non-human mammals. The group showed that this biochemical difference was due to a human-specific mutation in the gene encoding the enzyme CMP-Neu5Ac hydroxylase (CMAH), which is responsible for synthesizing Neu5Gc in apes and other mammals.“ **
„Sialic Acid and Neu5Gc content of common food items **

Food Neu5Gc intake if eaten at daily recommended servings Total micrograms
(enthaltene Mikrogramm ca. pro Portion)
Cod 27 (Kabeljau)
Salmon 810 (Lachs)
Tuna 27 (Tunfisch)
Chicken 27 (Huhn)
Turkey 27  (Truthahn)
Duck 27   (Ente)
Milk (cow, 2%) 711 (rohe Kuhmilch 2%)
Milk (cow, raw) 711 (rohe Kuhmilch normal)
Butter 45 (Butter)
Cheese (cow) 600 (Käse aus Kuhmilch)
Lamb 4,860 (Lamm)
Pork 5,130  (Schwein)
Cheese (goat) 5,544 (Ziegenkäse)
Beef 11,610  (Rind)
Beef, lean portion 9,720 (Rind, mageres Filet)
Beef fat 10,260″ (Rind, fett)
Mag diese Tafel auch wegen der unzureichenden Mengenangabe ungenau sein, die Tendenz ist deutlich ersichtlich, was viel und was wenig Neu5Gc besitzt.
Aus www.krone.at vom 22.11.2008: *** „Nun züchteten die Forscher Mäuse, die das Zuckermolekül ebenso wie der Mensch nicht bilden. Pflanzten sie den Tieren Tumore ein, die Neu5Gc enthielten, so wuchsen diese Geschwulste dann schneller, wenn den Tieren auch die entsprechenden Antikörper injiziert wurden. Verabreichten sie diesen Tieren dagegen entzündungshemmende Mittel wie etwa Acetylsalicylsäure (ASS), so blieben die Tumore kleiner. Dies zeige, dass das Zusammenspiel des Zuckermoleküls und der Antikörper das Krebsrisiko beeinflussen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“.“

Das bedeutet zusammengefasst, es kommt zu einer verhängnisvollen Wechselwirkung zwischen menschlicher Immunabwehr und in den Zellen in denen diese „fremde Zuckerverbindung“ eingelagert worden ist. Und das erklärt auch, warum (das blutverdünnende) Aspirin (Acetylsalicylsäure) von manchen Menschen als Vorbeugung gegen gewisse Tumore und Krebsarten betrachtet wird.

Der Mensch ist, was er ISST, und sogar medizinisch-biologisch lässt sich an hand von Gewebe und Blutuntersuchungen feststellen, ob sich jemand vorwiegend von Fleisch oder vegetarisch ernährt. Unser gesamter Körper zeigt es, nur unser Verstand verweigert die Einsicht. Alles, was wir materiell oder geistig uns zuführen, aus dem bestehen wir.

Nachtrag vom 7.3.2013:

Studie belegt höhere Sterblickkeitsraten bei einem täglichen Fleisch- oder Wurstkonsum von mehr als 40 g (= 4 dag) pro Tag:

Von krone.at, Rubrik Nachrichten – Wissen, AG/red, vom 7.3.2013: „Europaweite Studie: Wer mehr als 40 g Wurst am Tag isst, riskiert einen frühen Tod“: http://www.krone.at/Wissen/Wer_mehr_als_40_g_Wurst_am_Tag_isst._riskiert_fruehen_Tod-Europaweite_Studie-Story-353623
„Wer täglich mehr als 40 Gramm Wurstwaren oder anderweitig verarbeitetes Fleisch isst, der riskiert einen früheren Tod. Das ist zusammengefasst das Ergebnis einer europaweiten Studie, an der knapp 450.000 Menschen teilgenommen haben. Demnach erhöht sich das Risiko je 50 Gramm Fleischprodukte pro Tag um 18 Prozent.“

„Rund drei Prozent aller frühzeitigen Todesfälle sind auf den hohen Konsum von Fleischprodukten zurückzuführen“, so Studienleiterin Sabine Rohrmann vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich. Sie hat mit Forscherkollegen aus ganz Europa den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Sterberisiko untersucht.“ Konsumenten haben ein hoheres Risiko für eine Erkrankungen von Herz und Kreislauf oder Krebs, wie man im Fachblatt „BMC Medicine“ lesen konnte. Das beruht möglicherweise auf „krebserregende Stoffe wie Nitrosamine , die beim Salzen, Pökeln oder Räuchern entstehen. Verarbeitete Fleischprodukte seien außerdem reich an Cholesterin und gesättigten Fetten, was mit dem erhöhten Risiko für Herz- Kreislauf- Erkrankungen in Verbindung steht.“ Außerdem scheinen die Testpersonen generell (im Gegensatz zu Vegetarier) weniger Früchte und Gemüse zu konsumieren, dafür aber mehr Alkohol und Zigaretten.

„Doch auch wenn diese Faktoren bei der Datenauswertung berücksichtigt würden, bleibe das zentrale Resultat das Gleiche, schreiben die Forscher: Wer jeden Tag mehr als 40 Gramm verarbeitete Fleischprodukte esse, habe ein erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu jenen, die weniger als 20 Gramm pro Tag essen. Allerdings trage Fleisch auch zur Versorgung mit wichtigen Vitaminen bei, besonders B- Vitaminen, und Mineralstoffen, wie Eisen, bei, so die Forscher. Ein mäßiger Fleischkonsum bis zu 40 Gramm pro Tag sei deshalb in Ordnung und erhöhe das Sterberisiko nicht, so Erstautorin Rohrmann.“