https://i2.wp.com/science.nasa.gov/media/medialibrary/2013/01/28/90_RecordSettingAsteroidFlyby-Poster640.jpg

Foto: NASA, AsteroidFlyby…  (http://science.nasa.gov/media/medialibrary/2013/01/28/90_RecordSettingAsteroidFlyby-Poster640.jpg)

Warum erscheinen Berichte über drohende Gefahren meistens nur nachträglich?

Es ist doch immer nett, wenn die Regierung und Wissenschaft uns wenigstens hinterher wissen lässt, dass wir in Gefahr geschwebt haben: großzügig gab die NASA Bilder des 1,5 km großen Asteroiden 2007 PA8 vom 28.-30. Oktober frei, der dann am 5. November in gerade mal 17fachem Erd-Mond-Abstand (d.h. in 6,5 Mio. km-Abstand) an der Erde vorbeigezogen ist. Als die NASA die Bilder mit dem Deep Space Network in Goldstone, Kalifornien gemacht hatte, war er noch 10 Mio. km weit weg. Entdeckt wurde er 2007. Und er kommt in 200 Jahren wieder vorbei.

Krone.at – online, Rubrik Wissen, vom 7.11.2012: „NASA fotografiert erdnahen, 1,5 km großen Asteroiden“ (http://www.krone.at/Wissen/NASA_fotografiert_erdnahen._1.5_km_grossen_Asteroiden-Mittels_Radarantenne-Story-340006 )

Noch hinterhältiger war das Verschweigen von 2005 YU55, der in der Nacht zum Mittwoch, 23. Januar 2013, die Erde im Abstand von 324.600 km passiert hat. Hatte der doch immerhin 400 m an Größe! (OÖ. Nachrichten.at vom 29. 1. 2013, Rubrik Chronik: „Asteroid streifte Erde – In 25 Jahren droht uns aber der Super-GAU“, http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/Asteroid-streifte-Erde-In-25-Jahren-droht-uns-aber-der-Super-GAU;art58,756923 )

Asteroid 2005 YU55

Foto: NASA (Multimedia Image Gallery), 2005 YU55, 7. November 2011

Die Auswirkungen von Asteroidenenschlägen

Sagen wir mal so: ein Brocken von 40 m legte in der Tunguska 2000 km Waldgebiet flach, als er in der Luft zerborsten ist. Der Barringer-Krater in Arizona hat einen Durchmesser von 1200 m und ist 180 m tief. Er entstand vor 50 000 Jahren durch einen Einschlag eines Asteroiden aus Eisen, der nur 50 m groß war. Im Umkreis von 4 Km wurde alles Leben sofort ausgelöscht, auf 22 – 40 km dann anschließend durch die Schockwelle, Feuer und Hurrican. Außerdem löste er ein Erdbeben aus mit der Stärke von 5,5 (Richter).

Der 36 m große 2012 XE54 flog am 14. Dezember 2012 mit nur 225.000 km an der Erde vorbei und war da erst 2 Tage zuvor entdeckt worden. Seine Kraft hätte immerhin noch ausgereicht, eine Stadt zu zerstören. Der Asteroid 2012 DA14 mit der Größe von ca. 50 m wird hingegen am 15. Februar 2013 mit nur 28.000 km an der  Erde vorbeiziehen, d.h. unter der Höhe von heutigen Satelliten. Bei einem Aufschlag entstünde ein Krater von 300-500 m. (http://www.krone.at/Wissen/Asteroid_rast_am_15._Februar_knapp_an_Erde_vorbei-Rekordannaeherung-Story-349737 )

Ein Asteroid von etwa 100 m Größe, wie der vom 14. Juni 2002 namens 2002 MN, der in nur 120.000 km Abstand vorbeiflog, hätte auf der Erde die Sprengkraft etlicher Wasserstoffbomben und damit das Potential zu großen regionalen Verwüstungen. (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/beinahe-unfall-asteroid-schrammte-an-erde-vorbei-a-201867.html )

Aus der Sendungszusammenfassung von „Das Erste.de“ von der Sendung „Asteroiden auf Kollisionskurs“ im ARD  vom 11.11.2012, 17 Uhr (http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2012/asteroid-weltuntergang-100.html ): „Typischerweise rasen Asteroiden mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Sekunde durchs All, das entspricht über 50.000 Stundenkilometern. Die Erdatmosphäre würde ihn nur minimal abbremsen. Die Wucht beim Aufprall wäre enorm: 40 Megatonnen TNT, so viel wie 2.500 Hiroshima-Atombomben. Alleine der entstehende Krater hätte einen Durchmesser von bis zu zwei Kilometern und wäre rund 300 Meter tief. Die Zerstörungen durch die Druckwelle und das glühend heiße Gestein würde jedoch auch in einem Umkreis von rund 70 Kilometern alles verwüsten.“

Der globale Killer-Asteroid, der vor 65 Mio. Jahren die Dinosaurier und 50% aller Arten ausgelöscht hat, war ein Brocken mit 10 km Durchmesser, der bei Yukatan auf die Erde geprallt ist. Solche Killer lösen auch gewaltige Erdbeben aus mit einer Reaktion auf die Erdkruste auch auf der gegenüberliegenden Seite der Erde.

Ein globaler „Killer-Asteroid“ mit 500 m Durchmesser würde einen ganzen Kontinent zerstören und damit viel Leben auf der Erde auslöschen – ein Szenario, wie es bereits sechsmal in der Erdgeschichte bereits geschehen ist. Siehe NASA-Animation (Youtube, hochgeladen 17.2.2012):

http://www.youtube.com/watch?v=vUWJPjj9_lE

Am 8. November 2011 flog der 400 m-Asteroid 2005 YU55 (entdeckt 2005) mit ca. 325 000 km an der Erde vorbei, d.h. innerhalb noch des Mondabstands – „ein Ereignis, wie es alle 25 Jahre mal vorkommt“:

http://www.youtube.com/watch?v=QH2vd7J204M

Apophis, die drohende globale Gefahr, die man offenbar gerne Ignoriert

Wir haben bereits einen sehr gefährlichen  Kandidaten auf der Warteschleife: 2005 MN4, genannt „Apophis“, benannt nach dem altägyptischen Gott des Chaos und der Dunkelheit, hat eine Größe von etwa 325 m. Er flog schon mal, am 2. Januar 2008 bei uns vorbei und wird die Erde am 13. April 2029 in nur 30.000 – 36.000 km – Abstand zum zweiten Mal passieren, d.h. innerhalb unserer Atmosphäre. (Impact-Wahrscheinlichkeit: 2,7%). Es gibt rechnerisch ein 610 Miles² großes „Kollissionsschlupfloch“, wenn der Asteroid da durchrast, wird er am Freitag, 13. April 2036 zum dritten Mal wiederkehren und dann mit großer Wahrscheinlichkeit (je nach Quelle zwischen 1: 45 000 oder 1: 250 000) auf der Erde aufschlagen, zumal man die Auswirkungen der Erdanziehung noch immer nicht abschätzen kann. Seine Flugbahn wäre irgendwo zwischen Westafrika, Mittelamerika, Pazifik und Zentralasien; wahrscheinlicher Aufschlagsort wird aber Costa Rica oder vor Kalifornien (Santa Monica). Es wird auf alle Fälle mehrere Staaten der ganzen Region vollkommen zerstören. Ein Treffer auf dem Meer würde hunderte Meter hohe Tzunamis auslösen. Zudem würde ein Einschlag die Umlaufbahn der Erde um die Sonne bzw. die Ekliptik beeinflussen. (OÖ. Nachrichten.at vom 29. 1. 2013, Rubrik Chronik: „Asteroid streifte Erde – In 25 Jahren droht uns aber der Super-GAU“, http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/Asteroid-streifte-Erde-In-25-Jahren-droht-uns-aber-der-Super-GAU;art58,756923 ; Flugbahn-Simulation: http://www.youtube.com/watch?v=5ZTmC8Nz1b4 , http://www.youtube.com/watch?v=w4l7KB3qkYg , http://www.youtube.com/watch?v=1NyG4q4HK08 , http://derstandard.at/1356427153645/Asteroid-Apophis-uebt-sich-heute-Nacht-im-Vorbeiflug )

Ein „Weisenrat“ zwischen UN-Beauftragte, Costa Rica und Kalifornien sollte tagen, schlug man 2007 vor, um Maßnahmen gegen Apophis zu planen, z.B. ein Asteroid-Ablenkungsmanöver entwickeln, Kosten: mind. 10 Mrd. Dollar. (Geschehen ist seit damals allerdings so gut wie nichts.) Zudem ist ein weiterer Gefahrenkandidat unterwegs: „Asteroid „2007 VK184“ trifft uns 2048 mit einer Chance von 1:2700.“ Er ist 130 m groß und seine Impact-Wahrscheinlichkeit ist 0,034 % (1: 2940). ( Aus: Die Presse.com, Rubrik: Panorama, Welt, vom 8.9.2008: „Astronomie: Ein Asteroid bedroht die Welt“, http://diepresse.com/home/panorama/welt/412555/Astronomie_Ein-Asteroid-bedroht-die-Erde ; WiKipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/2007_VK184 )

Meteoriten und Asteroiden in unserer Erdgeschichte

Aus Wikipedia, 29.1.2012, zu „Impact“: http://de.wikipedia.org/wiki/Impakt :

„Die zirka 4,6 Milliarden Jahre alte Erdgeschichte ist wesentlich durch Einwirkung von Meteoriteneinschlägen geprägt. (…) diese Ereignisse sorgten nicht nur möglicherweise für die Herkunft des irdischen Wassers in Form der Ozeane, sondern verhinderten bis vor etwa 3,9 Milliarden Jahren – durch eine „Late Heavy Bombardement“ genannte Phase – auch die Bildung einer stabilen Erdkruste.

Ein Großteil der Materie unseres Sonnensystems ist bereits in dieser Zeit durch die Gravitationskraft der Erde oder anderer Himmelskörper eingefangen worden. Jährlich fallen jedoch noch etwa 20.000 Meteoriten zur Erde, meist ohne in der Landschaft deutliche Spuren zu hinterlassen. Die von den größten Meteoriten ausgelösten Naturkatastrophen der Vergangenheit lassen sich oft nur noch indirekt, zum Beispiel durch ein von ihnen ausgelöstes Massenaussterben oder einen globalen Klimawandel nachweisen. (…)

Global gefährlich sind Objekte mit einem Durchmesser von mehr als 500 m. Wissenschaftler in New Mexico (USA) zählten mehr als 1.100 Asteroiden mit einem Durchmesser von mehr als 1 km, die sich auf einer Umlaufbahn befinden, die sie der Erde gefährlich nahe bringen könnten. Einschläge von Körpern dieses Durchmessers würden eine Vielzahl verheerender Folgen haben: Milliarden von Menschen könnten Opfer von Flutkatastrophen und globalen Klimaveränderungen („Impaktwinter“, vergleichbar einem nuklearen Winter) werden. (…)  Die Wahrscheinlichkeit, dass solch ein Meteorit im Meer einschlägt, wäre relativ groß, denn 71 % der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. (…) Die Folge wäre ein Mega-Tsunami, der ganze Küstenlandschaften überschwemmen würde. (…)  

Rein statistisch gesehen muss man mit einem derartigen Einschlag alle 500.000 bis 10 Millionen Jahre rechnen. (…)  sogenannte KT-Impakt sollen etwa alle 100 Millionen Jahre stattfinden. Vergleichsweise kleinere Einschläge erfolgen dabei häufiger. So verwüstete der Einschlag im Nördlinger Ries, begleitet von einem zweiten Einschlag im Steinheimer Becken, vor 15 Millionen Jahren weite Teile Europas.

Aber auch noch kleinere Meteoriten können lokal oder regional immensen Schaden anrichten. So sollen nach historischen Berichten im Jahr 1490 in China bei einem Meteoriteneinschlag mehr als 10.000 Menschen getötet worden sein. (…) Auch das Tunguska-Ereignis, bei dem 1908 eine Fläche von etwa 2.000 km² in Sibirien verwüstet wurde, war vielleicht ein Meteorit, der in der Atmosphäre explodierte. Ferner wird vermutet, dass die nordamerikanische Clovis-Kultur infolge der Explosion eines Himmelskörpers unterging. (…)

Alle kleinen Körper, die auf dem Mond, dem Mars oder anderen (nahezu) atmosphärelosen Himmelskörpern sichtbare Spuren in Form von Kratern hinterlassen würden, verglühen wegen der Reibung mit den Teilchen der Erdatmosphäre in dieser, bevor sie die Erdoberfläche erreichen können. Größere Körper hingegen können auf die Oberfläche aufschlagen, doch würden sie mit 71 % Wahrscheinlichkeit in die Ozeane stürzen, (…). Die Spuren der auf Festland treffenden Himmelskörper werden über kurz oder lang ebenfalls getilgt“.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Asteroid von 50-300 m Größe jederzeit auf der Erde aufschlägt, beträgt 1:250, dass ein 1,5km Brocken aufschlagt 1: 1 000 000 (vermutliche Anzahl der Toten: 1,5 Mrd.). (http://www.indiadaily.com/editorial/15008.asp )

Hier ist eine Animation von Scott Manley auf Youtube (6.9.2012) von entdeckten Asteroiden im Solarsystem 1980 – 2012. Im Zentrum sieht man zuerst gelb die Sonne, dann die 4 inneren Planeten und weiter draußen Jupiter, wie sie um die Sonne kreisen. Das weiße kreisende Spotlicht zeigt den Blick von „Infrarot-Teleskope“ auf das Weltall, wie nach und nach Asteroiden durch Teleskope sichtbar werden. Ganz links sieht man eingeblendet die Jahreszahl – je näher wir unserer Zeit kommen, desto mehr Asteroiden werden sichtbar. Grün sind die Asteroiden, die auf der Bahn zwischen Jupiter und Mars fliegen (d.h. im Asteroidengürtel), aber den inneren vier Planeten fern bleiben. Gelb sind solche, die bereits in Reichweite der vier inneren Planetenbahnen fliegen. Rot sind Asteroiden, die die Erdbahn kreuzen: (500 000 Asteroids heute erfasst; 1 Pixel des Bildes in voller Größe entspricht 500 000 km Distanz.)

http://www.youtube.com/watch?v=xJsUDcSc6hE

Zu:  „Nahe Begegnungen mit erdnahen Asteroiden“ ab dem Jahr 2004 siehe Wikipedia, Stichwort „Asteroid“, http://de.wikipedia.org/wiki/Asteroid#Beispiele_f.C3.BCr_Einschl.C3.A4ge_auf_der_Erde

Asteroid versus Mensch: wer ist der größere globale Arten-Killer?

Tödlicher als ein großer Asteroid ist für alle Tier- und Pflanzenarten der derzeitige Mensch. Der Asteroideneinschlag ist ein Einzelereignis, das von der Natur überwunden wird. Der Mensch ist für den Planeten hingegen eine Plage, da er fortlaufend seine Umwelt ausbeuten, vernichten und zerstören muss – in seiner fatalen Ansicht, er darf das.

Aus Wikipedia, zu: „Artensterben“, vom 29.1.2013: http://de.wikipedia.org/wiki/Aussterben

„Neueste Erhebungen gehen davon aus, dass die derzeitige Aussterberate von 3 bis 130 Arten pro Tag um den Faktor 100 bis 1000 über dem natürlichen Wert liegt. (…) Nach einer Studie des Stockholm Resilience Centre von 2009 ist der ermittelte Grenzwert für das verkraftbare Aussterben von Arten bereits um über 1.000 % überschritten und ist damit noch vor dem Klimawandel das größte ökologische Problem. Ursprünglich wollte die UNO mit ihrer Biodiversitäts-Konvention von 1992 das weltweite Artensterben bis ins Jahr 2010 gestoppt haben, dem internationalen Jahr der Biodiversität. Mit dem Nagoya-Protokoll allerdings wurde dieses Ziel auf das Jahr 2020 verschoben. Mittlerweile sterben laut dem Bericht der Vereinten Nationen zur Artenvielfalt bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten täglich. Als entscheidende Einflüsse werden dabei genannt: (…)

–           die Art der Landnutzung (Land- und Forstwirtschaft) mit ihrem rasanten Flächenverbrauch und der damit einhergehenden Waldvernichtung und Bodendegeneration

–           die so genannten invasiven Arten, welche einheimische Arten verdrängen

–           der aktuelle Klimawandel

–           die Chemisierung unserer Umwelt und der Landwirtschaft

Der im Frühjahr 2010 veröffentlichte Bericht im Auftrag der UN-Biodiversitätskommission zieht eine katastrophale Bilanz: ein Autor vergleicht die heutige Situation mit der vor dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren.“