Es gibt einfach Nachrichten, die sind so heftig, dass es einem die Sprache verschlägt.

18.000 – 20.000 Tote, an die 12.000 bis 16.000 Vermisste. Und einen Atom-GAU der Stufe 7 mit unbekannter Anzahl von Toten, Krebskranken und späteren Behinderten, von denen wir vermutlich nie hören werden. (Die Anzahl der tierischen Opfer durch all das Leid und den Verlust ihrer Besitzer und Betreuer wird erst recht ignoriert.)

Ich versuche später dennoch eine Kurzzusammenfassung, obwohl die Ereignisse beginnend ab dem Erdbeben wohl im Gedächtnis bleiben werden. Zuerst kam also am 11. März 2011 in Japan das Erdbeben mit fast der Stufe Richterskala 9, welches durch die kunstfertige Bauweise weniger Zerstörungen anrichtete als vermutet, die Hochhäuser hielten alle erstaunlicherweise stand. Aber dann kam der Tsunami im Norden von Tokio von Pazifik her mit 14 m hohen Wellen! Und das warf alle menschlichen Sicherheitspläne über den Haufen, denn es führte zu Störfällen in den Reaktoren der Region durch Stromausfälle, durch den Ausfall der Kühlungen und den Ausfall der Sicherheitseinrichtungen für ausgefallene Kühlungen. Es gibt keine absolute Sicherheit, und schon gar keine von Menschen gemachte.

Vor allem ist es so: Japan baute Atomreaktoren obwohl die ganze Insel erdbebengefährdet ist, die Leute wurde (gezielt) nie richtig über die Gefahren aufgeklärt worden sind. Ein großer Komplex liegt z.B. im Süden nahe Tokio direkt auf einer Region, in der sich die 3 Kontinentalplatten treffen. Wie skrupellos, gedankenlos, gewissenlos, kritiklos muss man denn sein, um das aus reiner Profitgier dort zu bauen? Und auch von Seiten der Bevölkerung her, das zu begrüßen?  Man kümmert sich in importierter US-ultrakapitalistischer-neoliberaler Weise offiziell nicht um Menschenschutz (keine Sozialgesetzgebung), nicht um Tierschutz, nicht um den Schutz der Arten (Wale, Delfine, Thuna)… Wie viele Tonnen Atommüll ist denn bislang einfach ins Meer geworfen worden, denn Endlager gibt es ja keins? Alles um des Profites wegen? KARMA – die Rache des Meeres!

Anders als bei Naturkatastrophen, mögen sie noch so viele Leben kosten, verheilt auf unserer Erde eine entstandene bzw. verursachte Atomreaktor-Wunde auf –zigtausende Jahre hin auf der Erde NICHT. Aber die Verantwortlichen dachten sich wohl: wenn es tausende Wasserstoff-Bomben gibt, und Plutonium in tausenden Tonnen, was machen da schon weltweit 440 Reaktoren, auch wenn es keine Endlager gibt? Nach uns – die Sintflut, Hauptsache uns geht es heute super!

Kernspaltung und die Atomstromlobby

 „Die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA“ (Nuclear and Industrial Safety Agency): „55 Atomkraftwerke werden von unterschiedlichen Betreibern in Japan unterhalten, und das, obwohl der asiatische Staat in einem der erdbebenreichsten Gebieten der Welt liegt. Vierzehn weitere Reaktoren befinden sich zudem im Bau. (…) Trotz der großen Zahl an Atomkraftwerken gab es bis vor zehn Jahren keine eigenständige Atomaufsichtsbehörde in Japan. Erst 2001, im Zuge der Reform der Zentralregierung, wurde die Behörde gegründet.“ – 19.4.2011, http://japan-infos.de/

„TEPCO – eine Übersicht“ (http://japan-infos.de/fukushima/hintergrundwissen/tepco, Stand: 19.4.2011): „Die japanische Firma Tokyo Electric Power Company (kurz: TEPCO) ist der größte Stromversorger Japans. TEPCO wurde – ebenso wie zehn weitere Energiekonzerne – im Jahr 1951 infolge der Privatisierung der japanischen Stromversorgung als zunächst regionales Unternehmen gegründet. [Die Siegermacht USA zwang Japan ihr Wirtschaftsmodell auf, so auch die Einführung der Atomenergie, und unterband jede Kritik an der Kernkraft oder die Aufarbeitung Hiroshimas.] Es hatte die Aufgabe, die Energieinfrastruktur nach dem Zweiten Weltkrieg auszubauen und die Stromversorgung zu verbessern, um dem Land einen wirtschaftlichen Aufschwung zu ermöglichen. 1970 wurde das erste TEPCO-Kernkraftwerk (Fukushima 1) an das Netz gelassen, in den darauf folgenden Jahrzehnten setzte TEPCO auf den Ausbau von Kern- und später Wasserkraft, um den verschärften Umweltanforderungen gerecht zu werden.

Die Firma verfügt über 38.235 Mitarbeiter und hat 27.740.000 Kunden. 2009 wurden 280,2 Milliarden Kilowattstunden verkauft, es wurde hiermit ein Umsatz von 5016,2 Milliarden Yen erwirtschaftet, was einen Nettogewinn 133,7 Milliarden Yen zur Folge hatte. (…)

TEPCO unterhält sowohl Wärme- als auch Kern- und Wasserkraftwerke, welche alle einen bedeutenden Platz innerhalb des Unternehmens haben. Ferner werden auch Geothermie sowie Windenergie betrieben, wenngleich in einer deutlich geringeren Dimension. Der Konzern ist in Japan sehr bekannt und hat auch großen Einfluss auf die Wirtschaft sowie durch Lobbyarbeit auf die Politik des Landes. (…) [USA, Frankreich und Japan sind die weltweit die größten Atomstrombefürworter, haben von den 440 Kraftwerken weltweit die meisten im Land stehen und als Lobby in USA oder EU unbegrenzte finanzielle Mittel, ihren Willen in den Gesetzgebungen durchzusetzen.]

In TEPCOs Geschichte gab es zahlreiche Skandale und Störfälle, … (…) 2002 gab es einen großen Eklat um den Energieriesen; es stellte sich heraus, dass dieser über mehr als 20 Jahre hinweg systematisch Schäden an den Kraftwerken nicht ordnungsgemäß gemeldet und Dokumente gefälscht hatte. 2007 musste schließlich eine Anlage mit dem Namen ‘Kashiwazaki-Kariwa’ aufgrund von Erdbebenschäden vorübergehend heruntergefahren werden. Auch am Reaktor in Fukushima gab es bereits vor Jahren Probleme: 2002 entdeckte man gefährliche Löcher in Wasserrohren, 2006 trat gar radioaktiver Dampf aus einem der Rohre aus. [Skandalöserweise hätte Fukushima spätestens Jänner 2011 wegen seines Alters stillgelegt werden sollen, was man aus Profitgründen unterließ.] (…)

Diese Vorfälle sind jedoch nichts verglichen mit dem drohenden Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima I, welches durch das schwere Erdbeben sowie den nachfolgenden Tsunami am 11. März 2011 schwer beschädigt wurde, und in dem bereits eine partielle Kernschmelze eintrat. Etliche Helfer wurden bei den dortigen Reparaturarbeiten verstrahlt, eine Zone mit einem Radius von 20 Kilometern wurde evakuiert. Die Katastrophe gilt schon jetzt als der größte atomare GAU seit Tschernobyl.“

Quarks und Co. vom 15.3.2011: Gau in Japan. Ranga Yogeshwar zu Kernspaltung, Radioaktivität und gesundheitliche Folgen: http://www.youtube.com/watch?v=SepY4Sb0vlY  – Uran zerfällt zum Teil über Tellur, Jod, Xenon, Caesium zum stabilen Barium. Oder aber es entsteht Plutonium mit einer Halbwertszeit von 24.000 Jahren, bis daraus das stabile Blei entsteht dauert es 1 Milliarde Jahre! Strahlung zerstört das Erbgut, Mutationen entstehen, Krebs. Die Doku behandelt auch die Geschichte und die Folgen von Tschernobyl 1986 bis heute; und dass man im Gegensatz zur Ukraine Japan mit 40 Mio. Menschen im Raum gar nicht evakuieren könnte. (Damals zur Sendung galt für Fukushima noch INES-Stufe 6.)

Quarks und Co. vom 9.11.2010: Atommülllager verzweifelt gesucht (3 Teile). : Die Rohstoffe werden teuer im Ausland abgebaut, und Uran wird nicht besteuert…. Der Staat finanzierte die Forschung (in Deutschland mit über 60 Mrd. Euro bis heute). Endlager gibt es keines, die Stoffe müssen aber auf hunderte Jahre, ja sogar für 40 000 Generationen (!!!) sicher verwahrt werden…  13.400 t fallen allein an hochradioaktiven Abfällen in Deutschland jährlich an. http://www.youtube.com/watch?v=G0Xist21G1E , http://www.youtube.com/watch?v=nfDcbQN_8W4&feature=related http://www.youtube.com/watch?v=52djLwtZjAc&feature=related

Aus ZDF, Auslandsjournal, vom 21.10.2009: Atommüll-Endlager weltweit: 100.000 Tonnen Atommüll wurden weltweit ins Meer gekippt, seit 1993 in Fässern verboten, nicht aber das direkte Einleiten durch Leitungen. So macht es z.B. Frankreich. http://www.youtube.com/watch?v=65mLCMSSsC0&feature=related

Aus extra1, monitor (ein Film des WDR), vom 23.7.2009: Atomlüge: die wahren Kosten der Endlager. http://www.youtube.com/watch?v=WNV0bT3VUF8&feature=related

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernreaktor : Hier kann man sich über z.B. die Typen von Reaktoren und ihre Funktion informieren. Wer sich besser informieren möchte: bitte in Büchern nachlesen…

 

Erdbeben, Tsunami und Super-Gau – Chronologie der Ereignisse in Japan

„Erdbeben der Stärke 8,9: Tsunami trifft japanische Küste: Ein schweres Erdbeben hat den Nordosten Japans erschüttert und verheerende Schäden verursacht. Zunächst hieß es, der Erdstoß habe die Stärke 7,9 – dies wurde aber auf 8,8 und nun 8,9 korrigiert. Es folgten mehr als 20 zum Teil heftige Nachbeben. Ein Zehn-Meter-Tsunami traf den Hafen von Sendai im Norden der Insel Hondschu. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie dabei Autos, Boote und ganze Gebäude hinweggerissen wurden.

Auch aus Tokio liegen bereits Berichte über Verletzte vor. Dort schwankten zahlreiche Gebäude. Züge wurden angehalten. Über das genaue Ausmaß der Schäden konnten die Behörden bislang aber keine genauen Angaben machen. Alle Seehäfen wurden geschlossen. Der Strom im Großraum Tokio fiel aus, da Atomkraftwerke abgeschaltet wurden. In einem Turbinengebäude des Atomkraftwerks Onagawa in der Provinz Miyagi brach ein Feuer aus. In mindestens zwei Fabriken gab es Explosionen. Zahlreiche Industrieunternehmen der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt mussten die Produktion einstellen. In einer Ölraffinerie in Tokios Nachbarprovinz Chiba brach ein gewaltiges Feuer aus, gefolgt von einer Explosion. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan ordnete an, dass das Militär eingesetzt werde, um auf das Beben zu reagieren. (…)“- ARD, tageschau.de vom 11.4.2011

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video873524.html, 11.4.2011, mit Videoclip der ARD vom Erdbeben und Tzunami, tageschau.de, von 9:13 Uhr [Anm.: wie es aus anderen Clips hervorgeht, war das Seebeben so heftig, dass das Wasser im Meer über dem Epizentrum sich hurricanartig oder wie in einem Wirlpool kurzzeitig im Kreis zu drehen begann, wie bei einem Abfluss. Aus den Wellen wurde dann der Tsunami.]

http://www.youtube.com/watch?v=SepY4Sb0vlY, 11.4.2011, Videoclip zum Erdbeben und Tzunami von CCTV 13 aus Japan.

„Schockwellen: Erdbeben in Japan erschüttert Börsen“: Nur zwei Tage ist es her, seitdem Japan von einem Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert wurde. Aber mit dem jetzigen, vor allem mit dem Ausmaß der Stärke, die Rede ist bereits von 8,9 auf der nach oben offenen Richter-Skala, hatte niemand gerechnet. Die Regierung in Tokio spricht bereits vom „möglicherweise schlimmsten Beben“ aller Zeiten. Der Katastrophenschutz des Landes gab die höchste Tsunami-Warnung heraus, man rechnet mit bis zu zehn Meter hohen Wellen. Eine erste Flutwelle hatte bereits am späteren Nachmittag (Ortszeit) weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Flüsse quellen über und setzen ganze Wohngebiete unter Wasser, Hilfe wird wohl nur über den Luftweg zu erreichen sein. (…)

Japan liegt in einer der seismisch aktivsten Regionen der Welt. 90 Prozent der Erdbeben weltweit ereignen sich hier. Die pazifische Platte, die größte des Globus, schiebt sich regelmäßig unter die eurasische. Nun hat Japan gelernt, mit Erdbeben zu leben, eines diesen Ausmaßes ist dennoch überraschend. (…) Tatsächlich brennen Fabriken, explodierte eine Gasölraffinerie in Ichihara, die meisten Zug- und Flugverbindungen auf der Insel Honshu sind eingestellt, der Narita-Flughafen in Tokio ist geschlossen, Atomkraftwerke schalteten sich automatisch aus, im Großraum Tokios sind vier Millionen Menschen ohne Strom. Verletzte gibt es, über Todesopfer gibt es zur Stunde noch keine genauen Angaben.

(…) Die Börse traf die Katastrophe kurz vor Handelsschluss, um 14.45 Uhr Ortszeit. (…) Der Yen geriet unter Abgeabedruck unt notierte gegenüber dem Dollar auf einem Tagestief von 83,29 Yen (0,726 Euro), nachdem er zuvor bei 82,80 Yen gelegen hatte. Gleichzeitig sicherte die Bank of Japan massive Unterstützung zu. So teilte die Notenbank mit, sie werde alles tun, um die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern und Liquidität bereitzustellen. (…)

Japan mit einer Bevölkerung von knapp 128 Millionen Menschen war in den vergangenen Jahrzehnten die dominierende Wirtschaft Asiens. (…) Erst 2010 verdrängte das rasch wachsende China den regionalen Konkurrenten in der Weltrangliste der größten Wirtschaftsmächte auf Rang drei. Japans Exportlastigkeit bringt es mit sich, dass das Land von der weltweiten Wirtschaftskrise im Gefolge der tiefsten Finanzkrise seit Jahrzehnten besonders stark getroffen wurde. Die Wirtschaft brach 2009 um mehr als fünf Prozent ein – der größte Rückgang unter den sieben größten Industriestaaten. Mit Staatschulden von bald 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gehört Japan zu den am höchsten verschuldeten Industriestaaten.“ – (http://derstandard.at/1297820102558/Schockwellen-Erdbeben-in-Japan-erschuettert-Boersen , 11.3.2011, von Sigrid Schamall )

„Schweres Erdbeben erschüttert Japan“: „Am Morgen des 11.März 2011 hat ein Erdbeben der Stärke 8,9 Japan erschüttert. Das Epizentrum lag ca. 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai. Tokio ist in etwa 400 km vom Epizentrum entfernt. Als Auswirkung des Erdbebens kam es [vom nordöstlichen Meer her] zu einer Tsunami, welche eine Höhe von bis zu 10 Metern erreichte. [Augenzeugen sagten, bis zu 14 m hoch, denn die Wogen schlugen weit über die 10 m hohen Wehrmauern und rissen alles mit, was sich an der Küste an Häuser, Autos, Schiffe, Züge usw. befand. Es blieben kaum Gebäude übrig.] Atomkraftwerke, welche sich an der Küste Honshus befinden, haben sich laut offiziellen Angaben automatisch abgeschaltet. Die Tsunami hatte verheerende Auswirkungen. Bis dato wurden von offizieller Seite fünf Todesopfer bestätigt, die Zahl wird vermutlich weiter ansteigen.“ – 12.März 2011, http://japan-infos.de/

Meldungen der folgenden Tage (http://japan-infos.de/ , siehe auf Homepage unter „Schweres Erdbeben erschüttert Japan“): „Die japanische Regierung beabsichtigt, den atomaren Notstand auszurufen. Dies erfolgt, sobald das Kühlsystem eines Atomkraftwerks defekt ist, oder bereits Radioaktivität austritt (…)“

Die Notkühlsystem des Atomkraftwerks Fukushima läuft nur noch mit Batterie

Das Onagawa Atomkraftwerk weist kein Leck auf, der Brand befindet sich in einem Nebengebäude

Die Regierung ruft [wegen Fukushima] den Nuklearen Notstand aus [dort befinden sich mehrere Meiler, darunter auch ein MOX-Meiler mit Plutonium und ein Atommülllager mit alten Brennstäben. In keinem funktionierte mehr die Kühlung, es kam zu Explosionen und Bränden und später ein Austritt von Radioaktivität ins Grundwasser. Man versuchte aus Verzweiflung behelfsmäßig mit Feuerwehrschläuchen normales Meerwasser zur Kühlung in die Reaktoren zu leiten, um eine Kernschmelze zu verhindern. TEPCO verharmloste die ganze Zeit und bestritt die gemessenen Strahlungs-Werte von Innenministerium oder Green Peace, lieferte dem Premier falsche Angaben usw. In der Folge wurde die Bevölkerung um die Reaktoren lange einfach nicht evakuiert oder in den staatlichen Medien aufgeklärt. Internationale Helfer konnten allerdings nicht zu den Unglücksstellen, weil die Gefahr der Radioaktivität unklar war, Flüge wurden gestrichen… Zum Teil dauerte es viele Tage, bis die Überlebenden – in Lagern – ausreichend Nahrung und Versorgungsgüter bekamen, selbst Kinder.]

Messungen erreichen das Tausendfache an radioaktiver Strahlung als Normalwert

Japan wird über Nacht von einer Vielzahl an Nachbeben erschüttert. Einige erreichen bis zu 6.5 auf der Richterskala [in der Folge über Wochen immer wieder heftige Nachbeben in Japan]

Die japanische Regierung erweitert die Evakuierungszone auf einen Umkreis von 20km [um Fukushima, und will das Gebiet nur zögerlich auf 30 km anheben. 70 000 Menschen mussten auf unbestimmte Zeit evakuiert werden.]

Die Windrichtung am AKW Fukushima geht Richtung Süden, also in die Kanto-Region, in welcher sich Tokio befindet [zum Glück wehte aber der Wind meistens Richtung Ost aufs Meer hinaus, und nicht nach Süden Richtung Tokio.]

Der japanische Premier Naoto Kan spricht [schließlich doch] von einer noch nie dagewesenen Katastrophe, dementiert aber das Ereignis einer Kernschmelze“

[Selbst der gottähnliche alte Tenno lässt sich dann doch herab, seine noch am Tsunami leidenden Untertanen zu besuchen und die Japaner zur Ruhe und auch Solidarität mit den Opfern aufzurufen. Die Ereignisse in Fukushima überlagern inzwischen völlig die Berichte über die überlebenden Tsunami-Opfer in den Not-Lagern.]

„Druck im Reaktor 3 des AKW Fukushima steigt dramatisch an“: „Der Druck des mit Meerwasser gekühlten Reaktors 3 des Atomkraftwerks Fukushima 1 steigt laut Berichten dramatisch an. Ein Ventil, welches den Druckablass reguliert, scheint defekt zu sein. Daher könnte es im Atomreaktor 3 wie zuvor im Reaktor 1 auch, zu einer unkontrollierten Wasserstoffexplosion kommen. (…) Die Kühlung mit Meerwasser wird die Reaktoren wohl dauerhaft beschädigen und das Problem somit nur zeitlich hinauszögern. Mit wieviel Wasser die Brennstäbe  derzeit umgeben sind, ist ebenfalls unklar, da einige Überdruckventile defekt sind. Die Gefahr einer weiteren Explosion steht damit also unmittelbar bevor – und damit auch die einer Kernschmelze, welche verheerende Auswirkungen hätte. Im 10 Kilometer entfernten Atomkraftwerk Fukushima 2 sind insgesamt weiterhin drei Reaktoren ohne funktionierende Kühlung.“ – 13.3.2011, http://japan-infos.de/

Japan: Erdbeben verschiebt Landmasse, Erdachse, Tageslänge und Klima. (…) Als Folge des Erdbebens der Stärke 8,9 sei die japanische Hauptinsel um 2,4 Meter verrückt worden, sagte Kenneth Hudnut von der US-Geologiebehörde dem Fernsehsender CNN am Samstag. (…)

Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie ermittelte, dass das Beben die Erdachse um rund zehn Zentimeter verschoben hat. Es handelt sich wahrscheinlich um die größte Verschiebung durch ein Erdbeben seit 1960, als Chile erschüttert wurde, sagte der Institutsdirektor Antonio Piersanti laut einer Mitteilung.

Die Erdstöße haben nicht nur die Erdachse verschoben sondern auch die Erdmassen derart verlagert, dass die Rotation der Erde sich etwas beschleunigt hat. Die Erde drehe sich nun etwas schneller, sagte der Geophysiker Richard Gross der Raumfahrtbehörde NASA. Der Tag werde deshalb um 1,6 Mikrosekunden kürzer.

Zu ähnlichen Verschiebungen hatte das Beben in Chile im Februar des vergangenen Jahres mit einer Stärke von 8,8 geführt. (…) Ein weiteres großes Beben war das Beben im Dezember 2004 im Indischen Ozean. (…) Erdbeben führen infolge einer Verlagerung von Erdmassen nicht nur zu einer geringfügigen Veränderung der Tageslänge sondern – durch die Verlagerung der Erdachse – auch zu einer leichten Veränderung der Jahreszeiten und Klimazonen.(…)“ (http://www.readers-edition.de/2011/03/14/japan-erdbeben-verschiebt-landmasse-erdachse-tageslaenge-und-klima/ , 14. 3. 2011, von Michael Krüger.)

„Meerwasser 30km vor der Küste: Strahlung 2.2 mal so hoch wie Grenzwert für atomares Abwasser“: „Das japanische Ministerium für Wissenschaft teilte mit, dass die radioaktive Strahlung des Meerwassers vor der Küste der Präfektur Fukushima den bisher höchsten Wert seit Beginn der Messungen vor 3 Wochen erreicht habe. Nach Angaben des Ministeriums wurden 30 km vor der Küste der Präfektur 88.5 Becquerel pro Liter an Iod-131 gemessen. Dies ist 2.2 mal so viel wie der Höchstwert für Abwasser aus atomaren Anlagen. Cäsium-137 konnte in der Probe ebenfalls nachgewiesen werden, überschritt aber nicht den offiziellen Grenzwert.

Eine Messung in 15 km Entfernung von der Küste ergab eine 23-fache Überschreitung des Grenzwertes von Iod-131. Die höchsten Messwerte wurden nördlich des havarierten Atomkraftwerks Fukushima erreicht, was darauf hindeutet, dass die radioaktiven Elemente Richtung Norden getragen werden.(…). Am 4. April hatte TEPCO damit begonnen, 11,5 Millionen Liter verstrahlten Wassers in das Meer einzuleiten, um die Fortführung der dringend notwendigen Arbeiten zu ermöglichen.“ – 13. 4. 2011, http://japan-infos.de/

„TEPCO: 14 Meter hohe Welle traf Unglückskraftwerke. (…) Die zwei beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima sind nach Angaben des Betreibers von einer 14 Meter hohen Flutwelle getroffen worden. Das sei mehr als doppelt so hoch, wie Experten bei der Planung der Anlagen erwartet hatten, berichtete der Fernsehsender NHK unter Berufung auf die Tokyo Electric Power Company (Tepco) am Dienstag. (…) Nach Angaben von Tepco sei die Anlage Fukushima Eins auf einen Tsunami von 5,70 Metern ausgelegt worden, Nummer Zwei für eine Höhe von 5,20 Metern. Die Gebäude mit den Reaktoren und Turbinen wurden nach NHK-Angaben 10 bis 13 Meter über den Meeresspiegel errichtet. Bei der Katastrophe wurden sie teilweise überschwemmt. Tepco hatte bereits zugegeben, dass die Kraftwerke nur für ein Beben der Stärke 8,0 bis 8,3 ausgelegt worden waren. Das Erdbeben am 11. März hatte aber die Stärke 9. (APA)“ – (http://derstandard.at/1297821079396/Tepco-14-Meter-hohe-Welle-traf-Unglueckskraftwerke , 22.3.2011)

„Bis zu 1000 radioaktiv verstrahlte Leichname innerhalb der Evakuierungszone“: „Nach einem Bericht der Japan Times befinden sich noch bis zu 1000 Leichen innerhalb der Evakuierungszone rund um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Die radioaktive Verstrahlung der Opfer der Katastrophe verhindert eine Bergung. (…) Ein weiteres Problem besteht in der Bestattung dieser Leichen. Bei der in Japan üblichen Feuerbestattung könnte radioaktive Dämpfe entweichen, wohingegen bei einer Erdbestattung die Erde und das Grundwasser radioaktiv belastet werden könnte. Selbst die Identifizierung der Opfer durch DNA-Proben könnte zum Problem werden, da man diese dekontaminieren müsste, so Experten.“ – 31.3.2011, http://japan-infos.de/

„Höchste atomare Gefahrenstufe für Fukushima“: „(…)Die japanische Behörde für nukleare Sicherheit hat die atomare Gefahrenstufe der Katastrophe im AKW Fukushima von Stufe 5 auf die höchste Stufe 7 angehoben. Damit befindet sich der GAU in Fukushima auf derselben Stufe wie die Katastrophe von Tschernobyl [1986]. Zuvor erschütterte ein weiteres Nachbeben der Stärke 6.2 die Region woraufhin ein Feuer im Atomkraftwerk Fukushima ausbrach. (…)Nach Angaben der japanischen Behörde für atomare Sicherheit gab bekannt, dass die bisher emittierte Strahlung “nur” 10% der Strahlung von Tschernobyl entsprächen. Insgesamt soll radioaktive Strahlung von 370.000 Terabecquerel an Iod-131 und Iod 137 freigesetzt worden sein. (…) Die höchste Strahlung wurde laut Mitteilung am 15. März bei der Explosion des Reaktor 2 freigesetzt.(…) – 12.4.2011, http://japan-infos.de/

„TEPCO zahlt eine Million Yen pro Haushalt an Entschädigung“:  „Der Betreiber des AKW Fukushima wird jeden der 50.000 Haushalte innerhalb der 30km Evakuierungszone mit einem Betrag von einer Million Yen entschädigen.“ Was hier so vollmundig klingt ist ein Mini-Betrag, nämlich 8300 Euro an Haushalte,  egal wieviele Familienmitglieder, Singles hingegen bekommen nur 6200 Euro.  Das soll eine Art „Nothilfe“ sein. [Anm.: Ob es später mehr Entschädigung geben wird oder ob TEPCO nicht vorher in Konkurs geht, wenn korrekte Schadenssummen ermittelt werden, ist völlig offen.]  Jedenfalls: „Das Geld stellt wohl eine Art Übergangsgeld für die Zwangsevakuierten Personen ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen, bis eine langfristige Lösung gefunden wurde. (…) Insgesamt wird TEPCO innerhalb des nächsten Monats 400 Millionen Euro in den über 150 Evakuierungszentren auszahlen.“ – 15.4.2011, http://japan-infos.de/

„Greenpeace kritisiert Schutz der Bevölkerung vor Strahlung:  (…)Die Informationspolitik der Behörden sei „katastrophal“ und setze die Menschen einem „hohen Risiko“ aus, sagte Thomas Breuer, Leiter des Atom- und Energiebereichs bei Greenpeace Deutschland, … (…) In den von radioaktivem Fallout betroffenen Regionen, die außerhalb des offiziellen Evakuierungsradius von derzeit 20 Kilometern rund um das zerstörte Kraftwerk lägen, seien nicht einmal einfachste Schutzmaßnahmen wie die Sperrung von Kinderspielplätzen oder Parks getroffen worden, kritisierte Breuer. Die Strahlenbelastung sei aber auch weit außerhalb dieser Zone teils bedenklich. Zumindest die am stärksten verseuchten Orte müssten evakuiert werden, andere so gut wie möglich dekontaminiert und gereinigt.  (…)Im Zentrum der Stadt Fukushima, 60 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt, maß Greenpeace in den vergangenen Wochen im Schnitt Strahlenwerte von drei Mikrosievert pro Stunde. Das bedeutet, dass ein Mensch in zwei Wochen die zulässige Jahresdosis abbekommt. In den am stärksten verstrahlten Orten wie dem Dorf Itate seien Werte von fast 50 Mikrosievert je Stunde erreicht worden. Dort werde die Jahresdosis in rund zwei Tagen erreicht, sagte Breuer. „Das sind dramatische Zahlen.“ Auf sandigen oder erdigen Böden, etwa auf Spielplätzen, ist die Belastung besonders hoch, weil sich radioaktive Partikel darin gut verfangen.

Anders als 1986 rund um Tschernobyl gebe es bei Fukushima keine Kontrollen des Verkehrs, kritisierte Breuer. Obwohl mitten durch das Gebiet eine stark befahrene Fernroute führe, gebe es keine Radioaktivitätsmessungen an den Fahrzeugen. Auch die Bauern würden mit dem Strahlenproblem alleingelassen. Sie erhielten keine Informationen darüber, was sie mit ihren Feldfrüchten machen und wie sie mit dem kontaminierten Land in Zukunft umgehen sollten. Bei Untersuchungen fanden die Greenpeace-Experten in den vergangenen Wochen im Umkreis von Fukushima schon mehrfach kontaminierte Lebensmittel, sogar in Supermärkten.(…)“-  (http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/japan/2724400/greenpeace-kritisiert-schutz-bevoelkerung-vor-strahlung.story , 18.4.2011)

Zusammenfassung und Skizzierung von Fukushima, siehe: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/japan/2699540/chronologie-ereignisse.story : „Chronologie der Ereignisse“, Quelle: APA, NY Times, LA Times. (Stand 19.4.2011)

„Regierung hält Gefahr kompletter Kernschmelze für gebannt“: „Die Lage an der Atomruine von Fukushima ist zwar bei weitem nicht unter Kontrolle, dennoch gibt die Regierung für den Moment Entwarnung: Wenn die Kühlung aufrecht bleibt, sei die Kernschmelze unwahrscheinlich. (…) Die andauernde Kühlung der Reaktoren [in Fukushima] mit Millionen Litern Wasser zeige zumindest eine gewisse Wirkung. Die enormen Massen verstrahlten Wassers behinderten allerdings die Versuche, die vom Tsunami vor fast sechs Wochen zerstörten Kühlsysteme zu reparieren. (…)

Bei der 51 Minuten dauernden Erkundung der Roboter seien am Vortag nahe des Eingangs des Reaktorgebäudes [Nummer 2] 4,1 Millisievert an Radioaktivität gemessen worden, … (…) Nach Schätzung des Betreiberkonzerns TEPCO befinden sich in und um das Turbinengebäude rund 25.000 Tonnen verseuchten Wassers. Die radioaktive Verseuchung belaufe sich auf über 1.000 Millisievert pro Stunde. (…) Die Atomaufsichtsbehörde hatte bestätigt, dass Brennstäbe in den Reaktoren 1, 2 und 3 teilweise geschmolzen sind. (…) In den Reaktoren 1 und 3 sollen sich weitere rund 42.500 Tonnen relativ gering verstrahlten Wassers befinden, hieß es unter Berufung auf TEPCO weiter.“ (http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/japan/2725048/regierung-haelt-gefahr-kompletter-kernschmelze-fuer-gebannt.story , 19.4.2011)

 

Wird es eine Lehre daraus geben?

Gegen Naturgewalten können wir uns nicht schützen. (Wir können als Menschheit bestenfalls nur ein positives Karma schaffen und uns gegenseitig helfen statt selbstsüchtig dem Geld hinterher zu springen.) Was die Kernkraft betrifft, ist das eine Technik, die wir meines Erachtens nur in der Theorie beherrschen, aber keinesfalls in der Praxis. Wir können niemals alle Pannen vorhersehen, und das für hunderttausende Jahre (!!!), und wenn man an die Praxis des gewissenlosen Atommüll-Entsorgens einfach in die Tiefsee denkt, ist das für die verantwortlichen Finanzgeiern auch nicht geplant, denn Vorsorge und Kostenwahrheit würde nur den momentanen heutigen Profit schmälern. Bereits jetzt sind die Atomlobbyisten wieder unterwegs, um Politiker einzukaufen. Ich wünschte, die Menschheit wäre geistig weiter und die maßgeblichen Leute in der Gesellschaft hätten mehr Gewissen und Verstand.

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