Benzol – ein aromatischer Kohlenwasserstoff, giftig, krebserregend und dank Che­miker überall vorhanden

 

Criminal Minds, 2. Staffel/19 (von 2006), gezeigt auf 13th Street: „Asche und Staub“:

Ein Brand­stifter hat es auf Familien abgesehen, die allesamt eines gemeinsam haben: Der jeweilige Fami­lienvater  steht mit Firmen in Verbindung, die auf Umwelt- und Konsumentenschutz pfeifen und auf verseuchtem Boden Häuser, Geschäfte und Schulen bauen. Im konkreten Fall geht es um Benzol, etwas was schwer krebserregend ist (Leukämie, Lungenkrebs…) und welches Firmen einfach in legalen und illegalen Mülldeponien, in Lager und Stollen deponieren. Auf den Mülldeponien kommt in den USA eine Schicht Erde und dann wird auf diesen Grundstücken gebaut, als ob darunter nichts wäre. Nebenbei ist Benzol giftig, leicht entflammbar und nicht löschbar, es brennt mit großer Hitze bis alles Benzol verbrannt ist.

 

Da man bei uns über Benzol NICHTS hört, habe ich zum Thema gegoogelt.

 

Definition Benzol und seine Schädlichkeit:

Aus Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Benzol

 Benzol (nach der IUPACNomenklatur als Benzen bezeichnet, da systematisch kein Alkohol, son­dern formal Cyclohexa-1,3,5-trien) ist eine farblose Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch. Es ist das einfachste und zugleich klassische Beispiel für aromatische Kohlenwasserstoffe.

Die Summenformel ist C6H6. Benzol ist krebserregend und wurde deshalb als Lösungsmittel durch die weniger gefährlichen methylsubstituierten Benzole Toluol und Xylol weitgehend ersetzt. Benzol wird heute deshalb fast nur noch als Rohstoff zur Herstellung einiger Industriechemikalien verwen­det. Als erdölbedingter Begleitstoff darf es in Deutschland immer noch bis zu 1 % im Autokraftstoff Benzin enthalten sein, in den USA ist es komplett verboten.“

              C6H6  = der innere Ring besteht aus 6 C-Atomen , der äußere aus 6 H-Atomen.

In der frühen Neuzeit "Benzoe" geannt und über Arabien gehandelt, wurde die Substanz in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts von Johann Rudolph Glauber  bei der Destillation von Stein­kohleteer in Europa neu entdeckt und als „subtiles und liebliches Oleum“ bezeichnet. Im Jahre 1825 wurde Benzol von dem englischen Physiker Michael Faraday im Leuchtgas entdeckt, als er „dieses Öl aus flüssigen Rückständen isolierte, die sich beim Verbrennen von Walölen in den Lon­doner Straßenlaternen aus der Gasphase abschieden. Er schlug deshalb den Namen „Pheno“ (gr. phainein = leuchten) vor. Ein Jahr später erkannte man dieses Öl als Kohlenwasserstoff. Im Jahre 1834 erhielt der deutsche Chemiker Eilhard Mitscherlich Benzol aus Benzoesäure und Calciumoxid, des Weiteren setzte er Benzol zu Nitrobenzol, Azobenzol und Benzolsulfonsäure um.

Er [bezeichnete] den Stoff wegen seiner Verwandtschaft zu Benzoesäure als „Benzin“. Außerdem erstellte er die richtige Summenformel C6H6.

Im gleichen Jahr wurde „Benzin“ von Justus von Lie­big in Benzol umbenannt. 1845 isolierte der englische Chemiker Charles Mansfield während seiner Arbeit unter Leitung von August Wilhelm von Hofmann Benzol aus Steinkohleteer. (…)Im Jahr 1849 begann die industrielle Herstellung des Benzols auf der Basis von Steinkohle. Bis vor einigen Jahrzehnten war man sich der Giftigkeit des Benzols nicht bewusst. Es wurde sorglos mit Benzol umgegangen. Später folgten dann allerdings Aufklärungskampagnen über die Gefahren des Ben­zols.“

Benzol ist farblos, klar, stark lichtbrechend, leicht flüchtig und leicht brennbar. Es erstarrt bei 5,5° C und siedet bei 80,1° C. In organischen Lösungsmitteln wie Ethol oder Alkohol ist es leicht löslich, schwer aber in Wasser. „Benzol verbrennt mit gelber Flamme zu Wasser und Kohlendioxid, wobei die starke Rußentwicklung auf den hohen Kohlenstoffanteil der Verbindung hinweist.(…) Ein wich­tiges (Erkennungs-) Merkmal ist das Ausbleiben einer Additionsreaktion mit Bromwasserstoffsäure oder Bromwasser.“  Benzol wurde 1940-60 vor allem aus Steinkohle hergestellt, seit 1950 und zu­nehmend aus Erdöl (heute zu 90%). Jährlich werden weltweit 35 Mio. Tonnen Benzol hergestellt.

„Benzoldämpfe sind beim Einatmen giftig; die Symptome akuter Vergiftungen treten erst bei relativ hohen Konzentrationen ein. Leichte Vergiftungen äußern sich in Schwindelgefühl, Brechreiz, Be­nommenheit und Apathie. Bei einer schweren Vergiftung kommt es zu Fieber und Sehstörungen bis hin zu vorübergehender Erblindung und Bewusstlosigkeit. Bei der so genannten Benzolsucht, die beim Einatmen von Benzol eintreten kann, kommt es zu Trunkenheits- und Euphoriegefühlen. Benzol kann bei längerer Einwirkung auf den Organismus zum Tod führen.

Die Giftwirkung ebenso wie die karzinogene Wirkung ist auf die Bildung eines karzinogenen Meta­boliten zurückzuführen. Im Körper wird Benzol am Ring oxidiert. Das entstehende hochreaktive Epoxid reagiert mit zahlreichen biologischen Verbindungen und kann auch das Erbgut schädigen. Eine längerfristige Aufnahme kleinerer Benzolmengen führt vor allem zu Schädigungen der inne­ren Organe und des Knochenmarks. Letzteres resultiert in einer Abnahme der Zahl der roten Blut­körperchen (Anämie), was sich in Herzklopfen, Augenflimmern, Müdigkeit, Schwindel, Blässe und Kopfschmerzen äußert. Benzol wird im Gehirn, Knochenmark und Fettgewebe gespeichert. Es wird nur langsam über die Niere ausgeschieden. Der Abbau erfolgt über verschiedene Umbaupro­dukte wie das Brenzcatechin, Phenol, Hydrochinon und Benzochinon. Das Hauptausscheidungs­produkt ist schließlich die Phenylmercaptursäure (N-Acetyl-S-phenyl-cystein).

Bei 2 % Luftvolumenanteil Benzol in der Atemluft kommt es nach 5 bis 10 Minuten zum Tod. Die akute letale Dosis (oral) beträgt beim Menschen 50 Milligramm pro Kilogramm. Zwischen einem Luftvolumenanteil von 1,4 bis 8 % bildet Benzol explosive Gemische.

Benzol ist aufgrund dieser Gefahren mit besonderer Vorsicht zu handhaben. Benzol muss bei 15 °C bis 25 °C gelagert werden. Der TRK-Wert lag bei 1 Milliliter pro Kubikmeter Luft (bzw. 3,25 mg/m³ Luft). Jede Exposition gegenüber Benzol sollte möglichst vermieden oder verringert werden; vor dem Gebrauch von Benzol sind besondere Anweisungen einzuholen. Bei Unfall oder Unwohlsein sollte sofort ein Arzt hinzugezogen werden. Orte, an denen Benzol austritt oder aus­treten könnte, sollten sofort verlassen und nur in Vollschutzanzügen wieder betreten werden. Ben­zol ist stark wassergefährdend.(…)

Beim Rauchen von Zigaretten werden kleine Mengen Benzoldampf (10–100 µg pro Zigarette) frei­gesetzt, auch bei Vulkanausbrüchen und Waldbränden entstehen Spuren von Benzol. In der At­mosphäre wird nach zwei bis fünf Tagen die Hälfte des vorhandenen Benzols abgebaut, da dieses mit Hydroxyl-Radikalen (freie OH-Gruppen) reagiert. Auch bei unvollständigen Verbrennungen von organischem Material entsteht Benzol, hauptsächlich wird es jedoch aus Benzin durch Autoabgase emittiert, 75 % der Emissionen gehen auf Kraftfahrzeuge zurück. Die durchschnittliche Belastung der Bevölkerung beträgt im Mittel zirka 2 µg/m³ Luft, dieser Wert kann je nach Umgebung jedoch wesentlich höher sein (zum Beispiel an Tankstellen, in schlecht belüfteten Garagen etc.).“

Seit den 1980ern gibt es einen Rückgang von Benzolemissionen und durch immer geringeren Benzinverbrauch bei Autos, so dass der ab 2010 geltende Grenzwert von 5 µg/m³ in der Luft wohl im Mittel unterschritten werden wird. Heute sind Benzol-Konzentrationen in Stoffen von über 0,1% in Deutschland verboten – ausgenommen in Treibstoffen: Benzol erhöht die Klopffestigkeit von Benzin (Ottomotoren). In den USA ist dieser Treibstoffzusatz überhaupt verboten und nur zu in­dustriellen oder Forschungszwecken, in geschlossenen Systemen, erlaubt. Jedenfalls lt. Theorie. In der 1. H. 20. Jhd. diente es als Treibstoff bei Benzol-Loks, oder mit Benzin vermischt als Treib­stoff für Autos und Jagdflugzeuge im 1. Weltkrieg. „Benzol wird in der chemischen Industrie für die Synthese vieler Verbindungen gebraucht, wie zum Beispiel Anilin, Styrol, Nylon, Synthesekaut­schuk, Kunststoffe, waschaktive Stoffe, Insektizide, Farbstoffe und viele weitere Stoffe. Des Weite­ren werden durch Substitution viele Aromaten wie zum Beispiel Phenol, Nitrobenzol, Anilin, Chlor­benzol, Hydrochinon und Pikrinsäure gewonnen.

Früher wurde Benzol als gutes Lösungs- und Reinigungsmittel in vielen Bereichen verwendet. Als Lösungsmittel für Kautschuklacke, Wachse, Harze und Öle wird Benzol zunehmend durch weniger giftige Stoffe wie das nicht karzinogene Toluol verdrängt. Als gutes Lösungsmittel kommt es als „Universalreiniger“ in Laboratorien trotz Warnhinweisen immer noch manchmal zum Einsatz, ist aber in dieser Rolle weitgehend von Aceton ersetzt worden. Im normalen Haushalt wird es dage­gen aufgrund seiner Toxizität und krebserregenden Wirkung nicht benutzt.“

Anm.: Oder zumindest angeblich – nicht benutzt, wie man sieht. Und die offizielle bis illegale Lage­rung und Entsorgung weltweit ist ohnehin zu hinterfragen.

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Fachinformationen Nr. 503 vom Bayerischen Landesamt für Umweltinformationen, Stand März 2004: http://www.lfu.bayern.de/boden/fachinformationen/schadstoffratgeber/suchregister/doc/503.pdf :

Das Amt warnt vor BTX-Aromaten (Benzol, Toluol, Ethylbenzole) mit ihrem typischen „aromati­schen“ Geruch, vor allem vor Benzol. BTX-Aromate finden sich in Löse- und Entfettungsmitteln, in Kraftstoffen und vor allem Kerosin als Düsentreibstoff. Wenn sie in den Untergrund eingedrungen sind, und man die Bodenplatte entfernt, können sie schwallartig freigesetzt werden.

Benzol als Gift löst bei längerem Einatmen Schwinde, Erbrechen und Bewusstlosigkeit aus und kann auch über die Haut aufgenommen werden und so schwerste Vergiftungen verursachen. Chronische Vergiftungen schädigen dann Knochenmark, Leber und Nieren und rufen Leukämie hervor, ist krebserregend.

Dieselben negativen Aussagen beim [deutschen] Umweltbundesamt, 15.8.2008 „Luft und Luftrein­haltung. Benzol“ http://www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/benzol.htm. Hier erfolgt zusätz­lich eine Warnung vor Kontakten mit Benzin bei der Tankbefüllung.

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Benzol wird heute weiterhin bedenkenlos eingesetzt

Hinterfragen wir nicht nur Kunststoffe, Nylon, Insektizide, Laserdrucker und Toner, Kraftstoffe, Far­ben oder Farbfaserstift,  buntes Spielzeug oder Zigarettenrauch.

 

So scheint man z.B. selbst diverse Nagellack-Entferner mit Benzol zu versetzen, obwohl es in Kosmetika verboten wäre. Benzol greift die DNA im Erbgut an. Ähnlich wie bei Asbest kumulieren kleinste Mengen der Substanz über Jahrzehnte im Körper, bis eine Krebserkrankung ausbricht. Denn, wie wir bereits oben lesen konnten, wird Benzol im Gehirn, Knochenmark und im Fettge­webe gespeichert und nur langsamst über die Nieren ausgeschieden!

 

Gefährdet sind vor allem weiterhin Berufsgruppen, die mit Produkten mit Benzol in Lösungsmitteln, Farben, Lacken und Kraftstoffen zu tun haben: Bedienstete an Tankstellen, Berufsfahrer, Mecha­niker, Hüttenfacharbeiter (Kokereien), Arbeiter in der Gummi- und Chemie-Industrie, Arbeiter in der mineralölverarbeitende Industrie und auf Tankfeldern, Drucker, Maler und Schuhmacher… Schon früh erkannte man bei ihnen die gehäuft auftretenden Fälle von Leukämie (akute myeloische Leu­kämie oder chronische lymphatische Leukämie CLL, Multiple Myelom, Non-Hodgkin Lymphome)  => denn das Knochenmark und lymphatisches System werden durch Benzolausdünstungen ange­griffen.

 

Benzol kann auch auf stark befahrenen Straßen weiterhin gemessen werden, selbst wenn es sich rasch verflüchtigt. Gesicherte Grenzwerte für Benzol gibt es nicht, dennoch gibt man den Grenz­wert mit 3,25 mg/m³ (1 ppm, für Treibstoffe z.B.) an. Die zulässigen Grenzwerte für spezielle Be­rufe werden noch höher angesetzt. Obwohl wir oben lesen konnten, dass 2% Benzol in der Atem­luft bzw. oder oral 50 mg/kg (Milligramm pro Kilogramm) Körpergewicht tödlich sind. Klingt ja harmlos, aber das Zeug sammelt sich eben Jahr für Jahr im Körper kontinuierlich an…

 

In einer TV- Doku heuer (weiß nur nicht mehr welche) hieß es zudem, dass heute Flugzeuge im Gegensatz zu früher die Frischluft nicht mehr vorne an der Spitze, sondern nun mehr von den Tragflächen in der Nähe der Ausstoffdüsen einsaugen und so können giftige Verbrennungsdämpfe (und im Kerosin ist Benzol!) direkt in die Passagierkabinen gelangen. Man merkt es dann am typi­schen „Geruch“.

 

Benzol, Furan und Pestizide finden sich immer wieder in Limonaden, in der Nahrung, selbst in Ba­bynahrung. In Limonaden und Fruchtsäften entsteht Benzol,  wenn Benzoesäure als Konservie­rungsstoff mit Vitamin C zusammentrifft. Schon kleinste Mengen sind schädlich, und immer weni­ger Fruchtsäfte werden pur angeboten und verkauft, sondern mit Chemikalien aller Art „aufgemixt“.

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Benefit online, 2010, Rubrik Sicherheit: „Besser nicht probieren: Limonade mit Benzol. Verbrau­cherfalle: Benzol in der Limonade!“ (gelesen 10.6.2010.)

„Erschreckend, was Lebensmittelkontrolleure jetzt bei einer bundesweiten Routine-Untersuchung von 261 Erfrischungsgetränken für eine Verbraucherfalle festgestellt haben: 96 Proben (= 37 %) enthielten das krebserregende und keimzellenschädigende Benzol. Nach Expertenmeinung be­steht zwar kein akutes Gesundheitsrisiko, Langzeitschäden können jedoch durch diese Verbrau­cherfalle nicht ausgeschlossen werden. (…)

Nicht etwa durch Verunreinigungen beim Abfüllvorgang, sondern durch chemische Prozesse im Getränk selbst: Die den Limonaden zugesetzten Konservierungsstoffe (siehe unten) können sich unter Mitwirkung von Vitamin C zum gesundheitsschädlichen Benzol verbinden. Bis zu 40 Mikro­gramm pro Liter entstehen durch diese chemische Reaktion. (…)

Achten sie auf die Zutatenliste auf dem Flaschenetikett der Limonade. Wenn Sie einen der folgen­den Konservierungsstoffe entdecken, sollten Sie diese Verbraucherfalle besser im Regal stehen lassen: Benzoesäure (E 210), Natriumbenzoat (E 211), Kaliumbenzoat (E 212), Kalziumbenzoat (E 213)”

[Anm.: die tödliche Menge für einen ca. 80 kg schweren Menschen wären 1000 Liter. Das ist un­möglich. ABER: Benzol reichert sich mit den folgenden Jahrzehnten im Körper an, und in „Jahr­zehnten“ trinkt jedermann  jede Menge Limonade…]

 

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Aus Berliner Zeitung, Textarchiv von 1994,  30. Juni, Rubrik Umwelt: „Benzol: Gift an Großstadt-Straßen. 200 Berliner sterben jährlich an Krebs durch Auspuff-Abgase“, von Eva Michael. (Gelesen 10. Juni online.)

„Beim Ozon-Großversuch in Heilbronn und Neckarsulm am vergangenen heißen Wochenende kam abermals eine chemische Verbindung ins Gerede, die als bedeutender Schadstoff der Atmo­sphäre in Ballungsgebieten gilt: Benzol.

Auch in der Berliner Luft schwirrt dieser Krankmacher reichlich herum. (…) 90 Prozent des in der Großstadt-Atmosphäre enthaltenen Giftes entströmen Auto-Abgasen. Denn Benzin besteht zu 2 bis 2,5 Prozent aus diesem Blutzell-Killer. (…) Nach heftigem Streit innerhalb der Europäische Union rang sich das Bundesumweltministerium durch, ab 1. Juli 1995 einen Grenzwert festzule­gen: Laut einer neuen Verordnung zum lmmissionsschutzgesetz soll dann das erlaubte Höchstlimit hei 15 Mikrogramm liegen. 1998 wird es auf 10 Mikrogramm herabgesetzt.(…)

Diese Werte bedeuten zugleich: Fast überall, wo in Deutschland Autos durch städtische Haupt­straßen fahren, wird heute mehr Benzol in die Luft geblasen, als der Gesetzgeber künftig erlaubt. (…) Es ist durchaus keine Panikmache, wenn vor allem auf die Gefährdung der Kinder hingewie­sen wird", meint der SPD-Bundestagsabgeordnete Siegfried Scheffler aus Berlin–Köpenick. Das Toxin verursache bleibende genetische Schäden am kindlichen Organismus.

Scheffler vermutet obendrein, daß bei der Feststellung der tatsächlichen Gefahren häufig gemogelt werde: Luftmessungen erfolgten meistens in einer Höhe von 1,5 bis drei Metern, während in den darunterliegenden Ebenen die Konzentration größer sei. Kinderlungen aber saugen die Luft 50 bis 100 Zentimeter über dem Erdboden ein. (…) Dem mußte auch Bundes-Staatssekretär Clemens Stroetmann zustimmen: "Die Konzentrationen liegen in einem Meter Höhe um bis zu 20 Prozent über jenen in drei Metern."(…)

Gespannt wartet Berlin auf die Bekanntgabe der Resultate einer medizinischen Untersuchung an 800 freiwilligen Testpersonen aus Prenzlauer Berg und Steghtz, die an Hauptstraßen wohnen und unter anderem als besonders benzolgefährdet gelten. Im Herbst will die Gesundheitverwaltung ihre Erkenntnisse offenbaren.

Der Arzt und Umweltforscher Johannes Spatz macht schon jetzt eine betrübliche Rechnung auf: "Durch Dieselruß, Benzol und polyzyklische Kohlenwasserstoffe aus den Auspuffrohren der Autos ist im Ballungsraum Berlin das Risiko einer Krebserkrankung im Bereich der Atemorgane achtmal größer als in ländlichen Gebieten." Für 1990 hatte Spatz ermittelt, daß 600 Berliner durch den Straßenverkehr starben, davon 226 an Unfallfolgen und etwa 200 an Krebs.“

 

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Umweltkatastrophen am Beispiel China 

 

Wohl nicht nur für China gilt der gleichgültige weltweite Umgang mit Benzol:

 

In der Frankfurter Allgemeine, online (faz.net), Rubrik Gesellschaft, konnte man lesen: „Chemie-Unfall: Umweltkatastrophe in chinesischer Millionenstadt“ (datiert 23.11.2005)

„Nach einer Explosion in einem Chemiewerk in der Nachbarprovinz sind die Menschen in der chi­nesischen Millionenstadt Harbin ohne Trinkwasserversorgung. Der Fluß Songhua ist mit enormen Mengen Benzol verseucht.

(…) Als sich am Montag zum ersten Mal die Nachricht verbreitete, der nordchinesischen Metropole Harbin solle für vier Tage das Wasser gesperrt werden, sprach die Stadtverwaltung zunächst von „Rohrwartungen“. (…)

Die Explosion in dem Jilin-Chemieindustriekomplex des chinesischen Ölkonzerns Petrochina er­eignete sich schon am 13. November, die Unfallstelle liegt etwa 350 Kilometer flußaufwärts von Harbin entfernt, der Industriekomplex liegt direkt am Flußufer. Bei der Explosion wurden fünf Ar­beiter tödich verletzt, Zehntausende Anwohner mußten ihre Wohnungen verlassen.

Ursache der Explosion sei gewesen, daß Arbeiter die Chemikalien „falsch behandelt“ hätten, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua. Es werde erwartet, daß das vergiftete Wasser an diesem Donnerstag die Millionenstadt Harbin erreicht, ließ jetzt die Stadtverwaltung vermelden. (…) In einem Bericht der Umweltbehörde der Provinz Heilongjiang hieß es, der Fluß sei auf 80 Ki­lometer Länge verschmutzt.“ (…)

 

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In der Frankfurter Allgemeine, online (faz.net) , Rubrik Gesellschaft, konnte man am 24.11. 2005 lesen: „Benzol im Songhua-Fluß: Giftteppich erreicht Millionen-Stadt im Nordosten Chinas“

„Vor fast zwei Wochen waren etwa 100 Tonnen des krebserregenden Benzols in den Oberlauf des chinesischen Flusses Songhua gelangt. Jetzt hat der Giftteppich die Millionen-Stadt Harbin er­reicht.

 (…) Ein Giftteppich auf einem der größten Flüsse im Nordosten Chinas hat an diesem Donnerstag die Millionen-Stadt Harbin erreicht. Offiziellen Angaben zufolge sind in der Giftfracht etwa 100 Tonnen des krebserregenden Benzols aufgegangen, die fast zwei Wochen zuvor bei einem Che­mieunfall am Oberlauf in den Fluß Songhua gespült wurden.

Ministerpräsident Wen Jiabao forderte die örtlichen Behörden auf, die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser sicherzustellen. Die Regierung sagte zudem Rußland zu, das Nachbarland per Hotline ständig über die Giftfracht zu informieren. Die russische Region Chabarowsk liegt am Amur, in den der Songhua mündet. Der Giftteppich erstreckt sich auf eine Länge von 80 Kilome­tern und wird vom Songhua durch den Nordosten Chinas in Richtung Rußland getragen. Der auch Sungari genannte Fluß ist der größte Nebenarm des Amur, der durch Chabarowsk zum Pazifik fließt. (…)

Die Giftfracht habe den Bereich, in dem das Trinkwasser für Harbin entnommen werde, am Don­nerstag morgen erreicht, sagte ein Sprecher der Provinzverwaltung. Der Teppich werde die Stadt vollends während des Samstags passieren. Da die Metropole mit drei Millionen Bewohnern und sechs Millionen weiteren in der direkten Umgebung weite Teile ihres Wassers aus dem Fluß be­zieht, hatten die Behörden bereits am Vortag die Wasserversorgung abgestellt. Sie könne frühes­tens wieder am Sonntag und auch dann nur in Teilen aufgenommen werden, meldete die staatli­che chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Bürgermeister von Harbin, Shi Zhongxin, sagte, man müsse davon ausgehen, daß auch das nachfolgende Wasser zunächst nicht für den Gebrauch nutzbar sei. (…) Die lokalen Behörden er­mahnten die Menschen, umgehend auf Vergiftungssymptome zu reagieren und die bereitgestellten Kapazitäten in den Krankenhäusern der Stadt zu nutzen.“

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Umweltkatastrophe USA

 

Am 20. April 2010 brannte und explodierte die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ der britischen Gesellschaft BP im Golf von Mexiko vor der US-Küste und führte zu einem Loch am Meeresboden, der bis heute (10.Juni) nicht geschlossen werden konnte und den gesamten Golf von Mexiko mit den Küsten verseuchte – und so gut wie alle Tiere dort tötete bzw. tötet. (siehe so gut wie überall die Schlagzeilen!). Die Menschen versuchen verzweifelt, die Küsten (-zig km!) und Gewässer sauber zu bekommen, die Tiere wo möglich zu retten und das Loch zu schließen.

 

Aus: derStandard.at, Rubrik Panorama – Umwelt – Golf von Mexiko, 10. Juni 2010: „Bereits über 70 Menschen in Louisiana erkrankt: Atemprobleme, Augenreizungen, Kopf- und Brustschmerzen”

Washington – Durch die Ölpest im Golf von Mexiko sind allein in Louisiana mehr als 70 Menschen erkrankt. (…) Etwa 50 der Erkrankten hatten direkten Kontakt mit dem Öl oder gegen die Ölpest eingesetzte Chemikalien. Von den Erkrankten haben viele bei den Reinigungsarbeiten mitgeholfen. Bei anderen scheint der Gestank der sich an der Küste ausgebreitet hat, ein Grund der Erkrankung zu sein. Eine Gesamtzahl der Erkrankungen gibt es nicht.” (APA)

 

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Links:

 

Benzol, Wirkung beim Menschen: http://www.noxen.de/publik/1/wirk.html

 

Fachinformationen vom Bayerischen Landesamt für Umweltinformationen, Stand März 2004: http://www.lfu.bayern.de/boden/fachinformationen/schadstoffratgeber/suchregister/doc/503.pdf 

 

[Deutsches] Umweltbundesamt, 15.8.2008 „Luft und Luftreinhaltung. Benzol“ http://www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/benzol.htm

 

Berliner Zeitung, Textarchiv von 1994, 30. Juni, Rubrik Umwelt: „Benzol: Gift an Großstadt-Stra­ßen. 200 Berliner sterben jährlich an Kreb

s durch Auspuff-Abgase“, von Eva Michael. Gelesen 10. Juni online:http://www.berlinonline.de/berliner-zei­tung/archiv/.bin/dump.fcgi/1994/0630/umwelt/0005/index.html 

 

Spiegel online, Rubrik Umwelt, vom 7.2.1994: „Nase im Gift“. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13687970.html

 

Frankfurter Allgemeine, online (Faz.net), gelesen 10. Juni 2010, Rubrik Gesellschaft: „Chemie-Unfall: Umweltkatastrophe in chinesischer Millionenstadt“ (datiert 23.11.2005) http://www.faz.net/s/Rub9FAE69CECEA948EAAFE2806B54BF78AA/Doc~E0775AD50FEC34DCFA29CE06E39D667F9~ATpl~Ecommon~Scontent.html (Material von AP, dpa, Reuters)

 

Frankfurter Allgemeine, online (Faz.net), gelesen 10. Juni 2010, Rubrik Gesellschaft: „Benzol im Songhua-Fluß: Giftteppich erreicht Millionen-Stadt im Nordosten Chinas“ (datiert 24.11.2005) http://www.faz.net/s/Rub9FAE69CECEA948EAAFE2806B54BF78AA/Doc~E6759C585FF4B4B1B9B8D4E5F87A80D8F~ATpl~Ecommon~Scontent.html , Material von Reuters und dpa.

 

derStandard.at, Rubrik Panorama – Umwelt – Golf von Mexiko, 10. Juni 2010: „Bereits über 70 Menschen in Louisiana erkrankt: Atemprobleme, Augenreizungen, Kopf- und Brustschmerzen”

http://derstandard.at/1276043515179/Bereits-ueber-70-Menschen-in-Louisiana-erkrankt#forumstart

 

Suite101.de, 9.1.2008:

Krebs & Leukämie: Gift in Nagellackentferner: Warnung vor Benzol im Na­gellack-Entferner, http://produkttests.suite101.de/article.cfm/gift_in_kosmetika_entdeckt

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Benzol

 

Zu den vielen krebserregenden Stoffen im Zigarettenrauch, bei dem Benzol nur eines unter vielen ist,  siehe: http://www.rauchen-abgewoehnen.info/inhaltsstoffe/erklaerung.htm

 

Opinio, 2.3.2010: „Gift in der Babynahrung“, von Roberto Bianco. http://www.rp-on­line.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::571524&hxmain_category=::pjsub::opinio::/essen_trinken/ernaehrung

 

Focus online, Rubrik Gesundheit, vom 2.4.2009: Babynahrung. Krebserregendes Benzol in Karot­tensaft“ http://www.focus.de/gesundheit/baby/news/babynahrung-krebserregendes-benzol-in-karot­tensaft_aid_387005.html

 

Stiftung Warentest (test.de) , 10.6.2010, Seite 97: „Gift im Stift“ http://www.test.de/filestore/SH_Kinder_Leseprobe2.pdf?path=/b5/61/f5460f6c-e781-4172-bb54-6baa3437d91e-file.pdf&key=D53DBEA813C841EAFAA9BF0AB5D1A7B55D13B937

 

Benefit online, 2010, Rubrik Sicherheit: „Besser nicht probieren: Limonade mit Benzol. Verbrau­cherfalle: Benzol in der LImonade!“ (gelesen 10.6.2010.) http://www.benefit-on­line.de/sicherheit/verbraucherfallen/besser-nicht-probieren-limonade-mit-benzol.html

 

Taz.de, Archiv, 15.3.2006: „Eine ungesunde Verbindung“, von Hanna Gersmann. (Gelesen 10.6.2010.) http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2006/03/15/a0162

 

Das DSC-Schadstofflexikon der Dr. Stupp Consulting GmbH, Stichwort „Benzol“, gelesen 10.6.2010: http://www.schadstoff-lexikon.de/lexikon/begriffe_b.html 

 

Zeit online, Rubrik Politik, 5/2001: „Verseuchte Gebiete. Warum die Krebsgefahr in Serbien wirklich steigt“, von Gero von Randow. (Gelesen 10.6.2010). http://www.zeit.de/2001/05/Verseuchte_Gebiete

 

HNA.de, Rubrik Nachrichten, 15.4.2010: „Gift im Spielzeug: Diese Produkte sind gefährlich“ (gele­sen 10.6.2010). http://www.hna.de/nachrichten/wirtschaft-finanzen/gift-spielzeug-produkte-gefaehr­lich-fotostrecke-zr-716289.html

 

 

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Und hier eine Horrorzusammenstellung für alle, die sich fragen, warum immer mehr Men­schen chronisch krank werden:

 

http://www.umweltbrief.de/neu/html/gifte.html

 

Onmeda, Ratgeber Ernährung, vom 13.1.2009: „Schadstoffe und Gifte in Lebensmitteln“ (gelesen 10.6.2010) http://www.onmeda.de/ratgeber/ernaehrung/lebensmittelskandale/schadstoffe_lebensmittel.html

 

http://www.das-weisse-pferd.com/98_11/giftdepot_mensch.html

 

Die eigene selbstständige Vertiefung in die einzelnen genannten Bereiche ist empfohlen!

 

 

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