Wie egal ist den US-Bürgern das Wohl ihrer Mitmenschen? Man könnte meinen, es ist ihnen ganz egal. Trotzdem halten sich einige für tadellose Christen, auch wenn sie den Mammon höher werten als Herz und Ethik. Denn Millionen Menschen in den USA sind ohne Krankenversicherung oder aber sie können sich, von den Versicherungen (weil chronisch krank) gekündigt, teure Medikamente und Operationen nicht leisten. Mittlerweile, dank Bush, wurde sogar die kostenlose Krankenversicherung für Kinder aus völlig verarmten Familien gestrichen.
 
 
Zeitungsartikel aus: derstandard.at, Rubrik International – Amerika, vom 22. Januar 2010:

http://derstandard.at/1263705738330/Fuer-Gott-wenig-Steuern-und-gegen-Obama-Nazi

 

"Für Gott, wenig Steuern und gegen Obama-Nazi"

"Die Rechtsaußen-Fraktion der Republikaner formiert sich in der "Tea Party Nation" – und sie hat eine neue Galionsfigur: Sarah Palin

"Burry Obamacare with Kennedy", "It’s so bad, I miss Bill Clinton", "Unarmed, this time". Diese Aussagen standen auf Schildern, die am 12. September durch Washington getragen wurden. Die Teilnehmer des Tea Party-Marsches haben Angst, die USA könnte sich während der Amtszeit von Präsident Obama in ein nach ihrer Definition sozialistisches Land verwandeln.

Sie sind gegen höhere Steuern, die Ausdehnung der Regierungskompetenzen und gegen Obamas Gesundheitsreform sowieso. Gegen Obama sind sie prinzipiell. Warum? Weil er ein Sozialist wäre oder ein Nationalsozialist, der alles verstaatliche, die Steuern erhöhe und den US-Bürgern eine Gesundheitsreform aufzwinge, die erstens Unsummen an Steuermillionen verschlinge und die noch dazu niemand brauche. (…)

Die TPN [ = Tea Party Nation] ist eine lose Vereinigung erzkonservativer Republikaner. Der Name nimmt Anleihe an der Boston Tea Party im Jahr 1773.  (…) Auch die TPN will so wenig Steuern als irgend möglich zahlen und läuft Sturm gegen Steuererhöhungen, die durch die Gesundheitsreform notwendig würden. Vom 4. bis zum 6. Februar treffen sich die Gesinnungsgenossen nun erstmals zu einer National Convention. Hauptrednerin dieser Veranstaltung: Sarah Palin, die ehemalige Vize-Präsidentschaftskandidatin der Republikaner und bis Ende vergangen Jahres Gouverneurin von Alaska.

Die TPN steckt noch in den Kinderschuhen. Die Bewegung ist derzeit noch ein Sammelbecken unterschiedlicher Vereinigungen. Einer der führenden Republikaner in der Tea Party-Bewegung ist Howard Kaloogian (…) (mka, derStandard.at, 22.1.2009)"

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Ich empfehle auch folgende Youtube-Beiträge auf Englisch:

Anti Healthcare Protest – Town Hall Health Care Reform Protesters – Tea Party Rally, from StagNews, August 30, 2009

http://www.youtube.com/watch?v=ZKBa9K_vAm8

 

9.12 DC Tea Party – March Footage with Interviews, NewLeftMedia, September 14, 2009
http://www.youtube.com/watch?v=O1HFzw8lF7k

Idiots at the 9/12 Protests, from The Young Turks, September 15, 2009
http://www.youtube.com/watch?v=O1HFzw8lF7k

Learn to speak teabag, from ThePatriotHour,  November 17, 2009

http://www.youtube.com/watch?v=6Azrfh2VDCk

 

9/12 Rally “Crazy Radicals, from Energy Townhall, September 15, 2009

http://www.youtube.com/watch?v=lUuN2nvIrV0

 

Zusammengefasst: In den USA stellt die "Boston Tea Party" den Beginn der republikanischen Bewegung dar, die zum Unabhängigkeitskrieg gegen das Mutterland England führte und zur Gründung der USA. Aus Protest, den Engländern Tee-Steuer zahlen zu müssen, kippten die Kolonisten in Boston den Tee vom Schiff ins Meer.

 

Die Republikaner machen in Erinnerung daran immer wieder in den diversen Städten Feiern mit Bürgerprotesten, wobei die Protestler "Teabagger" ("Teebeutler") genannt werden. So am 12.September 2009, wobei sich die Wut gegen Präsident Obama richtete. Der Protest wird getragen von Leuten, die offenbar Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus in einen Topf werfen und Phrasen (z.B. vom republikanischen Sender FOX-Channel, erklärter Feind Obamas) skandieren, die sie noch nicht mal sinngemäß verstehen – genausowenig wie diverse Begriffe oder Hintergründe. Sie stellen Obama als Hitler hin, der ein sozialistisches Nazi-Regime errichten will, nur weil er für Mittellose ein staatliches Gesundheitssystem einführen will mit Pflichtversicherung. Sie sagen, dann gäbe es Abtreibungen auf Krankenschein, man müsste als Schwerkranker wochen- und monatelang auf eine Behandlung warten, es gäbe nicht genügend Ärzte für all jene, die sich dann behandeln lassen wollen usw. Und sie müssten dann mehr Steuern bezahlen – shocking! Und immer wieder beziehen sie sich auf Gott. Dass aber es extrem unchristlich ist, arme Menschen ohne Behandlung siechend leben und sterben zu lassen, dass verstehen sie nicht.

 

Jedenfalls sprechen die Plakate auf dieser Tea-Party in Washington DC Bände.

Heute, so steht da, kommen sie ja in Frieden, aber morgen könnten sie ja Waffen tragen und der "Moslem" Obama könne sich am besten zu Kennedy [ = verstorben] gesellen…

 

 

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