Rechtsruck in Österreich, Rechtsruck in Europa
 
Im Absolutismus herrschte der König mit Hilfe seiner Soldaten absolut. Kritiker wurden eingekerkert. Die Eliten prassten, die Bevölkerung darbte.

Als man den König entmachtete, setzten sich die nationalistische rechte bürgerlichen Faschisten mit Hilfe des Militärs an seine Stelle und herrschten absolut nach ihren Vorstellungen. Kritiker wurden eingekerkert. Die Eliten prassten, die Bevölkerung darbte.

Man möchte meinen, die Bevölkerung lernt aus der Geschichte dazu. Aber nein: der Austrofaschismus scheint zurückzukehren, 10 Jahre neoliberal-konservative Schüssel-ÖVP und FPÖ/BZÖ (Haider, Strache) in der Politik reichen offenbar dazu.

PS: man kann auch als Sozialist eine nationalistische faschistische Diktatur errichten, selbst prassen und die Bevölkerung ausbeuten, siehe Stalin oder Mao. Ob rot, ob schwarz, Stinktiere stinken alle gleich.

Das sklavische Gehorsamkeits- und Obrigkeitsprinzip, bereits den Kindern eingebläut, statt eigenes Gewissen und eigenes Nachdenken, war immer die beste Vorbedingung für Faschisten.

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Aus: http://derstandard.at/fs/1244460578904/ … arken-Mann, derStandard vom 14.6.2009, Rubrik Inland

WERTESTUDIE
Studie: Sehnsucht nach dem "starken Mann"

=>"Ein Einblick in die österreichische Seele: Die Bürger halten zunehmend weniger von Demokratie, sie misstrauen der Regierung, und 43 Prozent wollen Ausländern jede politische Tätigkeit im Inland untersagen" (siehe Bericht = im angegebenen Link. Ausgewertet wurden Aussagen von 1500 Menschen, per Zufallsprinzip aus allen Schichten ab 18 Jahren vom Herbst 2008.)
14. Juni 2009, 18:03

„(…) Ein Fünftel der Bevölkerung kann sich sehr oder ziemlich gut vorstellen, "einen starken Führer zu haben, der sich nicht um ein Parlament und um Wahlen kümmern muss". Dieser Befund stammt nicht etwa aus einer afrikanischen Militärdiktatur, nein, er ist eines der bemerkenswertesten Ergebnisse der aktuellen, breit angelegten Wertewandel-Studie, die in Österreich 2008 – und damit zum dritten Mal – durchgeführt wurde (siehe dazu auch Grafiken). Mithilfe dieser Umfrage wird traditionell der Wandel der Einstellungen der Bürger in ganz Europa untersucht, und zwar in Zeitabständen von rund zehn Jahren.

Was unser Land betrifft, förderte das Herausgeber-Trio Regina Polak, Ursula Hamachers-Zuba und Christian Friesl zutage, dass sich die Österreicher "zunehmend gegenüber der Politik verweigern" .
Dies manifestiere sich einerseits an ihrem "geringen politischen Interesse". Zum anderen, stellen die Studienautoren fest, dass das Vertrauen in die Institutionen "in teils beängstigendem Ausmaß sinkt" – weil eben selbst die Demokratie nicht mehr unumstritten sei. 1999, bei der letzten Befragung, konnten sich nämlich "nur" 15 Prozent der Landsleute vorstellen, von einem starken Mann angeführt zu werden.
(…)Wer der FPÖ nahesteht, antwortet diesbezüglich ähnlich wie der Durchschnitt. Deutlich stärker für die autoritäre Variante entscheiden sich allerdings ausländerfeindliche Menschen, etwa jene, die "sich wie Fremde im Land fühlen" (34 Prozent) und solche, die Zuwanderung "generell verbieten" möchten (57 Prozent).
Noch ein überraschendes Ergebnis: Mittlerweile sieht es die Hälfte der Österreicher (exakt 51 Prozent) für gut an, wenn "Experten und nicht die Regierung darüber entscheiden, was für das Land das Beste ist". Und sechs Prozent halten es gar für erstrebenswert, dass "das Militär das Land regieren" sollte. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren fand diese Vorstellung bloß ein Prozent verlockend.
(…) Seit Anfang der Neunziger, hält die Wertestudie fest, ist die Zustimmung zu ausländerfeindlichen Aussagen sogar gestiegen. So verlangen etwa acht von zehn Österreichern, dass "Ausländer ihren Lebensstil ein bisschen besser an den der Inländer anpassen" sollen. Und immerhin die Hälfte (49 Prozent) meint sogar, dass man Ausländer ruhig "wieder in ihre Heimat zurückschicken sollte, wenn Arbeitsplätze knapp werden".
(…) Was verlangen die Österreicher der Politik überhaupt ab? Was sind ihre Ziele fürs Land? An erster Stelle liegt "der Kampf gegen steigende Preise" , den ein Drittel als wichtigstes, ein Fünftel als zweitwichtigstes Ziel nennt … (…) Überhaupt zeigt die Befragung eine Neigung der Österreicher zum Autoritarismus auf, was ihre Werte betrifft. 27 Prozent stimmen immer noch dem Satz zu: "Wo strenge Autorität ist, dort ist auch Gerechtigkeit." 40 Prozent meinen: "Das Wichtigste, was Kinder lernen müssen, ist Gehorsam." Von den Parteienpräferenzen her ist der Autoritarismus eher eine Sache von FPÖ- und SPÖ-Anhängern (40 beziehungsweise 39 Prozent), ÖVP- sowie BZÖ-Wähler liegen mit 29 und 26 Prozent im Durchschnitt, Grün- und LIF-Sympathisanten mit zwölf und neun Prozent deutlich darunter.
Das bedenkliche Ergebnis der Untersuchung lautet daher: Während die Gruppe der "Autoritären" hierzulande in den letzten Jahren "stetig und deutlich" gewachsen ist, sind die "liberalen Idealisten" mittlerweile noch weniger als früher geworden. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 15. Juni 2009)“
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