Altgriechische Mythologie

 

 

Aus: http://www.kreienbuehl.ch/lat/altgriechisch/mythex.html, 24.4.2009:

 

Die Gesamtheit der mythischen Überlieferungen der Griechen entstand wie ihre Kultur ab ca. 2000 v. Chr., die Entwicklung wurde bis etwa 700 v. Chr. abgeschlossen. In dieser Zeit entstanden drei klassische Mythensammlungen = die Theogonie des Dichters Hesiod, sowie die Ilias und die Odyssee des Dichters Homer.“

 

Die Götter erschienen den Erzählern als „Übermenschen“ mit menschlicher Gestalt und Charakter. Offenbarungen, spirituelle Lehren oder ein religiöses Buch sind uns nicht überliefert. Praktiken, Überlieferungen und Mythen variierten von Region zu Region. Die griechische Religion entstand aus einer Vermischung der Glaubensvorstellungen der vorgriechischen Bevölkerung, der griechischen Einwanderer aus dem Norden, mit Vorstellungen von lokalen Gottheiten, Vorstellungen von Kreta (alte Minoer) und Personifizierungen der Natur.

„Die Kreter glaubten, dass alle Dinge beseelt seien und bestimmte Gegenstände oder Fetische über besondere magische Kräfte verfügen. Im Laufe der Zeit führten diese Überzeugungen zu einer Reihe von Legenden, die Gegenstände, Tiere und Götter in Menschengestalt zum Thema hatten. Einige dieser Legenden gingen in die klassische griechische Mythologie ein.“

 

Mit der Entstehung von griechischen Stadtstaaten entwickelte sich die Glaubensvorstellungen, wie sie von Homer für die Oberschicht beschrieben worden sind. In dieser bewohnten Götter in Menschengestalt den Berg Olymp in Thessalien und lebten in einer hierarchischen Gesellschaft. „Die zwölf Hauptgötter, gewöhnlich als Olympier bezeichnet, waren Zeus, Hera, Hephaistos, Athene, Apollon, Artemis, Ares, Aphrodite, Hestia, Hermes, Demeter und Poseidon.“

 

In dieser Aufzählung sollten wir nicht auf Dionysos vergessen, dessen Verehrung erst später aufkam. Dionysos, – Sohn des Zeus und – ja wem nun? – Demeter, Io, Persephone, Lethe (Vergessen) und Semele gelten je nach Region als dessen Mutter. Dionysos war der Gott des Weines und der Ekstase, des Rausches, der freien wilden ungebändigten Natur (im Gegensatz zur Zivilisation und des Verstandes) und wurde in späterer Zeit zum beliebtesten Gott der Griechen. Meist begleitet von Satyrn, Kentauren, Nymphen und Anhängerinnen (Mänaden, in Tierfellen).

Da die Götter die gesamte Natur kontrollierten, war der Mensch ihnen ausgeliefert und musste sie günstig stimmen, in dem er Tempel baute, ihnen opferte, Feste ausrichtete. Die häusliche Anbetung war allgemein üblich, und verschiedene Teile des Hauses waren bestimmten Göttern geweiht, an die zu bestimmten Zeiten Gebete gerichtet wurden. So konnte ein Zeus-Altar im Hof stehen, während Hestia an der Feuerstelle geehrt pfer dar, gewöhnlich Ziegen.

 

Die Mythologien waren ständigen Wandlungen unterzogen. Mit der Entstehung des Hellenismus um 323 v. Chr. fand jedoch eine klare Zäsur statt. Das Aufkommen neuer Philosophien und der Einfluss benachbarter Zivilisationen führten allmählich zu einer Modifizierung traditioneller Anschauungen. Dennoch blieben Charakteristika der griechischen Götter und ihre Mythen im Wesentlichen erhalten. Die Römer, die alles kopierten, hatten fast ganz ähnliche Götter und Göttinnen, die von den griechischen nur dem Namen nach unterschiedlich waren, die sie aber mit der Zeit immer stärker abstrahierten.

 

Die Entstehung der Welt nach der griechischen Mythologie:

Chaos. Leere ohne Anfang und Ende war der Beginn, ein hohler Raum, ein gähnender Schlund voll finsterem Nebel, in dem aber die Urbestandteile Erde, Wasser, Feuer und Luft bereits lagen und warteten. Erebos (die Finsternis) und Nyx (die Nacht) entstanden, und mit ihnen auch der Tartaros (das Schattenreich, das Jenseits) und Eros (hier: Lebenskraft, Seele, Weltseele).

Finsternis (Erebos; nach neuerer Sage: Kronos) und die Nacht (Nyx), vereinigten sich und erzeugten den Äther (= den oberen Himmel, die Himmelsgefilde, die Sternengefilde, die göttliche Luft (nicht: aer, Atemluft der Menschen) und sie erzeugten den Tag (Hemera, eigentlich: das Werden) und/oder Phanis, das Licht.

Aus Nyx gingen hervor: Eris (Zwietracht), Momos (Tadel, Nörgelei), die Keren (schwarze Unglücks- und Todesdämonen), Nemesis (Zorn, Vergeltung), Thanatos (der Tod) und Hypnos (der Schlaf) sowie die Hesperiden.

Aus der Verbindung von Nyx (Nacht) und Aither (Sternengefilde) ging ein silbernes Ei hervor, in dem sich Chaos (Unordnung, Ungeformtes) und Gaia (die Erde) befanden.

Die Erde Gaia entwickelte sich weiter und bildete aus sich heraus den Himmel Uranos oben, und das eine Meer Pontos, die Gebirge und die tiefste Unterwelt Tartaros. Aber mit Tartaros gemeinsam entstand auch Typhon.

Uranos und Gaia brachten hervor

  • die Ozeane und die Flüsse (Okeanos und Tethys),
  • Hyperion/Licht und Theia/Himmel; (deren weitere Kinder waren Helios (Sonne), Eos (Morgenröte) und Selene (Mond),
  • Themis (Gerechtigkeit und Ordnung),
  • Iapetos (Vater von Atlas, Prometheus ua.), und Klymene
  • Koios (die Hinterfragung) und Phoibe (Klarheit, die Leuchte, Licht) deren Tochter Leto ist (durch Zeus) Mutter von Artemis und Apollon.
  • Mnemosyne (Erinnerung, Gedächtnis, Mutter der 9 Musen).
  • Sowie Kronos (Anführer er Titanen, im röm. Zeit mit Saturn – dem Gott der Zeit, dem Anfang und Ende, gleichgesetzt, mit Sichel), und Rhea (= die Erde, das Fließen; Gattin des Kronos, Mutter von Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus; römisch Kybele.
  • Nach den Orphikern sollen Kronos und Rhea noch immer über die Insel der seligen herrschen, wo das Goldene Zeitalter noch immer existiert.).

Diese Kinder (Manifestationen ) der ersten Urgötter wurden Titanen genannt.

Himmel und Erde erzeugten aber auch diverse Zyklopen, Graien, Skylla, Typhon, Echidna… Mischwesen und wilde Kreaturen (Urwesen)! Vor allem Uranos war nicht gewillt, die Titanen ans Licht zu lassen, darum rebellierten sie und Uranos wurde von Kronos entmannt, spricht entmachtet. Aus seinem Blut entstand aus dem Meer Aphrodite (die Schönheit) aber auch die Giganten (die Riesen). Kronos sperrte alle Mischwesen in den Tartaros – d.h. die vorherige alte Natur fiel der Vergangenheit und dem Vergessen anheim.

Da diese alten Göttervorstellungen offenbar durch neue einwandernde indogermanische Völker (Griechen) ersetzt wurden, kam es mythologisch nochmals zu einer Revolte: Kronos, der alle seine Kinder „fraß“,  wurde von Zeus (schlicht: Deos, Allgott bzw. ein Wettergott, der Sturm und der Regen), der stattdessen gerettet wurde, gestürzt und alle Titanen selbst in den Tartaros gesperrt. Zeus ließ stattdessen die anfänglichen Mischwesen wieder frei. Alle zuvor von Kronos geschluckten neuen Götter wurden befreit, d.h. Kronos musste sie wieder ausspucken.

Die Kinder von Kronos und Rhea:

  • Zeus (Herr von Blitz, Donner und Regen, oberster griechischer Gott, das Männliche)
  • Poseidon (Gott des Meeres und der Gewässer)
  • Hades (Gott der Toten und der Unterwelt
  • Demeter (Göttin der Erdfruchtbarkeit, des Korns: Tochter: Persephone, das Blühen)
  • Hera (Göttin der Ehe, die Himmelskönigin, das Weibliche) – Mutter von Ares (Kriegsgott), Hephaistos (Gott der Schmiedekunst und des Feuers), Hebe (Göttin der Jugend) und Eileithya (Göttin der Geburt).
  • Hestia (jungfräuliche Göttin des Herdfeuers, der Familie, des Hlg. Lichts)
  • Themis (eine weitere ehemalige Gemahlin des Zeus, Göttin des Rechts und der Ordnung) – der Kinder mit Zeus: Horen (Jahreszeiten, die Moiren (Jugend, Reife, Alter), Eirene, Ennomia und Astraia/Dike (Friede, Gesetz und Gerechtigkeit)
  • Metis (Göttin der Weisheit), eine weitere Gemahlin des Zeus; es hieß, ein Sohn von ihr würde Herrscher von Götter und Menschen werden. Zeus verschlang sie daher und danach entsprang Athene in voller Rüstung seinem Kopf. Athena war Göttin der Kunstfertigkeit, der Weisheit und auch der Kriegslist, auch Schutzherrin von Herakles
  • Dione (ev. Mutter der Aphrodite, Göttin der Liebe).

Tochter des Atlas (dem Sohn des Titanen Iapetos) war Maia, eine Pejadin, die mit Zeus den Götterboten Hermes hervorbrachte = Hermes war Gott der Herden, der Wege, der Wanderer, der Märkte, der Kaufleute, der Redekunst, des Denkens und der Wissenschaften – und der Diebe. Also alles, was die Zivilisation so hervorbrachte.

Mit Leto, Tochter von Koios und Phoibe, erschuf Zeus Apollon und Artemis, d.h. Sonnen und Mond, Zivilisation und Natur. Artemis war Göttin der Jagd, der Natur, der wilden Tiere, der Keuschheit (Unberührtheit); aber auch der Fruchtbarkeit, der Nacht oder des Mondes, wodurch sie oft mit Hera oder Selene gleichgesetzt wurde. Apollon war Gott des Lichtes, des Tages, oft gleichgesetzt daher mit Helios, dazu Gott des Schutzes, der Heilkunst, der Dichtkunst, er Musik, des Verstandes und durch Delphi der Orakel (gemeinsam mit Dionysos). Als die Nymphe Daphne sich wegen seines Werbens in einen Lorbeerbaum verwandelte, flocht er sich einen Lorbeerkranz als Zeichen der Überwindung seiner Begierden.

Auf alle Fälle scheinen die neuen griechischen Götter weit abstrakter und rationaler zu sein als die früheren urtümlichen Naturgewalten.

Die Herrschaft wurde nach dem Sturz des Kronos in der alten Mythologie aufgeteilt: Poseidon erhielt das Meer, Hades die Unterwelt, Zeus den Thron und Hera wurde Gemahlin (Hüterin der Ehe und der Geburt, aber auch die auf Regen wartende Natur oder der Regenbogen). Residiert wurde auf der höchsten Bergspitze des Olymp. Obwohl – eine anderer Lesart stellt zum Deos (Zeus, griechische Ableitung von Theos = „Gott“) die weibliche Göttin (Deone, Dione) bei, deren Tochter in dieser Lesart dann Aphrodite wäre.

Die Urgötter, namentlich Gaia, waren äußerst erzürnt wegen der Grausamkeit des Zeus gegenüber den Titanen und Gaia stachelte die Giganten und Mischwesen auf, mit ihren Drachenkörpern gegen Zeus zu rebellieren. Gewaltige Erdstöße traten auf, Erdbrocken fielen, Brände und Meeskatatstrophen traten auf. Die Götter im Olymp berieten sich und erkannten, dass Zeus unbedingt die Hilfe eines Sterblichen bedürften, nämlich seines Sohnes Herakles, mit dem schließlich die Giganten, zum Schluß Typhon, besiegt werden konnten. Typhon wurde in den Ätna verbannt.

 

Der Allgott Zeus (römisch: Iupiter)

Aus: http://www.atlantia.de/mythen/legende/legenden_gott.htm, gelesen 24.4.2009: „Der Zerstörer von Atlantis und Göttervater der 3. Himmlischen Dynastie in der griechischen Mythologie war der Sohn von Kronos und Rheia. (…) Kronos wollte Zeus und seine Geschwister umbringen, besser gesagt nach der Geburt verschlingen, doch Zeus konnte als einziges Kind des Kronos diesen Vorhaben entrinnen und wurde auf Kreta heimlich großgezogen. Nachdem Zeus herangewachsen war, befreite er aus dem Tartaros die Kyklopes und Hekatoncheires und stürzte seinen Vater und die Titanen dafür hinein. Nach dem Sturz seines Vaters teilte er die Welt zwischen seinen Brüdern Hades und Poseidon auf. Zeus regierte den Himmel, Hades die Unterwelt und Poseidon das Meer.“

Wikipedia, „Zeus“: „Verheiratet war Zeus mit seiner Schwester Hera, mit der er mehrere Kinder, unter anderem Hephaistos, den Gott der Schmiedekunst, hatte. Aber er hatte auch viele Liebschaften, unter anderem mit der Göttin Leto, einer Tochter des Titanen Koios, die ihm Apollon, den Gott des Lichts und der Musik und Artemis, heilbringende Göttin der Natur und der Jagd, gebar, (…) Doch auch andere Götter stammen von ihm ab, wie Dionysos, der Gott des Weines, die Göttin Iris, die als Botschafterin die Kommunikation zwischen Menschen und Göttern sicherstellte, oder Hermes, der Götterbote. (…) Verehrt wurde Zeus als Allgott, als denkendes Feuer, das alles durchdringt, als Vater der Götter und Menschen, als Gott des Wetters, als Schicksalsgott usw. Die Epiphanie des Zeus ist stets der Blitz, etwa bei Homer."

Um Frauen zu verführen,nahm Zeus die Gestalt von Menschen oder Tieren an, sogar die des Ehemanns der Frau. Indem Zeus Alkmene in der Gestalt ihres Mannes Amphytrion beglückte, der auf Reisen war, wurde Herakles gezeugt. Herakles war der Stärkste der Halbgötter, musste viele Prüfungen bestehen, starb aber unter Qualen und gelangte schließlich wegen seiner positiven Taten in den Olymp und zur Unsterblichkeit. Er war Heil- und Orakelgott, Beschützer der Sportstätten und Paläste, Schützling der Athene, hatte viele Ehefrauen und Nachkommen und war in Griechenland äußerst beliebt.

 

Die Plejaden, die Hesperiden und die Atlantiden

Wikipedia, „Plejaden“: „Die Plejaden, auch Atlantiden oder Atlantiaden, sind ein offener Sternhaufen, der mit bloßem Auge gesehen werden kann. Deutsche Namen der Plejaden sind Siebengestirn, Sieben Schwestern und Gluckhenne. Im Messier-Katalog hat er die Bezeichnung M45. Sie sind Teil unserer Galaxie, der Milchstraße. (…)Die Plejaden galten in fast allen Kulturen als besondere Sterne, z. B. als Gruppe sechs gezeichneter Punkte in den Höhlen von Lascaux; oberhalb des Auerochsen werden sie ebenfalls mit den Plejaden identifiziert. Das Siebengestirn wurde erstmals in Sumer schriftlich als Sternbild erwähnt und als Siebengottheit der großen Götter (…) bezeichnet. Sie galten als Sterne des Enki oder Sterne, die dort stehen, woher der Ostwind kommt.“

In der griechischen Mythologie sind die Pleajden Nymphen und die Kinder des Titanen und Himmelsträgers Atlas und der Oceanidin Pleione, einer Tochter von Oceanos und Thetys. Oceanos hatte weiter Kinder: Hyas, der von einem wilden Löwen getötet wurde und 5-7 Hayden (Nymphen) als Schwestern. Hyas wurde als Wassermann mit den Hyaden in den Sternenhimmel gehoben, genauso wie die Plejaden, zuvor verwandelt in Tauben, womit die uralte mythologische Beziehung zwischen irdischem Wasser (Ozean) und Himmelsozean wieder mal verdeutlicht wird. (s. auch Wikipedia, „Pleione“, „Hyas“, „Hyaden“ u.a.)

Wikipedia, „Hesperos“: „Hesperos ist in der griechischen Mythologie der Sohn oder der Bruder des Atlas. Als dessen Sohn gilt er als ein Sternenkundiger. Eines Nachts wurde er vom Berg Atlas, wo er die Sterne beobachten wollte, von einem Sturm hinweggenommen und war für seine Mitmenschen verschwunden. Die aber hielten ihn in Ehren und benannten nach ihm den Abendstern Hesperos. [Ovid]

Nach anderen soll er Sohn des Astraios (Anm.: Gott der Abenddämmerung) und der Eos (Anm.: Göttin der Morgendämmerung) sein. Als Bruder des Atlas gilt Hesperos als Vater der Hesperis, mit der Atlas Vater der Hesperiden wurde. Die lebten in jenem Garten, aus denen Herakles als eine seiner Arbeiten die Äpfel holte und dabei kurz für Atlas die Welt schulterte.“

Wikipedia, zu „Hesperos“, „Hesperis“, „Hesperiden“: „Hesperos ist nichts anderes als der „Abendstern“ Venus, am Morgen genannt Phosophoros (Lichtbringer) oder Eosphoros (Bringer der Morgendämmerung). Als Töchter nennt man die Nymphen „Hesperiden“ („Aigle, Arethusa, Erytheia, Hestia, Hespere, Hesperusa (auch: Hesperthusa) und Hespereia. Auch Medusa wird zu ihnen gezählt. Sie werden manchmal auch die „afrikanischen Schwestern“ genannt. Es gibt unterschiedliche Angaben, wer ihr Vater ist: mal wird Erebos (Anm. Gott der Finsternis, des Chaos) als dieser bezeichnet, mal Atlas, manchmal auch Hesperos (der Abendstern).

Ebenso verschieden ist die Angabe ihrer Mutter. Hesiod nennt als solche Nyx (Göttin der Nacht), andere Quellen Hesperis, die weibliche Verkörperung des Abendsterns d. h. die römische Venus. Alle diese Stammbäume deuten aber auf den Standort der Hesperiden jeweils an dem von Griechenland aus gesehen fernsten Westen hin. (…) Entsprechend werden je nach Autor und dessen Lebenszeitraum unterschiedliche Wohnorte immer jeweils am Rande der den Griechen bekannten Erde genannt – zuerst im griechischen Arkadien (= Anm. Bergland des griechischen Peloponnes), dann in der Großen Syrte beim heutigen Benghazi (Anm.: Nordafrika/Libyien, früher Euhesperides genannt), dann in Marokko beim Atlas und schließlich auf eine der Inseln im Atlantik. Welche dieser Inseln die Hesperiden sind, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt (vielleicht die kanarischen oder die kapverdischen Inseln).“

Wikipedia, „Hesperiden“: „Die Hesperiden hüteten in einem wunderschönen Garten einen Baum mit goldenen Äpfeln, den Gaia der Hera zu ihrer Hochzeit mit Zeus wachsen ließ. Die Äpfel verliehen den Göttern ewige Jugend. Der Baum wurde durch den hundertköpfigen Drachen Ladon bewacht. In der griechischen Mythologie stellt er dabei praktisch immer eine Schlange dar. Nur ein Held war in der Lage, die Äpfel zu erhalten: Herkales.“ (s. unten folgend.)

Wikipedia, „Atlas“: „In seiner elften Arbeit für Eurystheus sollte Herakles die Äpfel der Hesperiden holen. Der goldene Apfelbaum stand in einem Garten am Abhang des Berges Atlas im Westen der Welt. Hera hatte ihn den Töchtern des Atlas, den Hesperiden, anvertraut. Um diese jedoch von den Äpfeln fernzuhalten, ließ sie den Drachen Ldon den Baum bewachen. Herakles bat Atlas, für ihn die Äpfel zu holen, im Gegenzug würde er ihm die Last des Himmels abnehmen. Atlas war froh, seine Last, wenn auch nur für kurze Zeit, loszuwerden und willigte ein. Nachdem Herakles den Drachen Ladon erschossen hatte, nahm er Atlas den Himmel von den Schultern. Atlas holte drei goldene Äpfel (…)“ und musste schließlich den Himmel dann weitertragen.

„Nach Platons Kritias war Atlas ein Sohn von Poseidon und der Kleito und der erste König von Atlantis.“

Das alles soll verdeutlichen, wie mythologisch eng die Plejaden, das Jenseits, der Abendstern, der Westen und das Meer mit der Atlantiserzählung zusammenhängen, und wo Atlantis liegen könnte. Wobei die Plejaden ebenso mythologisch mit dem Jäger Orion (der ihnen nachstellt, sogar noch unter den Sternen) verbunden ist. Die drei Sterne des Orion sind aber nichts anderes als ägyptisch am Nachthimmel der Gürtel des Osiris. Denn auch in Ägypten wurde das Jenseits mit dem nächtlichen Himmelsozean gleichgesetzt.

 

Der Mythos von Atlantis bei Plato

Wikipedia, "Atlantis": "Atlantis (altgriechisch (…) "Insel des Atlas") ist ein mythisches Inselreich, das der antike griechische Philosoph Platon (427 bis 347 v. Chr.) als erster erwähnte und beschrieb. Es war laut Platon eine Seemacht, die ausgehend von ihrer "jenseits der Säulen des Herakles" gelegenen Hauptinsel große Teile Europas und Afrikas unterworfen hat. Nach einem gescheiterten Angriff auf Athen sei Atlantis schließlich um 9600 v. Chr. in Folge einer Naturkatastrophe innerhalb eines "einzigen Tages und einer unglückseligen Nacht" untergegangen."

„Jenes Inselreich, das wie Athen bereits 1000 Jahre vor der Gründung Ägyptens existiert habe (Tim. 23d-e), soll ganz Westeuropa bis Tyrrhenien und Nordafrika bis nach Ägypten beherrscht haben und sei im Begriff gewesen, auch Griechenland zu unterwerfen (Tim. 25a-b). Nach der Abwehr des Angriffs durch die tugendhaften Athener sei Atlantis durch eine Naturkatastrophe mit schwerem Erdbeben und darauffolgender Flut zerstört worden und versunken. Auch das Heer der Athener und Athen selbst seien bei dieser Katastrophe zugrunde gegangen. Einzig Ägypten, das schon 8000 Jahre vor Solon gegründet worden sei und woher die Überlieferung der Heldentat Athens stamme (Tim. 23d-e; Kritias 108e, 109d ff., 113a), wurde verschont (Tim. 25c-d).“

„Bei Atlantis handelt es sich um eine in Platons Werk eingebettete Geschichte, die – gleich den übrigen Mythen Platons – eine zuvor aufgestellte Theorie anschaulich darstellen soll. (…) Platon beschreibt die Insel Atlantis in seinen um 360 v. Chr verfassten Dialogen „Timaios“ und „Kritias“, wobei letzterer nur fragmentarisch erhalten ist.“

[In Kritias sei Dropides]…“ein zeitweiliger Weggefährte Solons gewesen, und jener habe die Kunde von Atlantis aus Ägypten mitgebracht, wo er sie in Sais von einem Priester der Göttin Neith erfahren habe (Tim. 23e). Dieser Priester habe ihm die Mitteilungen aus „geheiligten Schriften“ übersetzt. An mehreren Stellen der Erzählung lässt Platon Kritias betonen, dass seine Geschichte nicht erfunden sei, sondern sich tatsächlich so zugetragen habe (Tim. 20d, 21d, 26e).“

Im „Kritias“ beschreibt Platon Atlantis detailliert: Es sei ein Reich gewesen größer als Libyen (…) und Asien (…) zusammen (Tim. 24e). Zu Platons Zeiten verstand man unter diesen Begriffen Nordafrika ohne Ägypten und die damals bekannten Teile Vorderasiens. Die Hauptinsel lag außerhalb der „Säulen des Herakles“ im Atlantis thalássa, wie schon Herodot den Atlantik nennt (Hdt. I 202,4). (…)

Im Zentrum von Atlantis erhob sich den Dialogen zufolge neben der Akropolis ein Poseidontempel, den Platon als „ein Stadion lang, drei Plethren breit und von einer entsprechenden Höhe“ und innen wie außen mit Gold, Silber und Oreichalkos (Anm.: undefiniertes, unbekanntes glänzendes Metall) überzogen beschrieb. Um den Tempel herum standen goldene Weihestatuen. Ein Kultbild zeigte den Meeresgott als Lenker eines sechsspännigen Streitwagens (Kritias 116d-e). (…)

Die Macht über die Insel hatte Poseidon seinem mit der sterblichen Kleito gezeugten Sohn Atlas übertragen, der der Älteste seiner Nachkommen aus fünf Zwillingspaaren war (Kritias 114a-c). Atlas und seine Nachfahren herrschten über die Hauptstadt, die Linien seiner jüngeren Brüder regierten die anderen Teile des Reiches. Mit der Zeit wandelte sich Atlantis durch immer weiter gehende Baumaßnahmen und Aufrüstungen von einer ursprünglich ländlich geprägten Insel zu einer schlagkräftigen Seemacht. Die Nachfahren des Atlas und seiner Geschwister verfügten über ein einzigartiges Heer und eine starke Marine mit 1200 Kriegsschiffen und 240.000 Mann Besatzung allein für die Flotte der Hauptstadt (Kritias 119a-b). Mit dieser Streitmacht unterwarfen sie ganz Westeuropa und Nordafrika bis Ägypten (Tim. 24e-25b). Erst die zahlenmäßig weit unterlegenen Athener konnten diesen beispiellosen Vormarsch zum Erliegen bringen.

Diese militärische Niederlage von Atlantis wird dabei als Strafe der Götter für die Hybris seiner Herrscher dargestellt (Tim. 24e, Kritias 120e, 121c). Weil der „göttliche Anteil“ der Atlantiden durch die Vermischung mit Menschen zusehends geschwunden sei, seien sie von Gier nach Macht und Reichtum ergriffen (Kritias 121a-c) worden. Der „Kritias“ bricht ab, bevor die Götter sich zu einem Gericht über das Reich versammeln, bei dem weitere Strafen beraten werden sollten: „Der Gott der Götter aber, Zeus, welcher nach den Gesetzen herrscht und solches wohl zu erkennen vermag, beschloß, als er ein treffliches Geschlecht (so) schmählich herunterkommen sah, ihnen Strafe dafür aufzuerlegen, (121c) damit sie, durch dieselbe zur Besinnung gebracht, zu einer edleren Lebensweise zurückkehrten. Er berief daher alle Götter in ihren ehrwürdigsten Wohnsitz zusammen, welcher in der Mitte des Weltalls liegt und eine Überschau aller Dinge gewährt, welche je des Werdens teilhaftig wurden, und nachdem er sie zusammenberufen hatte, sprach er…

Die Landschaft Atlantis schildert Plato wie ein fruchtbares, grünes Nordafrika mit Kanälen für den Ackerbau wie in Ägypten. So mag es auch tatsächlich da vor 10.000 Jahren ausgesehen haben, bevor die Gletscher sich in Europa zurückzogen und das Gebiet immer mehr verödet ist. Ganz unmöglich aber war, dass Griechen gegen Atlanter vor 10 000 Jahre gekämpft haben sollen, da jene erst in vier indogermanischen Einwanderungs-Wellen vom Norden und Nordost kommend nach Kleinasien und Griechenland  ab ca. 1600 v. Chr. eingewandert sind und im 8. Jhd. auch Italien erreichten. Erst ab etwa 700 v. Chr. spricht man von einem „Griechenland“, d.h. von einzelnen griechischen Territorien. Auch die Mykener können nicht gemeint sein. Plato hat somit, ohne viel Sinn für Geschichtsschreibung zu haben, nur fokussiert auf seine eigenen Intensionen, eine eventuell bestehende (?) ägyptische Atlantislegende umgeformt und an seine eigene Zeit und Vorstellungen angepasst, so dass man heute kaum noch herausfinden kann, was Überlieferung, Legende oder Erfindung ist. Auch die Namen, die Götter, die Beschreibungen der Stadt sind von Plato umgeformt, gräzisiert worden. Wir wissen allerdings, dass uralte Höhlenmalereien in Nordafrika und Südfrankreich existieren und die ältesten bekanntesten (ausgegrabenen) Städte der Welt im Kulturbereich zwischen Nil, Zweistromland bis zum Indus entstanden sind. Wir wissen, dass die langsame Verödung Nordafrikas erst die große Einwanderung der Menschen aus diesem Gebiet ins (noch fruchtbare) Niltal verursacht hat und noch im Alten reich Gebiete westlich des Nils noch fruchtbar waren, die heute Wüste sind.

„Atlantis“ – oder was Ähnliches – ging unter im Meer – oder ins himmlische Meer des Jenseits? War Atlantis vielleicht nie eine irdische Macht, eine irdische Stadt? Oder überhaupt auf dieser Erde situiert? Die griechische Mythologie  antwortet jedenfalls wie folgt:

Wikipedia, „Elysion“ oder „Insel der Seligen“: „Das Elysion (altgriechisch „das Selige [Feld]“, lateinisch das Elysium) ist in der griechischen Mythologie jene „Insel der Seligen“ im äußersten Westen des Erdkreises, die vom Okeanos umflossen wird und auf die jene Helden entrückt werden, die von den Göttern geliebt wurden oder denen diese Unsterblichkeit schenkten.

Ganz im Gegensatz zum Tartaros handelt es sich dabei um paradiesische, rosengeschmückte Wiesen, auf denen ewiger Frühling herrscht, und wo ein Nektar-ähnlicher Trank aus einer Quelle der Lethe ewiges Vergessen aller irdischer Leiden ermöglicht.“

 

Weitere Links:

http://www.mythentor.de/griechen/anfang3.htm

http://www.bosold.de/sagen/

http://www.kreienbuehl.ch/lat/altgriechisch/mythex.html

http://www.atlantia.de/mythen/legende/legenden_gott.htm

 

 

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