http://derstandard.at vom 5. 12. 2008, Rubrik Wissenschaft – Mensch:
 
 

"BSE- und Scrapie-Erreger befallen auch Fettgewebe

(…) San Francisco – Die Erreger schwammartiger Gehirnkrankheiten wie BSE und Scrapie sammeln sich entgegen bisheriger Annahmen auch im Fettgewebe. Das haben US-Forscher zumindest bei Labormäusen beobachtet. Bisher waren Mediziner davon ausgegangen, dass die sogenannten Prionen hauptsächlich Nervengewebe wie Gehirn oder Rückenmark befallen. Solche infektiösen Eiweißmoleküle gelten auch als Auslöser der menschlichen Form des Rinderwahnsinns, der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK). Die Forscher um Bruce Chesebro vom US-Institut für Infektionskrankheiten in Hamilton (US-Bundesstaat Montana) stellen ihre Arbeit im Fachjournal "PLoS Pathogens" (online veröffentlicht) vor."

Die Wissenschaftler infizierten Mäuse mit Scrapie und konnten anschließend die Prionen (= andersartige und andere verändernde Eiweißmoleküle, die diese Krankheit verursachen) im Fettgewebe der Mäuse nachweisen, und zwar in bedenklich hoher Konzentration. Auch bei Tieren, die zwei Jahre keine Anzeichen zeigten. [Anm.: Bekanntlich dauert die "Inkubationszeit" zwischen Infektion, Nachweisbarkeit in Test und am Ende und Krankheitsausbruch verschieden lang. Bei infizierten Rindern konnte man die ersten zwei Jahre per Test nicht nachweisen, also befahlen die Behörden, Kälber bis zum 2. Jahr zu schlachten. Nicht, weil die Kälber dann gesund wären, sondern weil BSE nicht nachweisbar war und daher der Bauer das Fleisch noch verkaufen konnte, statt es zu verbrennen.]

"Fett und Muskelfleisch sind beispielsweise in Steaks untrennbar miteinander verflochten, geben die Wissenschaftler zu bedenken. Auch enthalten Würste und Dosenfleisch hohe Anteile von Fettgewebe. Noch könne man jedoch nicht davon ausgehen, dass sich BSE und andere Hirnkrankheiten auch auf diesem Wege übertragen könnten, betonen die Wissenschaftler. Zuvor müssten die Untersuchungen mit Tieren, die dem Menschen als Nahrung dienen, wiederholt werden. Die Forscher erweitern die Tests jetzt auch auf das Fettgewebe von Hirschen mit dem sogenannten Chronic Wasting Disease. Auch dies ist eine Hirnkrankheit, die sich über Prionen überträgt. (APA/dpa)"

http://www.plospathogens.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.ppat.1000232

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Scrapie, BSE und Creutzfeldt-Jakob

Die Trabberkrankheit (wegen dem stolpernden Gang") oder "Scrapie" (wegen dem Juckreiz) soll 1732 das erste Mal in Großbritannien beobachtet worden sein, und wurde von dort über Zuchtschafe nach Mitteleuropa verschleppt, heute ist sie weltweit anzutreffen. 1947 wurden Nerze in den USA infiziert, denen man Schafschlachtabfälle zu fressen gegeben hatte. 1967 wurde bereits vermutet, dass Proteine dahinterstecken. 1982 stellte Stanley Prusiner die Hypothese der alleinigen Ursache von Proteinen für alle Formen von "Transmissible Spongiform Encehalopathy" ("Übertragbare spongiforme Enzephalopathie", TSE) auf, der auch die Bezeichnung "Prion" erfand: proteinaceous infectious particle („eiweißartiger infektiöser Partikel“) Der Ausbruch von BSE 1985 in Großbritannien wird auf die Verfütterung von aus Schafen erzeugtem Tierkörpermehl an Rinder zurückgeführt. Und anfangs tat man dort alles, um den Ausbruch nicht publik zu machen.

Nur zur Erinnerung,und mit meinen eigenen Worten gesagt: Zuerst entdeckte man Schafe mit offensichtlichem Hirnschaden im Groß- und Kleinhirn, was sie unkoordinert, zuckend und verwirrt umherlaufen ließ. Diese Krankheit bei Schafen nannte man Scrapie. Dann wurden Rinder befallen, diese Krankheit nannte man "BSE" (Rinderwahn, Bovine spongiforme Enzephalopathie) und hunderttausende Rinder wurden bei höchsten Temperaturen (denn was anderes vernichtet die Eiweißmoleküle nicht! Es sind weder Viren noch Bakterien) verbrannt. Man stellte fest, dass die Eiweißmoleküle ansonst einfach auf der Weide bleiben oder im Stall usw. als permanente Ansteckungsquelle. Wie die Krankheit entstand, fand man in den 80ern dann auch heraus, aber ungern, man versuchte es zu vertuschen wo es ging: durch Tiermehl. Man hatte z.B. aus Schafen, darunter auch Scrapie-Schafen, Tiermehl als Proteinpulver hergestellt und es in Massen an Rinder (und andere Tiere, z.B. Fische, Hühner, Schweine… vermutlich auch Hunde und Katzen…) verfüttert. Die Krankheit brach bei Rindern im Vollbild erst ca. 5 Jahre später aus. Sie ähndelte stark dem menschlichen Creutzfeldt-Jakob-Syndrom (vCJK). Und man stellte fest, dass Menschen tatsächlich nach bis zu 35 Jahren nach der Infektion BSE an einer neuen Variante des vCJK erkranken. Das bedeutet, der Mensch hatte als Nahrung irgendwann vor 10-35 Jahren Fleisch, Würste usw. von Tieren mit mutierten Eiweißmolekülen (Prionen) verzehrt. Creutzfeldt-Jakob ist unheilbar, der Mensch dämmert umnachtet vor sich bin und stirbt nach 1-2 Jahren dann.

Definition Wikipedia für Creutzfeldt-Jakob-Syndrom sowie Hinweise auf übertragung: http://de.wikipedia.org/wiki/Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: "Charakteristisch für die Krankheit ist, dass die abnorm gefalteten Prionproteine vor allem im Gehirn den dort normalerweise vorhandenen Vettern mit gesunder Struktur ihre veränderte Struktur aufzwingen und so dort einen verhängnisvollen biochemischen Prozess auslösen, der letztlich zu einer Degeneration des Gehirns führt. Die krankhaft gefalteten Proteine lagern sich in Nervenzellen zusammen und bilden Klumpen. Die Funktion der Nervenzellen wird zunehmend gestört, sodass es bis hin zum programmierten Zelltod kommt. Bei fortschreitender Erkrankung nimmt das befallene Gehirn eine schwammartig durchlöcherte Struktur mit fadenförmigen, proteinhaltigen Ablagerungen an. Im Blut eines erkrankten Menschen sind jedoch nur kleinste Mengen der infektiösen Prionen vorhanden. Die Krankheit wurde zuerst von den beiden deutschen Neurologen Hans-Gerhard Creutzfeldt und Alfons Maria Jakob im Jahr 1920 beschrieben. [ Es werden drei herkömmliche bekannte Varianten der Krankheit aufgelistet. ] (…)

Eine direkte Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch ist bisher nur auf iatrogenem Wege (durch Ärzte verursacht) über Kontakt mit infektiösem Gewebe nachgewiesen worden. Dies geschah besonders früher durch Hirnhaut- und Augenhornhauttransplantate, sowie durch unzureichend sterilisierte neurochirurgische Instrumente. Außerdem wurde eine direkte Übertragung bei aus Leichenhypophysen extrahierten Wachstumshormonen bzw. Gonadotropinen beobachtet. (…)

Es gibt Spekulationen über diverse Einzelfälle, bei denen die Krankheit durch ärztliches Verschulden (iatrogen) hätte übertragen worden sein können: Es wurde zum Beispiel von einem Creutzfeldt-Jakob-Opfer berichtet, das wenige Jahre vor der Erkrankung eine Kollagen-Plastik am Schädelknochen erhalten hatte. Das Kollagen stammte vom Rind. Ein vCJD-Opfer hatte sechs Jahre vor Ausbruch der Erkrankung Rindersomatropin injiziert bekommen. Und zwei weitere vCJD-Opfer aus Großbritannien hatten eine Polio-Schluckimpfung erhalten, die aus demselben Kälberserum hergestellt worden war. Auch wurde ein anscheinend erhöhtes CJD-Risiko nach Augeninnendruckmessungen mit einem Goldmann-Tonometer festgestellt. (…)

Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Menschen grundsätzlich auch über Bluttransfusionen mit der neuen [vierten] Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) infiziert werden können. In Großbritannien gibt es einige wenige auffällige Einzelfälle in denen es sehr plausibel erscheint, dass die Erkrankung auf diesem Wege übertragen worden ist. Auch Tierversuche deuten auf eine hohe Wahrscheinlichkeit dieser Möglichkeit hin. Mit 100%iger Sicherheit nachgewiesen werden konnte dieser Übertragungsweg allerdings bis jetzt dennoch nicht. Aus der vermutlich gegebenen grundsätzlichen Möglichkeit der Ansteckung über Bluttransfusionen (und damit also Blut bzw. Blutbestandteilen an sich) wurde außerdem die Hypothese abgeleitet, dass es bei einer (allerdings wohl ziemlich unwahrscheinlichen) Verkettung verschiedener unglücklicher Umstände und Zufälle in der Vergangenheit in Großbritannien außerdem bei Operationen jeglicher Art – unabhängig davon ob es zu Bluttransfusionen kam oder nicht – in extrem seltenen Einzelfällen zu einer Infektionen durch OP-Besteck gekommen sein könnte. Begründet wird dies damit, dass in der Vergangenheit teilweise Desinfektionstechniken verwendet wurden, bei denen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass Prionen die Prozedur und anschließende Lagerung der Geräte überdauerten.(…)

Nach aktuellen Erkenntnissen besteht eine Wahrscheinlichkeit von 99 % dafür, dass diese  [4.] Variante (heute als vCJD bekannt) durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch hervorgerufen wird. Vermutlich ist allerdings ein Großteil der Bevölkerung gegen die Ansteckung durch BSE-verseuchte Nahrung resistent, denn alle bisherigen vCJD-Erkrankten hatten eine genetische Veranlagung, die sich nur bei knapp 40 Prozent der europäischen Bevölkerung findet. An einer kritischen Stelle des Gens, welches das Prionen-Eiweiß kodiert, fand sich bei ihnen stets nur die Anweisung zum Einbau der Aminosäure Methionin. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist jedoch mischerbig und besitzt zusätzlich ein Gen, das den Einbau von Valin an dieser Stelle bewirkt. Es liegt die Schlussfolgerung nahe, dass sich menschliche Prionen leichter von BSE-Prionen umfalten lassen, wenn sie an der bezeichneten Stelle die Aminosäure Methionin enthalten. (…)

vCJD unterscheidet sich von klassischer CJD durch das Alter der Patienten von im Durchschnitt 28 Jahren im Vergleich zu 65 Jahren bei der klassischen CJD, durch andere Symptome und einen längeren Krankheitsverlauf von 14 Monaten im Vergleich zu 6 Monaten bei klassischer CJD. Für den Fall, dass die Krankheit durch den Verzehr von Rindfleisch übertragen wird, rechnen Epidemiologen mit einer durchschnittlichen Inkubationszeit von 12,6 Jahren. Die Erkrankten zeigen meistens zunächst psychische Symptome, wie Depressionen, Wahnvorstellungen, Stimmungsschwankungen oder Angstzustände. Bereits in diesem Anfangsstadium ist das Kurzzeitgedächtnis gestört. Die Patienten klagen über Müdigkeit und die psychischen Symptome verschlechtern sich progressiv und sprechen meist nicht auf medikamentöse Behandlung an. Nach einigen Monaten kommt es in den meisten Fällen zu andauernden schmerzhaften Missempfindungen (Dysästhesien) am ganzen Körper und auch zu Schwindel und Übelkeit. Anschließend treten Koordinationsprobleme (Ataxie) und andere Bewegungsstörungen wie Zittern, Nystagmus, Dystonie, Lähmungen oder unwillkürliche Muskelzuckungen und -bewegungen (Faszikulationen, Myoklonien, Chorea) sowie epileptische Anfälle auf. Außerdem kommt es zu Harn und Stuhlinkontinenz. Eine Fehlregulation des Muskeltonus bewirkt Gliederschmerzen und es tritt nun auch die für CJD typische, anfangs schleichende, später rasch fortschreitende Demenz in den Vordergrund. In diesem Verlauf kommt es dann zu Halluzinationen und Verwirrtheit, bei denen oft nahe Verwandte nicht mehr erkannt werden. Die Erkrankung verläuft nun akut und führt in nur wenigen Monaten zum vollständigen Zerfall aller Gehirnfunktionen. Die Patienten verweigern die Nahrungsaufnahme und können nur noch durch eine Magensonde ernährt werden. Gelegentlich sterben die Patienten in dieser Phase an vegetativen Störungen oder fallen ins Koma.

Im Endstadium von vCJD haben die Opfer der Krankheit keinerlei Möglichkeit mehr, Kontakt mit ihrer Umwelt aufzunehmen oder auf einen solchen zu reagieren. Darum werden vCJD-Kranke im Endstadium der Krankheit oft als „The Living Dead“ (Die lebenden Toten) bezeichnet. Manchmal tritt hierbei eine vollständige spastische Lähmung des Körpers, die sogenannte Enthirnungsstarre, ein. Die Patienten verweilen recht lange in diesem Endzustand der Erkrankung (terminalen Zustand), bis sie entweder an einer Lungenentzündung oder durch Atemlähmung sterben." Es gibt inzwischen -zig belegte Fälle (zu allen anderen, die nicht entdeckt werden) und man befürchtet eine "Epidemie" von vCJK in etwa 10 Jahren, beginnend (siehe Wikipedia).

Nach großen Massenschlachtungen und Verbrennungen in Europa (beginnend in Großbritannien) und dem Verbot von Tiermehl (1996!) als Nahrung für Kühe und Schafe erklärte man BSE in den 90ern als so gut wie beendet und besiegt. Dennoch traten nach wie vor immer wieder Fälle auf, die man mit verseuchter Tiernahrung in Verbindung brachte. So gab es einen Fall, in dem in Österreich bei einem Kalb BSE nachgewiesen worden ist – dummerweise hatte der Bauer das Tier nicht rechtzeitig geschlachtet, es war bereits mehr als 2 Jahre alt… Das bedeutet, dass BSE etc. nicht ausgerottet ist, sondern dass man einfach die Tiere rechtzeitig schlachtet, bevor die Testmethode greifen kann. Es wird viel vertuscht. In Schlachthöfen wurden Gehirn und Rückenmark (Knochenskelett) nicht mehr verwendet. Das restliche Fleisch – für Menschen – sehr wohl. (Für Haustiernahrung ohnehin weiterhin.) Man sagte, dass Prionen ja wohl überwiegend Gehirn- und Nervenzellen befallen und diese Maßnahme würde ja wohl ausreichen. Veterinäre überwachten die Schlachthöfe. – Okay, nur: die machen nur Stichproben! (Und nebenbei untersteht das Veterinäramt in Österreich dem Landwirtschaftsministerium, d.h. die Landwirte kontrollieren sich selbst *lol*. Und dieses untersteht seit Jahren der ÖVP, die Partei der meisten Landwirte und bislang ebenfalls seit vielen Jahren zuständig für Wirtschaft und Gesundheit.) Die EU-Verwaltung hob 2008, trotzdem immer wieder neue Fälle gemeldet wurde, das Verbot der Tiermehlfütterung auf (!!!) Der Verdacht, wenn Kälber sich über Muttermilch anstecken, dass auch Milch und Milchprodukte kontaminiert sein könnten, wurde einfach stillschweigend unter den Tisch gekehrt: wenn, dann wären da zuwenig Prionen (Eiweißmoleküle! sic!) um sich als Mensch anzustecken… Offenbar haben die Menschen nicht verstanden, dass Prione erst bei 600-800°C vernichtet werden und nicht durch pasteurisieren.

Gerüchte in den Medien in den 90er Jahren besagten, Scrapie entstand, ursprünglich ausgehend von Großbritannien, überhaupt erst durch Kontamination von Schafsnahrung mit aus Indien bezogenem Tiermehl, und dieses stammte wer weiß aus welchen Abfällen – auch aus dem Indus, wo menschliche Leichen verbrannt werden, womöglich solche von Creutzfeldt-Jakob-Kranken. Aber man kann sich denken, das diesen Gerüchten nicht mit Nachdruck nachgegangen wurden…

Wie auch immer, es ist ja nett, jetzt zu erfahren, oder bestätigt zu erhalten, dass auch Fleisch diese verändernde Eiweißmoleküle aufweisen kann, es wird nur jenen nicht helfen, die irgendwo im Alter vor sich hindämmern werden. Parkinson, Demenz, Creutzfeldt-Jakob, Schwachsinnigkeit – sind eigentlich keine Krankheiten, die im Alter auftreten müssen. Der Normalzustand ist eigentlich geistige Klarheit bis kurz vor dem Tod, selbst wenn die Leistung des Gehirns im Alter zurückgeht. Immer vorausgesetzt, man hat sich entsprechen ernährt und verhalten.

Und warum das alles? Aus Geldgier, da geht man über Leichen. Zuerst bei den Tieren, dann bei den Menschen. Da macht es nichts, nichtfleischfressenden Tieren Tiermehl von Tieren zu geben, selbst solches von eigenen Artgenossen (!). Der Mensch ist eben das allergrößte Charakterschwein. Nebenbei: so gelangten auch die Salmonellen in die Eier – indem man Hühner mit dem Mehl der Artgenossen fütterte.

Wer kann, sollte sich den Film "Soylent Green" von 1973 ansehen, falls noch irgendwo erhältlich. Deutsch: "Jahr 2022… die überleben wollen"

 

Weitere ergänzende Erläuterungen zu BSE und Scrapie:

http://de.wikipedia.org/wiki/Prion – zu Prionen

http://de.wikipedia.org/wiki/BSE – zu BSE:

"Die betroffenen Tiere zeigen Verhaltensänderungen und Bewegungsstörungen. Die Rinder beginnen zu straucheln, stolpern über die eigenen Beine und reagieren schreckhaft auf Lärm und Lichtreize. Muskelzittern, Zungenspiel und gelegentlich lebhaftes Ohrenspiel und Juckreiz werden beobachtet. (…)

Neuere Forschungen zeigen, dass BSE-verwandte Krankheiten bei Schafen, Elchen und Hirschen auch über den Urin verbreitet werden: Schafe und wildlebende Tiere kommen schließlich niemals mit Tiermehl in Kontakt." [Anmerkung: Was gleich das Gebiet der möglichen Ansteckungswege für Tier und Mensch auf Weiden, Abwässerkanäle und auf mit Jauche gedüngte Felder (Ernten) ausweitet.]

(…) Aufgrund einer EU-Vorschrift müssen seit dem Jahre 2001 von älteren Tieren Gewebe mit hoher Erregerkonzentration (Hirn, Rückenmark, Milz) bereits bei der Schlachtung entfernt und entsorgt werden. So soll das Risiko einer Übertragung auf Menschen minimiert werden. Auch die Verarbeitung von Rinderdärmen zur Wurstherstellung ist in Deutschland und Frankreich verboten. In Südamerika ist die Krankheit bisher noch nicht nachgewiesen worden. Wenn Rinderdärme in Deutschland zur Produktion von Wurst Verwendung finden, so sind dies immer aus Südamerika importierte Därme."

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Scrapie – zu Scrapie: "Scrapie (von engl. scrape „kratzen“, „schaben“) oder Traberkrankheit (Paraplegia enzootica), seltener auch Gnubberkrankheit, Wetzkrankheit oder Rida, ist eine übertragbare, langsam tödlich verlaufende Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie) bei Schafen und in geringerem Ausmaß auch Ziegen. Sie wird höchstwahrscheinlich durch fehlgebildete Eiweiße (Prionen) hervorgerufen. Scrapie geht mit Hohlraumbildungen (Vakuolisierungen) in den Nervenzellen einher und äußert sich in Verhaltens- und Gangstörungen. Der englische Name rührt daher, dass die erkrankten Schafe infolge starken Juckreizes die Tendenz haben, sich die Wolle abzuscheuern. (…)

Das krankhafte Prion kommt im Zentralnervensystem, Gehirnwasser, in Mandeln, Lymphknoten und in der Milz vor. Es wird über die Nachgeburt und das Fruchtwasser ausgeschieden. Mit dem Scrapie-Agens kontaminierte Oberflächen können über Jahre eine Infektionsquelle sein. (…)

Die natürlichen Übertragung erfolgt zumeist durch orale Aufnahme von Nachgeburt und Fruchtwasser oder damit kontaminiertem Wasser oder Futter sowie Belecken des Lammes durch das Mutterschaf. Das Muttertier kann die Erkrankung auf den Fötus übertragen. Offenbar ist auch eine Übertragung durch Kontakt möglich, auch die Übertragung durch Milben (Heumilbe) wird diskutiert. Experimentell wurde auch eine Infektionsübertragung über die Bindehaut und kleinste Verletzungen der Maulschleimhaut sowie über Bluttransfusionen nachgewiesen. Auch kontaminierte Impfstoffe wurden als Auslöser identifiziert. (…)

Der Erreger gelangt über das enterische Nervensystem und die Eingeweidenerven in das Rückenmark und von dort aufsteigend in das Gehirn. Beim Schaf spielt auch die Verbreitung über das Lymphsystem eine Rolle. (…)

Prinzipiell sind alle Schafrassen empfänglich. Außer Schafen und (in geringerem Ausmaß) Ziegen sind auch Nerze, Mäuse, Ratten, Hamster, Europäische Mufflons, Affen und der Mensch empfänglich. Der Übergang des Erregers auf das Rind (BSE) wird als eigenständige TSE angesehen. (…)

Die Krankheit hat eine Inkubationszeit bei Schafen von etwa 4 Jahren, wobei bei Lämmern die Infektion erst ab 18 Monaten messbar wird und der Ausbruch der Krankheit erfolgt meist nach 3 Jahren, wobei das Tier nach 2-6 Monaten stirbt. Ca. 1% der Schafe wird befallen, sodass man sich bemüht, die Anfälligkeit für Prionen wegzuzüchten. Das geht bei Ziegen nicht, da sie keine alternativen Rezeptoren im Genmaterial besitzen.(…)

Alle Todesfälle bei über 18 Monate alten Schafen müssen auf Scrapie untersucht werden, ebenso stichprobenartig alle Schlachttiere ab diesem Alter. Da die Traberkrankheit anzeigepflichtig ist, werden die entsprechenden Maßnahmen durch den Amtstierarzt festgelegt. Dabei ermöglichen die aktuellen Bestimmungen, dass nicht mehr ganze Bestände, sondern nur noch genetische Risikogruppen (Böcke G2−G5, weibliche Schafe G3–G5) in betroffenen Beständen getötet werden." (…) 

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