Aus: www.krone.at, Rubrik "Welt", vom 23.10.2008:
 
"Vorhaben umstritten: Forschung mit Mensch-Tier-Embryonen gebilligt
 
Nach monatelanger Debatte hat das britische Unterhaus am Mittwoch in dritter Lesung dafür gestimmt, die Forschung mit Embryonen aus Mensch und Tier zu erlauben. (…) Premierminister Gordon Brown befürwortet die Verwendung von Chimären-Stammzellen aus Mensch und Tier, weil er sich erhofft, dass dadurch "möglicherweise Millionen Menschen mit unheilbaren Krankheiten das Leben gerettet werden" könnte. Embryonale Stammzellforschung beschränkt sich – im Gegensatz zu der Forschung mit sogenannten adulten Stammzellen – bis dato allerdings auf reine Grundlagenforschung. Es gibt nach wie vor, vor allem wegen des hohen Tumorrisikos, keine therapeutischen Anwendungen am Patienten."
 
[Anmerkung: wie naiv muss man sein, um das zu glauben? Alles was möglich ist, wird auch gemacht, früher oder später.]

"Die Forschergemeinde hatte insbesondere deshalb auf das Gesetz gedrängt, weil der Nachschub an menschlichen Eizellen für die Herstellung neuer Embryonen unter ihrem Bedarf lag. (…)  Das Unterhaus erlaubte auch die Untersuchung von Embryonen auf genetische Merkmale, um sogenannte "rettende Geschwisterchen" zu schaffen. Eltern eines kranken Kindes bekommen in solchen Fällen mit künstlicher Befruchtung ein weiteres Kind, das genetisch zum ersten Kind passt. Das zweite Kind kann dann zum Beispiel Knochenmark spenden, um das Leben des ersten zu retten."

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Was für eine schöne, materialistische, atheistische und unethische Welt wir doch haben! An was erinnert mich das bloß? An die Serie "Dark Angel", die Filme "Gattaca" oder "Die Insel" oder an "Schöne Neue Welt"? Egal, alles was den Menschen einfällt, wenn sie etwas Neues finden oder erfinden ist, es zu missbrauchen. Keine Sekunde hat man etwa Mitlied mit dem Tier und so etwas wie Ethik und ein Gefühl, was man tun darf und was man besser sein lässt, existiert in der Wissenschaft und bei Gesetzgebern nicht.

Und damit meine ich nicht das Theater darüber, ob man kranken oder behinderten Geschwistern hilft oder erbkranke Gene eliminiert, etwas worauf sich die Kirche besonders stürzt in ihrer falsch verstandener Moral.

Man vermischt nicht artenübergreifend Gene!!!! (Motte-Kartoffel z.B.) Und man züchtet keine Tier-Menschen oder Menschen-Tiere, wie man es ja vorhat bei Schweinen, um Organe für Transplantationen zu bekommen. Denn DAS bringt Geld und das ist die wahre Absicht dahinter. Beliebt war bislang, z.B. genetisch gedopte Milch für Kranke zu produzieren (mit Medikament schon eingebaut) oder gezüchtete Hühner mit Omega-3-Eiern, das Patentieren ganzer erforschter Gensequenzen des Menschen (als gehörten die irgendjemandem!) um anderen Konkurrenten das Forschen unmöglich zumachen. Bekannt ist auch die Maus, der auf dem Rücken ein menschliches Ohr (aus Zellen) heranwuchs.

Bei Pflanzen hatte man beim Cross-Genetisieren noch weniger Hemmungen, Geld ist alles, Langzeitfolgen für Umwelt und Mensch bedeuten den Gen-Tech-Firmen nichts.

Ob neben Großbritannien noch ein Staat in Europa mitmacht – oder diese Forschungen (und Gelder) versäumt, ist unerheblich. denn die Forschung weicht dann eben nach GB aus.

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Aus Spiegel online, Rubrik Wissenschaft, vom 20.5. 2008, von Jens Lubbadeh: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,554307,00.html 

"Britischer Embryo-Beschluss: Streit um Chimären und Ersatzgeschwister"

Definition "Embryonale Stammzellen" (ES): "Reift eine befruchtete Eizelle zu einer Blastozyste, einem kleinen Zellklumpen, heran, entsteht in deren Inneren eine Masse aus embryonalen Stammzellen. Die noch nicht differenzierten Stammzellen können sich zu jeder Zellart des menschlichen Körpers entwickeln. In Tierversuchen haben sich die Stammzellen bereits in Nerven-, Blut-, Leber- oder Herzmuskelzellen verwandeln lassen. Voraussetzung ist, dass sie zuvor mit geeigneten Wachstumsfaktoren behandelt werden."

Befürchtungen: "Geschwister als Ersatzteillager, Misch-Embryonen aus Mensch und Tier: In Großbritannien sind künftig umstrittene Experimente in der Stammzellenforschung erlaubt. In Deutschland ist ein ähnlicher Beschluss ausgeschlossen, die Bundesregierung ist strikt dagegen." (…)

Das britische Unterhaus hat folgende Entscheidungen getroffen:

  • "Künftig dürfen Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Tieren für die Stammzellenforschung hergestellt werden und daraus sogenannte Chimären-Stammzellen gewonnen werden.
  • Eltern mit einem kranken Kind dürfen mit Hilfe künstlicher Befruchtung ein Geschwisterkind zeugen, das genetisch zum ersten Kind passt und so Gewebe oder Organe spenden kann."

"Zusammen mit Schweden besitzt England nun europaweit gesehen die liberalste Gesetzgebung in der Stammzellenforschung. Die Rechtslage in Deutschland ist wesentlich strikter: Hierzulande ist die Erzeugung menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken untersagt. Auch der Import menschlicher embryonaler Stammzellen ist an strenge Auflagen gebunden…" (…) In Deutschland wurde eine endgültige Entscheidung verschoben.

"Brown ist persönlich betroffen: Sein zwei Jahre alter Sohn leidet an Mukoviszidose, einer Erbkrankheit, die Wissenschaftler ebenfalls mit embryonalen Stammzellen zu behandeln hoffen. (…) 

Für die Herstellung von Chimären-Stammzellen injizieren Forscher den Kern aus der Körperzelle eines Menschen in eine leere Eizelle einer Kuh oder eines Hasen. Mit Stromstößen wird das tierische Ei zur Teilung angeregt und entwickelt sich zu einem frühen Embryo, dem anschließend die begehrten embryonalen Stammzellen entnommen werden können. Das Erbgut der Körperzelle, das teilweise inaktiv ist, wird in der Eizelle reprogrammiert – sodass sich daraus wieder alle Körperzellen entwickeln können. Diese Chimären-Stammzellen bestehen zu 99,9 Prozent aus menschlichem Erbgut und zu 0,1 Prozent aus tierischem." (…)

"Der Grund, warum Forscher tierische statt menschliche Eizellen verwenden möchten: Menschliche Eizellen sind rar, Forscher sind auf freiwillige Spenden von Frauen angewiesen. Ein ethisch heikles Thema, denn Kritiker befürchten einen "Eizellen-Markt", bei dem Frauen für Geld ihre Eizellen an die Forschung verkaufen könnten. Tierische Eizellen hingegen stünden im Gegensatz zu menschlichen unbegrenzt zur Verfügung."

[Anmerkung: Vor allem entstehen durch die genetischen Forschungs-Versuche Unmengen an "Abfall" von erzeugten menschlichen Embryonen!]

"Jürgen Hescheler, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Stammzellenforschung, und seine Kollegen verfolgen einen anderen Weg zur Herstellung von Stammzellen, der nicht die ethisch umstrittene Erzeugung von Embryonen erfordert: in der Reprogrammierung von Körperzellen – mithilfe von Genen. Einem internationalen Forscherteam um Shinya Yamanaka von der Universität Kyoto war dies erstmals gelungen. Yamanaka und seine Kollegen hatten aus Leber- und Magenzellen erstmals sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) erzeugt, die viele Eigenschaften embryonaler Stammzellen aufweisen."

Definition von "induzierte pluripotente Stammzellen" (iPS): "Körperzellen einfach in Stammzellen umprogrammieren – das gelang Forschern nun, indem sie vier bestimmte Steuerungsgene in die Zelle einschleusten. Aus den dabei entstandenen maßgeschneiderten Stammzellen züchteten sie erfolgreich Nerven- und Muskelzellen. Diese Methode wäre nicht nur elegant, sondern auch ethisch unbedenklich, da dabei kein Embryo hergestellt und verbraucht wird. Allerdings ist noch unklar, ob die induzierten Stammzellen wirklich so potent sind wie embryonale Stammzellen." = http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,554307,00.html 

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Immerhin wäre letztere Methode wenigstens ein Fortschritt, bleibt aber noch immer die Verwendung von tierischen Eizellen.

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