„Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.“ – Albert Einstein 

 

Bienenepidemien

Schon 2003 stand es in allen Zeitungen lesbar für alle, die sich interessierten und sich Gedanken machten: das rätselhafte massenhafte Bienensterben. 80%  aller Bienenvölker auf der Welt waren durch die Varroa-Milbe (Varroa destructor) bedroht. In Deutschland starben regional 30-80% der (gesamt) 820 000 Bienenvölker. Dementsprechend hatten die Imker 30-50% Verlust an Honig. Die Varroa-Milbe war bereits 1904 in Neuguinea bekannt und lebten auf der ostasiatischen Honigbiene Apis cerana indica, die sich an sie angepasst hatten. Unsere Honigbienen Apis melifera fielen ihr massenhaft zum Opfer. Der Übertritt nach Europa gelang den Milben durch Einführung der produktiveren westlichen Honigbiene in Asien. 1958 war sie in Japan, 1964 in der Sowjetunion, 1967 in Bulgarien, 1976 in Rumänien. Vermutlich mit dem Import der indischen Honigbiene ins Institut für Bienenkunde der Universität Frankfurt kam sie 1972 nach Deutschland, wo man sie nicht erkannte. Die Milben saugen Blut und fressen die Bienenbrut an, die dann stirbt oder verkrüppelt schlüpft. Vor allem befällt sie Drohnenpuppen. Durch Beseitigung der Drohnenbrut und dem Einsatz von Ameisensäure konnten die Imker die Milbe zumindest im Zaun halten.

Der zweite Übeltäter nennt sich Kaschmir-Virus (KBV), und wurde in den 1980ern von Australien und Neuseeland nach British Columbia (Kanada) eingeschleppt, noch vor der Varroa Milbe, und wurde 1995 in den USA gefunden, wo sie sich wie eine Epidemie ausbreitete, aber nicht ersichtlich war. Die Bienen zeigten vor allem am Anfang keinerlei Symptome. Der  hochansteckende Virus stammte von der Biene Apis cerana aus Asien, die die importierte westliche Biene ansteckte. Fatal wird es, wenn sie mit den Varroa Milben gemeinsam die Bienenbrut befällt. Die Bienen sterben dann im Stock oder vor dem Landungsbrett. Der Virus befällt die Mitochondrien und schwächt die Biene, die fettig und haarlos aussieht.

Leider gibt es auch noch andere andere schwere Bienenkrankheiten, z.B. die bakterielle „American Foulbrood“ (AFB). Die Kolonie erscheint schwach, tote Bienen liegen im Stock und vor dem Landungsbrett, alles riecht faulig, befallen ist auch massiv die Brut, die dunkelfleckig aussieht. Gemeinerweise werden die Bakterien zunehmend Penicillin-resistent. Weniger schwer ist der Befall mit der „European Foulbrood“ (EFB), die noch mit Penicillin behandelbar ist und säuerlich riecht. Die „Chalkbrood Disease“ ist ein Pilz, der die toten Larven, die im Stock und außerhalb liegen, wie weißliche, graue oder schwarze Mumien aussehen läßt. Es gibt kein Gegenmittel, als bestenfalls die Königin zu ersetzen und den befallenen Stockteile zu beseitigen. Gegen den Virus „Sacbrood“ gibt es ebenfalls kein Gegenmittel. Die Larven lösen sich wässerig auf, nur der Hautsack bleibt übrig. Vor allem tritt er auf, wenn das Bienenvolk unter Stress stand. Die hochansteckende „Nosema“ wird von Sporidien bzw. Pilzen ausgelöst und lebt als Parasit im Bienendarm. Dementsprechend sehen befallene Bienen und Stöcke mit Durchfall beschmutzt aus, die Bienen verhungern. Feuchtigkeit, zuwenig Luftzirkulation, Mangelernährung lassen diese Krankheit auftreten. Es gibt Antibiotika dagegen. Und mehrere weitere Krankheitszustände.

 

Colony Collapse Disorder (CCD)

Was  in den letzten Jahren (bis 2007) weltweit beobachtet worden ist, (auch in China z.B. oder Brasilien,) ist jedoch ein massives und in dieser Form bis jetzt noch immer unerklärliches Bienensterben. Die Völker brachen zusammen ohne vorausgehende Krankheitssymptomatik, es fehlten plötzlich alle erwachsenen Bienen im Stock außer die Larven, ganz junge Bienen, die Königin sowie Honig und Pollen. Die Bienen flogen einfach normal aus den Stock und kehrten nie wieder zurück, es gab nirgendwo tote Bienen zu finden. Im Winter 2006/2007 breitete sich CCD über die Hälfte der US-Bundesstaaten aus und führte zum Verlust von mindestens 60-700% aller Völker. Da die Bienen unbedingt zur Bestäubung von Obstbäumen, Beerenarten, Gewürzpflanzen, Gurken, Mandeln bis Sojabohnen, Gemüse, natürlich Wildpflanzen oder tierische Futterpflanzen wie Klee erforderlich sind, befürchtete man 2007 in der Folge neben Milliarden-Verlusten (bis zu 15 Mrd. Dollar in den USA) durch Ernteausfälle eine gravierende Lebensmittelknappheit und Verteuerung für 2007/2008.

Andere Insekten wie Hummeln oder Wespen oder der Wind können nur gewisse Pflanzen, also nicht alle, befruchten. Die westliche nach Amerika importierte Honigbiene hat alle einheimischen Bestäubungskonkurrenten zurückdrängt. Westliche importierte Bienen für nach America importierte Früchte und Gemüse! In Deutschland benötigen 87 von 115 der wichtigsten Obst-, Gemüse-, Gewürz- und Ölpflanzen Bienen zur Bestäubung. Reis, Mais und Weizen gehören glücklicherweise nicht dazu.

Österreich wurde wie Deutschland oder Spanien erwischt, allein in der Steiermark sind 200 von 3400 Völker verschwunden. Ursache unbekannt. Da es zur Baumblüte passierte, verdächtigte man Insektizide. Aber es verschwanden auch Bienen dort, wo es keinen Obstbau gab.

Als Ursache der CCD vermutete man neben Krankheitserregern und Varroa Milbe immer wieder auch Pestizide, Chemikalien, Gentechnik bis hin zu Handymastenstrahlung, Mikrowellen, diverse elektromagnetische Frequenzen Oder waren doch Wettereinflüsse und Sonnenanomalien (in letzter Zeit) schuld? (Bienen orientieren sich auch am Lichteinfall – ändert sich da was, finden sie nicht mehr zurück.) Man kann sich nur schwer vorstellen, dass eine Epidemie so massive Folgen haben kann. Man überlegte sich auch, ob eine Mangelernährung oder Fehlernährung neben Nahrungsmangel, Dürre, Klimaveränderung oder Stress mit schuld sein kann. Man behauptete nun z.B., dass  Maissirup ungeeignet zur Winterfütterung sei. Es gibt aber bis heute keine Belege für einen Zusammenhang mit CCD.  Stress wäre auch die Tatsache,  dass Bienenvölker zu hunderten Stöcken gehalten werden, die in den USA durch Wanderimker zu reinen Monokultur-Plantagen gebracht werden und daher sich viel zu einseitig ernähren. Der Honig aus den Monokulturen ist unverkäuflich, weil mit Pestiziden und Antibiotika verseucht.

Umweltschützer vermuten Pestizide (die Insektizide, Nervengift, darstellen) als Ursache, z.B. das von Bayer vertriebene Produkt „Gaucho“. Die Gifte könnten sich in Pollen, Nektar und Honig angereichert haben und wenn das vergiftete Futter dann später vom Volk verzehrt wird, könnten toxische Nervensymptome wie Verwirrung, Orientierungslosigkeit, Nervenschädigungen usw. auftreten. Normalerweise wird Honig nicht an junge Larven und Bienen verfüttert, weil sie der Imker durch Zuckerwasser und Sirup ersetzt. Und genau diese, Königin und Nahrungsvorräte  sind nicht verschwunden. (Wohl aber behaupten einige Forscher, seien diese Zurückgelassenen so geschwächt als litten sie an mehreren Krankheiten gleichzeitig – oder an einer Immunschwäche.) Vergiftete flugfähige ältere Bienen schaffen jedenfalls den Weg nicht mehr nach Hause und sterben irgendwo. In Frankreich ist Gaucho seit 1999 verboten, obwohl für Konsumenten theoretisch unschädlich. Das Insektizid Imidacloprid wurde in Frankreich als Bienengift erkannt und verboten – im restlichen Europa und in den USA wird es munter weiter verwendet. Neuere Pestizide verwenden das Nervengift Nikotin, das ebenfalls für Insekten toxisch ist. Aber auch die zu vielen Antibiotika und Akarizide gegen die Varroa-Milbe könnten die Ursache sein.  Oder aber das Toxin des Bacillus thuringiensis (Bt) u.a. in den gentechnisch veränderten Mais- , Tabak- und Baumwollsorten. Bt aus gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) schwächt die Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger wie z.B. Nosemose apis. Zu den toxischen Giften gehören auch viele Holzschutzmittel.

Nicht zu vergessen ist, dass die Amerikaner gern und sorglos Insektensprays, Pestizide und Fungizide versprühen, selbst aus der Luft mit Flugzeugen, z.B. gegen die aus dem Süden vordringenden mit Malaria u.a. verseuchten Moskitos. Dazu kommen anderswo Blei oder Feinstaub von dem Autoverkehr zum Giftcocktail… In Deutschland zwar verboten, aber in anderen Ländern (Übersee) noch durchaus im Gebrauch ist das toxische Spritzmittel E 605.

Vom Massensterben sind nicht nur die Bienen betroffen, sondern auch viele andere Insektengattungen, nur dass die kaum einer vermißt.

Manche Forscher sehen einen Immundefekt (ähnlich AIDS) als Ursache, verursacht durch die fatale Kombination von Varroa-Milben mit anderen Krankheiten wie Faulbrut, Nosemose (vernichtete spanische Bienenvölker ähnlich wie CCD), den „Israel Acute Paralysis-Virus“ (IAPV), oder den „Deformed Wing Virus“ und anderen (oben beschrieben).

 

Mikrowellen und Frequenzen

2005 wurden von der Arbeitsgruppe Bildungsinformatik schnurlose DECT-Telefone in die Böden von Imkerstöcken eingebaut, um den Einfluss von geringer elektromagnetischer Strahlung (unterhalb der thermischen Wirkung) auf Bienen zu untersuchen, und ob Bienen als Bioindikatoren für diese Stahlung geeignet wären. Die DECT-Technik ist in etwa mit der Mobilfunktechnik vergleichbar. Er muss Resultate gehabt haben, denn man hörte nichts mehr davon, obwohl die erste Presse diese Studie genau als Beweis für eine Ursache von CCD heranzogen…  Und dann hörte man nichts mehr davon. Als wäre die Studie nie erfolgt. Beim deutschen  Wikipedia steht, dass Mobilfunk ja wohl keine Ursache sein kann, da die Strahlungsenergie mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt und die Stöcke gewöhnlich im ländlichen Raum aufgestellt werden. Vom Land sind die Stationen aber kilometerweit entfernt.

Es wird nur vergessen dazuzufügen, dass jedes Handy mittlerweile diese Frequenzen überall empfangen kann, sogar in Übersee. Man ignoriert etwas und WILL es gar nicht untersuchen, genauso wenig wie die Tatsache, dass Wale durch die militärischen U-Boote und ihr Radar soweit verwirrt werden, dass sie an Land schwimmen und nicht mehr ins Meer zurückfinden. Oder die Sache mit den niederfrequenten Tönen. Man ignoriert auch bewusst die massive Bestrahlung mit Mikrowellen durch das Militär (US-Abfangjäger benützen sie zu Aufklärungsmissionen, und im Inland oder vom Weltraum aus zum Ausspionieren von Gebäuden.) Man ignoriert auch die Frequenzen von Funk, Rundfunk, Satelliten. Man ignoriert Untersuchungen bezüglich der Einflüsse von Wetter, Sonnenflecken und dem besorgniserregenden Schwinden des Erdmagnetfeldes auf Tier- und Pflanzenwelt. Und wir wissen, dass die Bush-Administration absichtlich Forschungsergebnisse von Institutionen und Universitäten, die auf die Dringlichkeit von Umweltschutz hinwiesen, unterdrückt hat, und das Leben von aufmüpfigen Forschern und Medien sehr schwer gemacht hat. Wie es im Senat mehr als getadelt wurde, als dort die Demokraten endlich die Mehrheit zurückgewannen. Letztlich ignoriert man auch geflisslich, dass in der Nähe von angeblich  sicheren Atomkraftwerken in Deutschland mit Strahlung unter den „Grenzrichtwerten“  3x so viele Kinder an Krebs erkranken als es statistisch sein sollten. Ohne dass man es wissenschaftlich erklären könnte. Oder, vielleicht könnte man es – wenn man es wollte. Man schweigt darüber als würde es sich um die mit Uran angereicherten (gehärteten) US-Waffengeschossmäntel handeln, die die betreffenden bedienenden Soldaten und die Landschaften, auf dem sie fallen, strahlungskrank machen.

Und: nur weil Menschen nicht vergiftet werden, etwas nicht  sehen, riechen, hören, fühlen können, trifft das nicht automatisch auf alle anderen Lebewesen dieser Welt zu. Dazu gehört z.B. auch Elektrosmog. Wir interessieren uns nur für Dinge, die für den Menschen schädlich sind, bestenfalls, wenn Rücksicht keine finanziellen Verluste macht.

 

Die Situation 2008

Offenbar hat sich in Deutschland bislang die Zahl der Verluste durch den Winter auf 8% eingependelt, was im normalen Rahmen liegt.  Aber, Frühling und Sommer kommen ja noch. Die Lebensmittelknappheit (Getreide, Reis, Mais, Öl) und die allgemeine Teuerung sind jedenfalls bereits hier, und das weltweit. So oder so.

Der neue Tenor bei Bienenforschern besagt, dass Bienen, die ihr Ende erkennen, wegfliegen,  um den Stock zu entlasten und zu retten. Andernfalls würden kranke Artgenossen aus dem Stock geprügelt.  Stressfaktoren wie Krankheitserreger, Parasiten, Pilze, Monokulturen, Haltungsbedingungen usw. schwächten die Bienenvölker. Die Bestäubungskatastrophe in den USA (Kalifornien) ist offenbar ausgeblieben, auch weil die Bestäubungsprämien verdoppelt und verdreifacht wurden. Die Waldbrände in den alten Naturschutzgebieten der Sequoia-Bäumen in Kalifornien durch Grundstücksspekulanten und Holzfällerfirmen blieben hingegen leider nicht aus.

Überall haben Bienenzüchter voller Angst neue Stöcke nachgezüchtet, z.T. auch unter Import von widerstandsfähigeren russischen und australischen Bienen. Das schlägt sich jedenfalls in der Statistik nieder. Längst werden Königinnen, sogar ganze Bienenstöcke per Paket weltweit verschickt. Für die Wanderimker der Monokulturplantagen ist der Honig uninteressant und unerwünscht. Viele US-Imker verzichten auf eine Überwinterung der Stöcke und lassen die Völker im Winter einfach sterben. Mästen aber im Frühjahr die Stöcke mit Fruchtzuckersirup, um genug Bienen für die Obst- und Mandelblüten in den Monokulturen zu haben.

Die Zukunft wird es zeigen.

 

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Neue aussterbende Gattung weltweit dank Globalisierung und internationale Reisen und Transporte sind die Echsen, Frösche, Unken und Reptilien. Auch hier wütet eine unaufhaltsame eingeschleppte Epidemie. Man schätzt, dass binnen ein paar Jahre ca. 90% aussterben werden.

 

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Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bienensterben

„Forscher rätseln über Bienensterben“, Artikel von Wilhelm Irsch. – In:  www.welt.de/print-welt/article690570/Forscher_raetseln_ueber_Bienensterben.html , Welt online, 25.4.2003

„Mysteriöser Massentod:  Bienensterben könnte Lebensmittelkrise auslösen“, Artikel  (mbe/AP). – In: www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,480748,00.html , Spiegel online, 3. 5. 2007

„Der Milliardenkollaps“, Artikel  von Jennifer Lachmann/New York. – In:  www.zeit.de/online/2007/16/bienensterben-usa ,Zeit online, 17.4. 2007

„Die Biene, das Geld und der Tod“, Artikel  von  Hans Schuh. – In:  www.zeit.de/2007/22/Bienen?page=1, Die Zeit, 24.5.2007, Nr. 22

„Mysteriöses Bienensterben in Deutschland möglich“, Artikel von Angelika Bruder. – In: www.welt.de/wissenschaft/article955660/Mysterioeses_Bienensterben_in_Deutschland_moeglich.html , Wellt online, 18. 6. 2007

„Das spurlose Sterben.  Rätselhafter Exodus der Bienen“, Artikel von Petra Steinberger . – In: www.sueddeutsche.de, Süddeutsche Zeitung, 12.3.2007

Nordamerika: „Rätselhaftes Bienensterben“, Artikel von Horst Rademacher/San Francisco. – In: www.faz.net/s/Rub9FAE69CECEA948EAAFE2806B54BF78AA/Doc~EF0B5C46672194FA0ABD44D60A61EB1EC~ATpl~Ecommon~Scontent.html , Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.5.2007, Nr. 106, Seite 1

„Rätselhaftes Bienensterben“, Artikel von Andrea Niemann,-  In: http://derstandard.at/?url=/?id=2890706m , derStandard.at, Sparte „Gesundheit“, 23.5.2007

„Das Schweigen der Bienen“, Dokumentation 2008. – TV-Ausstrahlung von National Geographic, 22. 4. 2008.

„Honeybee Disease Detection“, www.agf.gov.bc.ca/apiculture/factsheets/205_disdetect.htm ,  Apiculture Factsheet #205, Government of British Columbia, February 2007

„Kashmir Bee Virus. Background“, www.agf.gov.bc.ca/apiculture/factsheets/230_kashmir.htm , Apiculture Factsheet #230, Government of British Columbia, April 2007

 

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