I. Menschliches Bewusstsein und die Grenzen des Verständnisses

 

 

Sind wir in der Lage, außerirdische, überirdische oder vollkommen von uns unterschiedliche Lebensformen überhaupt als solche zu erkennen? Sie zu akzeptieren? Sie nicht zu be­kämpfen?

 

Unsere Sinne, unsere materielle Erinnerung, alles was wir in der Schule lernen, unser Hirn, unser Verständnis – ist nur auf diese Welt und unsere bisherige Entwicklung zugeschnitten. Und gleich nach unseren biologischen Beschränkungen kommen die, die uns die jeweilige Kultur und Religion anerzogen hat (sofern wir uns davon beschränken lassen). Ich würde auf alle Fälle sagen, nicht nur würden „wir“ – das heißt, so gut wie alle Menschen – außerirdi­sches Leben nicht als solches erkennen (wenn es unserem nicht ähnelt) oder nicht wahr­nehmen. Nein, das gilt auch für alles WISSEN: wir würden auch Wissen in ähnlicher Weise ignorieren, übersehen, verwerfen. Wenn der Wissenserwerb beschränkt ist, dann ist es auch unser Wissen von allem und jedem. Geistige Entwicklung und Wissenserwerb gehen Hand in Hand.

 

 

Bewusstsein und reflexive Selbsterkenntnis

 

Muss nun ein höheres Wesen – und nur ein solches würde von uns als ebenbürtig akzeptiert werden – unbedingt die Fähigkeit zur rationalen Selbsterkenntnis besitzen?

 

Der Mensch hält sich für die Krone der Schöpfung, weil er ein bewusstes Sein ist, ein sich selbst bewusstes Sein, das zwischen sich und andere unterscheiden kann und über sich selbst reflektieren kann. Er missachtet Tiere, weil sie nicht abstrakt über sich selbst reflektie­ren können. Obwohl – wozu sollten Tiere denn rationale Intelligenz besitzen? Zum Überle­ben haben sie Zähne, Klauen und Fell. Wir schwachen nackten Wesen haben dafür das Ge­hirn entwickelt, welches eigentlich nur eine andere Form der Überlebensstrategie der Natur ist. Ist da Stolz wirklich so sehr angebracht?

 

Jedenfalls sind die Menschen stolz auf die Fähigkeiten der Abstraktion, der Planung, der Logik und der Selbsterkenntnis. Sie ermöglichte als Weiterentwicklung die Entwicklung einer abstrakten Sprache, von abstraktem Denken, und von Kultur. Als Zeichen des Selbsterken­nens eines Tiers – der Mindestforderung von Forschern für Intelligenz – gilt der Test mit dem Spiegel: versteht das Tier, dass diese Reflexion im Glas kein Artgenosse ist, sondern das Tier selbst als Spiegelbild?

 

Dabei gibt es höhere Tierarten, die ebensolche Anzeichen von Selbsterkennens zeigen: Del­fine, Bonobos, z.T. Elefanten, mitunter einzelne Exemplare von besonders intelligenten Haustieren… Wobei man längst nicht alle Tierarten ausgetestet hat. Alle Elsternvögel (z.B. auch Raben) und auch Papageien lieben Spiegel… Menschliche Kleinkinder erkennen sich im Spiegel so mit 1-2 Jahren als eigene Person.

Womit der Test mit dem Spiegel oder mit Filmaufnahmen ja nur EINE Möglichkeit darstellen (unter vielen denkbaren), um höhere intellektuelle Fähigkeiten wie die geistige Fähigkeit, zu abstrahieren, herauszufinden.


Vollkommen unberücksichtigt sind bei solchen Überlegungen kollektive Intelligenzformen.

 

 

Kollektive Intelligenzformen – das Stiefkind der Forschung

 

Gemeinsam hat man bessere Überlebenschancen auf dieser Welt. Vogelschwärme oder Fischschwärme nehmen darum instinktiv die Haltung und das Gebaren eines Kollektivs ein, z.B. um Feinde oder Umweltwidrigkeiten zu überwinden. Noch interessanter ist die Arbeits­teilung und Spezialisierung der Teile eines Kollektivs, was eine Einsparung von Energie be­deutet, die in die Spezialisierung der Teile zum besseren Überleben des Ganzen gesteckt werden kann.

 

Eine einzelne Ameise an sich ist ein herumlaufender Zellhaufen, aber als Kollektiv handelt der Ameisenhaufen intelligent. Der Mensch selbst ist auch nur ein organisierter Zellhaufen, genauer gesagt ein als Organismus verbundener Zellhaufen aus spezialisierten Zellen (= Organe, Fleisch, Haar, Nerven, etc…). Der "Mensch" als irdische Person ist die Summe sei­ner Zellen, eine "Zellenkollektiv-Intelligenz". Wobei hier eindeutig das Sprichwort gilt: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ Das Ganze ergibt nämlich etwas Höheres, et­was auf einer anderen Ebene Angesiedeltes.
Kann ein Wald somit als Kollektiv in Summe ein Bewusstsein haben? Kann ein See in Summe ein Bewusstsein haben? In der Esoterik könnte man den „Elementargeist“ als "kol­lektives Bewusstsein des Waldes, oder Sees, oder Berges" etc. beschreiben. (Die Esoterik akzeptiert kollektive Intelligenzformen. Die Wissenschaft bislang nicht. Genau so wenig wie die Wissenschaft bislang kollektive psychische Bereiche und ihre Einflüsse auf das Indivi­duum untersucht.)

Interessant wird es, wenn Menschen als Kollektiv auftreten, z.B. in Massenveranstaltungen, bei Massenpanik usw. Im Kollektiv verspürt der Mensch den absoluten Zwang, wie die Herde zu reagieren. Sein kritischer Verstand (= Großhirn, Frontalhirn) wird in der Masse runterge­schraubt (oder bekommt überhaupt ein Black-out), und er reagiert und fühlt wieder weit mehr instinktiv als Kreatur. Er reagiert und fühlt als Kollektiv, aber auf einer primitiveren, eigentlich überwundenen Ebene. Hinterher, wenn der Verstand (des Großhirns) wieder anspringt, weiß man nicht, wieso man so reagiert hat…

Die Nazis haben das ausgenutzt, indem sie die Menschen zu Massen (auch noch nachts mit Fackeln) einmarschieren und Aufstellung nehmen ließen, und dann ihre Reden gehalten haben. Man musste da schon einen sehr ausgeprägten Willen haben, um davon nicht als Teil des Kollektivs mitgerissen zu werden, sondern seinen kritischen Verstand zu bewahren. Die meisten haben so einen Willen nicht.

In diesem Sinne ist der einzelne Mensch ein Individuum ein Wesen, ein Sein, eine Seele, welches fühlt und begreift, dass es als Kollektiv und gleichzeitig als eigenständiges Indivi­duum existiert. Kollektiv-seelische Intelligenz. Ein Individuum, welches zugleich ein Gehirn (Verstand) besitzt, welches über sich selbst abstrakt nachdenkt. Rationale Intelligenz. Hier Leben, Seele, Bewusstsein – da Verstand, Ratio, Gehirn. Und das gesamte Trachten der Moderne geht dahin, hin und her gerissen, die Ratio und Logik zur Herrschaft zu bringen. Über-Ich gegen Es. Feuer gegen Wasser. Licht gegen Dunkelheit.

 

Gleichzeitig ist der Mensch ein Teil eines höheren Kollektivs, einer „Monade“, nämlich der Menschheit. Eine durch etwas (z.B. durch gemeinsame Biologie, Herkunft, Gefühle, Interes­sen, Ziele…) vereinte größere Gruppe besitzt ein gewisses Maß an eigenem (kollektivem) Bewusstsein ("Egregore" genannt).  Somit auch als eine Organisation, ein Volk, oder als die Menschheit gesamt. Es mag jeder selbst schlussfolgern, wie groß diese jeweilige Kollektiv­intelligenz wohl sein mag. Und welchen Regeln und Gesetzen sie folgt. Es gibt – ja wirklich – Wissenschaftler, die jedenfalls „Gaia“, der Erde inklusiver aller Lebensformen darauf, eine gewisse Kollektivintelligenz zuschreiben. Die Esoterik, die Astrologie  führt das fort und schreibt auch der Sonne und den Sternen Kollektive Intelligenz und damit ein gewisses Maß an Bewusstsein (bewusstes Sein) zu.

 

Aber kann eine kollektive Intelligenz auch selbst-bewusst sein, das heißt, sich seiner als Existenzform selbst bewusst sein? Über sich selbst reflektieren?

 

 

Göttliche Zwillinge: geistige Reflexion und Ausstrahlung

 

Und mit der obigen letzten Frage sind wir wieder bei der ursprünglichen Frage angelangt: Hat man nur dann ein von Menschen akzeptiertes, menschenähnliches Bewusstsein, wenn man über sich selbst abstrakt reflektieren kann? Hat man nur dann eine echte, göttliche „Seele“? Und  nicht nur „irgendwas Tierisches“? Oder wären wir tatsächlich auch geistig in der Lage, andere Lebensformen, die völlig verschieden von der unseren sind, also auch voll­kommen verschieden von unserer Ratio, zu verstehen und als ebenbürtig und damit schüt­zenswert zu akzeptieren? Kann der Mensch sich auch mal von seiner erworbenen „Denke“ emanzipieren und abstrahieren? Kann er sich so etwas überhaupt vorstellen?

 

Bei den Tieren sind wir mehrheitlich nicht dazu imstande; und wohl damit auch nicht, andere Lebensformen, die so völlig von uns verschieden sind, überhaupt zu entdecken. Das Univer­sum könnte voll davon sein, wir wären gänzlich blind. Zuerst müssen wir uns vorstellen und aktiv denken können, – um dann auch passiv wahrzunehmen, zu sehen.

 

Tja, wir erkennen unser Spiegelbild im Spiegel. Einem Spiegel aus das Licht reflektierende Material. Ein perfekter glatter Spiegel reflektiert perfekt. Ist der Spiegel verformt, ist es auch das Abbild, das über die Wahrnehmung  der reflektierten Lichtphotonen (über die Augen) in unserem Kopf entsteht. So wie der Mensch als „Krone der Schöpfung“ beschaffen ist, ist er imstande das zu erkennen, zu verstehen und zu berechnen.

 

Er versteht das physikalische Prinzip der Spiegelung – ein Teil der auftreffenden Energie wird vom Material aufgenommen, zu diesem addiert, hinzugefügt als „Adsumption“ bzw. (la­teinisch) „Assumption“. Das Material wird dadurch aufgeladen und warm, weil sich das Ener­giepotential erhöht. Der Rest der Energie wird reflektiert. Und bildet, von uns wahrgenom­men, Farben, Spiegelbilder und Lichter.

 

Doch die ganze Welt besteht aus ausgestrahltem und reflektiertem „Licht“ in den verschie­densten  Frequenzen. Adsumption und Reflexion als Folge einer ersten Ausstrahlung, in der die erlebten Dinge wieder selbst ausstrahlen, und so fort. Erkennen wir unser inneres Spie­gelbild auch in einem größeren abstrakten Zusammenhang, nämlich im Spiegel der Welt?

 

Oder, anders gefragt: kann ein Kollektiv – über ein Teilchen – sich selbst erkennen und be­trachten?

 

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Assumption, nur zur Vollständigkeit halber, ist die katholisch-religiöse Bezeichnung für „Himmelfahrt“, wenn der Körper alles Licht aufnimmt, vollkommen erleuchtet wird, zu Licht wird und darum nichts reflektiert und aus diesem materiellen Bereich entschwindet…

 

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Was haben Feuer und Wasser gemeinsam? H – H – H- H – Ha – ha – ha- ha – a – a – a – a  hört man das Universum lachen. Alles eins.

 

 

 

 

II. Lebendiges Wasser?  – „Solaris“ – Kampf von Feuer und Wasser

 

 

Ich komme auf die Frage aus dem 1. Teil zurück: Sind wir geistig in der Lage, ungewöhnliche Lebensformen zu akzeptieren? Überhaupt als Lebensform wahrzunehmen?

 

Könnten wir atomare Bausteine wie etwa Quarks bis Elektronen, könnten wir Wasserstoff (und Helium als atomare Grundsubstanz des Universums, auf das alle anderen Elemente aufbauen,) als bewusstseinsfähige Lebensform überhaupt akzeptie­ren? (Wäre die Folgerung dann nicht, dass Materie ebenfalls…?)

 

Wenn ja: Ist uns eigentlich bewusst, dass wir mit der Umweltverschmutzung die Natur umbringen? Dass wir unseren eigenen Ozean ermorden (mit Atombombentests, Giften, durch unsere eigenen Gedanken)? Regen, Seen, Flüsse, Meere – alles wird vergiftet. Wir selbst bestehen zum Großteil aus Wasser und schwingen mit Wasser mit, was u.a. auch die Liebe zu Wasser erklärt. In all unseren Körperbahnen zirkuliert Flüssigkeit. Wasser verbindet uns überall mit dem Meer und den Wolken. Wenn wir das Große umbringen, das Meer, dann brin­gen wir etwas in uns um, in unserem Unterbewusstsein.

 

Wasser wäre genauso als ein Körper für wasserhaftes Bewusstsein (=Energie) zu verstehen, wie unser materieller Körper für unser menschliches Bewusstsein. Skeptiker mögen sagen: wäre der Körper (hier: das Wasser) das Ausschlagge­bende, würde dem wohl so etwas wie organisierte Zellen oder Verbindungen fehlen. Wirklich? Ist es nicht vielmehr so, daß unsere Haut, unsere Adern und unsere Organe bis hin zu unserem Hirn diese freien, aber rhythmishen Meeresströme nachvollziehen? Und wir zu bis 75 Prozent aus Wasser bestehen?

 

Wasser ist vor allem ein Träger für aufgenommene Energie. Die Meere sorgen für gemäßigte Klimazonen. Die Frage ist, die wir uns hier stellen – besitzt Wasser ein (sich selbst) bewusstes Sein/ Bewusstsein, oder nur (ein "unbewusstes") Sein, nur eine kollektive Existenz? – Auf alle Fälle reagiert Wasser auf "Gedankenübertragung", weil Gedanken auch nur eine Art Energie (= „Bewusstseinsfeld“) ist. Kann Wasser womöglich selbst kommunizieren? Und wenn, – würden wir es je erfahren?

 

 

Die vier symbolischen Elemente (der Welt)

 

Es gibt ja in der Esoterik die Tradition, Wasser als Symbol für Bewusstsein zu verwenden, vor allem für das entwicklungsgeschichtlich ältere Unterbewusstsein. (Ein anderes Symbol wäre der Mond, der die Ge­zeiten der Meere beherrscht. Der Mond steht symbolisch für Nacht und für Gefühle.) Wie wir im ersten Teil ausführten, kann man das Wasser als Symbol für die kollektive Intelligenz, für Bewusstsein aufgefasst werden. Wasser kann Energien aller Art aufnehmen (kennen wir aus der Homöopathie, siehe http://www.h2ovital.de/Wissenschaftliches.htm ). Und Wasser reagiert empfindlich auf Gifte, Strahlung und negative Gedanken (s. Versuche von Masaru Emoto, z.B. http://www.youtube.com/watch?v=ywkQcxkuKvs ). Wasser wurde oft mit einer Art silbrigen „Spiegel“ vergleichen; ein Spiegel, der das Licht, was nicht aufgenommen wird,  reflektiert.

 

Wir wissen, dass sich aus dem für das Überleben wichtige Ge­ruchshirn der Säuger unsere Großhirn entwickelt hat, vor allem das Frontalhirn hinter unserer Stirn, und wir vergleichen sozusagen gerne unser logisches abstraktes Denken, unsere Ratio symbolisch mit der Sonne (= brennender, leuchtender Wasserstoff). Wir denken sozusagen „beschnüffelnd“, bewertend, abschätzend. Ob wir das abgeschätzte Ding denn wohl irgendwie konsumieren oder davon profitieren könnten.

 

Das Symbol für Instinkte und Triebe in uns wäre das Feuer, die feurige Energie, die Libido. So wird aus dem Wasser des kollektiven Unterbewusstseins das Feuer und aus dem Feuer wird das menschliche Denkvermögen (symbolisch „Luft“) und das Licht der abstrakten logischen Erkenntis, die abstrakte erfassende Intelligenz ( womit wir alle symolischen vier Elemente zusammen hätten.)

 

Wir haben einerseits das Wasser des Lebens, das Bewusstsein und Unterbewusstsein, welches durch feurige Energie erhitzt und aufgewühlt wird. Und dann haben wir das Licht, z.B. das Licht der Sonne und der Sterne, symbolisch stellvertretend für Kenntnis, Sicht, Erkenntnis, Weisheit, Verständnis, Verstand, Denken. Ein Licht, welches erst durch den Wasserstoff (Wasser, das dunkle, Unbewusste) genährt und erweitert wird. Wir wissen, dass sich aus dem Ge­ruchshirn der Säuger unsere Großhirn entwickelt hat, und wir vergleichen sozusagen unsere Ratio gerne mit der Sonne (= brennender, leuchtender Wasserstoff). Ein Zusammenhang, den man bei Gelegenheit mal durchdenken sollte.

 

 

Solaris

 

Stanislaw Lem schrieb 1961 seinen SF-Roman "Solaris", der bereits 2x verfilmt worden ist. Solaris = lat. Adjektiv von Sol, = Sonne.

Kurz zusammengefasst: Der Psychologe Kelvin kommt zu der Forschungsstation "Solaris", welches über einem fernen Planeten mit viel Wasser kreist. Die Crew verhält sich äußerst merkwürdig. Of­fenbar sind auch andere Gestalten auf dem Schiff. Es zeigt sich, dass sich aus den ver­drängten Erinnerungen des Unterbewusstseins der Crewmitglieder heraus sich Gestalten manifestieren, die ihren jeweiligen Urheber auf Schritt und Tritt verfolgen und offenbar unzerstörbar sind: ein verstorbenes Kind, eine Ehefrau die sich das Leben nahm usw. Sie reagieren ab­solut menschlich, aber die Leute können ihre Anwesenheit psychisch nicht ertragen und versuchen mit allen Mitteln, sie loszuwerden, um nicht selbst durchzudrehen. Doch vergeblich.

 

Das tragische daran ist, dass das Wasser des Planeten offenbar eine Art Bewusstsein be­sitzt und in dieser (ungeeigneten) Weise versucht, mit den Menschen Kontakt aufzunehmen. Die Menschen sind aber unfähig, Wasser als bewusstseinsfähig zu begreifen, d.h. eine au­ßerirdische Lebensform die ganz anders ist als sie selbst, zu akzeptieren.

 

Auszug aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Solaris_%28Roman%29
"Die anderen beiden Forscher, Snaut und Sartorius, entwickeln einen Plan, wie die vom Ozean geschaffenen „Gäste“ beseitigt werden können.
Durch eine physikalische Reaktion hoffen die beiden, die Struktur der „Gäste“ zerstören zu können. Als Kelvin davon hört, ver­sucht er, diesen Plan zu sabotieren. Anfangs gelingt ihm das auch. Stattdessen führen die drei Forscher einige andere Experimente durch: so werden etwa Kelvins Gehirnströme per harter Strahlung auf den Ozean auf Solaris abgeschossen – jedoch vorerst ohne erkennbare Reaktion.(…)

 

Kelvin erkennt am nächsten Morgen, dass alle Gäste zerstört wurden und – aufgrund einer nicht genauer geklärten Reaktion des Ozeans auf die vorhergegangenen Strahlenexperi­mente – auch nicht mehr wiederkommen.

 

Am Ende des Buches unternimmt Kelvin seine erste Reise auf solarischen „Boden“. Er ver­lässt die Raumstation mit einem kleinen Schiff und besucht den Ozean. Er verbringt Stunden an seiner Brandung, beobachtet ihn und versucht, ihn zu berühren. Dieses Erlebnis beein­druckt ihn sehr."

Nichts desto trotz scheinen die rationalen „sonnenhaften“ Forscher das (unbewusst lebende) Wasser schwer geschädigt oder sogar getötet zu haben, weil es nicht mehr reagiert. Sie zerstören das Wasser des Planeten mit Strahlung, brechen es, ver­leugnen es, wie sie ihr eigenes Unterbewusstsein verleugnen. Die Zerstörung des Wassers mit Stahlung ist auch symbolisch zu verstehen: haben sie das fremde Leben, wenn man die Szene symbolisch liest, durchleuchtet, untersucht, analysiert? Das heißt, haben sie symbolisch ihre eigenen Schattenseiten mit Licht durchleuchtet, bewußt gemacht und überwunden und darum sind ihre inneren Gespenster ebenfalls verschwunden?

 

Wie gefährlich ist es, in den inneren Spiegel zu sehen? Der Spiegel, der Störer, unser Widersacher – wird immer bekämpft. Denn der Blick in den Spiegel zeigt unsere unbewussten Ängste und Unvollkommenheiten. Er ist aber nicht deren Ursa­che, sondern er zeigt uns nur das Ergebnis von verkehrten Zuständen. So haben die Leute aus der Forschungsstation den Spie­gel "Wasser" zerstört, aber damit nicht die Ursache (ihre inneren Probleme) behoben. (Der Held Kelvin – eine Temperaturangabe übrigends – ist nicht umsonst Psychologe.) Es ist immer leichter, den Spiegel (als den vermeintlichen den Feind) zu vernichten als die Ursache (z.B. die Fehlentwicklung) zu be­heben. Es ist leichter, die eigenen Mängel und Zweifel auf andere zu projezieren als sie an sich auszukurieren.

 

 

Aufklärer und Barbaren als zwei Seiten einer Medaille

 

Das Gegenteil im Hinblick von Toleranz und echtem Verstehen ist das Motto der großbürgerlichen Aufklärer (Illuminaten, von lat. „Illumination“, das Zeitalter der Aufklärung): nieder mit der irratio­nalen weibischen Nacht und dem wankelmütigen Mond, es lebe hoch die männlich-ernste Sonne und die Rationalität (siehe „Die Zauberflöte“ von Mozart!) Und vor allem sollte der aufgeklärte Mensch auch seine tierische Natur bezwingen und zivilisieren. So wird es im 18. Und 19. Jahrhundert zur Pflicht, die Barbaren zu „zivilisieren“ und ihnen das Denken beizubringen… die Bildung… die Zucht. Statt Müssiggang steht Fleiß und und Arbeit rund um die Uhr auf dem Programm. Zumindest für die Unterschichten.

 

Wir treiben uns durch Erziehung und Bildung die Gefühle und die Ethik aus, rebellieren ein wenig gegen die erwachsene Logik und Leistungsforderungen als Jugendliche und laufen als organische graue perfekte Maschinen durch die Gegend. Die Natur ist unser Feind, es lebe Technik, Asphalt und Beton. Ja, dem einen oder anderen setzt zeitweise das Herz aus, wenn er daran denkt – also wird es vermieden, nachzudenken. So geht es bis zum heutigen Tag, und schreitet immer weiter fort. Eine Seuche, ein Brand, eine innere Atombombe, die vor sich hinglost..

 

Was ist wirklich wichtiger für jeden von uns – Tag oder Nacht, Sonne oder Mond, Licht (Ratio, Verstand) oder Leben (Gefühl, Seele, Bewusstsein)? Benötigt der Mensch sein Unterbewusstsein, oder darf er seine (ätherische und astrale) Seele ruhig zugunsten seines sonnigen "Geistes" zerstören? Ich denke, wir sind duale Wesen, wir benötigen beides – feuriges Wasser, wässriges Feuer.

 

 

 

 

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