Ich beziehe mich auf derStandard.at vom 14. September 2007, Rubrik Wissenschaft/Welt, in der Printausgabe DER STANDARD 15./16.9.07:
 
"UN-Resolution will Urvölker schützen"
 
Die UNO in New York erteilte den Urvölkern erstmals das Recht auf Selbstbestimmung inkl. Zugriff auf Bodenschätze auf ihrem Territorium, Schutz vor Diskriminierung und den Anspruch auf Wiedergutmachungszahlungen bzw. Entschädigungen. Damit einigte man sich auf minimalste Standards in Schutz, Rechte und Förderung. Das betrifft 370 Mio. Menschen, von kleinen Volksstämmen bis nur noch winzige Gruppen und der Kampf um eine Deklaration dauerte 20 Jahre. "Zu den damit geschützten Volksgruppen gehören somit auch die Navajos in den USA, die Inuit in Kanada, die Aborigines in Australien und die Massai in Ostafrika." Es soll noch etwa 70 Völker mit eigner Sprache, Kultur, Tradition und Religion geben.
 
Vertreter von 143 der 192 Mitgliedstaaten haben die Erklärung angenommen. Mit Nein stimmten die Abgeordneten aus Kanada, den USA, Australien und Neuseeland. In diesen Staaten beanspruchen die indigenen Völker Land mit wertvollen Bodenschätzen für sich. Die Vertretungen von elf Mitgliedstaaten enthielten sich der Stimme.
 
Der Menschenrechtsrat der UNO in Genf hatte die Deklaration bereits vor einem Jahr in Juni angenommen, aber die UNO-Vollversammlung meldete Bedenken an und hatte die Abstimmung einfach verschoben.
 
"Durch einen Zusatz, demzufolge die territoriale Integrität und politische Einheit souveräner Länder von den Rechten der Urbewohner nicht eingeschränkt wird, hatte die Deklaration jetzt die Mehrheit gewonnen. Sie wird erst durch die Integration in die nationale Gesetzgebung der UN-Mitgliedstaaten rechtlich bindend."
 
Demnach stehen den Urvölkern für enteignete Gebiete Ersatzzahlungen zu, und ihr Land darf nicht militärisch oder als Gift-Mülldeponie missbraucht werden, wie das offenbar öfters geschehen ist. Über eigene Territorien entscheiden ausschließlich die Urvölker.
 
"Kritiker aber erklärten, einige Abschnitte der Deklaration räumten Ureinwohnern zu viele Rechte ein und stünden im Widerspruch zu bestehenden nationalen Gesetzen."
 
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Ganz schön traurig, dass sich selbst 100, 200 Jahre nach Ende des britischem Imperialismus, Kolonialismus, dem (britischen) Sklavenhandel, der Sklaverei und bei allem demokratischen Schönredegewäsch diese Völker noch immer nicht von allen freiwillig ihre Rechte erhalten haben (Kanada, USA, Neuseeland, Australien…) und diese Staaten sich weiterhin quer legen werden, UNO-Deklaration hin oder her, wo etwa die USA ohnehin auf die UNO pfeift und seit vielen Jahren nicht mal ihre Mitgliedsbeiträge zahlt. 
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